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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-17 · Heft 2568 (17.4.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2568 (17.4.1926)
Date
1926-04-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. K68 Men, SamStag Serichtssaal. Irr aallsemMsche Serdttenkonvent. In fortgesetzter Verhandlung hatte sich daS Bezirksgericht : JosefstaLr (Hofrat Dr. Ichwarzwald) mit einer interessanten MndigungÄlage za befassen, welche der Wiener Serviten-! koiwent gegen eine Leihbibliothek führt, weiche im Gebäude der Servitenkirche, beziehungsweise dem anschließenden Klostergchaudr untergebracht ist. Als Kündigungsgrund wirb hauptsächlich der Umstand geltend gemacht, daß die Bibliothek Bücher verleiht, welche dem sittlichen Empfinden der christlichen Bevölkern «g widersprechen und auch solche Werke, welche auf dem Index sichen. Do verweist dir Klage daraus, daß Werke Bettauers, ZolaS und andere in diese Bibliothek, welche auch sonst Werk« aller Art führe, erhältlich seien. In den Ankündigungen des Nnternchmens sei die Dresse artgegeben: Servittenkirche und der Kvnvent erblickt in allen diesen Umstanden eine genügende Ursache zur Kündigung. Die Kündigungsklage richtet sich gegen den Architekten Hermann Hellmer, der als Hauptmieter das aus sieben Raumen bestehende GastenlokÄ gemietet hat; die Inhaber der Bibliochvk, Rauchwerger und Schrott, haben als Untermieter einen Teil seiner Räume übernommen und nur dieser wird gekündigt, wobei der Umstand noch hervorgchoben wurde, daß einer der BkbliochekSinhaber, Herr Rauchwerger, nicht christlicher Konfession sei und es den Grundsätzen des Klosters widerspreche, mit Fremdrassiaen in Berührung zu treten. Der Prior des Konvents, der sich im Kloster Forchtemm befindet, wurde vernommen, um die Frage klarzustellen, ob bei dem Abschluß des Mietvertrages mit dem Hauptmieter Architekten Hellmer die Bedingung vorgesehen worden war, daß keim Untermietung an Juden erfolgen dürfe. Zu lebhaften Kontroversen mit dem' Klagevertretrr Doktor Grundier (für Dr. Klein-Doppler) kam es, als dieser die Bemerkung machte, daß die Untermieter auf jeden Fall das Klostergebäude würden verlosten müssen, ob mm das Gericht für oder gegen den Konvent entscheide. Herr Rauchwerger erklärte hierzu, daß ihm gesagt worden war, die christliche Jugend hätte schon längst „die Bude gestürmt", wenn nicht die Klosterbrüder sie zurnckgehalten hätten, und gab der Befürchtung Ausdruck, daß von der Kanzel herab gegen die Bibliothek Stimmung gemacht wurde. Der Richter rügte. die Bemerkung des Klagevertreters. Nach fünsstündiger Dauer wurde die Verhandlung nerrerÄin-gs vertagt, um den Architekten Hellmer persönlich über die Umstande des Abschlustes des Mietvertrages zu vernehmen. * Der Servitenkonvent ist sonst nicht so heikel bezüglich des Verkehres mit Inden. Allerdings handelt es sich um solche, deren Seelen gerettet und der Kirche zngeführt werden sollen. Da ist fiir die frommen Patres die „fremde Raste" kein Hindernis. Kue AevestragSdle. Ein Student erschießt die Geliebte. Zwischen dem Medizinstudenten Jakob Ludwig und der Moritzen Marie Platzer bestand seit .zwei Jahren ein Liebesverhältnis, das die Eltern des Mädchens nicht dulden wollten. Ludwig überredete die Geliebte zur Flucht aus dem Elternhause von Graz nach Wien, wo das Paar in einem Hotel auf der Wieden abstieg. Das war am 5. November. Das Paar beschloß, Aemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Ludwig tötete das Mädchen durch einen Schuß ins Herz, sich selbst verletzte er schwer, wurde jedoch gesund. Gestern hatte sich der junge Mann vor dm Geschwornen (Vorsitz Oberlandesgerichtsrat Doktor Kilhoft wegen Verbrechens d'es Mordes zu verantworten. Er wurde von Dr. Preßbnrger verteidigt. Nach Darstellung der vom Staatsanwalt Dr. Nahrhaft Vertretenen Anklage - hat Ludwig an der Gmzer Universität Medizin studiert, Die Platzer lernte er im Kafseehaüse ihrer Eltern Barbara und Otto Wornigg kennen. Frau Wornigg widersetzte sich einer ehelichen Verbindung, sie nrachte insbesondere geltend, daß Ludwig 'öfter berauscht war und wogen Straßenkmwallen polizeilich beanstandet wurde. Zwischen Ludwig und Frau Wornigg kam es öfter zu scharfen Auseinandersetzungen. Nun überredete Ludwig seine Braut zur Flucht nach Wien und sie mieteten sich im Hotel Belvedere ein. Marie Platzer hatte einen Browning mit Munition mitgenommen. Offenbar hatte sie Vorher mit Ludwig vereinbart, gemeinsam ans dem Löben zu scheiden. Gegen 10 Uhr nachts begaben sich beide zu Bette. Lu^-'i schoß die Geliebte ins Hcrz; sie war sofort tat. j Dann richtete der Student die Waffe gegen sich selbst und brachte sich durch einen Schutz in die linke Brustseite eine schwere Verletzung bei, wurde aber wieder hevgestellt. Bei der Polizei gestand der Angeklagte, daß er die Marie Platzer töten wollte. Sie habe ihn darum gebeten, da sie ohne?hn nicht weiter leben könne und eine Aussicht auf eine eheliche. Verbindung nicht mehr bestche. Nach Anschauung der Staatsj Anwaltschaft stand Marie Platzer vollkommen unter dem Banne Ludwigs. Ms Hauptmotiv des Mordes bezeichnet die Anklage den | Zorn des Ludwig über dm. I nhalten der Mutter des Miidchens. j Marie Platzer wird von allen als lebensfroh und heiter geschildert. Die Psychiater erklärten, daß der Angeklagte sich wohl . ■tat Zustande starker Niedergeschlagenheit befand, zur Zeit der Tat aber weder an einer bleibenden, noch an einer vorübergchenden Geisteskrankheit gelitten habe. Nach einstündiger Beratung beantworteten die Geschwornen die Hauptfrage aus Mord mit elf Stiminen nein und einer Stimme ja, wodurch die Beantwortung der zwei Zusatzfragen azrs Ilikuesvertvtrruug und unwiderstehlichem Zwang errtfiek. Der ■ Vorsitzende verkündete hierauf den Freispruch ßes Ange-! Nagten, der sofort enthaftet wurde- Wiener Moraerrzeltims_ Volkswirt. Lar Sstjudenpkoblem und seine wirtschaftliche Sedentnag. Von SW. Weirifel-, Antwerpen. Sr'it Generationen war dies ein schwieriges Problem, von Zeit zu Zeit nur abwechselnd in der Farbe; nach dem Kriege abe: und besonders in der letzten Zeit tritt es in eta sehr akutes Stadium. Es waren wohl Zeiten, die in bezug aus den seelischen Zustand und die persönlich.' Freiheit viel kritischer waren. Irr der Jetztzeit stcht der Großteil der Inden am Rande des Unterganges. Diesmal sind di.L Verhältnisie von Erscheinungen begleitet, die sich zufolge der neuen Situation der Völker entwickelten und für die Juden des Ostens von katastrophaler Wirkung sind. Das Judenproblem und seine wirtschaftliche Fragen sind nicht neu. In jedem Jahchundert änderte sich die Situation. Im letzten Jahrhundert konnte den: jeweiligen Uebel dadurch zum Teil abg Holsen werden, daß es dem ^Bedrängten möglich war, den Wawderstab zu ergreifen und sich auf diese Weise fortbringen zu können. Da kam aber der modernste alter Kr-ege. Seine Auswirkungen haben es mit sich gebracht, daß sich alle Länder hermetisch abgosperrr haben. Es loben zum Beispiel in Polen 13 Prozent Juden drr Gesamtbevöl'kerung, wobei bemerkt wird, daß den jüdischen Bürgern größtenteils nur der Handel übrig blieb, nachdem es ihnen unter dem früheren russischen Regime nicht möglich tvar, Boden zu besitzet! und zu bearbeiten. Ohne nachzudenken, haben wir uns an das Uebel und die schlechten Verhältnisse gewöhnt. Wir Hütten keine Zeit» über dieses Problem nachzudenken, und so kam es, daß wir jetzt plötzlich vor der Alternative stehen» entweder diese Frage aus internationalem Wege zu lösen oder aber zuzusehen, wie ein Großteil der Mischen Bevölkerung im Osten zugrunde gcht oder teilweise Hungers stirbt. - Wenn wir die Verhältnisie genau b.'trachten wollen, so dürfen wir es gar nicht erstaunlich finden, daß es den Inden in Polen nicht möglich ist, dort ihre Existenz gesichert zu sehen. Wenn wir auf die früheren Zeiten zurückblicken, so werden wir zu folgendem Resultat kommen: Im Vorkriegsrußland entfielen auf 150 Millionen der Gesamtbevölkerung 6 Millionen, d. i. 3,5 Prozent Juden. Hiervon haben bloß in Kongreßpolen 2,5 Millionen gelebt, und schon infolge dieses Umstandes, daß in diesen: Teile Rußlands eine übermäßige Zahl von Juden lebte, war ihre Lage dort viel ungünstiger als die der Juden im übrigen Rußlands Dabei darf nicht außer acht gelassen werden, daß selbst ein großer. Teil dieser Juden ihr Einkommen aus d.nu Handel mit dem ferneren Osten geschöpft har. Nehmen wir die früher.- österreichisch-ungarische Monarchie mit ihren 53 Millionen Einwohnern, auf welche pahezu 2 Millionen. Juden.entfielen. Bon diesen lebten in Galizien gegen 700.000 Inden, also ebenfalls eine relativ große Zahl im Verhältniszur übrigen Bevölkerung. Dabei ' muß ebenfalls festgestellt werden, daß auch ein großer Teil der Juden Galiziens sein Auskommen aus anderen Ländern der Monarchie schöpfte. Wenn wir jetzt die Gosamtjudenschaft Polens, 3 Millionen an der Zahl, bei einer Gosamtbevölkerung von 20 Millionen nehmen,' so finden wir, daß oies.s Zahlenverhältnis ein noch nicht dagewesenes ist. Wenn wir selbst von den Folgen des Krieges absehen, so'ist .das Verhältnis ein solch ungünstiges, daß man gar nicht an die Möglichkeit denken darf, daß die große Zahl der Juden Polens dort ihre Existenzmöglichkeit haben könne. Es gibt wohl kurzsichtige Optimisten, die fragen: Wieso hatten denn die Inden eine Existen,Möglichkeit vom Waffenstillstand bis jetzt? Darauf möchte ich antworten, daß dieü Existenzmöglichkeit ihnen von Anbeginn. an fehlte. Diese Lage war »och haltbar, solange beim großen Teil der jüdischen Bevölkerung Kapitalien und diverse Werte vorhanden waren: außerdem kamen große Unterstützungen aus Amerika, Investitionen und Kredite ans dein Ausland. Alle diese Quellen sind erschöpft und aufgezehrt worden. Nun stehen die großen Massen ohne Mittel und ohne jedwede Hilfe da. Hilfe aber gibt es nur eine, d. i. die M ö g l i ch k e i t der A n swandernng. Nun kommt di.' große Frage: wohin und womit, nachdem, wie bereits erwähnt, alle Länder sich hermetisch abgeschlossen halben. Die Jndensrage wird wohl von verschiedenen Stellen uns Parteien unter verschiedenen Gesichtspunkten erörtert, aber ein cinh.'illiches Borgehen des Gesaiutjuderrtllnrs, das jedwede Parteilichkeit ansschießt, konnte bisher nicht konstatiert werden. Es gibt Wohl ein Unzahl von Vorschlägen. Alle diese Projekte sind aber mcht geeignet, die große Frage d.'s Judentums. Polens zu lösen. Wenn ich ijt diese,,, Schreiben lediglich die Frage der Inden in Polen behandle und die der Juden der Ukraine und Rußlands nicht berühre, so bin ich von dem Gedanken geleitet, daß >'s den Inden der Ukraine und Rußlands bei Milderung des Regimes möglich sein wird, ihre Lage selbst zu .verbessern, während die .Inden Polens ans ein ganz kleines Territorium beschränkt sind. Es gilt nun, Mittel und Wege zu suchen, um den Inden Polens zur Auswanderung in entsprechende Länder zu verhelfen, Um diese Möglichkeit zu finden, gibt cs, glaube ich, nur einen Weg: Eine Intervention der Gesaintjudenheit der ganzen Welt durch die Liga für Menschenrechte beim Völkerbund. * Wir meinen, daß der Autor dieses Artikels die Mögchlichkeiten Übersicht, die der Zionismus geschaffen hat. Daß wir die Gesetzgebung der in Betracht komnten-den Länder beeinflussen könnten, erscheint nach der, Sachlage und nach Hern Ubevtouchern antisemitischer Tendenzen wenigstens für absehbare Zeit aussichtslos. Eine Intervention der Gcsamtjubenheit ist mtr unter dem zionistischen Gesichtspunkt möglich: Oofsnung Palästinas mtd Organisierung des Aufbaues mit Hilfe einer vom Völkerbund garantierten Anleihe. — Die Red. _17. April 1020 __S.Z- 7 Kurssturz in Saulofen. Eine Regulierung des Kurses. Aus dem Banlosmark.' ist in bcn ,etzrcn Tagen ein starker Kurssturz zu ver-eichnen. Die Banlose Cm. NW, welche noch vor kurzer Zei: zirka 330.000 Kronen notierten, sind gestern bis 210.000 Kronen gesunken. Lange Zeit wurde üo.rhaupt kein Kurs notiert, nachdem bekauntkich vor kurzem zwei Firmen infolge mißluttgencr Baissespekulationen zusammengebrochen waren T:e forcierte Hausse wa-. damals inszenier! worden, nm diese Firmen in eine Zwickmühle zn bringen. T r hohe Kurs konnie aber ans die Dauer n'cht gehalten werden: es stellte sich bald größeres Warenanbot ein, doch kam merkwürdigerweise keine Notierung zustande. An' Beschwerden einiger Juleressenteu wurd: vor» gestern von Börsenräten deswegen interveniert. Auf ihren Druck mußte endlich ein Kurs notiert werden. Entsprechend dem großen Anbot an Ware mußte sich der Kurs diese starke Senkung gefallen lassen. Ile Kanfmannchaft gegen die geplanten LotterSShunsen. Ju der gestern unter Vorsitz des Präsidenten Leopold Langer abgehaltenett Tagung des Gremialrates und der Obmänner der Branchenvereiiligung erstattete Sekretär Doktor Müller einen eingehenden Bericht über den gegenwärt:gen Stand der Zollvechandlungen. Im Handelsministerium haben vorige Woche Verhandlungen stattgefunden, an denen auch ein . Vertreter der Kaufmannschaft teilnahm. Das Ergebnis dieser Besprechungen sei durchaus unbefriedigend. Die Wünsche der Kaufmannschaft werden fast nicht berücksichtigt, bei einzelnen Branchen, bei denen Ermäßigungen verlangt wurden, nahm man Erhöhungen vor. Vielfach würben durch die neuen Zölle Industrien geschützt, die im Inland gar nicht vochanden seien oder wegen mangelnder Qualität oder Quantität den österreichischen Bedarf niemals zu befriedigen in der Lage sind. Als nächster Redner meldete sich Kommerzialrat Gottliob Pollak gegen die Zollerhöhung für Textilien, insbesondere gegen die WollgLvelbezölle. Während vor dem Kriege auf dem Gebiete des jetzigen Oesterreich zwölf Tuchfabriken bestanden, finden heute nicht weniger als 38 solcher Fabriken in Oesterreich ihr Fortkommen. Während die Tuchfabriken im übrigen Europa nur mit verminderter Kapazität arbeiten — in England wirb heute durchschnittlich drei Tage der Woche, in Deutschland mit 10 bis 60 Prozent der vollen Leistungsfähigkeit gearbeitet — sind von den 28 österreichischen FÄbrMN fünf mit voller Kapazität, von den übrigen 23 Pools mit 76 Prozent und der Rost mit 50 bis 60 Prozent ihrer Leistungsfähigveit beschäftigt. Das Hauptargument über für den Zoll, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, tröffe vielfach vor allem für die Tuchindustrie nicht zn, .da es in ganz Oesterreich derzeit keinen einzigen arbeitslosen Weber gebe. Dagegen haben wir heute in Oesterreich nicht weniger als 10.000 arbeitslose Schneider; das muß noch ärger werdenwenn die Stoffe für die Schneider weiter verteuert werden und kein Ausländer mchr in Wien arbeiten' läßt. Gremialrat Oppenheim führt aus, von welchen! Geiste die jetzige Zollaktion erfüllt sei, gehe daraus hervor, daß in letzter Minute die Parfümeriezölle, die ohnedies eine ganz exorbitante Höhe von 100 Goldkronen befassen, für einzelne ParfumeriewaveN ans das Vierfache, also aus 1600 Goldkronen, erhöht worden feien. Auch alle Selbstrafenre würden die Zollechöhung mit einer zirka zwanzigprozentigen Erhöhung der Preise für Rasierklingen zu spüren bekommen. Die einzige derzeit in Oesterreich bestehende Fabrik ist nur imstande, vier Prozent des Inlandsbedarfes an Rasierklingen zu decken. Gremialrat Salzer erklärte, daß die Hochschutzzollpolitik, hie jetzt scheinbar inauguriert werden soll, zum Ruine der österreichischen Wirtschaft führe und daß durch Aufklärung der breiten Massen dem Publikum gezeigt werden müsse, welche Folgen der Hochschutzzoll für jeden einzelnen zeitigen werde. Zentraldirektor Le mb erg er wies aus die außerordentliche Verteuening hin, die insbesondere Leinenwaren durch die projektierten Sätze erfahren müßten. Jedermann würde dieses Attentat auf die Wirtschaft durch Preissteigerung der Henrden, , Strümpfe, Bettwäsche usw. am eigenen Leibe spüren. Herr Wagner führte an, daß ein plastisches Beispiel für die Folgen einer Schntzpolitik und die Einräumung einer Monopolstellung an einzelne Jndustriekonzerne das Gummikartell biete. Dieses beherrsche in vielen Artikeln durch die Hochschntzzölle den Jnlandsmarkt vollkommen. Die Konsmnenten seien daher auch dort, Ivo das inländische Fabrikat qualitativ absolut nicht entspreche, vom Kartell vollkommen abhängig. Vizepräsident Bittmann hält es für eine außerordentliche Gefahr, daß man an die Kündigung des tschechoslowakischen Vertrages gchen will, und zjwar nicht > nur in polnischer, sondern auch wirtschaftlicher Hinsicht. Das Gremium der Wiener Kanfmaunschaft müsse, wie bisher, was in ■dieser Sache notwendig sei, unternehttlen. die zahlnngsfchwferigleiten der Lederindnftriefirm« Pollak. Dir Ursachen der Jmtnobilisicrung. Zn> unserer vor zwei Tagen gebrachten Melhung über die Jnnnöbilisiemug dieser bedeuteniden Lodevinbttstriofirlna haben tvir eine ganze Reihe von Zuschriften erhalten, in welchen der Tatsache entgegengetreten wirb, daß die JmniMbisierung dnrch Berlnste in Polen verursacht worden soi. Der Mitinhaber der Krakauer Lederhandlung Licht u. Schiff, Herr Saul Licht, sendet uns folgende Zuschrift: „Als Mitinhaber einer Lederhandlung in Polen sehe ich mich hiemit veranlaßt, die Behauptung, als ob die Jtnntobilisiernng dieer Leiderindustriefirma durch Verluste in Polen entstanden fei, znrückzaweisen. Die Lederfabrik Gustav P o l l a ck in AtzgerLdorf, welche zu den ältesten und seriösesten Firmen in Oesterreich gezählt wind, hat niemals direkte Geschäfte mit polnischen Konsumenten getätigt und daher auch niemals nach Polen direkte oder indirekte Kredite getzvährt. Genannte Lederfabrik hat ihre Erzeugnisse ansWirßlich mtc

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