Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2567 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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j Polen; 2S grösst Wi en. zum Abholen ln der Expedition, 1L Tabotstr. 1*3, oder in einer veisehieisstelie (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o 1 d schmied, )„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ivaebMhlnuen bei Preis« crbOhangen vorbeheUeii Wiener orgenreltung l'ffrei« Mel England: Mon. 4 Schilling, ft allem Monatl. 18 Lire. Rumänien: Mon. 170Lei. But garl en > Mon. 100 Lew*. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frts. h Redaktion, Administration: Wien, ft Taboratr. 1 relephone: 44-0*38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2*82 lX., Universltätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinraann) Österreichisches Postspaikessen-Konto Nr. 150.69» Rr. 2567 Wir«. Sreitae. 16. April 1926 8. Jahrgang Sie Mandatskommission gegen Frankreich. Scharfe Kritik der Verwaltung in Shrien. (Eigendienst -er „Wiener Morgenzeitung.") Rom, 16. April. Ueber den wesentlichen Inhalt des Gutachtens der Mandatskommission über Syrien erfährt man, daß darin teilweise sehr scharfe Kritiken der Verwaltungsmethode enthalten sind. So wird darauf hingewiesen, daß, während im Irak und in Palästina, wo die Berhältnisie ähnlich liegen wie in Syrien, die Ruhe nicht gestört ist, die Unruhen in Syrien nicht erloschen sind. Das sei auf den häufigen Wechsel der französischen Kommissäre seit 1919 — in dieser Zeit waren in Syrien fünf französische Kommissäre tätig — sowie auf die ungenügende Vorbereitung der dorthin entsandten Beamten zurückzuführen sei. Jeder neu entsandte Kommissär habe die Richtlinien seines Vorgängers umgeworfen, wodurch die Unsicherheit nur zunahm. Auch die französische Gerichtsbarkeit habe sich den Verhältnissen nicht anzupassen gewußt. Der Bericht bedauert offen, daß Sarrail nicht früher abbernfen wurde, und tadelt ferner die Gleichstellung des f r a n z ö s i s ch e n Franken mit dem syrischen Geld, wodurch auch dieses dauernden Schwankungen ausgesetzt sei. Das Vorgehen gegen die Drüsen wird als allzu rücksichtslos empfunden, ebenso die Unterdrückung des Aufstandes als übertriebenbezeichnet. Der Bericht schließt mit der Hoffnung, de Jouvenel werde neue Wege einzuschlagen suchen. Tie Konferenzen zwischen Lr. Weizmann nnd Lord Plumer. Jerusalem, 14. April. (I. T. A.) Oberkommissär Lord Plumer hat den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Weizmann, für Freitag den 16. d. zum Diner eingeladen. Es verlautet, daß sich der Tafel eine Unterredung anschließen, wird, in der die Erörterung einer Anzahl wichtiger Fragen, die während der ersten Unterredung zwischen Dr. Weizmann und Lord Plumer angeschnitten waren, fortgesetzt werden wird. Dr. Weizmann konferierte mit seinen Kollegen in der Zionistischen Palästinaexekutive und leitete eine offizielle Sitzung am 6. d., in der über die Frage der Beteiligung der Juden an der Verteidigungstruppe Palästinas ausführlich gesprochen wurde. Dr. Weizmann hielt ferner Besprechungen mit den führenden jüdischen Persönlichkeiten ab und hatte Gelegenheit, auf einer zu seiner Begrüßung einberufenen Versammlung des Waad Leumi die Ansichten dieser'Körperschaft kennen zu lernen. Die gewish Agency. Erklärungen Lipskys. New-Aork, 11. April. (I. T. A.) Der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas und Mitglied der Zionistischen Weltexekutive, Mr. Louis Lipsky, erklärte heute während eines Presieempfanges, daß der Plan der Erweiterung der Jewish Ageney nicht aufgegeben worden ist. Darin stimmt Dr. Weizmann mit der Zionistischen Exekutive in Amerika vollkommen überein. Wir werden aber, setzte Herr Lipski fort, die Erweiterung der Jewish Ageney aus anderer Basis durchführen. Was in dieser Angelegenheit gesagt oder getan wurde, geschah mit voller Zustimmung Dr. Weizmanns, den wir als die stärkste Persönlichkeit in der zionistischen Bewegung und als den einzigen Mann betrachten, der B efehlsautorität besitzt. Wir haben es unternommen, das zionistische Zentrum zu reorganisieren, um den allgemeinen Zionisten^Hie gebührende Position zu -schaffen, so. daß Dr. Weizmann von genug ausgezeichneten Ratgebern umgeben sein 'wird. ' Herr Lipsky setzte sich« dümr mit I a b o t i n s öy pnd dem revisionistischen Programm auseinander ünd sagte, man dürfe den Revisionisten in ihrer Forderung nach militärischen Einheiten sowie in manchen änderen Punkten recht geben. Bedauerlich ist aber, daß die Herrn Jabotinsky während seines Aufenthaltes in den Bereinigten Staaten erwiesenen Höflichkeiten als eine Zustimmung zu seinem Programm konstruiert wurden. Herr Lipsky setzte sodann den Plan der Zionistischen Organisation Amerikas auseinander, eine große Bewegung für jüdische Erziehung in den Vereinigten Staaten einzuleiten. Es soll eine unabhängige Agentur für Zusammenarbeit; mit allen bestehenden Erzichungsgesellschaften und Koordinierung ihrer Tätigkeit errichtet werden. Ein Komitee wurde bereits gebildet. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitieilnngen sind durch ein vorangesetzies E gekennzeichnet. Konkurrenzlos ln Preis und Qualität L. & T. PIOWATI Cervelat per kg S 2.50 — Wiener Würstel per kg S 4.30 Garantiert ohne Gefrierfleisch! es- Erhftltllch In allen Detail-Verkaufsstellen Keine Verbesserung der ameriklmi« scheu kinwanderungsgesetze. New-Zork, 14. April. (I. T. A.) Die Jmmigvationsl kommission des S e n a 1 s der Vereinigten Staaten hat! sämtliche Gesetzesanträge, die aus eine Milderungder! p 511 e n des Einwanderungseinschränkungsgesetzes hini zielten, abgelehnt. Dieser Beschluß des Senats wurde! von allen Freunden einer Verbesserung der Jmmigrationsj bill mit Bestürzung ausgenommen. Es wird allgemein l angenommen, daß im Verlaufe dieser Session des Kon- > gresses andere Ammendements zur Jmmigrationsbill > nicht mehr diskutiert werden würden. Große Hoffnungen hegte man mit Bezug auf die vom! jüdischen Kongreßmitglied P e r l m a n und vom Senator lMadsWorth eingebrachte Bill, wonach Eltern und minderjährige Kinder von Bürgern und Deklaranten außer der Jahresquote einwandern dürfen; diese Bill ist ' in breiten Kreisen populär. In den letzten Wochen haben sich Präsident Coolidge, der Minister für Arbeit und , Immigration, Davis, der ehemalige Einwanderungs- ' kowmisiär Henry Curran, ja sogar der Urheber des j Einwanderungseinschränkungsgesetzes, Albert J o h n s o n, i selbst, für eine Milderung gewisser grausamer Einwan- : derungsvorschriften ausgesprochen. Das alles fruchtete : nichts. Bei der Abstimmung im Senat stimmte nur Senator Copeland für die Milderungsvorschläge. Derllolnt. Philadelphia, 14. April. (I. T. A.) Der Vorsitzende der Bereinigten jüdischen Aktion des Joint Distribution Committee, Mr. David A. Brown, hat auf einer Konferenz in Pennsylvania-Ost, der mehrere hundert Delegierte beiwohnten, erklärt, das Joint Distribution Committee werde demnächst an die Judenschaft Amerikas mit der Forderung herantreten, in Den nächsten drei Jahren mindestens 25 Millionen Dollar fiie den jüdischen Aufbau statt der bisher geplanten 15 Millionen Dollar aufzubringen. Im weiteren Verlaufe der Konferenz kam Mister Brown auf die parallellaufenden Aktionen des Joint Drives und des zionistischen Drives zu sprechen und sagte ungefähr: Die Teilnahme an der Hilfskampagne des Joint entbindet keinen amerikanischen Juden der Verpflichtung, zu dem Aufbau Palästinas be izu tragey. Die amerikanischen Juden sind Wohl habend genug, um beide Aktionen zu stützen. Man möge den Lebensluxus einschränken. Neuerliche Konferenz des PMdlumr des Mischen Sejmllubs mit der polnischen Regierung. Der Kampf um das Jndusiriegesetz. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 13. April. Das Präsidium des jüdischen Sejmklubs, und zwar die Abgeordneten Hartglas und F a r b st e i n, konferierten heute mit dem Handelsminister O s i e e k i in Anwesenheit der Leiter der einzelnen Ressorts zirka drei Stunden lang in Angelegenheit des neuen Entwurfes eines Jndustriegesetzes. Die jüdischen Abgeordneten brachten eine ganze Reihe Einwände gegen das neue Projekt vor. In einigen Punkten konnte man zu einem Einverständnis gelangen und die Regierungsvertreter versprachen, die jüdischen Forderungen zu berücksichtigen. Ein Teil der Fragen blieb aber noch unerledigt. Waffenstillstand in Marokko. Paris, 15. April. Wie aus Ra Lag gemeldet wich, sind die Delegierten Abd el Krims, die sich zu den Friedensverhandlungen nach Ujda begeben, bereits unterwegs. Es bestätigt sich, daß Abd el Krim die Einstellung der Feindseligkeiten angeordnet hat. Udschda, 15. April. Der französische Delegierte Simon ist hier eingetrofsen. Ponsot wird für Samstag erwartet. Oberst Duclos wird morgen hier eintresfen. Es ist demnach unwahrscheinlich, daß die Verhandlungen vor Montag beginnen werden. El» Zwischenfall im Unterhaus. London, 16. April. Ein ganz außergewöhnlicher Zwischenfall ereignete sich heute um 6 Uhr früh im Unterhaus bei der Beratung des Ersparungsgesetzes. Mehrere Mitglieder der Arbeitspartei, die die Vertagung der Debatte verlangt hatten, weigerten sich zum Zeichen der O b st r u k t i o n, den Abstlmmungsraum zu verlassen. Man mußte den bereits schlafenden Sprecher holen und ans Antrag Neville Cha mbe rlains winden dreizehn Abgeordnete der ArbeitSpartei, darunter Lansbury und Wheatley, ausgeschlossen. Sie Wirrenin China. Peking wird geräumt. London, 15. April. M.-Komp.) Wie aus Peking gemeldet wird, sind bei Hwangtsun heftige Kampfe im Gang, wo die Truppen T'charvg-Tso-Lins versuchen, die Verteidigungslinien der nationalen Armee zu durchbrechen. Me nationalen Streitkräste werden noch heute die Stadt räumen. Der Bürgerausschuß von Peking hat den , Chef der alliierten Armeen telegraphisch gebeten, die Stadt nicht besetzen zu lassen, um Ruhestörungen zu verhüten. Peking, 15. April. Eine Brigade , der 9. nationalen Armee hat sich nachmittags ergeben, worauf die Verteidigung der Gegend von Tuugtsau zusammenbrach. Die nationalen Truppen begannen gegen die Stadt zu flüchten/wodurch die Truppen innerhalb der Stadt demoralisiert wurden. Lntschunglin übertrug das Kommando über die Stadt Wangtchitschen> der den Führern der verbündeten Truppen telegraphisch die Lage darlegte mit dem Beifügen, daß es müßig sei, die Stadt zu belagern. _ Mussolini empfängt in Tripolis MWe Vertreter. Rom, 15. April. Musiolini empfing in Tripolis eine Delegation der arabischen Bevölkerung und dann auch die Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Tripolis. EM" Besonders billiger H FrOhtings OkkasionsVerkauf in Stoffen, Seide, Waschbaren etc. im Warenhaus 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 Eg gros En detail