Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2566 (15.4.1926)
- Date
- 1926-04-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I Polen; aS fltoMyt Wien; Zum Abholen in dei Expedition, 1L Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle ''Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Sold schmied, J„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho*Slowakei. Mod. K22. Jugoslawien; Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland; Mon. Offl. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 .'iachs*hltmgen bei JP r e 1 *• erhShnagen toiMuMoi ijjt/ifjfcidn Wiener orgenjcituttt) England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Ru minien: Mon. 170 Lei. BulgariemMon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wlen,II.Tabor»tr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2-82 15C, Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichlsches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2866 Me«. Sonnerstog, 15. April 1926 8. gn&raong Im redaktionelle« Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Weizmonns Besprechung mitPIumer Die Frage der Srhutzlruype. Friedensverhandlungen in Marokko. Kn Waffenstillstand bereits abgeschloffen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung/O Paris, 14. April. Wie aus Tanger gemeldet wird, werden gegenwärtig in Taurirt, einer kleinen Ortschaft zwischen Ta za und Ujda die Friedensverhandlungen geführt. General Mougin empfing als Vertreter des Generalgouverneurs von Marokko den Außenminister Abd el Krims, Sidi Mohammed Azerkane. In dieser Unterredung wurde ein Waffenstillstand beschlossen; seither » ruht an der französischen Front jede Kampftätigkeit. General Mougin erklärte einem Korrespondenten der Agentur Radio, daß ein offizieller Beschluß über eine Friedenskonferenz noch nicht gefaßt wurde. Jedenfalls sei das in der französischen Presse genannte Datum des 16. April für den Beginn der Verhandlungen als verfrüht anzusehen. Ein Friede mit Abd el Krim sei gegenwärtig möglich, ja sogar notwendig, denn Frankreich könnte nur mit großen Opfer» weitere Vorteile erlangen und anderseits scheine Abd el Krim Frankreich jetzt günstigere Bedingungen zugestehen zu wollen als im Juli des vergangenen Jahres.. NaliensWmnstmsbeftrehimgen. Rom, 14. Steril. „(Sionwle schreibt, daß Italien gelegentlich der Nachrichten über Friedens- Verhandlungen in Marokko sein Augenmerk auf Tanger richte. Zwischen dem Marokkoproblem und der Tangerfrage existiere zwar kein unmittelbares Verhältnis, aber gelegentlich der Friedensunterhandlungen sei der GedarÄe aufgetaucht, daß Spanien seine Marokkozone dadurch zu erweitern wünsche, daß es einen Teil des Gebietes von Tanger annektiere. Das Blatt meint, daß Italien, da das neue Tangerstatut ohne seine Mitwirkung ausgearbeitet und angewendet worden sei, einer solchen spanischen Forderung nicht b e i st i m m e n könne. Italien beharre bezüglich Tangers auf seinen bisherigen Standpunkt, sehe jedoch mit Freude, Jerusalem, 14. April. (I. T. A.) Uelber-das Resultat der km 9. d. stattgefundenen Besprechung zwischen dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Weizmaun, und dem ObeÄommissär Lord Plumer, erfährt hie Palästinensische Telegraphemgeniur: In der Unterredung wurden hauptsächlich die Frage der Aufnahme der Juden in die neue Grenzmacht und die geplante jüdische Gemeindevertretung in Palästina berührt. Dr. Weizmann gab der Meinung Ausdruck, daß die Besprechung zu günstigen Ergebnissen geführt habe. Bezüglich der Grenzmacht ist zu sagen, daß die Juden nunmehr in die Listen dieser Korps eingetragen würden. Geben jüdische Schriftsteller mit dem Dekan 'der hebräischen Universität, Dr. I. L. Magnes, an der Spitze, veröffentlichen eine Erklärung, in welcher gegen die Propaganda für die Errichtung einer speziellen jüdischen Legion in Palästina protestiert wird. Das nationale Prestige erfordere es, daß lder Idee einer jüdischen Legion entgegengetreten wird. Ausweisung des ruffifche« Handelsvertreters an« Palästina. Jerusalem, 14. April. (I. T. A.) Die Reuter-Agentur teilt mit, daß dem Leiter der sowijetruMchen Handesagerrtur Areos, der vor kurzem auf Urlaub ging, die Rückkehr untersagt worden ist. Als Grund wird angegeben, daß der Direktor der Areos, Gleser, politische Propaganda betrieben hat. Die Entscheidung über Glesers Ausweisung aus Palästina hat der Oberkommiffär Lord Plumer persönlich getroffen, Die Sowjetvertretung in London interveniert bei der britischen Regierung in dieser Angelegenheit. Die Moskauer: Darstellmug. Moskaü, 14. April. (I. T. A.) Unter der Ueberschrist „Die Gefahr für d'e Wirtschaft Palästinas" veröffentlicht die ,HAvestia" einen Bericht aus Jafa, wonach die Polizei im Jaffaer Bureau der Areos eine Haussuchung vorgenommen hat,. die nichts ergab, was darauf hindeuten konnte, daß> seitens der Areos irgend eine Propaganda betrieben wird. Trotzdem habe der OberkoMmiffär für Palästina einen Deportationsbefchl gegen den Chef der Areos in Jaffa, Gleser, «Lassen. Gleser wurde anch die Einreise nach Syrien und Aegypten verboten. »Hsweftia" berichten weiter, daß Gleser erklärt hätte, Re Arcos-Zweigstellen in Palästina, Aegypten und Syrien worben zum Protest gegen die ungerechtfertigten Verfügungen geschlossen werden. Diese Nachricht habe in den Finanzmrd KausmannÄreisen Palästinas große Erregung verursacht. Mau wandte sich an die Regierung mit der Bitte, dm Ausweisungsbefehl gegen Gleser zu annullieren. Als Resultat dieser Intervention tourfce der Ausweisungstevmin für einen Monat verschoben. Das Londoner Kolonialamt hat in . Jerusalem über die Angelegenheit angeftagt, worauf der Oberkommissär erklärte, die Ausweisung sei ausgesprochen worden, weil Arcos „Propaganda" in Palästina betrieben chatte. Gleser protestierte gegen die Aktion des Oberkommissärs und forderte WiederMtmachung des der Arcos durch - das Eingreifen der Regierung zugefügten finanziellen Schadens. Bettagnng der Abrüftnngslonferenr? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) , . London, 14. April. „M orningpost" meldet, die e n dgültige Weigerung Sowjetrußlands, ander ALvüstungskonIserenz teilzunchmen, werde vielleicht dazu führen, daß die gesamte Frage der Abrüstung zu Lande vorläufig verschoben wird. ,^D a i l y H e r a l d" M es für fast sicher, daß die Abrüstungskonferenz verschoben wird. Die französische Regie r u n g werde einen dahingehenden Vorschlag machen. Dieser Entschluß sei auf Grund der Warschauer BesPrechungen Boncours mit den Vertretern der Polnischen und der rumänischen Regierung zustande gekommen. Regierungskrise im jugoslawischen Kabinett. R«Me lohnt ein Ultimatum des Ministerpräsidenten zur Demission ab. Prag, 14. April. Das Tsch. Preßbur. meldet aus Belgrad: Das Verhalten des Unterrichtsministers Radio in Agram hat einen neuen Sturm der Entrüstung bei dm Radikalen hervorgerufen. Die radikalen Minister mit dom Ministerpräsidenten Uzunovic an der Spitze beschloffen, die Demission Stefan Radio' zu fordern, um eine normale Tätigkeit der Regierung zu ermöglichen. Der Minister für Sozialpolitik, Si m on ov i e, dm R<ünc gestern als einm K a r t e n sp i e l e r hinstellte, bedauerte, daß sich Radio anonymer Angaben über das Privatleben seiner Ministerkollegen lbedime. Sowohl der Justizminister Dju ricie und Minister Simonovic als auch der Unterstaatssekretär im Forst- und Bergwerksministerium Kujundjie reichten ihre Demission ein. Auf Beranlaflung des Ministerpräsidenten wurden jedoch die Demissionsa.nsuchen wieder zurückgezogen und Ministerpräsident Uzunovic stellte an Stephan Radio mittags das Ultimatum, bis 5 Uhr nachmittags zu demissionieren. Um 5 Uhr nachmittags kamen jedoch weder Radio noch die übrigen kroatischen Minister zur angesagten Ministerratssitzung. Hiedurch wurde die Abhaltung des Ministerrates verhindert. Die radikalen Minister beschlossen, morgen um 9 Uhr vormittags zu einer Besprechung über ihr weiteres Verhalten zusammenzutreten. daß französische und englische Blatterstimmen sich für eine Verständigung mit Italien aussprechen. Italien habe im Mittelmeer wenigstens gleiche Interessen wie diejenigen Mächte, die das Statut von Tanger geschaffen hätten. Mnffolini gegen die Türkei. Berlin, 14. April. Der „Vorwärts", der bekarmflich gute Beziehungen. zu dem belgischen Außenminister Vandervelde hat, bringt heute folgende Mitteilung: In ausgezeichnet unterrichteten Kreisen des belgischen Außenministeriums herrscht die Ansicht vor, daß Mussolinis Kreuzerfahrt in die Kolonien als Drohung gegen die Türkei aufzusaffen sei. Man Plant sogar eine Flottendemonstration gegen die Türkei. In verschiedenen europäischen Außenämtern habe man ebenfalls Kenntnis von den italienischen Kriegsvorbereitungen gegen die Türkei. Italien würde Smyrna angreifen, während Griechenland gleichzeitig in Türkisch-Thrcrzien eindringen soll. Der Einzug in Tr-rpokis. London, 14. April. Die Korrespondenten der verschiedenen englischen Blätter, welche Mussolini auf seiner Afrikareise begleiten, geben amüsante Beschreibungen seines E i n z u g e s i n T r i p o l i s, der recht theatralisch war. Es hätte sich eine ungeheure Menschenmenge versammelt, und man beeilte sich, allen Eingeborenen, welche nach der Hauptstadt-, gekommen waren, die F a szistenhymne beizubringen, die in allen Sprachen gesungen wurde, sogar in der hebräischen. Mussolini landete in einer kleinen Pinaffe, in der er abseits von den Herren des Gefolges still und nachdenklich saß. Er hatte die Bandage von der Nase abgenormnen und ein fleischfarbenes Pflaster aufgelegt, so daß nur die Herren, die sich in seiner allernächsten Nahe befanden, etwas von der Verwundung scheu konnten. Wenige Minuten nach der Landung ritt er durch die Straßen der Stadt, von Zeit zu Zeit die Hand zum römischen Gruße erhebend. Er hatte eine riesige weiße Feder auf dem Hute; ihn: folgten die Soldaten und die Tanks und alles sang die Faszisteuhymne. Aendenmgen im britischen Kabinett. CArmhill amtsrwWe. (Ggendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Sottftm, 14. April. ^Evening News" verzeichnen das Gerücht» daß SchatzkanKer Winston Churchill amtsmüde sei. Das Matt bemerkt, daß nach allgemeiner Ansicht zu Beginn des Sommers die Zusammensetzung des britischen Kabinetts ewe Aenderu ug erfahren werde. Dann werde Churchill ein ärgeres Portefeuille fockern und sein Nachfolger im Schatzamt werde voraussichtlich der Bruder be§ Außenministers Chamberlar», Meville Ehamberlai n, werden. Neuerliche Arbeilslosenknndgebungen i« Warschau. MOV Arbeitslose zertrümmern die Not« standsküche. — 2V Verhaftungen. Warschau, 14. April. Heute kam es wieder zu Kundgebungen von Erwerbslosen vor den staatlichen Arbeitsvermitckrugsämtern. Die Demonstrationen verliefen teilweise stürmisch. Etwa 10VV Arbeitslose, unter die sich Pöbel mischte, drangen in eine Kr Arbeitslose errichtete N o t st a n d s k ü ch e ein, deren Einrichtung sie zertrümmerten. In einem Arbeitsvermitllungsamt wurden-die Fensterscheiben eingeworfen. Ueber 20 Personen wurden verhaftet. «e~ Besonders Billiger Frühlings Okkasions Verkauf In Men, Seide, Miunren etc. im Warenhaus 11.. Tahorstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros En detail