Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2565 (14.4.1926)
- Date
- 1926-04-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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[ polen: aS tffOMyt umnuxi Wien: tum Abholen in def Expedition, ILTaborstr. 1*3, oder in etoerVerschlelastelle (Trafik) fflönatl. 6 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Go l d schmled, 1„ Wollzeile 11 Mit Postversand kür Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling ischecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60, PoleniMon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Wiener orwnzeilung Maehsahltmgea bei Frei«* erhOhungen rorbehettea Engla n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monati. 18 Lire: Ru mini en: Mon. 170 Lei. BulgarientMon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. - Redaktion, Administration: Wien, II. Taboratr. 1 Telephone: 44-0-38.43-3-19 Ab 6 Uhr: 21*102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 Mt. 2565 Wien. Mittwoch. 14. April 1626 8. Jahrgang Italiens Kolonialpläne. 9er zweck der Lipolirrelle Mussolinis. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung/') Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Sine Rede öokoloivr. An die englische Judenschaft. London, 13. April. (I. T. A.) Am 7. d. abends wurde die Jjar-Aktion der englischen Zionisten mit einem Massenmeeting im Volkspalast eröffnet. Den Vorsitz führte der Herausgeber der „Jewish Times", Herr Morris Myer. Hauptredner war Nahum So ko low, der ausführte, die Zionistische Organisation Englands müsse sich verstärken, da die Judenschaft in den anderen Ländern, insbesondere in Amerika, es sich nicht erklären könne, weshalb gerade die Juden Englands nicht an der Front der Arbeit für Palästina stehen. Sokolow zog einen Vergleich zwischen dem Auszug der Juden aus Aegypten, der Alijah aus Babylon, und führte aus, ohne die Epoche des zweiten Tempels gäbe es heute kein Judentum. Was jetzt in Palästina geschieht, kommt jener Alijah aus Babylonien gleich. Sokolow erinnerte an die großen Führer der englischen Judenheit, wie zum Beispiel Sir Moses Montef i o r e und Oberst G o l d s m i d, die stolze Juden waren und an Palästina hingen. Es ist jetzt für die englische Judenheit wieder die Zeit gekommen, in der jüdischen ^nationalen Bewegung als eine Avantgarde zu dienen. Die englischen Zionisten sind die Zionisten des Mandatarlandes und müssen in der ersten Reihe stehen. Sokolow berichtete, daß seine Mission in Amerika von Erfolg gekrönt war; die amerikanische Judenheit stellt eine gewaltige Kraft dar; sie ist das einzige wirtschaftlich gesunde Glied am jüdischen Körper, Der Aufbau. Palästinas, schloß Sokolow, sei die Friedensbrücke zwischen Israel und den Nationen. Das Meeting war zugleich eine Abschiedsveranstaltung für S o k o l o w, der unmittelbar daraus seine Reise nach Südafrika antrat. Die MSdchenschulfarm in Rahaial. Jtwsale«, 12. April. kF. T. A.) Am 7. r>. wurde di« laichwirtschaftliche Schule für Mädchen zu Nahalal durch Lady Samuel, Gattin des früheren Obevkommissärs Sir Herbert Samuel, feierlich eröffnet. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim W e i z m a n n, der die Feierlichkeit leitete, sprach den zionisti'chen Frauen, die durch ihre Opserwilligkeit diese erste Institution ihrer Art ermöglicht haben, den Dank der Organisation aus. Lady Samuel hielt eine Rede in Hebräisch und rühmte bie Tätigkeit der Weltorganisation zionistischer Frauen, die die Schule in ihre Obhut nimmt. Sie erinnerte an die 1920 im .Hause von Frau Weizmann in London stattgefundene Sitzung, in der jüdische Frauen i.hJuwe len nicht etwa für das goldene Kalb, sondern für die landwirtschaftliche Ausbiümng jüdischer Mädchen irr Palästina hergaben. Diese Schule, sagte Lady Samuel, ist das beste WerkderWeltorgänisatjon zionistischer Frauen. Im Namen der Regierung überbrachte der Gouverneur des Nordd'istrMs, A b r a m s o n, die Glückwünsche für das Institut. B a d r o Bei, ein hoher Beamter des ägyptischen Unterrichtsministeriums, überbrachte die Grüße der ägyptischen Regierung. Rittiftrierung der österrelchisch-ungarischen Handelsverträge». In der morgigen Nationalratssitzung wird die Bundesregierung den Handelsvertrag mit Ungarn zur Genehmigung vorlegen. In der , nächsten Sitzung der ungarischen Nationalversammlung wird der Vertrag gleichfalls zur Ratifizierung eingebracht werden. Man erwartet, daß in beiden Parlamenten die Ratifizierung des Vertragsinstrumentes noch im laufenden Monat erfolgen und der Handelsvertrag dann längstens in der ersten Maiwoche in Kraft gesetzt werden wird. Rom, 13. April. Wie in hiesigen politischen Kreisen verlautet, soll der Besuch des italienischen Ministerpräsidenten in Tripolis eine verstärkte Kolonisierung des Landes einleiten. Nach endgültiger Sicherung der politischen und militärischen Herrschaft in der Kolonie soll ein Gebiet von 40.000 Quadratkilometer mit italienischen Kolonisten besiedelt werden. Mussolinis Rückkehr. Die Rückkehr M u s s o l i n i s aus Tripolis wird für den 18. oder 19. d. erwartet, so daß Mussolini dem Feste der Gründung Roms am 21. d. beiwohnen wird. Fortgesetzte Fliegerangriffe auf Peking. China ohne verantwortliche Regierung. Paris, 13. Aprll. „L'Jnformation" meldet aus Peking: Heute sind neuerdings von fünf Flugzeugen n e u n B o m b e n auf die Stadt abgeworfen worden, wodurch acht Persone n g et und dreißig verwunde t wurden. D r e i Fl rs g z e u g e haben die Station Fengfai bombardiert.. Da keine verant*: wörtliche Regiernng besteht,' ist es den auswärtigen diplomatischen Vertretungen unmöglich, ihrem Protest gegen die Beschießung der Stadt Nachdruck zu verschaffen. Die juristische und die Zollkonferenz sind unterbrochen, da keine chinesischen Delegierten erschienen sind. Die politische Lage wird solange ungeklärt bleiben, bis einer der gegnerischen Generale von der Stadt Besitz ergriffen haben wird. Die Tore des europäischen Viertels werden von ausländischen Truppen bewacht, die mit Maschinengewehren versehen sind. Die Kämpfe in der Umgebung von Peking haben an Heftigkeit zugenommen. Im Gesandtschaftsviertel kann man das Gewehrfeuer hören. Das gesamte Geschäfts! eben ist unterbrochen. Die Lebensmittelvorräte werden knapper, so daß die Lage außerordentlich kritisch wird, wenn der gegenwärtige Zustand noch weiter anhält. Nombenattentat auf das japanische Konfulat in Schanghai. Tokio, 13. April. Gegen das japanische Konsulat in Schanghai sind Bomben geworfen worden. Verletzt wurde niemand. Da mit Sicherheit festgestellt werden konnte, daß das Attentat von Chinesen unternommen worden sei, hat Japan in China entschiedenen Protest erhoben. Sine vanislamilische Konferenz. Paris, 13. April. Wie „New-Aork Herold" aus Kairo berichtet, hat der Leiter derUniverfität in Kairo für den 13. Mai eine große pan isla-, mitische Konferenz ernberufen, die über die Bestimmungen des Kalifats beraten soll. Zur Teilnahme an dieser Konferenz sind unter anderem aulsgefordert worden: Abd el Krim, der Sultan von Marokko, der König von Hodschas I b n Saud und der Schah von Persien. LodesurleUe für die Führer de» Saiouikier Aufstande«. Achen, 13. April. Das Ausnahmskriegsgericht hat die Führer des Aufstandes von Saloniki, die Obersten DjavelaS und Karakufas, zum Tode und sieben weitere Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt. Frankreich protestiert gegen dar ttalienisch' englische AbefAnieuabkouuneu. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 13. April. Die französische Regierung hat gegen das italienisch-englische Abkommen über die Te ilung Abefsiniens in eine britische und eine italienische Wirtschaftszone protestiert. Es wivd daraus hingewiesen, daß dieses Abkommen die französischen Interessen am Roten Meer ernstlich bedrohe und stark auf die wirtschaftliche Selbständigkeit eines M i t g l i e d s st a a t e s d e s B ö l k e r b u n d e s Wicke. Es bedürfe daher nach französischer Auffassung erst der B i I l igung des Völkerbundes. Lar Hermou-Gebiet besetzt. Paris, 13. April. Nach Meldungen aus Bei rut Wen die französischen. Truppen das Gebiet von Hevmon vollständig besetzt. Die Drusen flüchteten nach dem DscheLelDruz, wurden aber auf ihrem Rückzug von franzofe.nfrenndlichen Stämmen und Wüste nbe du ine.n ange-; griffen, wobei eine Abteilung der Drusen. 30 Mann an Toten verlor. Bei Harim wurden ein Dmsenscheich und acht Reiter getötet.' Aus der Gegend von Aleppo werden Unruhen gemeldet. — Grabski — Prüssdeut der Blllkerbandkommlssion für die Wirtfchaftskonierenr. Genf, 13. April. Bundesrat Ador hat krankheitshalber das ihm angebotene Präsidium der vorbereitenden Völkerbundkommission für die internationale Wirtschcrftskonferenz abgelchnt. Er steht im 84. Le bensjahr«. Zum.Präsidenten der Kommlssion ist der frühere polnische Finanzminister Grabski ausersehen. < Neuerliche Arbeitslüsenkrawalle in Warschau Warschau, 13. April. Heute vormittags rotteten sich hier abermals vor dem staatlichen ArÜeitsvermittlungsamt und dem Arbeitsministsrium gegen tausend Erwerbslose zusammen, die in das Innere der Gebäude ernzudringen versuchten. Es gelang mit Hilfe herbeigerufener Verstärkungen, die Ordnung wieder hevzustellen. Bier Schutzleute wurden verletzt, über 70 Demonstranten verhaftet. _ Beilegung der Regierungskrise in Belgrad. Belgrad, 13. April. Der König hat den ehemaligen Justizminister Perie zum Finanzmimster ernannt und nahm die Demission des BevkehrSministers Miletie an, zu dessen Nachfolger dbr LaMvirtschafisminister Basa Jobanovie ernannt wurde, der interimistisch auch das Landwirtschafts- Ministerium leiten wird. Girre neue Kvife? Indessen bereitet sich allem Anschein nach eine neue Krise des Kabinetts und der Regierungskoalition vor. In den Abendstunden trafen in Belgrad Meldungen ein, wonach Stephan Ra die in Agram vor Journalisten Erklärungen abgegeben habe, die sich abermals in schärf st er Weise gegen die radikalen Minister des Kabinetts richteten. Radio soll seine Kollegen wegwerfend als Idioten bezeichnet haben. Die Regierung traf sofort die Verfügung, daß ihr die Aeußerungen Radie' im Wortlaut aus Agram übermittelt werden. In politischen Kreisen befürchtet man, daß die geftrtigen Aeußerungen des UnterrichtsministerS die ohnehin nicht mehr sehr feste R e g i erungskoalition neuerlich erschüttern werden. Besonders btillgir In Stoffen, Seide, etc. im W«r«nhauf 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gm En detail 755264