Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2561 (10.4.1926)
- Date
- 1926-04-10
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Petze 8 Wiener MorgenzeMtM w. Aprn im Bollswitt. Der Kampf um de« Slot». YaMe Handelsbilanz. — Die Beratersrag« der Bank Polski. — Die Zlothdeckung. - Das Budgetdefiztt. (Bon unserem polnischen M.-S.-Korrespondenten.) Nach einigen Monaten erträglicher Zustände erwächst der polnischen Regierung neuerlich das alte Sorgenkind — die passive Handelsbilanz. Die Müvität der polnischen Handlsbilan; dauerte nur einige Monate, doch schon im Monate Jänner war die Bilanz nur mehr mit 91.008 Millionen gegen 103,29 Millionen Zloty im Monat Dezember aktiv. Die Statistik für den Monat Februar meldet aber bereits beunruhigende Ziffern. Die Einfuhr ergab «den Wert von 68,895.000 Zloty, die Ausfuhr wird dagegen nur mit 131,325.000 Zloty angegeben. Somit war die Bilanz nur mehr mit 62 Millionen Zloty aktiv und ging um genau 10 Millionen gegenüber Dezember zurück. Die Verschlimmerung ist deshalb besorgniserregend, da die Einfuhr gestiegen ist, dagegen die Ausfuhr einen bedeutenden Rückgang aufweist. Mit einer weiteren Drosselung der Einsuhr kann nicht gerechnet werden, da.man nur mehr die i-n Polen nicht erzeugten Waren einführt, die Ausfuhr kann aber nicht mehr gesteigert werden, weil bereits fast das ganze Getreide und das meiste Vieh exportiert wurde und schon setzt die Gefahr droht, daß Mchl importiert werden wird. Der Export von Lebensmitteln (Getreide, Kartoffeln usw.) betrug im Monate Februar den Wert von 32 gegenüber 65 Millionen Zloty im Jänner. Die Ausfuhr von Kohle ging um 2, von Manufaktur um 4 Millionen zurück. Was die Einfuhr anlangt, so erreichte die der Genußmittel eine unverhältnismäßig hohe Ziffer. Bei Berücksichtigung dieser Tatsachen muß man schon für die nächsten Monate mi: einer neuerlich passiven Handelsbilanz Polens rechnen; daß dies aber nichr ohne Einfluß auf die Wirtschaftslage bleiben wird, läßt sich licht bezweifeln. Es wäre Zeit, -daß man in Warschau dieser Angelegenheit das Augenmerk zuwendet und bei Zeiten an Gegenmaßregeln denkt. Die Frage der Berufung eines ausländischen Beraters für die Bank Polski ist wieder aktuell geworden, doch wurden bisher keine Namen genannt. Die Meldungen über diesbezügliche Bechandlungen mir dem Mitglied der Oösterreichischen Nationalba-nk Stankovitfch werden von der polnischen Regierung dementiert, dagegen befaßt sich die polnische Presse mit seiner Person sehr eingehend und würde dessen Berufung sehr freundlich aufnchmen. Die R^ierung wird jedoch wahrscheinlich auf einen Engländer zurückgrerfen, und dies wegen des stärkeren Rückhaltes an der Bank von England. Die Entscheidung in dieser Frage, die bereilts eine brennende geworden ist, dürfte noch im Monat April fallen. Die Verhältnisse bei der Bank Polski sind andauernd schlecht, und die Bilanz vom 31. März weist wieder einen ungünstigen Status auf. Der Goldvorrat vergrößerte sich zwar, jedoch nur um 53.000 auf 134 Millionen Zloty. Dagegen verringerte sich der Valutenvorrat um 5,3 auf 49,3 Millionen Zloty. Der Banknotenumlauf stieg um 20,6 auf 389,4 Millionen, die übernommenen Scheidemünzen gingen um 363.000 Zloty zurück. Die Deckung des Umlaufes beträgt 32,68 Prozent. Der Sejm nahm das Budgechrovdsorium für den Monat April, welches Ausgaben in der HAhe von 143,4 und Einnahmen im Betrage von 115 Millionen Zloty vorfieht, in allen Lesungen Muter. <*, Novelle von I. Z. Unojrhi. 9lus dem Jüdischen von P. Haller.) Was ist mit wir geschehen? Ich arbeite überhaupt nicht mchr. Nachts schlafe ich nicht. Am Tage weiß ich nicht recht, wo ich mich hintun soll. Mira, Mw, wer sind Sie denn? Wer ist sie, das Wesen mit dem langen, schwarzen Zopf, mit der roten Seidenmasche am Zopfende, mit den sch flechtenden, zeitweise nervös hevunterbaumelnden Haaren um die Schläfen, beim Hals? Mira, Mira, wer sind Sie denn? Vorabend war es. Eva kam -herein. Still und nachdenklich. Wir saßen stumm. ,Fron!" ,Mas denn?" ,^Wenn Sie irgend etwas oder irgend jemand ansehen, dann glaube ich, daß Ihre Augen mehr sehen als den Gegenstand, aus den die Micke fallen. " Ich sah ihre gütigen Augen an und schwieg. ,Lron, Sie sind anders. Nicht wie die übrigen. Und ich glaube, daß Sie das vor allen verbergen wollen, damit es ein Fremder nicht bemerke. Nicht wahr? . . . Mich verdießt das." Ich schwieg. ,^Kron, ich glaube, daß Sie so vieles sehen. Es ist ein Glück, so viel zu sehen. Krön, für Sie ist alles klar?" Eva stellte sich aus. Nahm in ihre kleinen, vollen, Ihre Schultern zuckten aus. „Krön, Krön ..." „Eva, ich bin nicht glücklich. Nein. Das Wort ,/Md" ist schon längst ohne Inhalt für mich. Gva, mein ganzes Leben lang bis jetzt habe ist mich gesucht und nicht gesunden. Bis jetzt nur gesucht und gesucht und nicht gefunden .. ." Mit Gva sprach ich, aber mir träumte, daß eine andere neben mir sitze und mir zuhöre. Mira ist es, die hinter mir steht und mich hört. Eva stellte sich auf. Nahm in ihre kleinen, vollen, weißen Hände meinen Kopf und küßte mich ans die Stirn. ,Lieber Gott, Mra, Mira, Mira!" 6. Ja, ich weiß schon, weshalb Sara mich und Mra bewacht. Ich war abends bei Burstin. Einen Gast traf ich -dort an. Ja. Ich kenne ihn; Goldman». Ich war ihm im an. Das Defizit des ersten Vierteljahres erreichte 96,6 Millionen Zloty, das Provisorium wurde mit 18 Millionen überschritten und auch die bewilligten Kredite wurden um diesen Betrag umgangen. Die Kassenvorräte betrugen am 1. Jänner 103 Millionen, am 1. April 50 Millionen Zloty. Schon für die Auszahlungen am 1. April mußte die Regierung eine Anleihe von 13 Millionen ausnehmen. Menu nun im Monat April das Budgetdefizit von 28 Millimnm aus diesem gedeckt werden wird, bleiben zur. Auszahlung am 1. Mai nur 20 Millionen Zloty, das siird 30 Prozent der erforderlichen Gchaltsgelder. Die Regierung beabsichtigt aus diesem Grunde, im Monat April em neues Gesetz über die Abschaffung des Defizits von 300 Millionen herauszubringen und gleichzeitig ein neues Gesetz über die verringerten Gehälter der Staatsbeamten dem Sejm vorzulegen. Sollte dies nicht geschehen, steht die Regierung vor einer neuen Etappe der Krise und der Weg znr Inflation stünde offen. Auf den Balutenbörsen schwankt dev Dollar zwischen 8,20 und 9,60, die Bank Polski zahlt 8 Zloty für einen Dollar. Die Tendenz ist obwartend. Auf den Effektenplätzen trat kerne ausschlaggebende Aenderung ein. Die Kurse verblieben fast durchwegs auf dem vorwöchigem Niveau, nur die Tepegeaktie ging bis auf 0,16 Zloty zurück. Die Wiener Arbitragewerte notierten wie folgt: Zieleniewski 9,40, Chybie 3,15, Bank Polski 61 bis 49,50, Warschauer Diskontobank 4,70 bis 5,—, Hypothekenbank 0,41, Gorka 5,80, Chodorow 3,95 Zloty. Die Konvertrerungsanleihe wurde mit 34 Zloty für 109 gehandelt. Der österreichisch-ungarische Handelsvertrag unterzeichnet. Gestern wurde in Wien der ungarische Handelsvertrag unterzeichnet. Bekanntlich hat ein vor zwei Wochen abgeschlossenes Ermächtigungsgesetz der Regierung die Ermächtigung erteilt, solche Handelsverträge ohne Anrufung des Nationalrates in Kraft treten zu lassen. Es muß also noch eine entsprechende Kundmachung in Oesterreich diese Inkraftsetzung ankündigen. Auf ungarischer Seite ist eine Ratifikation des dortigen Parlantentes notwendig. Es wird gehofft, daß diese formalen Akte im Mai erledigt fein dürsten, so daß dann der Handelsoertrag in Kraft treten dürfte. Sine österreichische tziseubahnanleihe. Für Konversions- und Jnvestitionszwecke. Gestern wurde in Finanzkreisen die Nachricht besprochen, daß die nächste Sitzung des Völkerbundes sich mit dem Projekte einer österreichischen Eisenbahnanleihe besänftigen dürfte. Diese Anleihe, zu welcher die Zustimmung der Reparationskommisfion notwendig ist, soll einerseits die notwendigen Mittel zur Fortsetzung.der Elektrifizierungsaktion beschaffen, andererseits aber soll mit dieser Anleihe der Zweck verfolgt werden, die auf Grund des Innsbrucker Protokolls und des Prager Akkords der österreichischen Regierung au!frrlegten Zmsenverpstichtungrn fiir die Borkriegseisenbahnprioritäten zu konvertieren. Es soll eine ähnliche Konvevsionsanleihe zum Umtausch von Eiserrbahnprioritäten in Oesterreich ausgeschrieben werden, wie dies in der Tfchech oslowake i der Fall gewesen ist. Durch dieses Mittel soll die österreichische Finanzverwaltung ihren Verpflichtungen ausdem Prager Mord Nachkommen. Ausland begegnet, auch in Rußland. Wir kennen uns gut. Ich weiß auch daß er ein entfernter Verwandter von Burstm ist. Bei Burstin ist er oft zu Gast — Goldmann ist ein junger Mensch von ungefähr 26 Jahren. Er ist immer glatt rasiert. Ist selbstzusriä>en, spricht gelassen. Ist feines Erfolges bei den Menschen gewiß. Wir begrüßten uns wie alte Bekannte. Sara wunderte sich: ,/Sie kennen einander?" „$a," erklärte ihr Goldmann. „Wir waren zusammen im Ausland, dann auch in Rußland." Burstin trug feiertägliche Kleidung und war besser aufgelegt als sonst. Ging mit Goldmann sehr freundlich um. Mira mar schwarz gekleidet, schwarzes Seidenkleid, schwarze Seidenbluse. Mir schien die Bluse zu ihrem Gesicht nicht zu passen, das Kleid nicht zu ihren Bewegungen, die es behäbiger machte. Sie benahm sich freimütig, schien aber unzufrieden. Burstin und Sara sprachen zu ihr diesmal mit ungewöhnlicher Wärme. Mira ging mit Göldmann ungekünstelt, einfach um, ein wenig distanziert. Sie sprach ihn immer mit ,Herr Goldmann" an. Goldmann aber schien sich ihr sehr nahe zu fühle». Sagte zu ihr „Mirachen". Er sah mir oft in die Augen, wie uni mir 31t sagen: Sie ist mein! Mirachen ist mein. Daß Sie es wissen. Mira gefiel Goldmanns Benehmen ihr gegenüber nicht. Sie blickte mich oft an. Ich fühlte, daß sie mir erzähle: Nun, es ist lvahr, alle wollen es so haben, Goldmann am sichersten. Ich aber habe einen Augenblick lang vielleicht daran nur gedacht, auch da nicht ernst. Sonst nichts. Nicht mchr als dies. Ich mill, daß Sie das verstehen, daß Sie das wissen... Wir saßen alle im Speisezimmer beim Tisch und tranken Tee. Man sprach. Ich saß nicht lange dort. Ich erhob mich, um fortzugchen. Ein Nebel des Schreckens zog sich um Miras Gesicht zusammen. Ihre Augen baten mich um etwas. Sie fragte: „Warum eilen Sie, Krön?" Goldmann warf ihm Micke zu. Ich fah, daß er etwas in Miras Augen entdeckte. Ja. Der feinste Künstler wird dessen nicht ansichtig werden, wessen ein Verliebter in den Augen der Geliebten ansichtig wird. Ein nervöser Schatten überlief das Gesicht Goldmanus. „Mirachen! . . ." Ungetvollt stieß er das aus Schreck hervor. Er fand sich aber rasch. Sich beherrschend, sagte er leise: vrr. Mi Dar Wienerwalvbabnprojekt gefallen. Mang-lnd« RmtEW. Bekanntlich sind seit mehreren Jahren Bestrebungen im Zuge, durch den Wienerwald eine neue Bahrt anzulegen. Es ist sogar ein englisches Konsortium für diesen Plan gewonnen worden, welches bereit wäre, eventuell gegen eine Zwiste Ziusengarantie des Landes die entsprechenden Beträge zur Verfügung zu stellen. Gestern fand null über diese Frage im niederösterreichischen Landhaus eine Enquete statt, an welcher sämtliche Interessenten teilnahmell. Das Ergebnis dieser Enquete ist, daß vorläufig an einen solchen Ba'hnbau n i ch t g e d a ch t w e r d e ll k a n n, da die finanziellen Grundlagen fehlen und arrch nicht die Voraussetzungen für die Rentabilität gegeben sind. Der niederösterreichische Landeshauptmann erklärte, .daß das Lartd unmöglich eine Zinsengarantie für das Kapital übernehmen könne. Auch die folgenden Fachreferenten berechneten, daß die Erträgnisse mir eine halhprozemige Verzinsung des Betriebskapitals ergeben könnten, daß aber der bloße Zinseudienst 7 Prozent verfangen würde. Eine solche Ziusengarantie würde infolgedessen das Land schwer belasten. Das Resultat der Enquete kann also als ein negatives betrachtet und das Bahnprojekt als gefallen angesehen werden. Die neuen Schillingaktien. In der letzten Sitzung des Notierungskomitees der Wiener Börsekammer wurden die bei der fortschreitenden Umstellung der inländischen Aktiengesellschaften auftanchenden Fragen technischer N.atur neuerlich erörtert. Die mitunter mangelhafte Ausstattung der Aktien — insbesondere in der Zeit der Mtieninflation — hat mehrfach verkehrshemmende Schwierigkeiten mit sich gebracht. Bei dem in Aussicht genommenen Neudruck vieler Aktien werden diese Mängel zu vermeiden sein. Die Börfenkammer wird auf Antrag — so weit dies in ihren Wirkungskreis fällt — die Eignung neuer Mtien und Dividendenscheine vom Standpunkte der börsenmäßigen LiefevbaMt schon rm Probedruck begutachten, um technisch ungeeignete Ausführungen rechtzeitig zu verhindern. Werden bei B e r m i nd e r u ng der Aktienanzahl die alten Aktien auf Schillingaktien überstempelt, so ist der Ausfiihrung des Überdruckes besondere Sorgfalt;u widmen. Ter "Aufdruck wird aus einem Schutzdruck ^Unterdrück) und einem Bilddruck bestehen müssen. Herabsetzung der Ausfuhrabgabe fiir Ersenleichtmaterial. Wie von der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie mitgetrilt wird, hat das Bundesministerium für Finanzen die Ausfuhrabgäbe auf Leichtschrott für Sendungen, die bis .zum 30. Juni 1926 zur Ausfuhr freigegöben werden, auf 0,6V Goldkronen für Blechpakete und auf 0,20 Goldkronen für sonstiges Leichtschrott herabgesetzt. Dieser Abgabensatz tritt am 1. April dieses Jahres in Kraft und wird für alle von diesem Tage an erteilten Ausfuhrbewilligungen Anwendung finden. Parteien, die bereits im Besitze van noch nicht vollständig ausgenützten Ausfuhrbewilligungen sind, bleibt es anheimgestellt, beim Bundesministerium für Finanzen (3. Dez., Marxergasse 2) um Aenderung der Abgäbenvorschreibung einzuschreiten. In der Höhe der Abgäbensätze für Kommerzguß, Bremsglötze, Schienenstühle und Schienenherzen tritt eine Aenderung nicht ein. Insolvenzen. Das Wiener Handelsgericht hat das Konkursverfahren eröffnet gegen Rbbert Christian us u. Co. Ges. m. b. H., Maschinen und elektrotechnische Artikel, 1. Bez., „Nun, 'wenn ein Mensch fortgchen will, dann wird er es wahrscheinlich nötig haben. Wir werden uns noch scherz Herr Krön." Mein Blick stieß auf den Miras. Ich glaube, wir dachten denselben Gedanken: Dumm! . . . Ich verabschiedete mich von allen. Bat Goldmann, mich zu besuchen. Ich ging von Burstin fort. Ich fühlte, daß mir Miras Augen das Geleite gaben. Ja. Jetzt weiß ich es, warum Sarah mich und Mira bewacht. Am nächsten Tag zu Mittag besuchte mich Goldmann. Wir führten ein angenehmes Gespräch. Er erzählte, er habe sich in einer großen Stadt niedergelassen, daß er eine gute Praxis habe und in geordneten Verhältnissen le'be. Er sei mit feinem Leben zufrieden. „Es fehlt sonst nichts" — er lächelte dabei nervös —< „als eine schöne, liebe Frau." „Auch das wird kommen", sagte ich. Goldmann sah mich zufrieden an. 'Sagte aber nervös: „Sie können es glauben, ich rechne es mir als einen Vorzug an. Ich habe das Leben immer verstanden. Ich habe ruhig studiert, .das Studium ruhig beendet, mich jetzt ruhig eingeordnet. Das ist ein Vorzug." Goldmann ging. Abends ging ich nicht zu Burstin. Am nächsten Tag, als es Abend wurde, kam Mira zu mir. Sie ivar unruhig. Sie sah mich mit unruhigen Augen an. Stumm fragte sie etwas . . . Sie legte Mantel und Hut ab. Sie wird ruhiger, ja froh. So tvami und gut ist sie zu mir. Diesmal gefällt ihr mein Bild. Eigentlich es ihr früher auch gefallen. Nur glaubt sie, daß der Künstler sich selbst mchr liebe, als mich. In mir gibt es noch etlvas, sagt sie, das im Bilde nicht zu sehen ist. In meinem Gesicht und in meiner Gestalt gibt es etwas, das anziehe, fort rufe, weit fort ... Sie hat es am ersten Abend, da jfe mich erblickte, gefühlt. Diesmal rühmt sie meine Wohnung. Sie Mt sich hier, sagt sie, so bequem. Mich freut das. Man klopfte an die Türe. Mich wundert es: wer mag das sein? Mira blickte auf die Dür, blickte auf mich. Ein schuld« 'bewußtes Lächeln umzuckte ihre Lippen. Schuldbewußt sagte sie: „Wahrscheinlich Goldmann. Ich sagte, daß ich zu Ihnen gehe." Ich bat, einzutreten. GoDmann trat ein. Er war zerstreut, nervös. Sein Gesicht war bleich. Ich 'bat, Platz zu nahmen. Mira blickte zu Boden. (Fortsetzung folgt.)