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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-06 · Heft 2557 (6.4.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2557 (6.4.1926)
Date
1926-04-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Ih. M. Wen. MnStag «Nener MorgenzrUung ß. «M IM kommt man meist zum Ziele, artfoitftett muß der Ar-t künstliche Sntleer-ng durch den Katheter Mmmn.chr) durchführen. Auch die Darmträgheit muß durch medikamentöse Mittel (Rizinusöl, Knolle) bekämpft werden. lieber die Frage des AusstehenS der Wöchnerin ist viel gestritten worden. Es gibt Anhänger des Frühaufstchens, daS heißt viele namhaft« Aerzte lasten die Frauen schon am vierten ober fünften Tage aufftehen. Dagegen ist nichts ein-uwenden, wenn die Geburt normal verlaufen, kein Einriß am Damm und kein Fieder eivNetreten ist. Frühansitchen begünstigt die Rückbildung de: Gebärmutter und die Stvffsheit der Bauchdecken, beschleunigt die körperliche und seelische Erholung, ist aber bei größeren Einrissen, bei Venenentzündungen, bei Fieber zu widerrate«. WaS die Ernährung der Wöchnerin betrifft., so sind alle Beschränkungen zu unterlassen; man wirb höchstens blechende Tpvisen meiden (Kohilarten, HAsenfrü'chte). Die gewohnte Kost ist fortzusetzen, dazu ein Liter Milch täglich. Di« jetzt so vielfach beobachtete Ueberernährmvg der stillenden Frauen ist ab-lraten, zumal sie oft den Anstoß zu krankhafter Fettsucht cchgibt. Groß« Fürsorge ist der Rückbildung de: Bauchdecken zu* zuwenüen. Der meist zurückbleibende schlaff« Leib wirb sonst lsicht Ursache verschiedener Darmstömngen, abgesehen davon, daß er die Schönheit des Frauenleibes stört. Am besten wickelt man den Unterkörper vom Rippenbogen bis jitt Hüfte in mehreren Touren mit einer 20 Zentimeter breiten und Io Meter langen Binde fest um. Auch Massage und Bewegun^übcmgen kräftigen die Bauch, muSkein. Klub radikaler Zionisten Donr»«r>tag den 8. April 1926 um 8 Uhr ab nds findet im Cafe »Ilion*, III., Löwengasse Nr. 39, eine Vollversammlung der Mi giieder des Klubs radikaler Zionisten statt. Brschalntn PflichtI TAÖESORDNUNO: Die gegenwärtige Lage in der Zionistischen Organisation — Diskussion 107 Der Obmann: R. STRICKER Der Zustand der Brüste gibt den Frauen oft viel zu schaffen. Die beim Einischießen der Milch eimreteude Schwere und Schmerzhaftigkeit in den Brüsten bekämpft man durch Hochbinden und Einschränkung der FlüssigkeitSausnahme in den ersten Tagen. Die Brustwarzen müssen vor dem Anlegen des Kindes nfit Borwasser gereinigt und in den Trinkpausen öfters mit DalicylaKohol abgehärtet werden. Jeder kleinste Einriß, der meist sehr schmerzhaft ist, erfordert sofortige Behandlung, beim er kann durch Infektion zu schwerer Vereiterung der Brust führen, welche Komplikation die Ernährung des Kindes mit de: Muttermilch, der natürlichsten und geeignetsten Nahrung, unmöglich macht. Durch Pflege, Ruhe und Schonung gelingt eS, den größten Teil der Veränderungen, die Schwangerschaft und ®c6utt am Körper der Fvau herbsigeführ: haben, zur Rückbildung zu bringen. Hakoahs AbWed _ M Triumph. Sie jüdische Mamffchsst siegt gegen Amateure und Rapid und gewinnt Sen Ssierpotal. Sonntag: RopH—Novan 4:4 (4:0). - Hakaah^Amatsure 1:0 (1:0). Montag: Amateure—Aovan 3:2 (1:0). — Hakoah Rapid 4:3 (3:1). Im Triumph har sich Hakoah verabschiedet. Aus zweitägigem Ringen der besten Mannschaften Wiens ging die Mische Elf als Sieger hervor. Sonntag wurden die Amateure, der Heuer noch ungeschlagene führende Klub der ersten Liga, nach 'erbittertem Kampfe von der Hakoah geschlagen, gestern mußt: R a p i d s zähe Mannschaft an Hakoahs Uvberlegenheit glauben. Zwei solche Siege in Kvei aufeinanderfolgenden Tagen, daS ist eine imponierende Kampfleistung. Zu den Violen Siegestrophäen ist min auch dieser Osterpokal hinzugekammen. Die jüdische Mannschaft hat vor de» Tausenden, welche au beiden Tagen die Hohe Warte umsaumten, wieder einmal überzeugend dokumentiert, daß sie in hervorragender Weise befähigt ist, Oesterreichs Fußbosssport überall zu repräsentieren. Eme schöner« Antwort konnte dem Renegaten Newman-Neumann, der von hier aus Hakoah in Amerika verunglimpfte, nicht gegeben' werden. Heilala wurde gestern gebrandmarkt. als nach dem Sieg das vielstimmige Hedad nr der Arena erklang. Und der Ruhm dieses großen Ostersieges zicht den Ha- Hakoaknem nach Amerika voraus. * Im Glanze herrikichster Frühlingssonne lag die Bahn cm beiden Tagen. Die werbende Kraft der Doppelvevanstaltung hatte am Sonntag 30.060 Menschen auf die Hohe Warte gelockt. Sie hatten ihr Kommen nich: zu bereuen. Schon der erste Kamps Rapid—Slovan brachte eine Sensation. (1:0 für Rapid stand das Match zur Halbzeit, als die bis dahin von großem Pech verfolgten Slovan-Leute Treffer auf Treffer ausholten und schließlich einen Punkt verdientermaßen retten konnten. Der Angriff der Tschechen führte zeitweise wahre, Kabinettstücke feiner Kmnbinättonsknnst vor. Dann kam der Kampf Hakoah— Amateur«. Bei der jüdischen Mannschaft ein interessanter Versuch. Gurt mann Äs Verteidiger statt des kranken Weg» ner 1. Es war ein doller Erfolg. Darck feinen reichen fußballerischen Qualitäten konnte sich Guttmann auch ans diesem Posten sehr gut behaupten. Als Mittelläufer debütierte der auS Hakoahs Juniglilannschaft hervorgegangene, jetzt vom F. A. C. übernommene Drucker. Er schlug sich sehr gut und bewies auch am zweiten Tage als rechter Läufer, daß er große Fähigkeiten besitzt. Da auch noch Heß einen großen Tag hatte und Pollak sein gewohntes gediegenes Spiel Werte, hatte Hakoah, zumal Gold zu einer überragenden Form cnffliff und Fabian auf der Hut war, in der Hintermannschaft ein Bollwerk, dem die Amateure schon wegen ihrer schwächeren HalveS» reihe njchts Gleichwertiges entgegenstellen konnten. Im Angriff Hakoahs war wiederum Neu seid di« stärkst Waffe und die treibende Kraft. Sein rassiges Spiel, in dessen Dienst er sein hohes Fußballkönnen stellt, ist allererst« Marke Häuslers Leistung zeigt« abermals einen großen Fortschritt. Grün Wald ist seit sein r Verletzung noch nicht fit. Daß er Viel rann, ist bekannt. Ein ganz gesunder Grünwald wird sicherlich jene Leistung vollbringe,r, die man von ihm erwartet und zu der er befähigt ist. Wort mann wurde gleich zu Beginn verletzt, was seine Leistung sichtlich beeinträchtigte, wodurch auch Schwarz weuig.'r zur Geltung kam D" gefürchtete Amateure-Angriff kam keinen Augenblick zur Entfaltung. So groß war Hakoahs Gegenwirkung. Nur Konrad und Cutti konnten sich hie und da durchsetzen. Aber Konrad verbrauchte sich in einer Foul-Serie und Cutti wurde doch immer wieder gehalten. Der einzige Treffer war Wohl ein Elfer, von Gold kraftvoll getreten und unhaltbar. Alles andere wehrte Lohrmann ab, darunter einen Prachtschuß von Neufeld. Das Ergebnis drückt das Kräfteverhältnis richtig ans. Ein glänzender Schiedsrichter war Prof. Schwieger. Der gestrige Tag sah die Amateure gegen Slovan durch drei Treffer Cuttis erfolgreich. Die Tschechen verloren unverdient und ihr Angriff spielte zeitweise wieder sehr hübsch. Der Schlußkampf brachte Hakoah mit Rapid zusammen. Nach einer großartigen ersten Hälfte der Hakoahner, die sie mit 3:1 in Führung brachte, konnten die unentwegt kämpfenden Hütteldorfer durch Mißverständnisse der Hakocch-Hintermannschaft ausgleichcn. Es gab dann ein zähes Ringen um Pen Sieg. Lange Zeit wogte das Spiel hin und her, als es Schönfeld gelang, durch schönen Kopfstoß den siegbringenden Treffer zu erzielen. Wahre Großtaten vollbrachte in diesem Match Fabian, der einige ganz schwere Bälle prachtvoll abwehren konnte. In glänzender Verfassung war wieder Gold. Grünseid, der wieder in der „Ersten" auftrat, schlug sich nach besten Kräften. Als Mittelläufer bot Guttmann eine sehr gute Leistung und Drucker bewies, daß er auch als Flugelläufer spielen kann. Brav kämpfte Heß. Der Angriff wurde von den beiden Flügelstürmern in Front gebracht, von denen Neufeld sein gewohnt gutes Spiel lieferte, während Schwarz sogar zu einer besonderen Form auflies. HänSler arbeitete in sehr wertvoller Weise und ließ erkennen, daß er bald seine alte Form erreichen wird. Grünw a l d kämpfte unverdrossen bis zum Schluß und Scho nfeld zeigte wieder feine bisherige Spielweise, die vor allem in Goalnähe eine Konzentrierung seiner Fähigkeiten bedeutet. Die Hütteldorfer erwiesen sich wie immer als unermüdlich kämpfende Mannschaft, die sich bis zum Schlußpfiff nicht geschlagen gibt. Das Spiel war auch äußerst spannend wie denn überhaupt an beiden Tagen ziemlich hochstehender Fußballsport vorgesührt wurde. Hakoah aber hat sich wieder einmal als Kampfmannschaft ersten Ranges erwiesen. Dem Schlußpfiff am Montag, der Hakoahs Sieg über Rapid und die Gewinnung des Ofterpokcüs verkündete, folgte ungeheurer Jubel des großen Hakoah-AnhangeS. Bor der Tribüne überreichte das Leitungsmitglied der Bienna, Herr Stetten, nach einer Ansprache den Siegerpreis. Der Vizepräsident der Hakoah, Dr. Felix, dankte in kurzen Worten. Dann ergriff Dektionsleiter Artur Baar das Wor:, der seiner Fronde über den großen Erst-ig seiner Mannschaft Ausdruck gab. Als zahlreiche Pfuirufe gegen den übrigens nicht anwesenden Kommerzialrat N e u m a n n fielen, forderte Baar dl? Hakoah- Antzän^er «cf, deu Gwll zu vergessen und füg Hetzer des Sieges r zu freuen. Er führt« aus, daß «s «ff den Tage sechs Jahre sind, daß! Hakoah, damals noch als zweitklassiger Verein, den Osterpokal ' der „R e i ch S p o st" gewann. Seitdem höbe Hakoah in ckller i Welt den österreichischen Fußballsport glanzvoll verrreten. Bo« sprach die Hoffnung aus, daß di« Hakoahner auch in Amerika als jüdische Spieler Oesterreichs Sport «ff das Beste repräsentieren werden. Häusler dankte im Namen der Mannschaft. Mit einem dreifachen Hipp Hipp Hedad aus Hakoah schloß die derckwürdige Veranstaltung. * Am Abend gab eS im Klukheim der Hakoah dM interne AbischredSseier, bei der Vizepräsident Dr. Felix mck) SektivnSleiter Baar im Namen des Vereines und Divckror Spie gier für dm Makkatzi-Weltverband sprachen. Dr. Felix hob in seiner Rede bas große Ziel des GeisarnlvevrineS Hakoahs hervor, deren wirkungsvollste Vertreter nach außen hin eben die Fußballer seien. Er würdigte vor allem die übermenschliche Arbeit Doktor Körners, der in einer unermüdlichen Tätigkeit durch anderthalb Dezennien immer nur bas Endziel vor Augen gehabt habe. Direktor Spiegler bezeichnet« die Arbeit Hakoahs Äs wichtigen Stein im Aufban Greg Israels. Baar wies auf di« große Bedeutung der Ostersiege hm, welche die Mannschaft im Inland und Ausland wieder zur würdigsten Vertreterin des Wiener FußballsporteS gemacht haben. * Von Dl. Körner, dem der Sieg Aber die Amateur« sofort mitgetLilt wurde, ist ein Telegramm bei der Hokcvh eingelangt, in dem er seine herzlichsten Glückwünsche zum Erfolge ausdrückt. Die Mbfahvt btt Mannschaft. erfolgt heute um 13 Uhr 86 Mn ab Westbahn. Sie Ergebnisse Nes Turniers. Rapild—Slovan 4:4 (4:0). Die Tschechen holen in 10 Minuten vier Treffer «ff. >HHe Warte. Schiedsrichter R e t s ch u ry. 30.000 Zuschauer. Rapid: Zanczik; Svlil, Schramseis; Richter, Madlmüi/C-r, Nit'ch; Wondrak, Kirbes, Hofmann» Weffelik, Wessely. Slovan:: Hlosek; Cermhky, Grüner; Mache!, Baar Barbak; Haider, Hanel, Zdarsky, Stepan, Eckl. Schon in der 3. Minute fiel das erste Goal. Aus em«r recht Harm,losen Situation bekam Hofmarm von Kirbrs den Ball zugffpielt und schoß leicht gegen das Tor. Hlosek warf sich schlecht, so daß der Ball im Goal landete. In der 10. Minute kam Wessely nach einem Fehler Barbaiks schön vor wnld gab eine weite Flanke ob. Wondrak bekam den Ball jchußgerecht auf den Fuß umid das -werte Goal war erzielt. Auch diesen Treffer hätte ein guter Tormann verhindern können. Rapid war nun eine Zeitlang überlegen, doch waren die vereinzelten Vorstöße Slovans sehr gosaih-vlich. Nach ungefähr 36. Minuten Spüelzeit wurde Nova« besser und Rapid mußte eine gan-e Serie von ernsten Angriffen. über sich ergehen lassen. Stepa« schoß von Zwei Schritten Entfernung ins Out. In der 39. Minute unternahm Rapid einen Angriff. Eine Flanke Wesseliks wurde von Grüner passieren gelassen, auch Hlosek versehet« den BaK, so daß Hrffmann durch einen leichten ^Tupfer" baS dritte Goack erMen konnte. Zwei Minuten später schoß Wondrak eine Ecke gegen Slovan ab, der Ball - kam zu Wessely und dief-er jagte aus bebrächtticher Distanz rmt hervlichem BMeyschuß ius Retz. Rapid führte s:0. Rach der Pause kam Slovan stark ans, es Twuroen jedoch einige phr hübsche Schußgelegonheiten leichtsinnig ver- ' geben. Nach einem Durchbruch Eckls entstand vor dem Rapiotor ein gefährliches Gedränge, doch fand der Ball zwischen den vielen Beinen nicht de» Weg ins Netz. In der 16. Minute erzielte Hofmamr einen Treffer, dam jedoch wegen off-side die AnerVennung versagt blieb. Endlich kam Slovan in der 24. Mrnnte zum ersten Treffer. Ein Flügellauf HaiderS wurde durch eine Flanke abgeschlossen und Eckl beförderte mit scharfem, flachen Schuß den Ball unhaltbar ins Netz. Nwr war die Mannschaft der Wiener Tschechen wie ausgewechM, sie zeigte ungeheure Angriffslust mid die rückwärtigen Formationen Rapids wurden von den Stürmern förmlich überrannt. In der 29. Minute bekam Hanel yon rückwärts den Ball zngespielt, eine elegante Körperwendrmg und schon saß der scharfgeschossvne und wohlplacierte Ball im RaPÄivr. Drei Minuten später lief Janczik dem heranstürmenden Hanel entgegen dieser schoß jedoch au dem Tormann vorbei den dritten Treffer Ar seine Marmschaft. In der 34. Minute erwischte Stepan nach einem Fchler der Rapid-Berteidigung den Ball schußgerecht und der vierte, ausgleicheude Treffer war «rziett. In zehn Minuten hatte Slovan vier Goals geschossen! Rapid stellte «m. Madlmayer ging in den Angriff vor. Ritsch wurde Mittelläufer und Kirbes lin^r Half. Slovan arbeitete mit BvlÄmmPf <mf d«en Sieg und es gab auch wirklich einige überaus kritische Situationen vor dem Rapidtor, doch blieb es beim unentschiedenen 4^Resultat. Retschury zeigte sich Mer .Aufgabe durchaus gewachst«. __ Miko«ch--Mmrte«re 1*0(1 r0). Gold verwandelt dom Mfmeter. Hohe Watte. 30000 Zchhamn. Schiedsrichter Paff. Schmieger. Hakoah: Favüm; ®uümm «ofo,* Heß» Drucker, Pollak; Reufeld, Häusler, Grünwald, Wortmann, Schwarz. Amateure: Lohrmamr; Mizenec, Tandler; Schneider, Bcha, G^eri Wtti, Stomfa HieMtzy, Wchc, W&mL

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