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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-06 · Heft 2557 (6.4.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2557 (6.4.1926)
Date
1926-04-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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'i oi/Tl Wien /.umAbholen in der Expedition, II., I'aborstr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle Trafik monatl. o Schillinj Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure de, Firma Gol d schm > ed WoIIxeile I I Mit Postversand löi Wien und Oesterreich monatlich b Schilling i sch echo-Slowaket Mon. K22. Jugoslawien Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 achxah langen bei r r e 1 •* >rh6hnn"ca Vorbehalten Nk. 2557 euer Wien, Dienstag. S. »Mufti 1926 ipreii ggqi England: Mon. 4Scbiliing. Italien: Monatl. IS Urs Rumänien: Mon. l7t>Lei. Bulgarien Mon.IOOLewt. Schweiz und das adrige Ausland monatlich Fies. 5 Redaktion, Administration: Wien, IL Taborsir. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (Di uckerei lg. Steinmann) Oesterrefchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69:- 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Sr. Franz Klein Morden. Der ehemalige Justizminlster und Nechtsgelehrte Doktor Franz Klein, über dessen schwere Erkrankung wir am Sonntag berichtet haben, ist heute früh um 5 Uhr an Her zschwäche gestorben. Dr. Franz Klein hatte vor fast zwei Jahren einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht mehr erholte. Seit acht Tagen war ex ohne Bewußtsein. In der Nacht auf heute hat sich eine empfindliche Herzschwäche eingestellt, die den Tod Dr. Kleins hecheiMMe. Neue Unruhen in Fndien 25 Personen getötet, 48 verletzt. Kalkutta, 5. April. Auch am gestrigen Tage haben sich die Unruhen wiederhol t, ivobei neuerlich Geschäfte geplündert wurden. Bei den Zusammenstötzen zlvischen .Hindus und Mohammedanern wurden 2!! Personen getötet, 4 8, einschließlich der indischen Polizeibeamten, verwundet. Jede Ansammlung von mehr als fünf Personen ist untersagt. 'me fxamWche Finanrvorkage von der Kammer angenommmen. Paris, 5. April. Nach der am 3. d. abends erfolgten Annahme des Finanzentwurfes durch den Senat, zog die Kammer in der NechPtzung den Entwurf neuerlich in Verhandlung, der schließllich endgültig mit 300 gegen 155 S t i m nr e n angenommen wurde. Das endgültige Einvernehmen beider Häuser kaum dadurch zustande, daß die Kammer den Senatstext betreffend die TaMprerse und die Tgxen auf Zucker und pharmazeutische 'Spezialartilel a>rrnahnt, während der Senat auf d:r Kaffeefteuer nicht heharrte. Pasit Hot demissioniert. Belgrad, 4. April. (Avala.) Ministerpräsident Pa sic hat heute mittags dem König die Deniission des Kabinetts iiberreicht. Belgrad, 5. April. (Avala.) Die Ministerkrise nimmt einen normalen Verlauf. Gemäß dem Herkommen begann der König gestern abends mit der Befragung verschiedener Persönlichkeiten, wobei zunächst Kammerpräsident T r i f k o v i e berufen wurde. Heute wurden der Vorsitzende der radikalen Parlamentspartei Zifkovie sowie der Führer der Demokraienpartei Davidodie berufen. Ferner werden der Führer der muselmanischen Partei Spaho und als Vertreter der slowenischen Volkspartei Abgeordneter Kulovee beim König erscheinen. Die Präsidentenwahl in Griechenland. Pangalos wahrscheinlich gewählt. Athen, 5. April. (Agence d'Athönes.) Ueber das ErgAmis der gestern abgehaltenen Wahl des Präsidenten der Republik wird folgendes bekannt: In zwölf Departements erhielt Pangalos ungefähr 90 Prozent der gesamten abgegebenen Stinnnen. In Athen wurden Von 53.866 Stimmen •13.977 für Parmalos abgegeben. In Saloniki erhielt Pangalos von 70.000 Stimmen 85.000, im Piräus von 33.474 Stimmen 31.952. Augnsi Mffen gestorsim. Mühlheim an der Ruhr. 4. April. (Wolfs.) Der Großindustrielle August Thyssen ist heute morgens auf Schloß Landsberg im Mer von 85 Jahren gestorben. * August Thyssen war einer der hett-oragendsten deutschen Jndnstriekapazitäien, der lange Zeit hindurch als der r e i ch st c M a n n Deutschlands bezeichnet ivnrde. Er hat euren eigenen Eisen- und Kohlenindnstriekonzern, den Riullr.Montau-Trust, ansgebaut. Politisch gehörte er der Z e ntru mspa rte i an. D'e palMnevsische Schutztmppe. Amer» erMirt die Nachrichien über den Ansschinh der Juden iür unrichtig London, 3. April (I. T. A.) In der Sitzung des Unterausschusses richtete Kolonel Wedgwood an den Minister für die Kolonien die Frage, ob er schon in der Lage sei, sich über die Meldung von dem Ausschluß der Juden aus der palästinensischen Gendarmerie zu äußern. Kolonieni minister A m e r y erwiderte: Ich nehme an, daß sich die Frage aus die geplante neue Gronz macht bezieht. Es ist dem Fragesteller bekannt, daß die jetzige Gendarmerie ausgelöst wird. Die Mitteilungen, daß Inden aus der neu zu b-ildeniden Grenzmacht ausgeschlossen bleiben sollen, . sind unrichtig. > Eine gewisse Anzahl Inden, die aeaenwärtig bei der Genl darrnerie Dienst um, ist bereits für die neue Grenzmacht a u sg e m uft-e r t worden. Ta jedoch die Grenrmacht zunächst für Dienste in Transjordanien in 'Aussicht genommen ist. so wird die Zahl der Juden in ihren Reihen nicht groß sein. Der vom Oberkommissär ausgestellte Plan der Reorganisation der Gendarmerie sicht eine wesentliche B e r g r ö ß e r u n g d e r p a l ä st i n c n s is ch e n Polizei m a ch t vor. Jüdische Mitglieder der bisherigen Gendarmerie, die nicht von der Grenzmacht übernommen werden, werden der erweiterten Polizeimacht ange. hören. Kolon el Wedgwood fragte iveiter: Wird die neue Polizeitruppe Palästinas militärisch bewafsnot sein oder nicht? Minister A m e r y erwiderte: Die Landes P o ll z e i stellt eine b e w a ff n e te M a cht dar; ob die Stad^ Polizei es ebenfalls ist, weiß ich nicht. ■ ' * ’ Die sranMsche Sssensive in Syrien. Paris, 5. April. (Havas.) Das Kriegsministerium teilt mit: Die Operationen zur Säuberung des Hermon- Massivs sind normal verlausen. Sie wurden von zwei Kolonnen dnrchgesührt, deren erste von Osten kam und den Drusen schwere Verluste zujügtc. Die ganze Zone wurde durchschritten. Die zweite Kolonne, die von Südwesten kam, überschritt den Jordan und bemächtigte sich des Forts Banias, woraus sie die Verbindung mit der ersten Kolonne hevstelltc. Die vereinten Kolonnen bemächtigten sich der Stadl M-ejdek, eines wichtigen Schlupfwinkels der Drusen, dessen Einnahme van weitgehender Rückwirkung auf die weiteren Operationen sein wird.' Brandkatastrodhe in Kairo. 32 Tot-, 4000 Obdochlose. Kairo, 5. April. Im Htzwtvie-rtel brach Samstag eine Riesenfeuersbrunst aus, der nach bistzMgen Feststellungen 32 Menschenleben nnd 612 Wohnhäuser zum Opfer fielen. 4000Personensind obdachlos. Der Leichnam der Sängerin Fnrjewrkaia nnksesnvden. Andermatt, 4. April. (Wolfs.), Der Leichnam der Sängerin Ziuaida I u r j c w s k a j a, die am 3. Dezember v. I. plötzlich in Andermatt verschwand, ist gestern nachmittags einen Kilometer unterhalb der Tcufelsbrücke von Wachsoldaten des Forts Andermatt aufgefnnden und geborgen worden. Außer einer Schniftwuride am linken Handgelenk, die offenbar mit dem seinerzeit aufgesundenen Rasiermesser ausgeführt ist, und Quetschungen an der linken Kopfseite, die osfeubar aus das Aufschlagen nach dem Sprung von der Teufclsbrücke zurückzusühren sind, weist der Körper keine Verletzungen auf. D i e A n n a h m e, d a s; S e l b st m o r d v o r l i e g t, bestätigt sich somit. Der Leichnam war vermutlich bisher im Eise eingefroren und ist nun durch eintretendes Tauwetter freigeworden. PIWicher Lad des Rechterer Dr. Diwald. Gestern abends ist auf dem Petersplatz der bekannte Rechtslehrer Dr. Alfred D i w a l d, als er mit seiner Frau über die Straße ging, plötzlich z us a m m e n g e st ü r z t. Atan trug ihn in das nächste Haustor und berief die Rettungsgesellschaft; allein der Arzt konnte nur den durch Herzschlag erfolgten Eintritt des Todes feststellen. Dr. Diwald, der erst 45 Jahre zählte, war der Leiter einer bekannten Rechtsschnle, in der Juristen, die nicht die Zeit hatten, die Vorlesungen regelmäßig zu besuchen, nach eigenem System für Staatsprüfungen nnd Rigorosen vorbereitet wurden. Die Schule erfreute sich durch Jahre eines starken Zulaufes seitens der Hörerschaft und bereitete den Professoren der juristischen Fakultät großes Mißvergnügen, 'das auch in gelegentlichen Aeußernngen zum Ausdruck mnt. Eine dieser Aeußernngen hat sogar vor einiger Zeit zu einem Ehrenbeleidigungspvozeß Dr. Diwalds gegen einen Universitäts- Professor geführt. Sin folgenschwerer Motorradnnfall. 1 Toter, 3 Verletzte. Am Ostersonntag abends hat sich auf der Himbcrger» straße• in Oberlaa ein schwerer Mot orradun fall »reignet. Aus zwei Motorrädern fuhren die vier Brüder Dalik von einem Ausflug,heim. Auf deur ersten Rad saßen der 36 jährige Tischlermeister Anton Dalik, Alxingergasse 105, und der 34jährige Kaufmann Alois Dali!, Ettenreichgasse 9, auf dem zweiten' Rad der 29jährige Bäckergehilse Jaroslav Dalik, Jagdgasse 36, und sein Bruder, der Gemischtwarenhändler Johann Dalik, Jagdgasse 36. Bor dem Hause Nr. 267 wollte Jaroslav Dalik mit seinem Rade seinen Brüdern Vorfahren. Er stieß aber an das MotorrcÄ der beiden Anderen! an; dadurch kamen alle vier Brüder zu Sturze und Jaroslav Dalik wurde mit voller Wucht-an einen Telegraphenmast geschleudert, während die an'deren Brüder auf die Straße sielen. Von allen Seiten liefen die Leute zusammen. Sie faniden Jaroslav schrecklich zugerichtet im Sterben. Die Rettungsgesellschaft wurde berufen. Der Arzt fand Jaroslav Dalik schon tot. Er hatte mehrfache S ch ä d e l b r ü ch e mit Geihirnaustritt erlitten. Anton Dalik hatte Quetschungen und klaffende Wunden am linken Unterarm, an der Stirne und am linken Unterschenkel, Alois Dalik Wunden an der Nase und am linken Unterarm davongetragen; Johann Dalik kam mit ganz leichten Hautabschürfungen davon. Die Rettungsgesellschaft brachte Anton Dalik ins Wiedner Krankenhaus. Sin Ranbmord. Sjrit Set Nacht jnm Sonntag ist in Set Ottschch, Heinrichsdorf bei Horn (Niederösterreich) die 36jährige verwitwete Katharina Be e r m ihrem Schlafzimmer auf gräßliche Weife ermordet worden. Die bisher unbekannten Täter haben die Frau mit einem Krampen erschlagen und dann beraubt. Ihre Beute muß nlchl ansehnlich gewesen sein; soviel bisher feststeht, wurden 100 Schilling bar in Notensorten, die man noch nicht anzugeben weiß, ein schokoladebrauner Herrenvelourhut und ein feldgraues Herrensakko geraubt. Die Mordtat ist zwischen Mitternacht und 4 Uhr früh begangen worden. Die Gendarmerie hat die Nachforschungen nach den Tätern ausgenommen. W besonders B?S»8i«gar m Frühlings (Masions Verkauf In Stoffen, Seide. Mm etc. im Warenhaus BrOdsr Schifftnann IL, Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gm Ei Mail WWW« -«MW rag

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