Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2556 (4.4.1926)
- Date
- 1926-04-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981643--26085-3013803- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
SEM 6 MeN, £:.MU!tüs Meller Moeftenzestring l. Uprll IRK M. SM. Wieder eröffnet! Hotel National Wien, II. Taborstrasse 18 Telephon 41-5-93 Vollständig neu eingerichtet, zentrale Lage, 200 Zimmer mit fliessendem kalten u. warmen Wasser, Bäder, Zentralheizung, Litt. Kaffeehaus und Restaurant im Hause! Mässige Preise! Neue Leitung! Stätten, tro Wissenschaftlern ernste Forschungsarbeit ermöglicht wird und wo zugleich wissenschashicher Nachwuchs erzogen wird, nicht aber große Scharen von Studenten ans bestimmte praktische LebenSbcruse hin vovocreitot werden. Es kann keinem Zweifel unterlvLzen, daß ein Forschungsinstitut dieser Art als unser Endziel nicht genügen kann. Wir werden nicht darauf verzichten können, die Erziehung unseres akademischen Nachwuchses, vor allem Palästina selbst, dann aber auch für die Diaspora in dre .Hand zu nehmen. Ein Institut wie das chenrische, das schon heuts seine wissenschaftlichen Arbeiten durchaus im Hinblick aus *ic Landesoedürsnisse durchführt, braucht Schülpr, die später in landwirtschafrlichen und industriellen Betrieben das aussi'chren können, tixrs sie ans der Universität gelernt haben. Wenn ago die Notwendigkeit, zu einer Pollnnivcrsität im europäischen sinne zu gelangen, unbestritten ist, so ist eine ganz andere Frage, ob schon heute die Zeit dafür gekommen ist. Die Antwort wird verneinend sein müssen. Das judaistischc Jnstitnt ist heute noch nicht in dem Stadium, in dem cs etwa Rabbiner oder Lchrer höherer Schulen auszubiiden vermag. Das kann nur eine wirklich auSgebaute chrwfophische Fakultät tun. die die allgemeinen Fächer (Philosophie, Geschichte, Geographie usto.) umfaßt. Das chemische Studium ist überall ans der Welt nur im Rahmen einer großen machematisch-naturwissenschvftlichen Fakulrat möglich, die heute noch nicht existiert, freilich in den nächsten Jahren zum Teil verwirklicht werden wird. Dazu kommen andere Gründe, die leidige Geldfrage, Raumnot usw. Tie heutigen Forschungsinstituts sind also als der erste Schritt zu bezeichnen, der einmal zur hebräischen Universität fuhrt, die die wirkliche Universitas (Michkalah) darstellen wird. Ne Rational- und llnkverfitöts- Mblfstlef im letzten Fahre. Von Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem. Als die Zionistische Exekutive im Sommer 1920 die Indische Nationalbibliochek übernahm, gab sie Auftrag, die Bibliothek in dem Sinne auszubauen, daß sie gleichzeitig als Bibliochek der künftigen Universität dienen könne. Dementsprechend änderte die Bibliothek ihren Namen in National- und Universitätsbibliothek. Die Volkstümlichkeit des Universitätsgedailkens belebte die Propaganda für das Institut, noch ehe die Universitär gegründet worden war. Die tatsächliche Eröffnung der Universität hat dem Ausbau der Bibliothek neue starke Impulse gegeben. Am besten beweisen dies dir Ziffern. Der Zuwachs der Bibliothek betrug bis zum Jahre 1924 im Durchschnitt 1000 Bände im Monat und schon dies war eine sehr hohe Ziffer, wenn wir bedenken, '.aß diese Bücher ausschließlich dem Sammeleifer der Freunde der Bibliochek in allen Ländern zu verdanken waren, denn die Biblivshek konnte keine Bücher kaufen. Im Jahre der Eröffnung der Universität verdopp e l t e sich diese Ziffer-uns stieg auf niehr als 2000 Bände im Monat, nicht inbegriffen die vielen Duplikate, welche die Bibliothek evhält. Im Jahre 1925 konn-te die Bibliothek 25.890 Bände neu entstellen, eine Ziffer, die dem Jahres- Zuwachs großer europäischer Bibliotheken entspricht. Dem. Einfluß der Universität ist es auch zu versanken, auß vis Sammlungen für die Bibliothek systematischer organisiert werden konnten. .Hatte früher die wahllose Sammlung von Büchern genügt, da zunächst einmal ein Grundstock von Werken geschaffen werden mußte, und die Bibliochek besonders in europäischen. Sprachen so gut wie nichts besaß — der betvunbernÄvecte Sammeleifer des Gründers der Bibliochek, Dr. ChasanowiTch, aalt fast ausschließlich hebräischen Werken —, war also die Slbliothr?' vorher mit jedem Zuwachs zufrieden, so mußte mit Eröffnung der Bibliothek vor allem dahitt gestrebt werden,- solche Bücher zu erlangen, welche der wissenschaftlichen Arbeit der llniyersikä:,' ihrer Lchrer und Schüler das notwendige Material beistellen/konnte. Hier konnte schon nicht mehr die Büchermenae entscheidenJhier mußten die in der Bibliothek vorhandenen Lücken von Fachmännern festgestellt und planmäßig ergänzt werden. D'.' Universität stellte zu diesem Zwecks gewisse Mittel zur Verfügung und wiederum halsen auch da Freunde der Bibliothek in alle,, Ländern beim Ankauf von Werken entsprechend den vorgelegten Listen. Bor allem tmtrden diejenigen Abteilungen der Bibliothek auf dis Höhe gebracht, welchen der tatsächliche Wissenschastsbetrieb an'der Universität entsprach; es wurden die chemische Abteilung sowie die judaistischen und arabistischrn Sammlungen ergänzt. Für die' arabistischen Sammlungen hatte der Universitätsfonds im Jahre 1924 den Grundstock gelegt, indem die einzigartige Sammlung des verstorbenen Professor Goldziher erworben wurde, so aas die Jüdische National- und Universitätsbibliothek auch zugleich die wichtigste arabistische Bibliochek des Landes wurde und es mag an-dieser Stelle verzeichnet werden, daß diese Abteilung der Bibliochsk auch von mohammedanischen und christlichen Gelehrten benützt wird. Tie Universität übernahm auch einen Teil dos Budgets der Biblwrhek, das bis dahin vom .Heren Hajrssod allein gedeckt worden war. Freilich ist das Budget auch heute noch sehr sehr weit entfernt von den Notwendigkeiten, die das rasche Anwachsen des Instituts mit sich brachte. Ist doch die Zahl der Bücher während der letzten Zeit so rasch gestiegen, daß die Bibliothek neben ihrem alten Gebäude zwei Privathäuser mieten mußte, um ihre Sammlungen bis zu dem hoffentlich nicht mehr fernen Zeitpunkt unterznbringen, nw sie ihr eigenes Gebäude auf dem Skopusberge haben wird, mit dessen Ban die Wolffsohn-Stiftung in den nächsten Wochen zu beginnen gedenkt. Daß relativ große Beträge notwendig sind, um eine so große Bücherzahl nach Palästina zu transportieren, zu verwalten, in Regalen auszustellen usw., leuchtet wohl auch dem Laien ein. Das gegenwärtige Budget der Bibliothek ist so knapp bemessen, daß zum Beispiel für Buchbiuden überhaupt kein Posten aufzestellt werbe« konnte, ein für eine Bibliothek paradoxer Zustand. Jmntcrhin: um ein großes Stück sind wir in diesem Jahre doch vorwärts gekommen. Jas laiidlvKIfchaMiche Fnftitut. Bon Professor Otto Marburg, TA-Nwiw. Das landwirtschaftliche Institut der Zionistischen Organisation, oder die landwirtschaftliche Versuchsstation, wie das Jnstitnt noch gewöhnlich bezeichnet wird, obgleich es schon seit Jahren darüber hinansgewachsen ist, hat vorläufig noch keine engen Beziehungen zur Universität. Es wird völlig von dem .Steren Hajessod unterhalte» und crchält keinerlei Unterstützung von den Fonds der Universität. Auch organisatorisch sind noch keinerlei Verbindungen mit der Universität hergestellt, obgleich sich schon seit einiger Zeit Bestrebungen geltend machen, das I n st i t tt t. de r U n iv e rs ität a n; u g l i e d e r n. Solange die finanzielle Basis der Universität noch nicht völlig gesichert ist, wäre die Angliederung verfrüht, ja könnte sogar für das landwirtschaftliche Institut Verhängnisvoll werden, meint es die bescheidene, aber doch einigermaßen sichere Stellung als Annex der Kownisations- 'äbleuunq ausgeben wurde, um sich in eine noch unübersehbare neue Situation zu begeben. Andererseits muß betont werden, daß prinzipielle Schwierigkeiten, das Jnstitnt der Universität anzugliedern, nicht vorliegen. Nach Analogie der landwirtschaftlichen Institute in anderen Ländern dient das Institut sorvohl wissenschaftlichen Forschungen — tvenn auch nttt engen Beziehungen zu praktischen Fragen — als auch -er Verbreitung der gesicherten Forschnngsresultate durch eine ausgedehnte Jnstnrktionsabteilung, die nach amerikanischem Muster als Division s o r „e xtensio n" bezeichnet wird, im Gegensatz zu der Division f v r „r e s e a r ch", welche die verschiedenen Forschungsabteilungen umfaßt. Sobald die wenigen bisher noch fehlenden Forschungsabteilungen eingerichtet sein werden, was hoffentlich schon im nächsten Jahre der Fall sein ivird, steht nichts im Wege, um sofort auch die dritte Hauptabteilung, die Belehrung, dig Division for „t-e a ch i n g e" einzurichten; dadurch wird sich das Institut in eine wirkliche „Hochschule für Bodenkultur" verwandeln. Daß diese dann zu einem Teil der Universität wird, hat manche Vorteile, weil dadurch die Studenten der Hochschule auch die Möglichkeit erhalten, andere Vorlesungen der Universität zu besuchen und ans diese Weise der Einseitigkeit eines fast ausschließlich technischen Studiums entgehen. Auch würde dadurch sich in mancher Beziehung eine Verbilligung erzielen lassen, indem die leitenden Lehrkräfte in einigen 'Fällen gemeinsam sein könnten, ebenso auch einige kostspielige Instrumente und Bücher. In Amerika sind zum Beispiel die landwirtschaftlichen Hochschulen den Universitäten eingefügt und auch in europäischen Ländern ist das teilweise, und zwar in zunehmendem Maße b:r Fall. In gewissem Sinneist es dielleicht hinderlich, daß Jerusalem ein recht ungeeigneter Platz ist. um das landwirtschaftliche Institut dorthin zu verlegen; aber ähnliche Verhältnisse sehen wir auch oft in anderen Ländern, zum Beispiel ist die.lanÄvirisrhafttiche Hochschule der New-'^orker Eolumbia University in Jt'haca sehr weit voll der St.:dt New-Aork entfernt. Uebrigeus tvürde es sich empfehlen .und auch einrichten lassen, daß die theoretischen Fächer, scipie. manche Laboratorien in Jernsalem ihren Sitzhaben, 'währen dt'die praktische -Belehrung in dem -landwirtschaftlichen Zentrum stattfin-den müßte. Das ist eine -Frage der Technik und Praxis, die uns leine weitere Sorge zu machen bratscht. Vorläufig kommt aber das alles noch nicht in Betracht, weil weder das landwirtschaftliche Institut die nötige Vollständigfeit erreicht hat, noch die Universität bis ans dos chemische Institut auch nur die Anfänge der Laboratorien geschaffen 'hat. Erst, wenn di? naturwissenschaftliche Fakultät der Universität melier ausgebild.g sein wirs'als bisher, kann man die Angliederung des iandivirtschaftlichen Instituts ernstlich in Erwägung ziehen. Für die nächste Zukunft ist also der Weg oorgezeichuet. Einerseits hat sich das landwirtschaftliche Institut 'bei der. ohnehin' bestehend-n Zentralisation in einer lan-wirtschaft- ', liehen legend (Neß Zionah oder Rechoboth sind hierfür, in Aussicht genommen) bei der Einrichtung (Bauten, Stallungen, Versuchtzstldern und Pslailzrtngen) von vornherein daraus eiuzurichten, daß später Hunderte von Studenten'dort Platz/ und Arbeitsgelegenheit finden. Auch wird beabsichtigt, diese' spätere Möglichkeit' schon alsbald dadurch aüszunützcn, daß fachmännische Kurse für Landwirte, sowie landwirtschaftliche MALOWAN vorm. MALOWAN & FRANZ, OPERNRINQ 23 I bringt für das Frühjahr Übergangsrocke in herrlichsten Dessins sowie neuesten Farben auf Seide gearbeitetzum PREISE VON 5 150 Lehrkurse für VolksschuNchrer und speziell für Schüler des -Lehrerseminars abgehalten werden sollen. Andererseits muß die Universität m ö gl i ch st bald daran ge h c n, d i e n a t n r w i s s e ns ch a f t l i ch e F a k n l t ä t a u s z u b a u e n. Das gerade jetzt freilich infolge der Beschränktheit der Mittel vorläufig erst in kleinsten! Maßstabe eingerichtete UniversitätSiustitut zur naturgeschichtlichen Erforschung Palästinas (Institute for natural history of Palestine), das Vertreter der 'Botanik, Zoologie und Geolozzie" umfaßt, könnte sehr gut die Grundlage hiefür bilden. Sobald die nötigen Fonds beschafft fein werden zur Einrichtung eines botanischen, eines zoologischen und eines geologischen Instituts auf dem Skopus, die ja vorläufig auch in einem einzigen Gebäude Platz finden könnten, möglichst in Verbindung mit einem kleinen botanischen Garten, wäre unter Hinzuziehung des schon -beschlossenen physikalischen Instituts die nötige Vervollständigung der naturwissenschaftlichen Fakultät erzielt und damit d:r Angliederuug des landwirtschaftlichen Instituts an die Universität als I a u d w i r tschaftl i che Fakultä t der Weg geebnet. Es wäre wohl denkbar, daß der Keren Hasessod sich verpflichte, das Budget dieser landwirtschaftlichen Fakultät auch weitem in zu bestreiten, bis die Universität selbst die dafür notigen Fonds ansgebracht haben wird. ' Wann dies möglich sei» wird, wird freilich an erster Stelle davon abhängen, daß die Organisation der Universität: ans dem Provisorium -herausgetreten sein und stabile Form angenommen haben wird, da nnr dann eine systematisch? Propaganda einsetzen kamt, um die zur dauernden Ausrechterhaltuug der wegen der vielen Institute nicht billigen nainrwisienschaftlichen Fakultät benötigten Fonds ansznbringen. Nachdem die judaistisch? Fakultät jetzt einigermaßen finanziell gesichert ist und die Durchführung des Aufbaus der medizinischen Fakultät von detl amerikanischen Aerzten in die Han> geuommen ist, sollten sich die vielen Freunde der Universität für die nächste Zeit speziell bemühen, die anch für das Land Palästina so wichtige naturwissenschaftliche Fakultät ausznbauen. _ Rnhels Grab ausgeraubl. , . Jerusalem, 1. April. (I. T. A.) Das Grab Rahe l ö aus dem Wege zwischen Jerusalem und Hebron, in der Nähe von Bethlehem, zu' welchen! Gläubige und Touristen ans allen Teilen der Welt''pilgern, wurde in diesen Tagen von Dieben he im ge sucht. Die Einbrecher zerstörten einen Teil der Grabesmauer, drangen in das Innere ein und stahlen mit Mstbavteiten besetzte Vorhänge, die von Gläubigen gespendet worden 'waren. Ein D'rl der alteti Vorhangs wurde zerrissen. Die Nachricht von der Entweihung 'dss Rahcl-AravrK^ hat in ganz Palästina Entrüstung gerveckt. Die Polizei sahndL^ energisch'-nach den Tätern. Tr. M. Ehrenpreis mm gberrabbiner von Saloniki gewShtt. In >?,ce am 26. Mär; abgehaltenen Vollversaunnlung des sllätes der I ü d i s ch e n G e meinte inTalo n i k 'i wurde der bekannte' hebräische Gelehrte lttld Denker Dr. M. EH.r e ur e i s, derzeit Oberräbbiner in TtocLho'lm, einstimnlig und •Unter großem Beifall zum Oberräbbiner der jüdischen Getneinde in.Saloniki gewählt. Es nmrde der Hoffnuilg Ausdruck gegeben, daß Herr Dr. Ehrenpreis die Wahl anln'hmen wird. Wie bekannt, wird an die Ucbernahme des Oberrabdinaw in' Aalviiiki durch Dr. Ehrenpreis dw Erwartung geknüpft, daß eine Organisation der gesamten Jltdenheit m' Gricchetiland durchgeführt werden wird. »Wo uns der Schuh drM." . Im erläge oer Beika-Schuhsabrik ist soeben eine hochinteressante Bwschnre unter diesenl Titel erschienen, welch? für leben Fußleidenden eine große Anzahl wertvoller Winke enthält. Die Broschüre, tvelche sich auch mit dem bekannten und tu jorascher Zeit beliebt gewordenen (Ässmidheitsschich „Boka - Lqriltas" ausführlich beschäftigt, wird durch die Beka-Schub fabrik. Mödling bei Wien, ( auf Wunsch jedermann kostenlos ^geschickt. Int übrigen ist die Broschüre auch in den nteisteu bessercit Schuhgeschäften erhältlich, oder, wo dieselbe nicht' vorrätig ist. durch das Schuhgeschäft kostenlos zu bezi-ehen. SPENDET REICHLIC H FÜR DIE KINDERRETTUNGSWOCHE 23484853484823534800204848534823532348535323234823234853