Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2554 (2.4.1926)
- Date
- 1926-04-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen:25 utotfy] Wien: Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle [Trafik) tnonatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure de, Pinna Ool d schmied, ]„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i’schecho-Slowakei. Mon. K 22. Jugoslawien Moo.Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 13 Wiener Morgenfettung iNachsaiilimgea bei Preis- Erhöhungen rorhebalKD England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien :Mon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. h Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterretchlsches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rk. 2534 Wien. Freitag. 2. April 1926 8. gatzrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Miteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. | Konkurrenzlos In Preis und Qualität L.&T.PIOWATI; Cervelat per kg S 2.50 — Wiener Würstel per kg S 4.30 Garantiert ohne Gefrierfleisch! ms |Erhältlich In allen Detail-Verkaufsstellen Das Zionistische Aktionskomitee. Keine Aprilsitzung in Jerusalem. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") London, 1. April. Die Zionistische Exekutive in London versendet an die Laues- und Sonderoevbände ein Zirkular, des folgenden Inhaltes: ,Mie eine Reihe von Schreiben, die bei der Exekutive eingelaufen sind, zeigen, ist durch die „konditionelle" Einberufung des Mionskomitees für den 18. d. nach Jerusalem eine Verwirrung entstanden, die, wie wir befürchten, die Vorbereitungen für die Monat-Jjar-Mion ungünstig beeinflußt. Die Exekutive bittet alle Landes- und Sondewerbände, die Vorbereitungen für die Aktion in keiner Weise zu unterbrechen und insbesondere auch mit der vollen Mitwirkung der Aktionskomiteemitglieder zu rechnen. Die in London anwesenden Mitglieder der Exekutive haben am 24. März unter dem Vorsitz von Herrn S o k o l o w und in Gegenwart von Herrn Motzkin eine Sitzung abgohalten, i» der die Frage des Termins der nächsten Mtionskonriteesitzung im. Hinblick auf die Konditionelle" Ankündigung der Jerusalemer Apvilsitzung eingehend diskutiert' worden ist. Die jn London anwesenden Mitglieder der Exekutive haben sich einmütig auf den Standpunkt gestellt,- daß' diese Sitzung Mit HiMick auf die Störung der Monat-Jjar-Aktion und der Äeren-Hajessod-Arbeit, im HiMick auf das Fehlen der Amerikaner und auf die Abwesenheit von Herrn .So ko low, im Hinblick schließlich darauf, daß auch mit der Anwesenheit des Herrn Dr. Weizmann im gegenwärtigen Allgenblick noch nicht sicher gerechnet werden kann (es ist nicht ausgeschlossen, daß seine Anwesenheit im London Ende April dringend notwendig ist), der Aprilßermin Mgeeignet ist. Die in London anwesenden Mitglieder der Exekutive haben dagegen einer Sitzung in Jerusalem für Ende Juli oder anfangs August zugestimmt, wobei ststgestellt wurde, daß die weitverbreitete Meinung, aus klimatischen Gründen sei in einem solchen Zeitpunkte eine Wtzrrng in Palästina unmöglich, durchaus hinfällig ist. Der Präsident des Aktionskomitees, Herr Motzkin, hat deu Wrigen Mitgliedern des Präsidiums des Mtivnskomitees 8ou de« Bedenken der Londoner ExMtive Mitteilung gemacht. ES ist demnach zu hoffen, daß die Sitzung wieder auf geschoben werden wird, und daß die Monat-Jfar-Mtion ungeschrt ihren Fortgang nahmen kann." Es ist sehr bedauerlich, daß durch einen offenbar übereilten Schluß eine derartige Verwirrung entstanden ist. Noch be- Uuerlicher aber ist, daß auch jetzt noch kein definitiver Termin str bje Sitzung des Mionskomitees angesetzt ist. Es wird wiederum „konditionell" von Ende Juli oder anfangs August fssprochen. Mer die Mandatskommission des Bölker- Wdes, ist für Mitte Juni «ach Genf Mberufen, , , Dir Witwe Lenins flüchtet ms Sowletrnßland. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Reval, 31. März. Aus H e l s i n g f o r s wich gemeldet, laß sich -dort gegenwärtig die Witwe Lenins aufhatte. Offiziell wird ihre Reife als „Erholungsurlaub" ausgegeben, ver aber die letzten Vorgänge in Sowjetrußland mit Auifmerkduckett verfolgt, ist sich darüber klar, daß dieise „Urlaubsreise" ser Frau Lenin eine Folge ihrer Angst vor der Moskauer Partei ist, die zur Si nowjew-Partei, der auch .Frau lemn angeihörte, in Feindschaft sicht. In einer Unterredungerklärte Frau Lenin ganz offen, j>aß es sich nicht gelchnt habe, acht Jahre schwerer politischer tlcheit zu leisten, um jetzt wieder zu einer „zaristischen" Retlemngsmecho.de zurückzukeihren. Ursprünglich hatte Frau Lenin Vte Absicht, Deutschland und Schweden zu besuchen, doch sei Ke von diesem Plan in ihrer Befürchtung vor einer schlechten Aufnahme in Deutschland abgekommen, da die deutschen Kommunisten völlig unter dem Einfluß der gegeuwärti- Budapefter Ueberraschungen. Ungarn muß die Sitzungsprotokolle der Parlameniskommisflon ansliesern. — 18 Fragen der Frauiose». (Eigendienst der „Wiener Morgenzeilung.") Budapest, 1. April. Die französischen Polizeibeamten haben gestern nach einer Besprechung mit dem französischen Gesandten Clinchant die Staatsanwaltschaft ersucht, ihnen die Sitzungsproiokolle des parlamentarischen Untersuchungsausschusses nrit allen Beilagen zur Verfügung zu stellen. Oberstaatsanwalt Dr. Sztrache konferierte diesbezüglich bereits mit dem Ministerpräsidenten und dem Justizminister. Es wurde sestgestellt, daß die Justizbehörden keine Einwendung gegen den Wunsch der Franzosen erheben können. Die französischen Emissäre werden daher bereits morgen mit der Prüfung der Protokolle des Untersuchungsausschusses beginnen können. „Esti Kurir" will wissen, daß die Franzosen nach Einsichtnahme in die Akten des Untersuchungsausschusses neue Verhöre beantragen werden, um die noch vorhandenen durcklen Punkte der Frankenafsäre zu klären. Der Rechtsanwalt der Bank von Frankreich, Dr. Auer, hat heute an die Staatsanwaltschaft eine Eingabe gerichtet, in welcher 1« Punkte aufg^zählt werden, bereit AüfMrmrg im v, französischen Interesse noch geboten soft Diese französischen. Forderungen zählt in einem Interview im „Pester Lloyd" der fraitzösische Detektiv Graviere folgendermaßen aus: Markgraf Pallavicini soll einvernommen, Georg H i r und Bela D a n e r befragt werden, woher die Steinklischees zum Vorschein gekommen sind. Die Wiener ungarische Gesandtschaft Die saszistische Attivitöt. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) .Paris, 1. April. Verschiedene Pariser Blätter melden» baß der italienische Botschafter in Paris, Avezzana, um seine Abberufung ersucht habe. In diesem Zusammenhänge schreibt das radikale Blatt Oeuvre": „Die Außenpolitik Mussolinis und der Faszismus sind durchaus kriegerisch. Die saszistische Diplomatie sucht eine Gelegenheit zum Kriege gegen Frankreich, gegen Deutschland, gegen die Türkei, gegen Abessinien. Der Boweis .hierfür ist erstens das B Ü n d n i s a n g e >b o t, das Italien 1923 während des Ruhrkampfts an Deutschland machte; zweitens die Besetzung von Korfu; drittens die jüngsten Verhandlungen mit Jugoslawien, denen Paris sich widersetzen mußte, und die durch einen Vertrag mit Griechenland ersetzt werden sollten, dessen Hauptzweck die Bekämpfung der Türkei sein sollte; viertens die Versuche Italiens, aggressive Bündnisse gegen Deutschland zu finden; fünftens die sonderbaren Kolo n i a l v e r h a n d l u n g e n mit England, die dem Vertrage von 1916 widersprechen, und die sich einerseits (England) auf den äghptischenSudan, und andererseits (Italien) auf Abessinien beziehen, das doch Mitglied des Völkerbundes ist. Auch hier hat sich Frankreich widersetzen müssen. Der Faszismus ist der Krieg." MMolinls Reise nach Mpolis. Flottenscha» im Mittelmeer. Rom, 1. April. Mnssolini kündigt an, daß er sich am 8. d.,' 4 Uhr nachmittags, an Bord eines Kriegsschiffes begeben und nach Tripolis fahren werde. Da er sich von 15 anderen Kriegsschiffen begleiten lassen wird, so wird wohl gleichzeitig mit dieser Reise eine Schau der stalle N ische n F l o t t e beahsichtigt. Am 11. d. wird die Flotte in Tripolis landen, Ivo zuerst Manöver abgehalten werden. Am 16. d. wich Mussolini zurückreisen, aber am 20. d. wich er nach Malta fahren, wo er den Manövern der englischen Flotte hsi- > WbW M MS M IM & ÖSÄßö müßte zur Aeußerung verhalten werden, ob es wahr sei, daß die aus der Einlösung der falschen Ba n k n o t e n einfließenden Gelder bei der Gesandtschaft zu übergeben gewesen wären. Die stenographischen Auszeichnungen Desider R a b a s sowie das Protokoll und die Tagebücher sollen beschafft und Gras Waldemar Z i ch Y über die Lebensversicherungsangelegenheit Schnitzes verhört werden. Die Franzosen möchten wissen: Wessen Gedanke war die F r a n k e n f ä l s ch u n g, wer hat ihnen das Ziel ausgesteckt, wer hat Schultze zuerst in Berlin für die Angelegenheit zu gewinnen versucht, wer hat die Steinklischees hergestellt, bei wem befinden sich diese und die Frankenfalsifikate bis heute und existieren nicht noch weitere Klischees? Auch sind noch die Umstände der Einbeziehung des Leiters des kartographischen Instituts in die Affäre sowie die Rolle des Paters Bonis und die Frage des Ursprungs der Papievmasie unklar. Graviere erklärte noch, die Franzosen würden auch das Ansuchen stellen, daß diejenigen Angeklagten, gegen die das Verfahren eingestellt worden ist, zur Hauptverhandlung als Zeugen vorgeladen werden. Ile Hauvtverhandlung Ende April. Budapest, 1. April. Wie die Blätter melden, wird die Hauptverhandlung in der Frankenfälschungsaffäre Kurialrichter Törekh leiten. Die Verhandlung wird in der letzten Woche des Mv^mats April, eventuell am 3. Mar beginnen. Ae Sbstruttiou im eugMen lluterhaus. Das Recht bet Abgeordneten, aufben Bänken M schlafen. London, 1. April. Das Unterhaus, das als Ausschuß die ganze Nacht hindurch den ersten ArtSkel der Ersparungsvorlage der Regierung beraten hatte, hat sich nach Annahme dieses Artikels um 9 Uhr vormittags bis 11 Uhr vormittags vertagt. Der Vorsitzende des Hauses erregte .Heiterkeit durch die cm die Mitglieder der Arbeitspartei gerichtete Versicherung, daß die Konservativen das Recht hätten, auf chven Banken zu schlafen, wenn sie nur in würdigem Schweigen verharrten. ' Im Unterhaus erklärte ein Vertreter der Regierung, daß Lord Ce eil Großbritannien aus der bevorstehenden Abrüstungskonferenz in Genf vertreten >uuh Vorschläge zur allgemeinen Abrüstung unterbreiten werde. Das Unterhaus hat sich sodann bis zum 13. d. vertagt. Englands Defizit: 14,038.130 Pfund. ' London, 1. April. Das Budgetjahr hat in den Ausgaben mit 826,099.788 Pfund und in den Einnahmen mit 612,061.658 Pfund' abgeschlossen. Das Defizit beträgt '14,038130 Pfund. Die schwebende Schuld ist wahrend dieses Jahres nm 37,899.000 Mund auf 704,296.000 Pfund v e r m i n d e r t worden. Ar Kampf um Peking. Eine neue Schlacht. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeituug".) London, 1. Apr:l. Itach Meldungen aus Tieutsim hat eine Gegenoffensive der bereits ans dem Rückzuge nach Urga befindlichen Nationalarmee des Generals Feng gegen die Streikräste des Generals Li-Tschin- Lin eingesetzt. Etwa 2 0 Kilometer von Peking entfernt st eine große Schlacht im Gange. Dre F r ieden sverhandlnngen Mischen den MaMallm M sonach