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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-01 · Heft 2553 (1.4.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2553 (1.4.1926)
Date
1926-04-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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| Po.e». JiS aii»Iy| IPreis 20 gl Wien: Zum Abholen in der Hxpedition, Un Taborstr. 1-3, oder in einerVerschlcisstelle ( Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma G o 1 d sch m ied, 1., Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 sch ccho-Siowaket: Mon. K 22. Jugoslawien Mon. Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschi and: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Ureiserhöhungen Vorbehalten Nr. 2553 Wiener orgenMun England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 16 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien;Mon.l00Le\vz. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. b Redaktion, Administration; Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-3 (Druckerei lg. Steinmann) Ocsterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69c 8. Jahrgang Syrien und Palästina. Vereinbarungen zwischen England und Frankreich im Lrient. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitirng.") Jerusalem, 31. März. Zwischen dem französischen Oberkommissar in Syrien d e I o u v e n e l und dem britischen Oberkommissär in Palästina Lord P l u m e r ist ein Abkommen geschlossen worden, durch das die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern neuerlich f e st z e st e l l t und allgemeine Richtlinien eines gemeinsamen Vorgehens gegen die zum Aufstand aufreizenden Aaitatsren s e stgelegt wurden. Fonvenels Besuch in Zernssiem. Ein französischer Kommentar. (Eigendienst der „Wiener Morgenzcitung") Paris, 31. März. In hiclsigen politischen Kreisen legt man der Reise Iouv e ne! s nach Jerusalem eine große (politische Bedeuiung bei. Der französische Qberkommissär ist von seinem Kabinettschef Kg leitet nn) verhandelt mit Lord P l u m c r über Grenzsragen srtvie über Maßregeln gegen das Bandenunwesen an der palästineusischffyriichen Grenze. Der Kamps um Vas Kalifat. Konstantinopel, 31. März. Die Bewegung zugunsten der Errichtung eines nach modernen Gedanken radikal reformierten Kalifats ist innerhalb der islamitischen Welt ständig im Wachsen begriffen. Der hiebei zmn Ausdruck kommende Hauptgedanke ist, das Kalifat zu einer Vertretung ordnungsmäßig beglaubigter Delegierter der ganzen mohammedanischen Welt umzugestalten. Den Vorsitz dieser ständigen Versammlung soll ein Titularkalif führen. .Hinter dieser Organisation soll als reale Macht ein Bund der mohammedanischen Staaten stehen. In M e it a soll ein ständiger K a l i s a t s r a t einen Faktor der Meltpolitik darstellen, der für alle a m Orient interessierten Machte in erheblichem Maße von Bedeutung sein wird. Ter für Mai nach Kairo einberufene allmohammedanische Kongreß, tvelchcr über die Wahl eines neuen Kalifen beraten soll, könnte somit zu Ergebnissen führen, .deren Folgen für die ganze Weit noch nicht absehbar sind. Der Beirntcr Scherif Ali Haida Pascha wird demnächst nach reisen. Diese Fahrt ist für die ganze islamitische Well von großer religiöser und politischer Bedeutung. Ali Haida war im Kriege von der türkischen Regierung zum Emir von Mekka ernannt morden und zag an der Spitze einer arabischen Armee in Medina ein, mußte aber dann n a ch D a m a s k u s zurückkchren. Sultan Jbn Saud s)atte seinerzeit eine Delegation zu ihm entsendet, um ihn seiner Hilfe zu versichern. Die Ahnen des Emirs Halen nenn Jahrhunderte lang in ununterbrochener Reihenfolge das Emirat von Mekka bekleidet. Ali Haida hat also, da er Nachkomme des Propheten ist, einen weit älteren Anspruch auf das Emirat von Mella «als der Exkönig Hufs e i n hatte. Die islamitischen Führer!sind der Ansicht, daß Sultan Jbn Saud »sich durch die Ueberiragung des Emirats von Mekka an ihn das Vertrauen d-rr Sunniten erwerben würde, zumal Ali Haida ebenso wie alle arabischen Patrioten heute zur Inhanrmenarbeit mit Jbn Saud bereit sind, in dem allgemein Ae Hoffnung der arabischen Welt gesehen wird. Jbn Saud hat die Verhandlungen mit dem Emir des Staates Astsir abgeschlossen, wonach Assir nunmchr ein Protektorat der Wcchabiten tvird. Die Minister dieses Staates sollen Wahabiten sein und von Jbn Saud ernannt werden. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Weizman» in PalWna. Mnberufitng des jüdischen Nationalratrs. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 20. März. Der Präsident der Zionistischen Weliorganisation, Dr. Chaim W e i z m a n n, traf heute, von Aegypten kommend, in Begleitung des Kolonel Kisch in Palästina ein. Er begibt sich zunächst zu seiner Mutter nach T < l- Awiw, wird dann für einige Tage nach Jerusalem kommen und am 8. April in Nahalal an der Einweihung der landwirtschaftlichen Mädchenschule teilnehmen. Der Waad Lenmi ist für die nächsten Tage zu einer Sitzung einberufen worden. Präsident W e i z m a n n wird an dieser Besprechung teilnehmeit und sich zu den gegenwärtig die Gemüter beherrschenden Fragen äußern. Kolonel Kisch war dem Präsidenten nach Alexandrien cntgegengefahren, um ihm eingehenden Bericht zu erstatten. kine jüdische Bolkspetition wegen der Gendarmeriekrage. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitimg".) Jerusalem, 31. März. Bisher ist trotz brr beruhigenden Erklärungen der Regierung nichts geschehen, um dir Ausführung der Verfügung über die Entfernung der Juden aus der Grenzgendarmerie hiintanzuhalten. Die Order wird ausgeführt und die Erregung im Jischuw ist groß. „Haarez" 'betont, daß, während unsere bisherigen Beschwerden gegen die Mandaisregiernng sich nur gegen Ri ch laus jf ü h r u ug übernmrmener Berpfflichtuugen richteien, hier die Regierung zum ersten Male durch eine positive Handlung unserer Rechte zu nahe getreten fei. Heute ist überall ein offener B r i e f d e r R e v i s i oni st c u a n den Waad Leu m i airgeschlagen, in dem verlangt wird, daß der Waad Leumi seine schwächliche und Passive -Haltung aufgebe, nachdem die Negierung eure arabische Legion geschaffen und die Bildung einer jüdischen Legion nicht erlaubt habe. Der Waad Leumi solle die Initiative ergreifen, um eine Petition des I i s ch u w zwecks Ausstellung einer jüdischen Legion zu orgairisieren. Kerne Wdrmie in Trez Fsrael. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 31. März. Obgleich die in der jüdischen und allgemeinen Presse verbreiteten Gerüchte über eine T y p!h u s e p i ld e m 'i c i nt Emelk schmr dementiert worden sind, hat Ihr Korrespondent Herrn Dr. A. Kahne l s o n, den Vorsitzenden des Waad Habvinth der Zionistischen Exekutive, ausgesucht, um so von dieser autorativen Stelle zu hören, was an Viesen Gerüchten wahr ist. Herr Dr. Katznelsoir erklärte, daß an allen dieser Mitteilungen über den Ausbrnch einer Epidemie kein wahres Wort sei. Thphuvsällc kamen in Palästina wie in anderen Ländern gelegentlich vor; so waren auch in den letzten Monaten einige Fälle von Typhus im Emek zu verzeichnen. Bon irgend einer u ng c wöhuli che n E rkrankn n gszisfer kann keine Rede sein und die im Emek befindlichen medizinischen Stellen der Kupath Eholim bedürfen keinerlei Unterstütz nug von anderen Teilen des L a u d e s. Es besteht also keinerlei Grund zur B e u u r u h i g n n g, wie auch in Palästina niemand den Ausbruch einer Epidemie besürchtiet. Neuwahlen in Rumänien. Am 25. Mai. Bukarest, 31. März. (Orient-Radio.) Das neue Kbabiuett ist heute zum ersten Mimstorrat unter Vorsitz >des Mimsterpräsiacnt.ni Generals A v a r e s c n zusammengctreten. Es wurde .beschlossen', die Wahlen für den 2 5. Mai anzüberaumen, und das Regierungsiprogramnt sowie das an das Land zn richtende Manifest auszuarbeiten. Keine Negiernngskrise in Arankreich. Paris, 31. März. Die Parteien scheinen sich nun endlich zu einer beschleunigten Erledigung der Finanzvorlagen entschlossen zu haben. Die s o z i a l i ft i s ch e Parteileitung beschloß heute'mit 29 gegen 11 Stimmen, die 98 Abgeordnete umfassende sozialistische Kammergruppc zu verpflichten, sich, um keine Regierungskrise h e r a u f z u b e s ch w ö r e n, bei allen von ihr bekämpften Finanzmaßnahmen, zu denen die Regierung die Vertrauensfrage stellen sollte, der Stimmenabgabe zu enthalten, so vor allem bei der Abstimmung über die Erhöhung der Umsatzsteuer. Die Kammer nahm heute die B ü r g e r ft e u e r an, jedoch mit einer von radikaler Seite vorgeschlagenen neuen Staffelung. Kinderreichen Familen werden Steucrnachlässe von 25 bis 50 Franken gewährt. Daraus wurde der ganze Artikel mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen, desgleichen die von der Regierung mit einem Ertrage von 226 Millionen Franken veranschlagte Besitzlvcchselsteuer. Amerika und der iutervationale Gerichtshof. Einladung Amerikas zu einer Konferenz in Genf. Gmf, 31. März. Der Geueraffekretär des Böllerbundes, Sir Eric Drummond, richieie an dm Staatssekretär der Bereinigten Staaten von Amerika ein Schreiben, worin er ihn offiziell von der E i n l ad n n g de s V ölk e r b u n drates zu. einer Tagung (in Kenntnis setzt, die im September in Genf statts indem wird, und aus fccr alle Fragen geprüft werden sollen, die mit dem Beitritt der Vereinigten Staatenzum i tl t e r n a t i o n a l e n ständig e n G e r li ch tshos gusamnienhängen. Rene Forderungen der Franzosen in Bndavest. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 31. März. Die stanzösischen Emissäre überreichleu heule in der Oberftadthauplmannschast eine Rühe neuer Forderungeu über die Fortsetzung der Untersuchung in der Frankenaffäre. Die Franzosen forderten vor allem, daß die Polizei die Rolle auffläre, die der Abgeordnete Georg H i r in der FrankenMäre spielte, da Me jungen Leute, die mit der Auffindung der Klischees im Zusammenhänge standen, in irg-endivelcher Verbindung zu dem Abgeordneten Hir . waren. Sodann sbegaben jsich düe srauzösisch-N Delcgürtm in das Gefängnis der Staatsanwallschaft, wo -sie den technischen Rat Gerb und Desidvr Raba verhörten. Sbstrnttion im englischen llnterhans. yibevrtle und LuSour Partly gegen Regierung. ((Siflcitbicnjt der „Wiener Morgenzeitung".) London, 31. März. Das Unterhaus setzte heute die Erörterung der E r s p a r n i s v o r l a g a der Regierung fort. Die Opposition widersetzte sich nachdrücklichst dem Grundsätze des ersten Paragraphen, der sich mit der Krauten. Versicherung befaßt und die staalliche Beihilfe an die betreffenden Gesellschaften vermindert. Da die L i beraten und die Arbeiterpartei zur Obstruktion entschlossen scheinen, wird der Kampf um den ersten Paragwphen vielleicht die ganze Nacht hindurch fortdauern. Besonders billiger '»# Osler-Verkauf in Stoffen, Seide, Mivflren etc. im Warenhaus II., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros En detail

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