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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-31 · Heft 2552 (31.3.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2552 (31.3.1926)
Date
1926-03-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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iTfrolcn: 2Saro»ay| Wien: Zum Abholen in der Expedition, IL Taborstr. 1-3, oderln einer versdhleisstelle OTfafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der ' Finna Goldschmied, ]„ WoNzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling T s«ii ec ho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: : Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Fies. 13 Madmhtaafai bei Prei«* erhOhangen ToriMhaUn W Iffr'.l. M »I Engl a n d: Mon. 4 Schillin s Italien: Monatl. 18 Lire Rumänien: Mon. 170Le; Bulgarien: Mon.IOOLewv Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fies. 5 Redaktion, Administration: Wien, IL Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 9h. 2559 Hm redaktionelle« Teil enthaltene entgeltliche MttteNnngen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Srmaßigllng Des Diskontsatzes. Um ein hnlbes Prozent Der Generalrat der Oesierreichischen Nationalbank hat gestern die Herabsetzung des Diskontsatzes von 8 auf 7f5 Prozent beschlossen. Vas neue rumänische Kabinett. MeneiM Avarescu — Ministerpräsident. (Eigendienst der „Mener Morgenzeitung".) Bukarest, 30? März. Da die Verhandlungen zur Bildung eines Koalitionsministermms der Notionalpartei und der Bauernpartei erfolglos blieben, wurde General Avarescu mit der Bildung des Kabinetts betraut. Die Von ihm gebildete Liste zeigt die folgende Zusammensetzung: Ministerpräsident und Minister ohne Portefeuille: General Alexander Avarescu; Minister des Innern: Oktavian Goga; Minister des Aeußern: Joan Mi tili neu; Finanzminister: Joan Lepadatu; Kriegsminister: General Mireescu; Mnister für ^Handel und Industrie: General Coanda; Landwirtschaftsminister: Garoflic; Verkehrsminister: V a l eja u u; Unterrichtsminister: Negulescu; Minister für Kultus und schöne Künste: Goldis; Justizminrster: C udalbu; Minister für Volksgesundheit: Lu Pas; Avbeitswruister: T r a n c u - I a s s h; Minister für öffentliche Uxbtztten: Petro v, i c; :. Minister 'Gr Siebenbürgen: GvoHöa; Minister für Beßarabien: Nitea; Minister Mr die Bukowina: Dori Popo die. General Avarescu, ein Bauernsohn aus Betz-- arabien, ist 63 Jahre alt. Er schloß als Ministerpräsident im Jahre 1918 dm Präliminarfrieden mit den Mittelmächten. Im Jahre 1920 wurde er wieder Ministerpräsident, trat Ende des folgenden Jahres zurück und widmete sich seither der Organisierung seines klenMuer-- Uchen Volksbundes. Außenminister Jean Mitllineu, Bruder des rumänischen Gesandten in Wien, war vor dem Krieg AZolizeipräfekt von Bukarest, später Justizmimster. Minister des Innern Oktavian Goga ist Sieben- Mrger und war Minister für Kultus und schöne Künste im ersten Kabinett Avarescu. Er ist ein namhafter Dichter und Schriftsteller. Re Erfurter Grabschänder. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Erfurt, 30. März. Vor dem erweiterte« Schöffengeeicht begann heute ei» Prozeß gegen die Handlungsgehilfen Seiten st Ucker und Land in sowie, dem Bankbeamten Bartholome, die vor 14 Tagen auf dem jüdischen Friedhof der Stadt nicht weniger als 98 Grabdenkmaler zerstört haben. Nur der vierte Teil sämtlicher Grabdenkmäler konnte durch das Eingreifen der Polizei vor -er Zerstörung gerettet werden. Bartholome nnd Laudin wurden zu je zweieinhalb Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust, Seitenstücker zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Ir. Weltmann «ach RumSnlea eivgeladen. Czernowitz, 28. März. (I. T. A.) Dl« ZionistWe LandeSexMtive hät den Beischluß gefaßt, den Präsidenten der 'Iiomistrschen Woltorganffation, Dr. Weizmann, nach Czernowitz einznladen. Man hofft, daß Präsident Dr. Weiz- Mnn der Einladung Folge leiisten wird. 90" Besonders billiger Wie«. Mittwoch. S1. Mörz 192« 8. Jahrgang Auvenel in Iemfalem. Wichtige wirtfchaftrvoMische Berhanvlange« zwischen den MavdatsmSchten. Jerusalem, 2g. März. (I. T. A.) Der fr-mzösisch- Oberkommissar für Syrien, Henry de Jouvenel, ist heute Montag in H a i f a eingetroffen und wird sich am Dienstag nach Jerusalem begeben. Am Dienstag abends veranstaltet Lord Plumer zu Ehren des französischen Gastes im Regierungspalais einen Empfang. Zwischen de Jouvenel und Lord Plumer werden wichtige Fragen bezüglich einer Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen Syriens und Palästinas besprochen werden. Zu den Verhandlungspunkten gehören die Festsetzung der palästinensisch-syrischen Grenze, die Schaffung eines besseren Verkehrssystems zwischen den beiden Ländern, Schaffung eines Systems wirtschaftlicher Zusammenarbeit und eine vereinigte Aktion zur Unterdrückung des Räuberunwesens indenGrenzgebieten Die arabische Presse Palästinas hat bekanntlich aus angeblich zuverlässiger Quelle mitgeteilt, daß zwischen Lord Plumer und de Jouvenel auch über die Abtretung der südlichen S e e z o n e der Libanon-Provinz, von der Mündung des Flusses Lilani abwärts, an Palästina verhandelt werden wird. - i - . t|s ' ■ ' Der Besuch I o u b e n e l s ist schön seit langem angeküydW'! gewesen und kann als Hie" Fortsetzung M von ihm nach seiner- Emettnung in London begonnenen Besprechungen gelten. Die Aussprache steht unter dem Einfluß der Vorgänge in Syrien. In einer Unterredung mit einem Vertreter der „United Pveß" (vergl. „Wiener Morgenzeitung" vom 17. d.) hatte Jouvenel -als dorr Zweck seines Besuches in Jerusalem die Regelung der Grenzfrage bezeichnet. Es handelt sich hier in erster Linie -um die endsAtige Entscheidung über das Küstengebiet des L-itaui- Flusses, das für Palästina wegen seiner für die Elektrifizierungsarbeiten notwendigen Wasserkräfte schr wichtig ist. Die weiteren Gegenstände der Aussprache betreffen die allgemeine Lage und die Verbesserung des Grenzschutzes gegen Trans-, j o r d ani e n, um dm Waffeirschmuggel und tm Uebertritt bewaffneter Trupps von Zhlfftändischen zu verhindern, sowie wirtschaftliche Fragen. Es sind somit Angelegenheiten, deren gedeihliche Lösung im Interesse der gesamten Bevölkerung Palästinas liegt. Insbesondere die jüdische Bevölkerung muß diese BerhgMungen mit ihren starten Sympathien verfolgen, da es sich Tumultszenm in der französischen Kammer. Äre Sitzung mutz nntevvvorHen lvcrtj>eir. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 30. Dezember. Die Finanzdebatte in der Kammer wurde unter großem Lärm mit einer Erläuterung der einzelnen Steuern durch den Generakberichterstattes Chapedelaine eröffnet. Finanzminister Raoul Peret erklärte, daß nach seiner Ansicht die Finanzprobleme 8er Reihe nach gellöst werden -müßten. Bei >den Sch ulde nverhan^ lnngen hoffe Frankreich einen Standpunkt durchzusetzen, wonach es aus keinen Fall mehr $it. bezahlen habe, als es von Deutschland erhalte. Für das Schatzamt sei nichts zu befürchten, wenn die Kammer den vorgeschlagenen Maßnahmen zustimme. Darauf wurde die allgemeine Debatte ohne jede Aussprache geschlissen und die Einzelberatnng eröffnet. Bevor jedoch der erste Redner zum Wort kommen konnte, entstand ein h e s t i g e r L ä r m. Die am Sonntag gewählten beiden kommunistischen Abgeordneten betraten. den Saal, von den Kommunisten b e ge i st er t begrüßt, was sofort eine Gegenkundgebung der Rechten hervorrief. Der Tumult nahm derartige Dimensionen an, daß' sich KammerPräDent Herriot entschloß, die Sitzung ausznum die Sicherung der für die wirtschaftliche Entwicklung so - notwendigen Ruhe handelt. Es ist deshalb wenigglaubwürdig, wen-n ödie „United Preß" in einem aus Jerusalem datierten Telegramm. das Folgende berichtet: „Der Oberkommissär von Syrien, de Jouvenel, traf hier ein, um mit Lord Plumer Grenzsragen und andere schwebende Probleme zu besprechen. Seine Ankunft veranlaßte semvliche Demonstrationen. Die radikale jüdische Arbeiterschaft m Haifa, die ohnehin infolge.der wirtschafÄchen Notlage erregt ist, demonstrierte unter Vorantragung von Schildern, aus denen Jouvenel als „der Mann, der für die Fortdauer des syrischen Blutvergießens verantwortlich ist," bezeichnet war. Auch bte Vorstände weniger radikaler Parteien forderten auf, heute zum Zeichen des Protestes die Arbeit niederzulege-n. Die radikale Arbeiterpartei -Poale Zion verbreitete in Palästina F l u g b lä t t e r, in denen die Bevölkerung anläßlich des Besuches Iouvenels zu Kundgebungen gegenden Imperialismus au!fgefordert wird. Die Regierung traf die weitestgehenden Vorkehrungen zur Ausrechterhaltung der Ordnung. Der von uns oben wrcdergegebene Bericht, der Jüdischen Telegraphenagentur erwähnt diese Kundgebimgen nicht, Wohl nur deshalb, weil es sich — wenn sie überhaupt stattgesunden haben — lediglich um Präsenz-akte der völlig bedeutungslosen b o ls ch ew i k is chen Agitator en gchandelt haben kann. Sie sind von Moskau ausgchalten und haben die Aufga-be, auch in Palästina den Zionismus als „Schleppt-räger des britischen Imperialismus" zu vernadern nnd jede Einigung Wischen Juden und Arabern zu verhindern. Die „Neue Freie Presse, die seit neuester Zeit gerne mit Panikmeldungen , a u s P a l ä st i n a arbeitet, setzt ihren Lesern die Nachricht der '„United Preß" mit Vergnügen als „Zionistische Demonstrationen gegen Jouvenel" vor. Die absolute Unkenntnis der Tatsachen paart sich gerne mit dem Bestreben, dem Zionismus eins am Zeug zu flicken. Daß es sich so verhält, bewefft -übrigens auch eine uns aus London vour Gestrigen zugehende Jerusalemer Meldung, wonach „mehrere arabische Führer nach Ankunft des französischen Qberkommisiärs . in Jerusalem den Beschl gegeben haben, zu>m P r o t e st während der Dauer seines Aufenthaltes' jede Arbeit einzustellen. Die Behörden haben umfaffende Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit de Iouvenels zu garantieren". Der arabische Protest ist eine Sympachiskundgebung für die .syrischen Aufftändischen und ein Gegenstück zu den gma-ü vor einem Jahre in Damaskus stattgehabten arabischen Demonstrationen gegen Lord Balsour. Die radikal-nationalistischen Araber in Palästina sind innerhalb ihrer eigenen Volksgenossen in der Minorität. Jedenfalls aber zeigt diese Meldung, daß von den „zionistischen Demonstrationen" der „Nerren Freien Presie" kenm Wort.wahr sein kann. Heven. Die Kommunisten sti-mm'ten hieraus die Internationale an. Nach einer einviertelstündigen Unter-- brechung setzten die Kundgebungen mit größter Heftigkeit wieder ein. Erst nachdem Herriot die ^beiden Seite« des Hauses zur Ordnung gerufen und mit der Räumung der Tribünen gedroht hatte, konnte hie EinMeratung Ms--. Mommen werden. Die Hauptverhandlung gegen die Frankenfalscher. Budapest, 30. März. Die HaupwerhaEung gegen die Frankenfälscher wird, wie nunmehr feststeht, im Laufe des Monats April stattfinden. Den Vorsitz wird der Präsident des Bu-dapester Strasgerichtshofes Kurialrichter Dr. Eugen Langer führen. DK fremden Möchte bezMen die Pekinger Polizei. Peking, ÖÖ. Marz. Die Geisa nöte u der siremde« Mächte ha>ben dem Staatsches eine SunMe von einer hailven Million Dollar üdergeiben, mn damit die Gehälter der Polizei und der Schutzwache des i Staatschess bezahlen und die Truppen der dritten Kuvmin- - schun-Armee enÄaffen zu können, welche ohne OWertz m der Umgehung von Peking wnhevstroifen. I» Stoffen, Seide, WosMenetc. im Warenhaus 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros En detail -r" i~i I« i in—uTirwv -natitivtrr-'irv-fftiT ffri

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