Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2551 (30.3.1926)
- Date
- 1926-03-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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EM» r ffitai, 8Htnet!Wctfle<Mrthwa Aas Den Sltflkro. Bn^rglh e a t e r. Morgen, V«8 Uhr abends, .Der ewigeJüngltng" (Lheatergememde Serie v, gekb äll a 9 e m t e i ö «4 i e i. Morgen, 7*8 Uhr abends, »O »kelToni". s i v O»* e *11 * e o t e-t- Morgen, 7*8 Uhr abends, ,P a<r-- BolkSoper. Heute in Wanderung des S-ielvlaneS .Cavalleria rusticana" und.DerBajazzo". Morgen .Die schöne H e I e ti a*. Donnerstag .P a rf i f a I* mit Kammersängerin Elsa Bland a. G. Deutsches VolkStheater. Samlttag gelangt .Ein Spiel von Tod und Liebe" arÄWch der 60jährigen Geburtstagsfeier des Dichters Romain R o I« l a n d mit Alexander M o i s f i zur ersten Aufführung. Gne Rrninfzeniemng von „Saint Joan" durch die Re- Meurm und Schauspielerin Sybill Thorndikc wird am Londoner Lyzeumcheater herausgebmcht. Sybill Thorndike verkörpert selbst die Johanna, ihr Bruder Rüssel den Wueboavd und der famose Hignett den Inquisitor. „Der Orlow" in London. Wie unser Korrespondent aus London meldet, wird dort denmächst ,H>er Orlow" in Evas veränderter Version aufgeführt werden. Die Proben HÄen bereits begonnen, und ntait sieht mit größtem Jnlereffe der Erstausführung entgegen. Madame Edvina, ein.' in England wohlbekannte Primadonna aus Kanada, wird die weibliche Hauptrolle singen, während es noch nicht entschieden ist. wer den russischen Prinzen darstellen wird. _ Serichtssaal. Me Kntrittsgebiihr in der Rdftch« BolksbShne. Der Geschäftsführer der auf Teilung spielenden Arbeitsgemeinschaft Jüdische Volksbühne, Hermann Weinberg, hatte sich gestern vor dem Strafbezirksgericht 1 gegen eine eigenartige rechtlich und sachlich interessante Betrugsanklag« zu rechtfertigen. Der Firmenvertreter Julius Bare! hatte bei der Polizei die Anzeige erstattet, daß er am 18. Jänner mit seinem Neffen das erwichnte Theater, welches seine Vorstellungen in einem großen Restaurantsaal gibt, erschienen sei und daß von ihm glcidj nach Beginn der Vorstellung für zwei Karten unter der Angabe, es handle sich um die Musikschutzgebühr vier Schilling verlangt worden seien, objtoar die Plakate der genannten Volksbühne ausdrücklich den Vermerk Eintritt frei enthalten. Der Anzeiger erklärte, daß er, um kein Aufsehen zu machen, die vier Schilling bezahlt habe, daß er aber in dem Verlangen dieser Gebühr eine Irreführung und Schädigung des Publikums erblicke, da die Besucher dieses Theaters damit rechnen, baß sie kein Entree zu zahlen haben. Die Polizei leitete die Anzeige an das Strafbezirksgericht 1 und hob in chrem Berichte hervor, daß durch das erwähnte Vorgehen nicht nur das Publikum geschädigt werde, sondern auch insbesondere die Gemeinde Wien, welche mit Rücksicht darauf, daß die Vorstellungen der Jüdischen Volksbühne angeblich chne. Entree stattsinden, lediglich eine Pauschalgebühr von 2 Schilling 50 Groschen pw Abend als Äustbarkeitsabgabe einhebt. In der Verhandlung stellte der Beschuldigte jedes betrügerisch Vorgehen entschieden in Wrwe. Er erklärte, daß tatsächlich bis zur Zeit der Erstattung der Anzeige von den Besuchern der Jüdischen Volksbühne Eintrittsgelder nicht verlangt und auch nicht eingehoben wurden. Man habe nur bei Beginn der Vorstellung von den Besuchern gleichsam Spenden verlangt und man habe es jedem Besucher freigestellt, wieviel er geben wolle. Das Unternehmen sei eine Arbeitsgemeinschaft und müsse, da mchr als 20 Schauspieler beschäftigt seien, die ja leben wollen, und auch die sonstige Regie nicht gering ist, irgend Welche Beiträge eingehoben werden. Winter. * NrHielle von I. Z. UruHW. (Aus dem Irischen von P. Haller.) In der Nacht ist tiefer Schnee gefallen. Morgens gmgen Juden in die Schul in Winterkleidern. Unter den Füßen knirschte frischer Schnee. Den ganzen Vormittag stand ich beim Fenster. Sah auf die weiße, frische, ruhige Gaffe. Sich, wie man zur Schul gcht. Die Gesichter sind ernst. Der Raw, ein schlanker ernster Mann, war mit seinem Winterstreimel angetan. Seine grauen Augen sahen besorgt. Sein Rücken war eiwas gebeugt. Ich habe ihn erkannt. Aber sein Bart ist schon ganz grau geworden. Weiß wie dieser Schnee da. Aus der Schul kam er schon vergnügter, den Rücken gerade, die Augen offen. Ghana hat mir erzählt: ,Heute ist in der Schul nach dem Beten Über Holz für die armen Leute gesprochen worden. Unser Raw, ein teuerer Jude, hat gesprochen un& Reb Lejb Bursschtin hat wie alljährlich zehn Klafter Holz zugesagt. Sie wurde nachdenklich und seufzte. „Es scheint ein schwerer und langer Winter zu kommen." Ich stehe immer noch beim Fenster und sehe zur Gaffe hinaus. Mir gegenüber in seinem Haus auf dem offenen Hof richtet Jerachmiel seinen Schlitten und Rachel Leo, sein Weib, ist ihm behilflich. Ich erinnere mich an sie noch von einst. Er ist ein stiller Jude mit stumpfen Lippen und schönen ernsten Augen. So still und beherzt sagt er Psalmen am Sabbatvorabend im Bech Hamidrasch. Sie ist klein urü> voll. Ihr Gesicht ein bißchen gefaltet, aber marnt und ruhig. Eine züchtige, stille, gottesfürchtige Jüdin. Ihre Kin^r sind noch vor mir nach Amerika gefahren und blieben dort beisammen. Die beiden pflegten mir die Briefe ihrer Kinder zum Vorlesen zu bringen. Im Sommer fährt sie mit ihm ins Dorf. Beide Hegten still und stumm auf dem alten, zerbrochenen Wagen zu sitzen. Ihr altes, dickes, gelbes Pferd pflegt« langsam zu traben. Alle drei waren ruhig und ernst. Jerachmiel trägt jetzt ein alles zerrissenes Gewand. Am Hais m Tuch. Wärmt pst mit dem Der als Zeuge vernommene Anzeiger, Julius Barel, betonte, daß er zwar katholischer Religio« sei, aber keineswegs judenfeindlich, und daß er auch nicht die Anzeige etwa aus GchässiBeit erstattet habe. Er habe mit der Anzeige das Unternehmen treffen wollen, aber keineswegs gegen eine einzelne Person Vorgehen Ivollen und schließe sich auch gegenüber dem Angeklagten dein Strafverfahren nicht an. Als für den Musikschutz vier Schilling verlangt wurden, sei ihm dies etwas eigentümlich vorgekommen, da auf dem Plakat der Vermerk gestanden sei: Entree frei. Um nicht einen Skandal zu machen, habe er die vier Schilling bezahlt und sei bis zum Schluß der Vorstellung, die fast drei Stunden dauerte, im Theater geblieben. Richter: Waren Sie mit der Vorstellung zufrieden — Zeuge: O ja. — Richt e r: Wieviel Schauspieler haben bei dieser Vorstellung mitgewirkt? — Zeuge: Dchr viele, auf der Bühne waren mindestens 20 Personen beschäifttgt. — Richter: Me stellen Sie sich es vor, daß ein Theaterunternchmen mit eimr so großen Anzahl von Schauspielern seine Regie decken soll, wenn von derr Besuc^rn nichts verlangt wird. — Zeuge: Das ist nicht meine Sache, darüber ltachzudenken, das hat bas Unternehmen zu tun. Der Angeklagte bemevkte zum Schuß: Jetzt müssen wir Eintrittsgelder einheben, damit hat man uns den Strick um den Hals gedreht. Seit dieser Zeit geht das Theater nicht mehr. Der Richter lehnte alle weiteren Beweisanträge ab und sprach den Angeklagten frei. In der Urteilsbegründung führte er aus, daß der Angeklagte es nicht zu verantworten habe, wen« auf den Plakaten der Vermerk „Entree frei" gestanden sei, er habe nicht veranlaßt, daß dieser Vermerk auf die Plakate komme. StttttteBimg eines Manischen Antisemiten- Meer«. Aus K o w n o wird «ns berichtet: Der Führer der litauischen .Antisemiten, Abg. Smulkastis, wurde wegen Verleumdung der jüdischen Abgeordneten zu fünf Tagen Arrest verurteilt. Er hatte in seinem Organ die jüdischen Abgeordneten beschuldigt, die amerikanischen Rabbiner veranlaßt zu hoben, gegen die Anerkennung Litauens als selbständige Republik Protest zu erheben. Soeben erschienen: Besuch in krez Israel von Stto Abeles 19 Vollbilder auf Kunstdruckpapier * Unter dem unmittelbaren Eindruck einer Palästina-Reise entstanden, gibt dieses Buch des geschätzten Wiener Schriftstellers und Kritikers ein überaus scharfes und lebensvolles Bild von „Erez Israel", der neuen jüdischen Siedlung. In seiner knappett, temperamentvollen Art notiert und glossiert Otto Abeles wie er im Hochsommer 1925 das Land und seine Menschen sah, die Ebene Jesreel und die neue jüdische Stadt Tel-Awiw, Jerusalem und Safed, Tiberias und Haifa, die jüdischen Bauern des Emek und der galiläischen Berge, die chassidischen Pioniere und die Städtebauer, die jüdischen Steinbrecher und Fischer ✓ Eine fesselnde, liebevolle, aber auch kritische Darstellung der allerjüngsten Ergebnisse zionistischer Arbeit in Palästina, von zahlreichen ausgezeichnet gewählten Lichtbildern ' begleitet * Preis S. 4.50, in Dalbleinenbaud S. 5.50 R. LSwtt Verlag. Wien-Leipzig Mund seine Hände. Rachel Lea steht neben ihm und schickt ihn in die Stubbe. Wahrscheinlich, daß er sich erwärme. Die Gaffe ist still, ruhig. Die Männer besehen wohl di« Qefen, die Fenster. Die Frauen bessern die Winterkleider ans. Ruhig, still tun sie es. Ein weißes, stilles Städtchen ist es. Es ist gut. Ich werde hier gewiß arbeiten können. Das Buch, das ich schreibe, vollenden. Auch meine Arbeit hier ist ruhig, still: der sozialökonomische Zustand, des jüdischen Städtchens — zahlen und zählen. Ja, hier tverde ich gewiß arbeiten können. Ein stilles, ein weißes Städtchen. Bis nachts habe ich das Zimmer nicht verlassen. Ich habe meine Wohnung eingerichtet. Vorbereitungen zur Arbeit getroffen. Die drei Zimmer meiner Wohnung sehen jetzt so aus: Gleich am EinMng der Wohnung ein großes Zimmer und zu feinen Seiten, eines dem andren gegenüber, die beiden anderen kleineren Zimmer. Eines davon habe ich als Arbeitszimmer eingerichtet, das zweite als Schlafzimmer. Das Arlbeitszimmer ist fast leer. Nichts als ein Tisch in der Mitte. Bei der einen Wand ein kleines Sofa. Neben dem Tisch ein Stuhl. Nicht weit vom Tisch eine Etagere mit Büchern. Die wichtigsten Bücher auf den Tisch gebreitet. Ganz zur Arbeit 'bereit. Dem Tisch gegenüber auf der Wand habe ich Hirschenbergs „Galuth" aufgehängt. Ueber dem Sofa auf der Wand Web ein Bild des Hauswirts hängen: das Bild des alten Reibben Reb Schneur Salman von Liadi mit seinen stoben, hohen, himmlischen Augen und Stirn. Mein eigenes Bild, bgs ein mir bekannter Künstler vor kurzem angofertigt hat, habe ich ins Schlafzimmer gehängt, gegenüber dem Bett. Der Künstler hat mich in Lebensgröße gemalt. Ich trage auch jetzt denselben Anzug, sogar dieselbe Halsbinde. Eine gute Weile vor meinem eigenen Bild gestanden, es besehen, mich selbst betrachtet. Eine schlanke Figur, feste, aber irgendwie gekrümmte Schultern, das Gesicht länglich. Ein leichter, junger, dichter, ein wenig spitz gestutzter schwarzer Bart. Die Form der Augen, die eines Mandelkerns, schwärzlich, grau, von kleinen Falten eingerahmt. Die Stirn und die Schläfen in der Höhe sehr schachvinklig. Um dir pellen Mundwinkes zwei dünne. unruhige, saure M WWtz M> MMU «olkswirt. «MN*» Stack» der SeftrrreWWm *** "-**----* rßMMMMA». Rückgang des WechselportefeuMes und der NoienzirrnlaiionSznnahme des Barschatzes. Die in der Generalversanunlung der Mtionäve der Oesterroichischen Natipnalibank vom 16. d. erfolgte Genehmigung der Bilanz und die gefaßten Beschlüsse über die Verteilung des Reingewrnnes haben eine Reche von Buchungen mit sich gebracht, welche in dem heute publizierten Wochenstvnde des Noten Institut es vom 23. d. erstmals zum Ausdrucke kommen. Zunächst wurde das bisher unter den „Anderen Aktiven" geführte Konto ,Hausbau Wien" aufgelöst und dessen Saldo auf die im Wochenstande unter der Rubrik Schäube samt Einrichtung" zusammengefaßten Konti übertragen. Daher weist die bezeichnete Rubrik einen Betrag von 10.931 Millionen Schilling aus, der die in der Vorwoche ausgewiesene Ziffer um rund 6,8 Mllionen übersteigt. Ferner führte die Durchführung der Beschlüße über die Verteilung des Reingewinnes ans der Passivseite zu einer Erhöhung des Reservefonds um den Betrog der satzungsmähigeii Dotation per rund 1,87 Millionen Schilling, während sich auf der Aktivseite eine Verminderung der Davlehensschuld um den Betrag des Reiflrgewimnmtsiles Bundes pw 2^87.167,08 Schilling ergab. Die sonstigen Veränderungen stellen die Ergebnisse der letztes Ausweisperiode dar. Hienach hat sich die Darlchensschuld des Bundes noch weiter durch die Gutschrift von Münzgewinnquoten unk etwa 100.000 Schilling ermäßigt. Der Barschatz weist eine Zunahme von rund 1,1 Millionen Schilling auf und ergibt ein Deckungsverhälllnis von 62,17 Prozent gegen 61,98 Prozent in der Vorwoche. Gleichzeitigt zeigt die Position „In den Barschatz nicht eingerechnet« Werte in ausländischen Währungen", die bisher bloß KofldeviseN enthielt, eine Steigerung von 10,8 Millionen Schilling, die nur mit etwa 350.000 Schilling auf eine Echöhung des Kostdevisenstandes, im wesentlichen aber darauf zurückzuführen ist, daß in diesem Wochenstande zum ersten Male neben Kostdevisen auch andere Devisenbestände — gleichfalls ausschließlich in Dollar- und Pfundwähmng — gesondert vom Barschatze ausgewiesen werden. Für; diese Art der Nachweisung waren zwei ErwäAnrgen bestimmend. Einmal ist dieser Zuwachs nicht überwiegend auf die Eiuliofemng von neuen Devisen, also auf eine aktuelle Zunahme des gesamten Devisenbesietzes der Bank zuvückzuführen, sondern es liegt zum Teile bloß eine Umstellung innerhalb der AuAveispositionen vor, indem Devisen aus den „Anderen Aktiven" zur bankmäßigen, Deckung des Notenumlaufes herangezogen wurden, eine Umstellung, welche durch die erwähnte Abschreibung von dtt Darlehensschuld des Bundes, ferner durch die Auszahlung der Dividende und durch andere, mit t>en Genemlversammlungsbeschlüssen zusammenhänMnde buchmäßige Durchführungen notwendig geworden ist. Dann handelt es sich um Devisen, die zwar praktisch sofort verfügbar gvnracht werden können' und insoferne für die Zwecke geeignet sind, denen der Barschatz zu dienen hat, die aber doch rechtlich an bestimmte Fälligkeitstermine gebunden uNd vielleicht aus diesem (Srwnbe zweckmäßigerweise getrennt nachzuweisen sind. - Infolge dieser Nachweisung außerhalb des Barschatzes er-i rechnet sich ein etwas geringeres prozeu-tuelles Deckungsverhältnis, der Zirkulation, als sich bei Einbeziehung dieser Devisen in den' Barschatz ergeben würde; der günstige Stand der Bank gestattet aber chne weiteres diese Art der Nachweisung. Das Wechselporteseuille zeigt eine weitere, beachtenswerte Verminderung um rund 10 Millionen Schilling. Die effektive Notenzirkulcrtion ist um rund 19,6 Millionen Schilling zuvückgegangen, während die sofort fälligen VerpMchtungen rmr rund 19 Millionen Schilling gestiegen sind. Die Ges^amtzirkulation zeigt demnach eine .Abnahme mn zWü 0-6 Millionen Schiillng. Die Hände sind traurig, mit langen, nervösen Fingern. Mn ich das? Eine lange Zeit von meinmr eigenen Bi'ldms nicht j wegzubringen. Nachts ging ich zu Reb' Le.jb Buvsün. Man empfing i mich sehr freundlich. Reb Lejb Burstm ist der Reiche des StMchens. Sein Haus ist das größte und schönste des Städtchens. Biele Fenster zur Gasse, mit weißen Laden; ein großer, reich eingerichteter Hof umgibt das Harts. Er ist WalMndler. Ein Jude von fünfzig Jaihren; ein guter Kenner jüdischer Schriften. Er kennt Maimomdes, seinen „Führer der Irrenden". Kennt auch Mendelfohn. Bringt ihm Ehrfurcht entgegen, ist aber ü'berzmgt, daß die wirklichen jüdischen Weisen tiefer find als dieser, größeren Glaubens, ja größerer Weisheit sind. Er fft hochgÄvachistn, mit fester Schulter. Hat ein Luges jüdisches Gesicht, hellgraue Augen, ein Lächeln um die Lippen. Seine Frau, Ärra, zählt genau so viele Jahre, ist ebenso hochgewachsen, eine schöne, bescheidene Frau. Bei beiden dasselbe Lächeln, derselbe Mck, diesEr« Bewegmrgen. Wer es vom anderen gelernt hat? Sie halben es beide schon vergessen. Ich sitze bei Burstin im Speisezimmer, am großen Speisetisch. Das Zimmer ist groß. Es ist hell, warm, bequem. Der große Tisch ist von bteleit Sesseln umstellt. Bei eimr Zimmerwand steht ein Büfett. Fest und ruhig stcht es da. In der Nähe des Tisches bei der Eingangstür an >der Wand ein klemeS > Samowartischchen. Der Samowar darauf 'siedet jetzt, heiß; und heimlich. An der Eingangstür, oben ans der Wand, gibt j «8 ein schwarzes, vierkantig gekasteltes Zeichen: Secher j Lochurban*). Wir trinken Tee. Burstin lächelt: ^Oh, Herr Krön, Sie haben ja fast eine ganze Wett gej sehen." Sara lächelt gastfreuMch mit. „Sie sinh, glaube ich, ins Ausland ftttdiewugchchven^ fragt Bursün. *9°." „Nach BerAn?" ,Min, nach Mrich." (Fortfttznng M.) *) Zum GedächtniS an den m AM.