Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2550 (29.3.1926)
- Date
- 1926-03-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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- _tBUHr, «Wwfafl Sie zionistische Organisation und PMNna. Dmr Dr. Fritz LSwenstein. JevirsÄenr. W& vor eini{fcr Zeit eine Reihe m-i-t-telm:rspäiilscher Zionisten in Jwursal-em zusammen waren nutz die Fragen ihrer EinvrdlMliny in das pa>iästi»enisi>cl>e Leben erörterten, kl-agte emer der Amvesenden über den Mangel an zionistischem -Reiben in Jerusalem. Ein lächerliches Paradox, wie es scheinet, und doch irgendwie jedem verständlich, der m Palästina lebt. Nur -in -bostinmUen Kreisen, vor allem der Arboiteäschalft, herrsche -das, was der Redner als zionistisches Leben bvzeichnete, während in den bürgerlichen Krossen des Laivdes tveder Zusamrmenhang noch Beschäftigung mit den Fragen der Bewegung mrd des Aufbaues, noch eigentlich EiMvivKung aus die Aufbauarbort M verspüren sei. Im Grunde l-auiet das Problem: VerihAtms des Iischrsw Mr Zivtvistrschen Organisation. Und man wird dieses Bechälitwis dahin formulieren nmssen, daß -der Iischuw der Zionistischen Ovga-nifat-i-an fern u>nd fremd ist. Die innere dlushöhl-tlng der Zrontvstischen Organisation in den letzten Jahren, deren Gründe hier wicht auseinanderzusetzen sind, wird aur stärksten in Palästina denMch. Man hat eiive Einstettmlg zum Keren Hajessoid. Mau .empfindet, wie. sehr das gesamte Leben Palästinas u-nd der Fortschritt des Aulfbauwerkes von: Gelingen der Keren- H«kessod-Arbeit abhängt. Mehr als -das: Langsam macht die Kereu-Hajessod-Aktion unter den palästiilensischen Juden Fortschvitte. Man hat eine Stellung zum Keren Kajemeth, dessen Ausgabe gerade dem Herren der Palästmensiffchen Juden besonders teuer ist. Daß es ungerecht ist, das Verhältnis Palästinas zu den Fonds nur als das Verhältnis des Geldompfängers z-mn Goldgelbelcken zu sehen, zeigt die Tatsache, daß aus den Kreisen der Arbeiterschaft führende Mäamer sichan den Aktio-uen außerhalb Palästinas für die beiden Fonds betei-li-git haben und beteiligen. Aber das alles bedeu-tet kein BerihöLtnis z»r Monistischen Organisation. Das Nebeneknanderbostehen vcnr landsma-nnschaftlicher ttttd fraktianelleir Gliederung im Zionisnrus spiegelt zwei Epochen der Bewegung wieder. Wohl sind Misroch-i und Po-ale Zion sehr früh entstanden, aber «ihre Bedeutung war vor dem Kriege eine begvenyte. Je weiter dar Aufbau Palästinas fovtschvertot, um so stärker wird die Dilfferenziernng werden, um so mehr werden sich diejenigen Mä-mmenfinden, die vom Aufbau Palästinas bestimmte wirtschaftliche öultu-velle und foyi-ale Anschauungen haben. Aber es darf nicht verbannt werden, wie gewaltig der Unterschied zwischen einem europäischen oder amerikanischen Zionisten ist, der aus Gvund ildeolagischer oder sonstiger Erwägungen Mitglied etwa einer Arbeiterpartei ist, und Kölschen dem palästinensischen Bauarbeiter, für den die Zugehörigkeit zu, einer Arboiterpartei die gegebene Folge seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schichte ist. Wenn bei den Wahlen zum nächsten Kongrest, die ja bekanntlich im Zeichen des Einheit sschekels und somit eines Wahlkampfes der verschiedenen Gruppen gegeneinander vor sich gehen werden, in Berfamml-unigon Diasporazionisten der verschiedensten P-avteigvuppierlungen gogenein-ander reden u-nd kämpfen werden, so wird diesem Kampf etwas Theoretisches anhafteu. Denn wer dort ein sozialistisches Palästina fordert, oder wer die Gesetze der Thora zu Landesgesetzen erhoben sehen möchte, lebt ja se-Vst nicht in Pa'läsüina, vertritt nicht seine eigenen Interessen und wird nicht am eigenen Leibe zu spüren haben, was die. Annahme feines Vorschlages bede-utet. Daher >d-ie häufige Tatsache, dost Zionisten, die im Golus irgend einen bürgerlichen Beruf haben, im Leoben ihres Wohnlandes einer gemäßigten bürgerlichen Richtung angchören Ganz ebenso wie ein lmchtsioniistischer Bevuifsangchöriger derselben Schicht), für Palästina sich etwa für eine sozialistische Gestaltung einsetzen, oder sie fordern, selbst areligiös, die Herrschaft der Thora in Palästina. Wie gang anders sehen diese Dinge in Palästina aus! Hier haben , wir bereits den Anfang einer normalen wirtschaftlichen Schichtung, und werden es deshalb nicht erleben, daß ein Unternehmer Sozialist ist, oder sonst Menschen Auffassungen vertreten, die nicht im Sinne ihrer gangen Lebenswichtung liegen. In der Galuch kann der bürgerliche Zionist, der Sogialist und der Misrachist Schulter an Schulter gegen Mchtgionisten kämpfen, die Fonds propagieren oder sonstige Aianistische Arbeit tun. In Palästina kommt das alles nicht in Frage. Hier haben wir die Arbeiterschaft als eine klar erkennbare sogiail« Schicht, zu der wie überall aus der Welt idealistische Intellektuelle komnven. Sie ist vorbildlich organisiert, gewerkschaftlich wie politisch, und lebt ihr eigenes, völlig ausgsfüllbes Leben, für das es kerne Theorien u-nd Konstruktionen, sondern nur Probleme des wirklichen, gegenwärtigen Lebens gibt. In der Galuch existiert noch der Typus des bürgerlichen Zionisten ohne?tsvgun-g zu einer liberalen oder reaktionären Fraktionierung, der einen „Stamm"zionisnmrs für möglich hält, weil ihm das seine Palästiidafventdheit gestattet. Auch in Palästina ist dieser Typus nicht ausgcstorben, er sinder sich vor allem in denjenigen Kreisen, die isoliert sind und den Anschluß an das Land nicht gefunden haben. Diesem Typus würden wir etwa den mitteleuropäischen Zionisten zurechnen, den wir am Anfang dieses Artikels klagen hörten. Die Mehrzahl auch der bürgerlichen Zionisten Palästinas dagegen ist ivirtschaftlich orientiert, und alle Klage über die Parteigersplittermi-g in der Assefath Haniwchavinl können nicht darüber hiniwegtäuschen, daß die Differenzierung ein unvermeidlicher mvd gesun-d-or Prozeß ist, wenn auch vielleicht des Guten etwas zuviel geschehen ist. Es gibt keine palästinensische Landesorganisation der Stammgiorüsten mvd es wird keine gelben. Wohl aber hat Palästina die lebendigsten Lanöesgvuppen der Föderatrolwn, rmd wird vielleicht wie früher für den Hapovl Hagair, so in Zukunft Mr bürgerliche Gruppierungen die ersten Anregungen dem Diaspovagionisnms geben. Wenn somit all das, was für ven europäischen Zionismus im Begrijs der Ziomstischen Organisation liegt, Mr Palästma Me«r« MovftrnMima W. fltörj IM Nr. 9550 unter einem a-nderen Aspekt angesehen werdet! muß, so soll das keineswegs heißen, daß ein Desinteressement an der Ziomstischen Organisation bestehen muß. Für di« poli-t-ische Arbeit der Zionistischen Exekutive interessiert sich der Jischuw a-us das stärkste, ll-n-d die Wirkungen des letzten Kongresses sind noch heivt-e im Lan-de spürbar. Ruch hier greisen eben die Wirkungen viel tvmnittelbarer in das Leben des eingelinen ein, als das in der Diaspora geschieht. Wer die Gründe für die' bestehen-de Krise, vor allem, soweit sie psychologischer Art ist, volvstäiudig verstehen ill, darf auch die Nachwirkungen des Kongresses nicht vergessen. Die Paiästrmrexekntive hat heute drei Mitglieder: Kisch (Politik), Spr.rnzak (Arbeit), Pick (Einüvandevung). Folgende Ressorts haben zum Lc-iter kein gewähltes Mitglied der - Exekutive, sind also als vakant zu betrachten: ländliche und städtische Kolonisation, Schu-livesen, Finanzen. E8 ist nicht etwa -so, als ob diese ungenügende Besetzung der Exekutive sich im täglichen Leben Palästinas so sehr fühvbar machte. Kaplan sky hat -in Wirklichkeit auch vor dem letzten Kongreß schon die landwirtschaftliche Kolonisation geleitet, und. das Frnangdoparte-ment besitzt seit Jahren einen leitenden SeLretar, der die Geschäfte völlig beherrscht. Aber es besteht das GeDH-l einer Unsicherheit, die Aupfass-mrg, von einem Rumpfparlament regiert zu werden? die WiMi-ng, die diese Tatsache cmf die allgemein-e Stimmung macht, ist Belveis dafür, welche Bedeutung der gesamte Jischnw der PakästvnaexedMve -boilsgt. Sie ift der sichtbare Vertreter dr Zionistischen Orgcm'isati-cm in Palästina, und die Stellung, die der Jischuw innerLich g»dr Zionistischen Organisation hat, wird stark durch die Tatsache beftimmit, ob die Zroniftkfche Exekutive in Palästina den Gdndmck einer wirb, lich führenden Körperschaft zu erwecken vermag. Man nennt die Executive in Palästina .^anhaloh", und dieses -hebräische Wort bedeutet mehr als Executive, es heißt ,/Führung". Eine dreigliedrige Körperschaft aber, wie sie gegenwärtig die Geschäfte führt, avuß als R-umpDabiustt wirSen. Das bedeutet keine Kritik der Männer, die in dieser schwierigen Situation der Sache tireai geblieben sind und ihr ihre Dienste Wochen. In diesen Wochen hat die Londoner Exebrdive den Ausruf zur Sta-vkumg der Zionistischen Organis-ation erlassen und, nach den bisher vorliegenden Presseöußvvungen zuschließen, scheint diese Jm-ti-ative den -besten Eindruck gemacht zu haben. Jü Palästina ist der Aufruf von der Presse v-orölffenMcht worden, aber im übrigen fast spurlos Vovübevgvgangen. Vielleicht vermag M imponierender Vevlaius des Monats der Zionistischen Qvganis-wtron auch in Palästina von neuem das Gefühl zu befestigen, daß die Rolle der Zionistischen Organisatian noch -nicht ausgespi-Ät ist, daß die Zeit noch fern ist, wo der organisierte Jischnw mit eigenen Kräften den Aufbau, weiterführt, und daß es varlönsig van der Zionistischen Organisation abhängt, ob die Juden eine Heimat haben werden oder nicht. Me Fortschritte in den Arbeitersiedlungen. Im „Mischar Wetaassijah" führt Agr. Feldmann aus: Die Fläche der Arbeitersiedlungen betrug im November 1925: 85.562 Dunam, davon bearbeitet 76.236, Pflanzungen 6489 Dunam, Kopfzahl des Zuchtviehs 2668, Arbeitsvieh 826, Geflügel 32.937, Baumzahl 970, Zahl der Ansiedler 3780. Aus dieser Tabelle ist zu ersehen, daß 89 Prozent der Flächen bearbeitet sind. Wenn wir bedenken, daß in den Ansiedlungen, besonders in den neuen, noch Sumpfstrecken, ferner Hügel und felsige Teile vorhanden sind, so heißt das, daß alle zum Anbau geeigneten Flächen bearbeitet werden. Wenn wir die Zahl der Ansiedler durch vier teilen — da die Familien durchschnittlich vier Köpfe zählen — so verteilt sich die gesamte Fläche auf 945 Familien, das sind pro Familie 90 Dunam, davon 80 bearbeitet. Demgegenüber erhielt in Untergaliläa jede arbeitende Familie von der „Pica" 250 bis 300 Dunam, so daß die Flächen für unsere Siedler dem Maß einer genügend intensiven Kultur entsprecheni Allein die Vervollkommnung unserer Wirtschaften druckt sich nicht nur durch das Maß ihrer Jntensivität, sondern auch in der Größe ihrer fruchttragenden Habe aus. Deshalb ist sehr wichtig, das Tempo des Fortschrittes bei dieser zu zeigen: 1Sä3 1925 Prozentsatz d. Vergrößerung Fläche der Pflanzungen 3.744 6 489 73 Kopfzahl deS Zuchtvieh- 1.088 2.668 . 162 Geflügel 14.508 32.937 127 Dies zeigt einen großen Fortschritt in kurzer Zeit. Noch wichtiger ist die Vergrößerung der Produktivität in den verschiedenen Zweigen der Wirtschaft, wie folgt: Ernte von Weizen und Gerste 5684/88 (Kilogramm pro Dunam). Siedlung Weizen Gerste 5634 5635 6684 5686 ftfat Gileadi 18,3 46.7 22,8 108,8 Sarona 212 70.6 — — Merchawja 79.2 147,2 — — Djundia 76,- 148,- 90,- 159.4 Gan Schmuel — 180,— — — Kerkur 67.- 160,- 107,- 144,7 Jährliche Milchproduktion pro Kuh (5684). Liter Dogania A 3823 Madchenkwuzah in Petach Tikwah 2964 Dagania B 2560 Ktrieret 2150 Zar sin 760 Tel Iokef (arabische Kühe) 608 Har Kinelet „ « 580 Relkur „ , 490 Zur ersten Tabelle ist zu bemerken, daß die Weizenernte in normalen Jahren in der; I. C. A.-Kolonien nt Untergalilöa durchschnittlich nur 50 bis GO Kilogramm pro Dnnamt: ist, ferner daß die Jahre 5684 und 5685 vom meteorologischen Standpunkt Ausnahmen bildeten, da der Spätregen nicht überall und zum Teil zu spät und in ungenügendem Maße fiel. Die trotzdem erzielten Ernten des Jahres 6684 von 130 bis 160 Kilogramm pro Dunam können für die Bedingungen Palästinas als besonders.gute bezeichnet werden. Die Milchtabelle zeigt zwei Gruppen; eine mit 500 bis 600, die andere mit 2000 bis 3000 Liter Jahresertrag. Erstgenannte Ziffern beziehen sich ans arabische Kühe, die in normalen Jahren 600 bis 700 Liter geben und da das Jahr 5684 ein trockenes und die Weide daher sehr arm war, ist dieser Ertrag kein schlechter. Um so größer und hoffnungsvoller ist der Erfolg bei den Kolonien mit Rassekühen. Vor vier bis fünf Jahren waren in Palästina 2000 Liter pro Jahr noch Jdealetträge, heute hat Dagania über 3000 urü> nähert sich den 4000. Ein großer Fortschritt läßt sich auch bei anderen Zweigen der Landwirtschaft zeigen: beim Gemüsebau, der Bienenzucht, Tafeltraubenkultur usw. Allerdings ist der Fortschritt in diesen Zweigen langsamer und ungleichnläßiger, denn tvährend eine Kolonie schon weit voraus ift, bleibt die andere darin noch zurück. Aber trotzdem geht der Fortschritt unablässig weiter. Statistik aus Tel-Awi«. Zn den Mitteilungen der Stadtgemeinde Tel-Atviw erschienen Ziffern über das Wachstum Tel-Awiws. Die Zahl der jüdischen Einwohner war in Palästina Zunahme in Tel-Awiw Zmuchme- 1928 91.157 — 16.554 — 1924 103.926 12.779 21.610 5.166 1925 120.093 16.107 34.200 12.690 das heißt mit anderen Worten, daß von dem jüdischen Bevölkerungszuwachs Palästinas im Jahre 1924 40°/» und im Jahre- 1925 7k*/, anf Tel-Awiw entfielen. Fäst 80°/, der jüdischen Gesamtbevölkerung Palästinas find in Tel-Awiw konzentriert. Wovon leben die aus der neuen Alijah in Tel-Awiw verbliebenen Einwanderer? Wenn wir nur den aktiven Teil, derselbst arbeitet, betrachten, so finden wir folgendes Bild: Industrie und Gewerbe 1098 Menschen 28% Handel und Bewirtmtg 490 m 12% Freie Berufe 442 „ 11% Baunnd Transportarbeiter 1000 * 25% ArbeüSlose 950 * 24% 3980 „ 100% Hieran» ist ersichtlich, daß im Bau- und Transportwesen mehr Leute neu beschäftigt wurden als in Handel nnd Industrie- Durch die Einwanderung 5686 haben zugenommen dir Fabrik-'betriebe um 31,1%; die Zahl der darin Arbeitend«» um 52,7% f Handwerksbetriebe um 24,7%; ' die Zahl der darin Arbeitenden «m 37,3% Handel und Bewirtung 88%; die Zahl der darin Arbeitenden um 40,6%. Im selben Jahre stteg die Zahl der Zimmer nm 96,8%. In Fabriken wurden 5685 140.000 Pfund iuvestiert, in Bauten 1924/1925 668.560 Pfund; fast der fünffache Bettag. Sine verzweiselte Mutter. Mordversuch mr dem Gatte«. Vorgestern abends entstand zwischen dem Fensterputzer Otto Jessenko und seiner Frau, der 22jährigen Pauline Jessenko, in dem Gasthause Sommer in der Buchengasse 57, wo sie einander trafen, ein Streit, m besten Verlauf die Frau den Gatten durch einen Stich mit einem Bajonett, dar sie im Mantel verborgen hatte, an der linken Schulter schwer verletzte, so daß er in das Wiedner Krankenhaus gebracht werden mußte. Pauline Jessenko wurde verhaftet imd zum Polizeikommissariat Favoriten gebracht. Bei ihrer Einvernahme gab sie an, daß ihr Gatte tagtäglich von früh bis in die Nacht im Gasthaus sitze und ihrkein Geld gebe, so daß sie mit ihren vier Kindern im Alter von vier Jahren bis zwei Monaten anf die Unterstützung der Hausparteien angewiesen sei. Am kritischm Tage war der Fensterputzer im Gasthaus Sommer gesessen und sie batte ihn ausgesucht und ihn dringend gebeten, ihr Geld zu geben, damit sie mit den Kindern leben könne. Der Gatte hatte sich jedoch nicht umgewandt und keine Antwort gegeben. Gegen V48 Uhr abends war dann die Frau aus der Wohnung fortgegangen, nachdem sie sich ein Bajonett in die Manteltasche gesteckt hatte, in der Absicht, ihren Gatten damit zu bt drohen und entweder sich oder ihm etwas anzutun, wenn er kein Geld geben sollte. Als sie ihn dann neuerdings im Gast hause um Geld bat und er, der bereits betrunken war, wieder keine Antwort gab, habe fie in ihrer Erregung das in der inneren Manteltasche verborgen gehaltene Bajonett herausgezogm. Die Frau bestritt jedoch auf das entschiedenste, die Absicht gehabt zu haben, den Gatten zu töten. Pauline Jessenko wurde wegen Mordversuches dem Landesgerichte eingeliefert. Wegen der Unteroringung der kleinen Kmder wurde das Geeignete veranlaßt. - Sine VerkehrrftSmng ans der Stadtbahn. Gestern UM 12 Uhr mittags trat aus der Donau« kanallinie der Stadtbahn infolge eines Lei* tungsbruches eine Verkehrsstörung ein, die zirka zwei Stunden dauerte. Die Störung hatte zur Folge, daß die Stadtbcchnzüge der Linie DG und WD nicht v«e lehre« kannten. %