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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-28 · Heft 2549 (28.3.1926) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2549 (28.3.1926)
Date
1926-03-28
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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®iw, TmnW Wiener MorarNtekNM» Sein H ^iiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijg | Was dir Technik Neues bringt I Der Erfinder des Drehkondensators. Am 36. d. wurde ein Mann 70 Jahre alt, dessen Erfindung im Zeitalter des Rundfunks zu ungechnter Verbreitung gelangt ist, der Physiker Dr. Mols K o e p s e l. Er ist ein Schüler von Helmholtz und der langjährige Mitarbeiter von Werner v. Siemens. Bon seinen verschiedenen Konstruktionen ist der Drchkondensator sicherlich die bekannteste geiworden, deren Patent allerdings längst erloschen war, als die Rundfunktechnik ihren Sieges zu g begann. Nebrigens auch ein Beispiel fiir die Ungerechtigkeit gegenüber den schaffenden Technikern. Jeder Koinponist und Schriftsteller genießt für sein Werk einen Schutz bis dreißig Jahre nach dem Tode, und nran ist sogar zurzeit dabei, diese Schutzfrist noch mehr zu verlängern. Für diesen Schuh braucht er keinen Heller zu zahlen. Dagegen muß dek technische (Geistesarbeiter sich feine Schutzmittel mühsam mit großen Kosten erwerben, um sie nach wenigen Jahren schon endgültig einznbüßen. Die Aufteilung der Wellenlängen. An der Vieser Tage von den wichtigsten radwphonischen Organisationen Europas veranstalteten Konferenz in Mus nahmen Mitglieder von Zwanzig europäischen Ländern teil. Tie Densammlung stimmte den leitenden Grundsätzen für die Festsetzung und Austeilung der Wellenlängen für die verschiedenen Sendestationen zu, die in dem Entwurf vorgelegt wnrven. Der auf Grund mehrerer Versuche au?gearbeitete Plan teilt die radiophonischen Sendestationen in folgende zwei Kategorien: erstens Stationen, di« einen Anspruch auf eine „exklusive" Wellenlänge haben, die auch für große Entfernung guten Euch fang sicherstcllt. Jedes Land wiw mindestens eine exklusive Wellenlänge zngcteilt erhalten, während für gelvisse Länder nti; Rücksicht auf die Dichte ihrer Bevölkerung, ihrer Größe und ihrer geistigen Bedürfnisse, nrehr als nur eine exklusive Wellenlänge vorgesehen ist. Zweitens: Stationen mit schwacher Energie, die für lokale Sendungen bestimmt sind und gemeinsam mit anderen schwachen Sendestationen gleiche Wellenlänge halben können. Der Plan beschränkt sich nicht darauf, nur fiir die vorhandenen oder der Union an gemeldeten Stationen Wellenlängen zu reservieren, sondern sicht auch für Länder, in welchen die Radioplhonie noch nicht enwickelt ist, je mindestens eine exklusive Wellenlänge vor. Ein neues Hochtemperaturthermometer. Bekanntlich lassen sich die üblichen Quecksilikerchemrometer nur innerhalb relativ enger Temperaturgrenzen gebrauchen. Bei minus 39 Grad Celsius erstarrt Quecksilber, und tiefere' Temperaturen werden deshalb mit Pentanthermotern gemessen. Nach oben ist der Messung eine Grenze durch die Verdampfung des Quecksilbers bei 357 Grad sowie durch die Beanspruchung des Glases gesetzt. Immerhin ist es in den letzten Jahren gelungen, durch Verwendung von Spezialgläsern und Stickstoffüllung den Meßbereich bis aus 500 und 600 Grad zu erweitern. Höhere Temperaturen wurden mit elektrischen Widerstandschcvmotern oder optischen Pyrometern gemessen. Beide Verfahren sind mit nicht unerheblichen Fehlerquellen verbunden. Naa hat S. B o h e r ein neues, direkt anzeigendes Thermometer hergestellt, das wie ein QuecksAberchermometer abgelesen werden kann. Statt Glas besitzt das Instrument eme , Qu arzkapillarröhre, die an Stelle des Quecksilbers mit dein Elenrent Gallium gefüllt ist, das bei 29,7 Grad Celsius schmilzt und bei 1700 Grad Celsius siedet. Das Thermometer hat einen Meßbereich bis 1000 Grad. Mit besonderen Vorsichtsmaßregeln wurde das Gallium gereinigt und die Quarzröhren mit heißer verdünnter Flußsäure kalibriert. Die Thermometer haben sich Ht der Praxis bereits bewährt. Ausnützung der Ma>A«rrafälle. Vor Zwei Jahren wurde auf dem kanadischen User des Niagara das Kraftwerk Queenstown in Betrieb gesetzt, das ausfünfTurbinenaggregatenvonj« 55.000Pferde-- krüsten bestand. Seine Wechselstromgeneratoren stellten damals die größten Einheiten dieser Ar: dar. Diese Leistung ist nunmehr übecholt worden durch die Jndienstsetzung einer neuerbauten Anlage auf dem amerikanischen Ufer. Auf ihre drei Turbinenaggregate von je 70.000-Pferdekräfte-Leistung fällt die Aufgabe, die Wassermenge, die nach dem letzten Zwischen den zwei interessierten Staaten abgeschlossenen Vertrage den Bereinigten Staaten zukommt (20.000 Kubikfnß gleich 566 Kubikmeter pW Sekunde), restlos auszunntzen. Die Anlage tritt an die Stelle der bisherigen 21 kleinen Turbinen der Niagara Falls Power Co. Diese leisteten insgesamt 105.000 Pferdekräfte, während in der neuen Anlage die doppelte Energiemenge erzeugt wirs. Die strotzte DiefeIwolovenzentrnle der Wett. Die Comp, franeaise de Tramways et b'Eclairage electriqnes in Schanghai hat fiir das Elektrizitätswerk der Stadt Schanghai in China einen 5000pferdigen Dieselmotor in der Schweiz bestellt. Die Anlage, die in ihrem bisherigen Ausban dir größte D ie s el m o t o r e n - Z e n t ra l e der Welt darstellt, besitzt schon vier größere Sulzer-Motoren und wird mit dem neuen Motor znsainmen eine maximale Leistung von 18.000 Pserdekräfte abgeben können. Die genannte Gesellschaft betreibt nicht nur die Straßenbahn in Schanghai, sondern versorgt anch die Quartiere der französischen Kolonien, die gegenwärtig ungefähr 300.000 Einwohner zählen, mit Licht, Kraft und Wasser. Eine teure Eisenbahn. Mancher Mag in abenteuerlichen Schilderungen schon von Alaska gehört haben, ein ödes, kaltes Land, in das angeblich nnr das gefährliche Gold die Menschen hinznlocken vermochte. In Wirklichkeit birgt dieser nordtvestliche Zipfel der Vereinigten Staaten eine ziemlich beträchtliche Menge von Bodenschätzen, insbesondere Kohlen, aber das Fehlen jeglicher brauchbaren Transportmittel gestattete nicht, diese Schätze dem Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten dienstbar zu machen. Man hat sich daher schon vor einer Reihe von Jahren entschlossen, das Land durch eine Eisenbahn zu öffnen, die von Seward am Alaskagolf über Anchorage, Renana nach Fairbanks und Chatanika führt, in einer Länge von rund 800 Kilometer mitten durch das Gebirge bis zu einer^ Paßhöhe von 800 Meter. Volkreich ist jene Gegend wahrhaftig nicht. Die Stadt Bewarb zählt 1000, Fairbanks etwa 2500 Einwohner. Jetzt liegen die Betriebsausweise dieser Bahn vor. Danach betragen die Einnahmen im Jahre 1926 797.0000 oder rund 800.000 Dollar, die Ausgaben dangen 2,304.000 Dollar, _S8. Mar; lM mithin ein jährlicher Fehlbetrag von über ijö Mviones fiir ett einzige Linie. Man denkt jedoch nicht daran, die Bahn deshalb stillMegen, weil man in ihr das einzig mögliche Mittel sicht, «t 'das Land allmählich ju erschließen. Bon der späteren Rentabikität ist man überzeugt. —«ch. Gettchtssaal. Ser veneralvirrttor beim Watschemmnm im Prater. Eine peinliche und aufsehenerregende Szene, die fich am 4 Mai v. I. gegen 9 Uhr abends vor einer Schaubude im Prater abgespielt hat, bildete gestern beim Strajbezirksgericht 1 den Ausgangspunkt einer Verhandlung, in welcher der Generaldirektor eines großen Jndmtrieuir:ernchmens, Adolf Kämpfer, wegen Wa chebel r idlgung und boshafter Sachbeschädigung angeklazt war. Am kritischen Abend hatte der Beschuldigte in offenbar sehr weinselizer Stimmung einen Besuch im Wurstelprater gemacht. Bei einer Schaubude, vor der ein Watschenmann aufgestell.' war, blieb oer Generaldirektor stehen, zog plötzlich Rock und Weste aus und beschäftigte sich eifrig damit, dem Warschenman mehrere Ohrsetgen zu versetzen. Er forderte auch die Umstehenden auf, sich fleißig mit dem Watschenmann zu beschäftigen, wobei er ausrief, daß er alles bezahle. Die Szene, die anfangs große Belustigung hervorgerufen hatte, artete bald in eineri Skandal ans. Der Generaldirektor ließ vom Watschenmann ab, packte einen jungen Mann aus der Zuschauermenge Heralls und riß ihm angeblich den Rock vom Leibe. Ein Wachmann verhaftete schließlich bell Generaldirektor. Nun begann der Generaldirektor noch sehr exzessiv zu werden. Er rief dem Wachmann zu: ,/Die junger Korporal! Sie werden mich nicht verhaften. Ich werde sofort alles meinem Freund,dem Herrn Polizeipräsidenten Schober, melden. Unter Assistenz eines Metten Wachmannes wurde' schließlich der Generaldirektor aus di- Wachstube eskortiert, tvoselbst er weiter auf die Wache schimpfte und sich rwch dem Berichte der Polizei betet*: ojjetfto benahm, daß man ihn schließen wollte. Jll der gestrigen Verhandlung erklärte der Verteidiger des nichterschienenen Angeklagten, daß letzterer sich an die Vorfälle des kritischen Abends überhaupt ui cht erinnern könne und offenbar un'ter der Einwirkung eines Rauschzustandes gehandelt habe. Der Verteidiger gab an, daß sein Klient, bevor er. in den Wurstelprater kam, beim „Eisvogel" mit mehreren als Gästen hier weilenden Freunden, aus Berlin gezecht habe. Das ganze Vorgehen des Angeklagten, erklärte tzin Verteidiger, laste sich nicht anders erklären als damit, daß der Beschuldige damals voll trunken und seiner Sinne nicht mächtig war Der Richter sprach den Angeklagten von der Uckertredung der boshaften Sachbeschädigung frei, öenirteiKie ihn dagegen wegen Wachebeleidigung unter Anwendung äußerster Milde zu ^ner Geldstrafe von 10 Schilling, eventuell z« 34 Dtundett Arrest. _ Organstaklonszwang mit Schadenersatzpflicht. Gm hrtereffo»- ter Prozeß beschäftigte das Bezirksgericht Meidling. Ein Arbeiter, der durch mehrere Jahre m einem Betriebe beschäftigt war, wucke im Vorjahr entlasten, well seine Abeitsgenoffen in einer schriftlichen Abstimmung erklärt hatten, «mit ihm nicht arbeiten zu wollen, da er nicht organisiertes Mitglied des Verbandes der Holzarbeiter sei. Der dadurch arbevtLlos gÄvordene Arbeiter klagte: mm seine ArbeitSgenoffeu beim Be- Schub und Strumpf in richtiger Farbe vervollständigen Ihre Frühjahr stoilette. Die richtige Abstimmung der Farbe von Schuh und Strumpf bedarf fad* männischer Beratung. — Unser bestgeschultes Personal steht Ihrer Verfügung. Jede Dame, Jeder Herr erhält eine elegante Tasche aus Modelcder beim Einkauf von 2 Paar Strümpfen oder Socken und gleichzeitigem Schuheinkauf. ■P» neue Modell rasMhotzfarb, mit kUm U>tu»>XV.-ate. 50 Edit Chevrcani mit frans. Abs. .. Brann edit Cherr.* Spangen- •chahc mit festen Abs. <••.»•••« aefewen m. .ro* nemn-nalDsdinne sta *» '} 20** Entzüdtentfe notiere t Kode?!*• «paageo. 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