Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2543 (22.3.1926)
- Date
- 1926-03-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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WYW^W mT7T?WZ^WWWW»«W | Foicn,"äS | Wien. £um Abholen in der Expedition, 11., Taborsti. 1-3, oder in einer Verschleisstelle Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma G o I d sch m ied, Wotlzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatllct 5 Schilling l schecho-Slowakel; Mon. K 22. Jugoslawien Mort. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 16 '«chsahUmfen bei freie» erhSbaagen rorbeheliea Wiener orgmseilunI »r. 2S43 Wien. Montag. 22. MSrz 1926 ferei» 20 mi England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lite: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien rMon.IOOLew«. Schweiz und das übrige Xusland monatlich Fies. : Redaktion, Administration; Wien, II. T aborstr. 1 Telephone: 44-0-38.43-3-12 Ab 6 Uhr. 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D uckcrei lg. Steinmarni) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69:-? WBFM/ mWiMWlMI MHIMMI 8. Fahrgans m I« redakttonelleu Teil enthaltene entgeltliche Mit. teNungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. SionWscher Sieg iu Graz. 6lf Mandate in der Kultnsgemeiude erobert. Aus Graz wird uns telegraphiert: Bei den gestrigen Wahlen in den Vorstand der jüdischen Gemeinde haben die Zionisten den Sieg davongetragen. Von den zur Besetzung gelangenden Mandaten sielen aus die Zionisten 11, aus die Konservativen 9 und aus die Wirtschastspartei 4 Mandate. Den grössten Verlust haben die Konservativen erlitten, die drei Mandate einbützten. Münchener Frankensülschnngen. Mitwissen der Behörden. — Die Filiale der Budapester FälscherzentraLe. ^Eigeudienst der „Wiener Morgenzeitung.") Berlin, 22. März. Der „Montag-Morgett" bringt heute in großer Aufmachung die sensationelle Nachricht, daß durch die jüngsten Erhebungen der französischen Kommissäre in München eine Filiale der Budapester Frankenfälschungen festgestell: wurde. Diese schon vor einiger Zerr von denr Münchener Kommunistenblatt „Neue Zeitung" gebrachte, jedoch nicht ernst genommene Mitteilung hat das Berliner Blatt nachrechcrchieri und hiebei eruiert, daß völkische Kreise i u München das gleiche Verbrechen begangen haben, das Ungarn vor der ganzen Welt in Verruf gebracht hat, und daß die bayrisch e u Behö r d e n dabei eine 'ä h n l i ch e krag w ü r d i g e Rolle spielten wie die in Budapest Durch ein führendes Mitglied der Roßbach-Organisation, den Reisenden Ludwig M a y e r, sind die Mitteilungen über die Münchener Frankenfälschungen aufgekommen. Dieser Mayer hat sich jetzt gemelde: und gibt an, daß er im Februar aus der Münchener Polizeidirektton alles angegeben habe, was er von den Fälschungen wußte. Auf der Münchener Polizeidirektion wurde ihm jedoch erklärt, die Dinge seien der Polizei längst bekannt, die Sache sei erledigt, die Klischees vernichtet und die falschen Tausendfrankennoten überhaupt nicht zur Ausgabe gelangt. Damit aber ist einwandfrei erwiesen: 1. daß im Somm.r 1924 von führenden Persönlichkeiten der .vaterländischen Verbände Frankenfälschungen veranlaßt wurden; , 2. daß im Auftrag dieser Leute die Münchener Firma Schivarz die Klischees für die Fälschungen geliefert hat; 3. daß die Direktion eines großen Münchener Verlages Druckaufträg aus falsche Frankennoten an kleine Firmen vergab, bei denen Mitglieder itadiona-Iifttfd>et Organisationen beschäftigt wurden; 4. daß alle Beteiligten für den Fall eines Verrates mit der Rache der Feme gedroht haben; 5. daß ihnen Straflosigkeit zugesichert und erklärt wurde, daß die Behörden an den Fälschungen ber.nligt seien. In München ist von einer Verfolgung der Fälscher nichts zu hören. Der Polizei ist der Fall bekannt, und damit ist der Fall erledig Kein Staatsanwalt hat es bisher für nötig befunden, sich für die Dtünchener Fälscher zu.interessieren. Jas Semmeringöchachtmnier. Dr. TovtakoMer an der Spitze. — Niederlage Vibnmrs und Retis. Semmering, 21. März. In der heutigen Runde kam das zahlreich or'chienene Publikum auf feilte Küsten. Es ist eine alte Erfahrung: Je weiter ein Turnier vorschreitet, desto schärfer das Spiel. Wieg: doch jetzt, wo es sich um die Endplacierung handelt, jedes Potnt doppelt schwer. Sensationell wirkte der rasche, schon in 19 Zügen erkämpfte Sieg Spielmanns in einer Wiener Partie gegen den jugo'lawischen Matador Professor Dr. Bidmar. Fast ebenso überraschend wirkte d'.e Niederlage Retis gegen den Ungarn Dr. Ba j da. Ren halt das beliebte englische Bauernfpiel vorgetragen und nach Flankeneniwickchng beider Läufer sich schon Budget der Wiener israelitischen Kultur.' gemeinde. Der Bericht des Referenten. Das Budget der Wiener Kultnsgememde für das Jahr 1926 ist gestern nach Uebevivindnng manigfacher Schwierigkeiten endlich dem Plenum des Kultusvorstandes vorgelegt worden. Zweimal mußte man zu dem Ausknnfstmittel eines Budgetprovisormms greifen, das von der Opposition, insbesondere von der zionistischen Fraktion auf das heftigste bekämpft wurde. Seit dem bekannt gewordenen Brief des Führers der Union, Dr. O r n st e i n, in dem er die Zionisten wegen ihrer Arbeit für Palästina vor dem Ausland vernadern wollte, konnte eine Zeitlang überhaupt keine Sitzung des Vertreierkollegtnms stattfinden, weil die Mchrheit, die den mit den Zionisten geschlossenen Wahlpakt gebrochen hatte, zu den Verhandlungen keine Vertreter entsendete. So kam es, daß im ersten Vierteljahr ohne richtiges Budget auf Grund der Ergebnisse des Vorjahres gewirt'chaftet wurde, ein Zustand, der einem geordneten öffentlichen Haushalt alles eher als förderlich ist. - Der Finanzreferent Regiemirgsrat Dr. Oppenheim wies in seiner Budgetrede auf die mißlichen wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die die Kultusgemeinde zwingen, in ihrem Haushalte äußerste Sparsamket walten;u lassen und auch die Anforderung an die minder leistungsfähige jüdische Bevölkerung nicht allzu hoch zu spannen. Dennoch könne man im Interesse des Gleichgewichtes im Budget eine Ermäßigung der Kultussteuern nicht durchführen, da auch die Erfahrungen. Mm Burch Md .U^er Gemeinde Wien gezeigt haben, daß die prÄimimerien Steuereingänge sogar übc.r- ’&otcit wurden. Die Kultusgemeinde wird alle nicht unbedingt notwendigen Ausgaben einschränken und hat sich auch entschlössen, mit dem Bau der neuen Z e r emonienhalle am Zeniralfriedhofe, der mit 818.150 Schilling veranschlagt ist, solange zuzuwarten, bis der ganze Betrag durch Anleihen oder Beiträge des Bundes für Produktive Arbeitslosenfürsorge gesichert erscheint. Im allgenteinen müsse sich der Referent gegen die Aufnahme von Anleihen aus'prechen, da sie der Gemeinde eine drückende Zinsenlast aufbürden würde. Das Budget ftir 1926 weist auf der Ausgabenseite 5,529.295 Schilling ans (davon entfallen 120.000 Schilling aus den Reservefonds). Auf der Eimtahmenft't^ siaurteren bloß 5,229:697 Schilling, so daß das Kreable mit einem Defizit von 299.598 Schilling abschließt. Der Referent besprach sodann in großen Zügen die ehu zelnen Kosten, aus denen diese Endsummen resultieren. Die höchsten Einnahmen sollen die Kultus steuern bringen, die einen Ertrag von 1,600.000 Schilling abwerfen 'ollen. Im Vorjahre wurden 1,645.000 Schilling präliminievt, während das tatsächliche Ergebnis 1,850.000 Schilling war. Die Einnahmen im Kapitel „Kultus und rituelle Angelegenheiten" sind mit 469.000 Schilling, etuvas weniger als im Vorjahre veranschlagt. Im Kapitel „Unterricht und Bilbliotheksangeloge nheile n" betragen die Ausgaben 102.300 Schilling. Im „F r i e d h o f s w e s en" betragen die Einahmen 1,077.300 Schilling und die Artsgaben 949.760 Schilling. Das Fürsorgewesen weift um 256.000 Schilling tvenigcr Ausgaben als im Vorjahre auf, was auf die außerordentlichen Zuwendungen, die im Vorjahre für die Renovierung des Spitales erforderlich waren, zurückzuführen ist. Außerdem werden die Einnahmen des Spitales, das voriges. Jahr einige Monate gesperrt war, höher sein. Das Kapitel „M a t r i k e n w e s e n" weist Ausgaben in der Höhe von 53.650 Schilling und Einnahmen in der Höhe von 380.000 Schilling auf. Für Gebäudeerhaltung und Verwaltung sollen 60.620 -Schilling und für Ge nno ind e- Verwaltung 813.000 Schilling ausgegoben werden. In beiden Budgelkapitcln wurden erhebliche Ersparungsmaßnahmen durchgefülhrt. Für Beamtengchälter sind 1,892.000 Schilling vorgesehen. Der Referent bat schließlich um Annahme des dorgelegten Budgets. Die Verhandlung wurde hierauf abgebrochen. Die große Budgetdebatte wird heute um 8 Uhr abends beginnen und wahrscheinlich drei Abende in Anspruch nehmen. Zu Beginn der gestrigen Sitzung battfte der Präsident der Kultusgemeinde, Prof. Dr. P i ck, allen, die sich um das Gelingen der Hundertjahrfeier des Stadttempels verdient gemacht haben. eine rech: gute Stellung anfgevant, als er durch voreiligen Zng dem Gegner die wichtige offene S-Lutie überlassen mttßte. Bald darauf erlangte der Ungar auch einen vehementen Königs«tlgriff, wobei der Kölner Großmetster seine Dame einbüßte und im 23. Zug kapitulierte. Noch in der Vormittagssitzung gewann auch Doktor A l j e ch i n ein scharf geführtes Dainengambit gegen den Wiener G r ü n f e l d, wobei der französische Champion die Annahtnc des Gambits in neuartiger und zwingender Form widerlegte. Eilte ausgesprochene Leistung vollbrachte auch Dr. T a r t a k o w c r, der den Widerstand des Wiener Jungmeisters K m o ch in einem schweren Dameneudspiel erst im 49. Zug überwand. Es war dies eine Damen- Bauern-Partie, von Kmoch mit der Flankenentwicklung des Damenlänfers geschlossen, verteidigt. Eindrucksvolle Züge hatten noch Aales und I a n o w s k i zu verzeichnen. Der Engländer, der sich gegen die gebotene Damen- Bauerueröffnung Davidsons mit der strenge geschlossenen indischen Verteidigung gewehrt hatte, opferte int Mittelspiel zwei Bauern und erlangte dadurch eitlen überwältigenden Angriff. Janowski hatte das offene Spiel Marchese R v s e l l i s mit der sizilianischen Verteidigung beantwortet und gewann schließlich in einem fein dnrchgeführten Turm-Endspiel. Einen friedlichen Remir-Ansgang nahm das italienische Vierspringer-Spiel Dr. T r e y b a l - R n b i n st e i n, das Reti* Znkertort-Spiel N i e m z o w i t s ch - D r. Tarrasch sowie auch das Damen-Bauernspiel Gilg -- Michel, welches von beiden Seiten in übermoderner Werse mit doppelter Läufer- Fianchettierung sorgsam und korrekt behandelt wurde. Stand nach der elften Runde: Dr. Tartakower 9, Niemzowitsch 8Vs (1), Aljechin und Spielmann je 8, Professor Vidmar, Rubinstein und Dr. Tarrasch je 6*/», Dr. Vajda, Dr. Treybal und Gilg je 5Vs, Reti 5 (1), Janowski 4*/-. Davidson und Aates je 4, Grünfeld.3*/, (1), Kmoch 3 (1> Michel 3, Roselli l1/* _ Frledensbesprkchnngen ht Marokko. Paris. 21. März. Nach einer vom „Temps" wiedergegebenen Sktchrlcht aus Rabat haben Abgesandte Abd el KrimS in den letzten Tagen mit führenden Persö nlti chke i: e n Besprechungen gchabt, um Abd el Krim über die Friedensbedingungen Frankreichs und Spaniens auf dem Laufenden zu ethalten. Lehrauftrag an eine Wische Sorscherin. Der Privatdozentin an der Universität Ha Ile, Dr.phil. Berry He im an n. ch ein Lehrauftrag für indische Philologie erteilt worden. Die besonders auf dem Gebiete der indischen Philosophie und der Religionsgeischichte tätige Forschen« ist aus Wandsbek gebürtig. 1917 bis ISIS war Frl. Heimau« Bibiiochekaritt und Asiisteutiu im alt^hiloloyifchen Institut in Kiel. 1923 erhielt sie die Zulassung als Privatdozetttin an der Universitär Halle auf Grund der Schrift „Die Entwicklung des Gr^tesbegriffes der Upanishaden". -''7"'" "'"- ^^BrOderSchiffmann II.. Taborstrasse 48 Telephon 47*1-71 En gros En detail 243429798533073^