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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-20 · Heft 2541 (20.3.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2541 (20.3.1926)
Date
1926-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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iPotcn. 25 irio»L> I Wien: Zum Abholen in der Expedition, 11., Tabotsü. 1-3, oder in einer Vetsdileisstelle Trafik) monatl. b Schilling Strassenverkaul ln Wien durch die Kolporteure de Firma Goldschmied. I., Woltzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlici 5 Schilling 1 sch echo« Slowakei. Mo». K22. Jugoslawien: Mo».vin. 6V. Polen:Mo«. 5Zloty. Deutschland Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 m.. Wiener Uommreilung 'acta gehlangen bei freit* erhObanaen «otbehtlicB fffrilt 20 71 England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl 18 Lire: Ru mflni en: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.100Lew«. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, 1L Taborstr. 1 Telephone: 44-0*38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto. Nr., 150.693 Rr. 2S41 Me«. Samstag, 20. MSrr 1926 8. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. SCHREIBER - MAZZOTH sit.J seit Jahrzehnten (gegründet 1859) als die feinsten, dünnsten Mazzoth bekannt Hauptniedetlage für Engros- und Detaiiveikauf: M. Schreiber-Kolin Wien, 2, Bezirk, Hammer-Purgstail-Gasse 1 Telephon 44-9-66 (nächst Salztorbrücke) Offeriert für HDD beste Qualitäten Weine und Sliwowitz zu billigsten Preisen Re Regelung der Schulden der früheren Monarchie. Paris, 19. März. Nach den vorausgegangeuen, drei Monate dauernden Verhandlungen über die Regelung der Schulden der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie hat heute die R e p a r.a t io n s ko m rn i s s i o n das Prager Abkommen vom 14. November 1925 zur Kenntnis genommen, welches somit für Oesterreich, Ungarn, Italien, Polen, Rumänien, die Ts chechoslowakei und Jugoslawien Gültigkeit erlangt. In dem amtlichen C o m m u n i q ü c der Reparationskommission heißt es: Auf Grund des erwähnten Abkommens haben sich alle als Schuldner anerkannten Staaten, das sind alle sechs genannten mit Ausnahme Italien s, verpflichtet, sofort mit dem Dienst der österreichisch-ungarischen Schulden zu beginnen, deren Titres.sich außerhalb der Grenzen des ehemaligen Oesterreich-Ungarn befinden, und zwar. auf folgenden, im Innsbrucker Protokoll vom 29. Juni 1923 festgesetzte» Grundlagen, zu denen auch Rumänien seine Zustimmung ausgesprochen hat: Von allen Anleihen (Renten) werden als Zinsen 32 Prozent ihres Nominalwertes, für die Anleihe in Auslandswährungen 27 Prozent festgesetzt. Diese Prozente betreffen auch die Rückstände für die verflossenen Jahre und sollen in zwölf Jahren amortisiert sein. Aus Grund der Entscheidung der Reparationskommission treten die Bestimmungen über die Eisenbahnen der Oesterr.-ungar. priv. Staatseisenbahngesellschaft (Steg), wie sie durch die Wiener Konvention und dann durch das Pariser. Abkommen festgelegt wurden, in Kraft, d. i. die Umwandlung in dreiprozentige Obligationen. Der Dienst wird von den fünf Nachfolgestaaten (Oesterreich, Ungarn, der Tschechoslowakei, Jugoflawien und Rumänien) bezahlt, und zwar 27 Prozent von den auf den Coupons der Titres angeführten Betragen in Gold. Die 4prozentigen, auf Franken (Emission 1900) und Mark (Emission 1883) lautenden Obligationen belasten nur Oesterreich und die Tschechoflowakei, wobei in beiden Fällen verstanden wird, daß e$ sich um Papierwährung handelt. Der Schuldendienst für die Goldrenten, ferner für die auf ausländische Währung lautenden Renten und für die Schuldverschreibungen der Steg und die ungarische Anleihe (Emission 1910) wird in einer gemeinsamen Kommission der Titreseigentümer konzentriert, welche die Daten veröffentlichen und die betreffenden Beträge auszahlen wird. Die sieben Nachfolge- und Zessionärstaaten sind bei dieser Kasse durch einen von ihnen gestrählten Kommissär vertreten. Der Sitz der Kasse ist Paris. 2er österreichisch-tschechische Handelsvertrag. Prag, 19. März. Die Verhandlungen wegen Revision des Ha ndel^vertrageSmit Oe st erreich sollen nach der „Lribuna" am 1. Avril in W i e n b.eg'nnett Gleichzeitig worden auch die Verhandlungen wegen des ZolltgrifvertrageS mit ttngarn und die Beratungen mit der So wetz. begonnen werden | Der völkische Terror in Deutschland. SBWtage und Stahlhelm. Hamburg, 19. März. (I. T. A.) Anknüpjünd an die Friedhofschändung in Erfurt schreibt Syndikus Dr. Leo K a m n i tz e r im „Israelitischen Fannüenblatt" u. a.: „Sät fast vier Jahren bildet Erfurt em Dorado für völkische Verbrecher, Elemeute, denen der Boden Bayerns zu heiß wurde, ließen sich in Erfurt nieder und streuten, aus dunklen Quellen gespeist, das Gift des Judenhasses unter die unreife Jugend. Gedüngt wurde der Erfurter Boden durch den völkischen Führerhelden Hauprmann Dr. Artur Dinier, der die Leiden des Weltkrieges z e h n u n d e i n h a l'b Tage a n der Front gekostet hatte, und der durch seinen Ausspruch m eitler öffentlichen Versammlung in Erfurt: „Hut ab vor jedem Juden, der den Heldentod erlitten hat, schade, daß sie nicht alle gefallen sin d", zur Berühmtheit geworden ist... Seine Saat ist aufgegangen. Was in den öunMfteu Tagen Bayerns kaum möglich war, wurde hier zur Wirklichkeit. Es ist in der Geschichte Erfurts ein trauriges Kapitel, daß jüdische P a s s a n t e n auf dem Wege zur Synagoge von Horden a m h e l l e n T a g e angefallen wurden, daß ein Schulfunge wahrend des Gottesdienstes die Außemür der Synagoge aufriß und ein kräftiges ,H e P, h e p!" hineinriaf. daß bei jüdischen Mitbürgern die Fensterscheiben eingeworfen wurden, daß man alte friedliche Leute durch anonyme Telchhongesprache und Briefe erschreckte, daß man bei einem hiesigen jüdischen Fabrikanten nachts einen fest betonierten Zaun umwarf und daß man einem jüdischen Rechtsanwalt in der Dunkelheit einen Dolch in den Rücken stieß. Es war ein Zeichen trayxi^.Zeit, daß man die Synagogenbesucher auf der 'belLbwsten ^Straße Erfurts durch. K r i m i n a l b e a m i e s ch ü tz e n und die Synagoge während des Gottesdienstes an den hohen Festtagen bewachen lassen mußte." Minister Severlng über die Wehrverbönde. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") . Berlin, 19. März. Im Preußischen Landtag erklärte heute Lei der Beratung des Jnnenetats. Minister Seve r ing, er werde, solange er Polizeiminister sei, alle Wehrorganisationen gleichmäßig behandeln. Er wünsche' dringend, daß sich die Organisationen von selbst auflöse n. Ich habe ein dringendes. Jmerefse daran, erklärt Sevoring, daß die durch die Wehrorganisationen ausgeübte Beunruhigung der Oeffentlichkoit endlich einmal aushört, aber ich sehe auf keiner Seite, daß eine Abrüstungskonferenzeinberufen wird. Diejenigen, die zuerst ihre Organisation ins Leben gerufen haben, sollen, zuerst abrüsten. Sie (nach rechts gewendet) haben die Geister gerufen und werden sie nun nicht los. Und Sie dürfen sich -nun nicht darüber wundern, daß die Linke ähnliche Organisationen eingesetzt hat. Ich henke nicht daran, den Stahlhelm und ähnliche OMmsatioueu Mfzülöstn, solange sie auf dem Boden der gegebenen Gesetze stehen. Wenn sich die Wearorganifatianen aber wie bisher weiter aufputzen,. dürfen Sie sich nicht wundern, wenn diese fortgesetzte Beunruhigung der Oeffentlichkert zu einem Eingreifen der Behörden führt, das dem Treiben aller dieser Organisationen/ein Ende macht. Ein völkischer Enteisnungsvorschlng. Berlin, 19. März. Im RechtsauLschuß des Reichstages haben die B o l k i f ch e n zum Kompromißantrag über die Fürstenabfindung' einen Gesetzentwurf zur Enteignung des Vermögens der BanL und Börsenfürsten und anderer Volks Para fiten emgebracht. Gegen den Völkerbund. Berlin, 19. März. Die die Kommunisten, :so haben jetzt auch hie V öl k i s che n im Reichstag einen Antrag emgebracht, der die Reichsregierung ausifordevl, wegen der veränderten Lage und da die erforderlichen Borans-- setzungen fchlen. das Gesuch um Anf«ahme in den Bolkervund zurückznziehen. Fraulern Bützow. Berlin, 19. März. (& X. A.) Im Rahmen des deutschnationalen Landesparteitages sprach Fraulein Hedwig Bötzow über „Politische Ziele im öffenllichen Leben". Auf allen Gebieten, klagte die Rednerin, denen der Sittlich, k e i t, Kultur n n d P o l i t i k, sind die Deutschen übe r» fremdet. Theater, Musik und Kino sind völlig undeutschen Geistes. Auch die Familie ist in ihrem Keim schon vom jüdischen G i f t -betroffen. Wir müssen, schloß die Rednerin, den Kampf dagegen aufnehmen, ganz besonders dis Frauen. Wir müssen Gesetze fordern, dirß kein Jude die Staatsangehörigkeit behalten kann und. daß, wer einen Fremdstämmrge« heiratet, d^ Staatsangehörigkeit verliert. Australien gegen die Ratrvermehrnng. (Eigendicnst der „Wiener Morgenzeitung.") London, 19 März. Die Genfer, Debatte im Unterhaus wird am kommenden Dienstag abgeMhrt werden. Die erste offizielle Aeußernng über die H a l t u n g d e r britischen D o m i n i e^n. zpm Genfer Zwischenfall stammt vom australischen Prem'ermintster Bruce der erklärte, seine Regierung habe die britische Regierung wiffen lassen, daß von ihrem Siandpünkt aus iedeVermobr u n g der st ä n d i g e n V ö lkerbundratSf i tz e mit Ausnahme eines Sitzes für Deutschland als u i di t wünschenswert bezetämet werden müsse Er glaube, daß im S e p t e m b e r die Lösung gefunden werden wird indem . D e n t s ch l a n d am Grund der idm als Großmacht zukommenden Würde einen Sitz im Völkerbundrat erhalten werde. < ' Gin Mißtrauensantvag Lloyd Georges. London, 19. März. In der Unterhausdebatte am Dienstag wird Lloyd George einen Antrag auf BerMinderung des Gehaltes für den Staatssekretär des Außenamtes stellen, ivas die Bedeutung eines Mißirauensvotums hat. Nach Lloyd George wird wahrscheinlich Mae Donald sprechen, worauf Chamberlain das Wort ergreifen wird. Semiffioit des griechischen StaatrdrWdent«. Athen» 19. März. (Tel-Komp.) Der Präsident der griechi« scheu Republik. Admiral K o n dnr i o t i S, hat gestern dem Ministerpräsidenten sei« RücktrittSschreiben zngebe« lasten. General Pangä loS begründet den Rücktritt des Präsidenten mit G e s n n d h e.11S r ü ck sich ten. I« der Umgebung des Admirals Konduriotis lehnt man dagegen jede Er- . klärnng ab. Die Neuwahls« fÄ die erledigte Präsidentenstelle wurden auf de« 4. April ausgeschrieben. Soplidges Pal« gestorben. Plymouth iVermvnt), lS. März. lWolff.) De« Säte» des Präsidenten C o o 1 i d g e ist gestern gestorben. Der Präsident. der aus Washington an daS Sterbelager feines Bate'S abfuhr, erreichte ihn n t ch t m e h r l« h » « d. Kolonel Coolidgo ist 81 Jahre alt geworden. Aablndranalh Tagore schwer erkrankt. voudou, 19. März. (Tel.-Komp.) Der indische Nationale dichter Rabtndranath Tagore ist schwer erkrankt. Man hegt ernste Befürchtungen.für sein Leben ar Besonders blillfler MG IstKOkkM. FrühlingsOkkasionsVerkauf svaS' II., TaHorstrasse 48 Telephon 47-1-71 Ei gros Es detail .1

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