Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2539 (18.3.1926)
- Date
- 1926-03-18
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mit L Wien, Donner-wg Marz 1996 Ar. ZKV ©cnf gegen Locarno. Münchhausen unter dem Hakenkreuz. Men» Freund lernt um. -y. SBie«, 18. März. Der Völkerbund steht jetzt im Mittelpunkt der allgemeinen Politik und wahrlich nicht in einer für ihn schmeichelhaften Beleuchtung. Er hat in der schwersten Probe auf seine Tragkraft versagt und obzwar nichts in den Vorgängen der letzten Tage ist, was die Idee und den Zweck der Genfer Staatenvereinigung diskreditieren würde, hat doch die Gegnerschaft neue und sicherlich starke Argumente in die Hand bekommen. Der Völkerbund hatte sich von seinem inneren Wesen, voll der Bedingung der absolutesten Oeffentlichkeit, so weit entfernt, daß er gar nicht mehr, zu erkennen war. Ist das noch ein Völkerbund? Ist das noch eine überstaatliche, übernationale Institution, die den Mitgliedern das Recht auf imperatives Mandat zugestebt? Deutschland, Schweden, Spanien, Polen und schließlich Brasilien kamen mit vorgefaßten Beschlüssen und setzten allen Ueberredungsversuchen ein starres Ultimatum entgegen. Dies mußte immer mehr verstimmen und reizen. Jede Macht sah in der Erklärung der anderen die Ausrichtung eines kaudinischen Joches. Es ist doch der Sinn des Völkerbundes, daß in ihm verhandelt und diskutiert wird und daß in seinem Zimmer eine Ueberschätzung der eigenen Macht nicht eintreten soll. Die Ueberstaatlichkeit kann doch nur gedeihen, wenn der Wille zum Kompromiß vorhanden ist. Daß sich das Gegenteil jetzt in so umfangreichenl Ausmaß eingestellt hat, spricht nicht gegen den Völkerbund als moralische Idee, sondern nur gegen die Entartung der Politik in Europa, die die Distanz zum Krieg und zu seinen Methoden noch nicht verlosten hat. Der Ungeist des Ultimatums spukt noch immer und die Maxime des mit der Faust auf den Tisch -Schlagens ist nicht abgeschwächt. Die sechs Jahre Völkerbund konnten das Umlernen nicht bewirken. Auch dies ist letzten Endes doch nur eine Personenfrage. Alle, die in Gells handelnd auf die Bühne kamen, stammen aus der Vorkriegszeit, in der die Machtinteresten die Vernunft sabotierten. Jeder einzelne hatte irgend eine Sonderabmachung bei sich, und im ganzen war das absonderliche und abscheuliche Schauspiel zu sehen, wie eine aus dunkler Ecke kommende Obstruktion das Werk mitten im Aufbau von unten aufriß. Der Stoß war von außen geführt und es war niemand anderer als die neueste Koalition der "römischen Kurie mit dem römischen Faszismus, die in Genf eingegriffen hat. Der Vatikan will den Völkerbund nicht, weil er nicht Mitglied ist und weil er eine friedliche Ausgleichung des protestantischen Deutschland in seinem Kalkül nicht brauchen kann. Mustolini strebt nach der Vorherschaft in Mittel- und Südeuropa und sein Bestreben kann sich nicht in den Rahmen des Völkerbundes einordnen. Also wurden die katholischen Staaten eingesetzt und es ist geradezu grotesk, wie schließlich alles Parlamentären an dem Vertreter Brasiliens scheiterte, an demselben Delegierten, der die wundeste Stelle der Politik, das Recht der Minoritäten, angegriffen hat. Noch grotesker ist es, daß eine vom Anbeginn an innereuropäische Angelegenheit von einem südamerikanischen Staat her gestört wird, der den Impuls von Europa erhält. Das ist die Politik der Selbstvergiftung, die mit dem Krieg begonnen hat und sich seither in den Krämpfen des Faszismus, der Fememordverbände, der magyarischen Falschmünzerei, der Cu^a-Banden, der Rechtsverfälschung in Mitteleuropa, wie nicht minder in den Eifersüchteleien im Orient äußert. Dieses Europa kann keinem Araber, keinem Türken und keinem Inder imponieren. Voll aufrichtigsten Vergnügens applaudierte der Vertreter Chinas, als Mello Franco seinen Shimmy von der Mondnacht in Rio de Janeiro abgesungen hatte. Das Genfer Debakel ist der Zusammenbruch der Geheimdiplomatie. Die Unfähigkeit der Politiker, auch nur für einen Tag und eine Nacht vorauszudenken, hat sich ja schon in Versailles gezeigt. Sie hat sich jetzt in Genf von neuem dokumentiert. Jeder Minister, der sich dort an den Tisch setzte, hatte eine Geheimabmachung unterschrieben. Erst war in Locarno alles abgepakelt worden, dann besprachen sich Chamberlain und Muffolini, Chamberlain und Briand, Mussolini und Nincic, Mussolini und Rufos, Briand und Skrzynski. Dazwischen tagte die kleine Entente. Es gab Communiques der ungetrübtesten Freundschaft. Je wärmer eine solche Kundgebung ist, desto gefährlicher ist ihr Hintergrund. Es wurde zwischen den Diplomaten von der Aufteilung des Balkans, von Oesterreich und von Nordafrika gesprochen; es gab Gründe und Gegengründe, alles im Hinblick auf militärpolitische Eventualitäten. Die grausame Sonne von Genf hat alles an den Tag gebracht und dem staunenden Publikum enthüllt, wie die Friedensliebe aussieht und welch kleinen und kleinlichen Menschen die Geschicke der Welt anvettraut sind. 1400 Millionen Menschen umfassen die Staaten des Völkerbundes. Diese Zahl schließt in sich eine Fülle von Verantwortung, der zu genügen kaum die Besten gut genug wären. Wer aber übt sie aus? Gefangene des militaristischen Chauvinismus. Die Würdelosigkeit dieser Politik ist notorisch geworden und den Schaden hat die Autorität des Völkerbundes, die in einem dummen Schacherhandel ausgemünzt worden ist. Die Schlußreden, die in Genf gehalten worden sind, atmen die verzweifelteste Angst vor der Abrechnung, die nun allerorten kommen muß. Aber sie wird nicht die treffen, die in erster Linie schuld sind und die der großen in Rom ausgeheckten Intrige erlegen sind. In dem Marz-Heft der Zeitschrift „Deutschlands Erneuerung" klagt der Dichter Börries Freiherr v. M ü n ch h a u s e n, der einmal das Von dem verstorbenen Lilien illusttierte Balladenbuch „Jüda" geschrieben hat, darüber, daß in der deutschen Literatur das jüdische Element angeblich stark überwuchert. Er schreibt unter anderen:: „Ich schreibe diesen Aufsatz in der klaren Erkenntnis, daß das Deutschtum in der Literatur endgültig tot ist. Das deutsche Volk kauft mehr als doppelt so viele jüdische und ausländische Schriftsteller als deutsche! Die 60 Millionen Deutschen kaufen mehr Bücher, die geschrieben sind von der hüben Million Juden als Bücher von ihren 59,5 Mllionen Landsleuten. Nehmen wir annähernd Gleichheit der Produktion an, so bedeutet das, daß 120 Deutsche lieber das eine Buch des einen Inden unter sich kaufen, als die 120 Bücher, die ihre Rastebrüder verfaßten! Das ist so erschütternd, daß es einem zunächst den Atem versetzt — das deutsche Schrifttum t o t! Das jüdische und ausländische Schrifttum ist Sieger auf der ganzen Linie! So wie es schon Sieger arss der ganzen Linie des Theaters ist! Der Verfasser sagt, es solle kein Wort des Vorwurfs über seine Lippen kommen, er möge mit dem Antisemitismus, dessen Vater der Neid und dessen Bruder der Mord ist, nichts zu tun haben, aber doch läßt er sich zu folgendem Vergleich verleiten: „Wer will den Bazillen das Recht auf Existenz absprechen, das allen Geschaffenen zusteht, ... — und wer will es vollends den Juden bestreiten, die völlig gleichberechtigt unter uns leben!" Er setzt dann fort: „Nur der oberflächlich fühlende Deutsche kann glauben, daß in einem Heinrich Heineschen Liede seine Seelenschwingungen in genau gleicher Wellenlänge zittern, daß es genau ausspricht, was er empfindet. Nut wer i . t Sammlung Dr. Max Strmiss, gesl. Men Gem&lde alter und moderner Meister, Miniaturen, Silhouetten, Handzefchnungen alter Meister, englische and französische Kupferstiche Darunter Gem&lde von: A. Brouwer, P. Breugel III., G. D. Gaxnphnyseo, A. Ganaletto, F. Olaesz, A. Onyp, J. CoBBiers, J. van Goyen, J. de Heem, 0. Netsoher, A van Ostade, I. van Oatade, J. n. S. Ruysdael. R J. Savery, J. SlbereohtB, J. Steen, D. Tennieta 4. J., G. DtTlepolo, J. Victor, J. Weenix,Ph Wou-werman, R.V. Alt, L.J. P. Bonnat, A. G Dooamps.J Kriehuber, A. Menzel, K. Troyon, F.G, Waldmftller. Miniatur e n von K.Beybold, D. Saint, L. M. Antlaater, J. Oossard, E. H. Langlols, F. Jj. v. Vieth, J. B. Isabay Ubw. Handzelohnungen alter Meister von: P. Brueghel, A Carraooi, M. Mariesohl, I. de Monoheron, J van Stry usw Kupferstiche (zumeist ln Farben gedruckt) von und naoht F Bartolozzl, W. Beeohy, Th. Gainsborough, J. Hoppner, R. Porter, J. M. Queverdo J. Rislng, J. Ward, F. Wheatlev u. a. VERSTEIGERUNG « oberen Saale des Kiinatlerhaueee, Wien, I., Karleplatz 5, Montag den 22. and Dienatag den 23. März »926 ab 3 Uhr SCHAUSTELLUNG daselbst ab honte Donnerstag den 18. bla Sonntag doa2l. März 1928 von 10 bis 5 Uhr GlOokaellg 8ea. n. b. H. c*J* Wawra IV., Mfihlgasae 28—30 IU., Lothrmgerstrasse 14 jedes Instinktes bar ist, kann glauben, daß etwa Jakob Wassermanns Meisterhand deutsche Menschen schaffen könnte; dieser große Dichter ist klug genug, immer wieder Rassegenossen zu Trägern der Handlung in seinen Romanen zu machen. Nur wer jedes völkischen Ehrgefühls ledig ist, kann Emil Ludwigs (geb. Cohn) Kaiserbuch ohne Scham und Wut lesen. Es ist nicht etwa das Urteil als solches (das könnte, im Falle. man es ablehnt, ja nur Zorn auslösen), nein, es ist dies, daß ei« zugewanderter Fremdstämmiger mir meinen Fürsten zu verunglimpfen wagt." (Emil Ludwig läßt in seinem Buch ausschließlich Personenaus der Umgebung des Kaisers über ihn sprechen, vermeidet aber selbst jedes Urteil. Diese Fesfftellung ist sehr notwendig gegenüber der Klage Münchhausens. Die Red.) Wetter unten heißt es: „Nur um eins bitte ich: Nennt diese Betrachtung nicht antisemitisch. Ach, es handelt sich für unser Land längst nicht mehr darum, die Ausländer auszuschließen und die Juden ins Ghetto zu sperren!" Münchhausen schließt: „Uns fehlt der große Führer, d?r das ganze Volk zusammenschließt und aufwärts reißt. Ein Lenin, ein Mussolini, ein Bismarck — oder ein Goethe, ein Kant, ehr Dürer . . . Wer kann Männer aus dem Acker Deutschlands wachsen lassen!" . Lar deutsche Reichsgericht. Ein Schandurteil. Die völkische Presse Deusschlands hat vor kMAMt, gestützt auf eine Notiz des ^Hammer", jubelnd verkündet, der öffentliche Gebrauch der Bezeichnung ,HudenrepMik" für den gegenwärtigen Staat sei nicht strafbar. So habe das Reichsgericht entschieden. Diese Behauptung stieß allgemein ans Unglauben. Sie ist über trotzdem ergangen. Dre Entscheidung liegt ein paar Jahre zurück. Sie ist am 22. Juni 1928 gefällt worden. Erst das Jubelgeschvei des vöArschen Gesindels hat sic jetzt in der OeffenKichkcit bekannt gemacht. Das Landgericht Gotha hatte wegen Vergehens gegen § 8, Ziffer i des Nepnblilkschutzgesetzcs (öffentliche Beschimpfung der verfassungsmäßig fsstgeftellten republikanischen Staatsform), Angeklagte verurteilt, die in einer Versammlung gesprochen und gesungen hakten: ,Mr brauchen keine Judenrepublik, Pfui, Judenrepublik." Der erste Strafsenat des Reichsgerichtes hob dies Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. In den Gründen des Reichsgerichtes heißt cs: „Der Ausdruck „Judenrepublik" kann in verschiedenem Sinne gebraucht werden. Er kann die besondere Form der ‘ demokratischen R epnblik bezeichnen, welche durch die Weimarer Nationalversammlung „verfassungsmäßig festgestellt" ist; er kann auch die gesamte Staats form umfassen, die in Deutschland seit dem gewaltsamen Umsturz im November 1918 bestanden hat. Gemeint kann sein die neue Rechts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland, die unter hervorragender Beteiligung deutscher und' ausländischer Inden a u f g e r i ch t e t w u r de. Gemeint kann auch sein die übermäßige Macht und der übermäßige Einfluß, den die im Vechältnis zur Gesamtbevölkerung kleine Anzahl der Inden nach Ansicht tocitei Bülkskreise in Deutschland tatsächlich aus übt."' Das Urteil gehört, so schreibt die ,Poss. Ztg.", zu dem Erstaunlichsten, was die deutsche Rechtsprechung hervorgebracht hat. Als Revisionsgericht hat das Peichsgericht lediglich Rechtsfragen zu entscheiden. Historische oder Politische Behauptungen auszustellen, ist seines Amtes nicht. Eine besondere Qualifikation dazu kann einem Reichsgerichtsrat oder einem Senatspräsidenten auf Grund seines Amtes nicht-zugesprochen werden. Im dieser Beziehung stehen sie jedem beliebigen Bürger gleich. Man hat es nur bisher angenommen, daß eip Mitglied des Reichsgerichtes sich in dieser Beziehung zu besonderer Zurückhaltung verpflichtet fühle, wenn er ex cathedra spricht, Weil ein Gericht um so mehr auf allgemeines Vertrauen rechnen kann, je sorgfältiger es sich Pom Tagesstreit der Meinungen fernhält. Wenn die Mitglieder des ersten Strafsenates von dieser wohlbegrün>deteu Praxis Mveichen, so wird das Bedenkliche ihres Vorgehens keineswegs dadurch gemildert, daß sie ihre politischen Ergüsse in das pseudo-wissenschaftliche GewamÄ begrifflicher Distinktionen kleiden.* Das Schulgesetz für Hiudentzueg und Dtreseitunut. Leipzig, 17. Märtz. (WM.) Vor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik hatte sich heute der 00jährige Schriftsteller Dr. Paul Pudor zu verantworten. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, in der Zeisschrift ,-HMnkeruz" mehrere Artikel geschrieben zu haben, die zur Ermordung des Außenminifters und zu Gewalttätigkeiten gegen Hindenburg auffordern. In einem anderen Artikel wurde der Reichspräsident aus Las schwerste beleidigt. Pudor wurde wegen Vergehens gegen die § 7 und 8 des Gesetzes juw Schutze der Republik zu einem Jahre drei Monate Gesangnis und 100 Mark Geldstrafe sowie zur Tragung der ProHeßlkofterr verurteilt. Das PitbenMck von Erfurt. Weimar, 17. Mürz. Wie der Erfurter Polizeibericht mitteAY konnte nunmehr ein dritter Mittäter des rohen, auf dem dortigen israelitischen Friedhof begangenen nächtlichen Verbrechens, das diesen Ort in einen wüsten Trümmerhaufen verwandelte, in der Person des Handlungsgelhilfen Kurt Seiden st Ücker ermittelt und festgeuommen werden. Die schon am Samstag erfolgte Verhaftung des ebenfalls beteiligten Bankgehilfen Bar th o l o m e geschah in der Wchmung des sett einigen Tagen abwesenden WAmgbundführers Kurt WusWann. Bezeichnenderweise gehören die in dieser Siche bisher festgenommenen Verbrecher ausnahmslos dem Wikingbund an, also einer Organisation, die sich bisher 'dies besonderen Wohlwollens des eihemaligen Herzogs von Ho >burg und Gotha und anderer hoher Herrschaften erstellen durfte. Bei dem Haupttäter Laudien fand man bei stiner Verhaftung einen 30 Zentimeter langen D o l ch. Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß der Anschlag von langer .Hand sorgsam vorbereitet wurde und daß sich Ke antisemitischen Fanatiker planmäßig mtt allen zur Zersiorung der GrcEdenkmäler nötigen Wer^eugen versehen haben. Die Schuld liegt aber zu einem sehr großen Teil auf der Seite der Demokratie, die sich selbst zum Scheindasein verurteilt hat. Die Demokratie hat seit Locarno überhaupt nichts getan, um die neue europäische Sprache in die Massen zu tragen. Es ist nicht leicht, aber groß und dankbar auf die politische Phantasie von 1400 Millionen Menschen zu wirken. Wenn nach der Unterzeichnung der Locarnopakte eine große Bewegung eingeleitet worden wäre, in der die Demokratie für den Gedmikeu des BölkerLundes gewirkt hätte, wäre doch ein moralischer Druck ausgeübt worden, zummdest so stark, wie der der Geheimpolitiker: Aber die Demokratte wird nur lebendig, wenn sie einen Trümmerhaufen zu beweinen hat. Das ist ihr Inhalt. Sie wird jetzt zu beweisen haben, ob sie noch Mut und Kraft besitzt, den unausweichlichen Kanrpf aufzunehmen. Der Völkerbund mutz reorganisiert werden. Es wird eine« sehr stürmischen Sommer, voll von Krisen und Gewittern geben, die der Mondnacht von Rio de Janeiro bald folaen werden.