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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-17 · Heft 2538 (17.3.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2538 (17.3.1926)
Date
1926-03-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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r mmmmmmmrnmmmmmmmm,.. ni| I Polen: LS otoizy I Wi en: ^um Abholen in det Expedition, 11., Tabotsü. 1-3, oder in einer Versdileissteüc (Trafik) monatl. 5 Schillinr Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure dei Firma Gold schmied, lH Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlicl L Schilling Tschecho-Slowakei Mon. K 22. Jugoslawien Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, B ei gi e n: Mon. Frcs. 18 Wiener orgenpttunS »Preis 2oTT1 E n g 1 a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien Mon.lOOLew«, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, U. Taborsin I Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D. uckerei lg. Steinmann) Nachtahlnpa bei Preis. erhObonaen rorfoehaUen Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Wien. Mittwoch. 17. Mrz ISS« 8. Fahrgang Am redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mit« teiümgen find durch ein vorangesetztes E gekevnzekchnet. Balsour über die rionWche Aufbauarbeit. London, 16. März. (Qf. T. A.) Lord Balfonr empfing Sm 12. d. eine Abordnung, bestchend aus den Herren Doktor M. D. Eder, Dr Bertold Feiwel und Leonard Stein, Lhnmacht in Senf. Die Aufnahme Deutschlands vertäut. Genf. 1«. Man. (Schweiz. Drp.-Ag.) Ae Aufnahme Zeutschlands in de« BMerbuud »ud die Umbildung des BAierbundraler wurde auf deu September vertagt. die ihm im Namen der Begründer der Kolonie Balfvnria, American J-eiwrsh Commonwealth und MeschÄ, ein Relief dieser Kolonie sowie eine hebräische Adresse des jüdischen Nationälrates in Palästina überreichten. 1 Lord Ba lfour sagte den Herren der Abordnung, er verfolge unentwegt die Fortschritte der jüdischen Kolonisation in Palästina. Mögen die Juden in ihrer Arbeit ansharrcn, früher oder später wird die Welt das große Werk des jüdischen Aufbaues in Palästina, der sich unter der Le i tu ng de r Z i o n i st ische n Organisation ballzieht, anerkennen. : : . Ae zweite allpÄuische ziouisteukoufereur. (Eigendrenst der „Wiener Morgenzeitung.") Warschau, 16. März. In der ersten Sitzung wurde folgendes Präsrdmm Mvählt: Dr. Berger (Wilna), Dr. Klumel, Lewite (Warschau), Dr. Schwargbart (Krakau) und Doktor Tannenbaum (Ostgalizien). Das' MionÄomiteerNltgliöd Dr. Artur Hanlke ilbermlltelte der Konferenz namens der Zionistischen Exekukive die herzlichsten Glückwünsche mtd gab der Hoffnung Ausdruck, daß es der. Konferenz gelingen werde, den Zusammenschluß aller Landesorganisakionen durchzuführen. Abg. Hartglas verlangte nach seinem Referat Mer die MÄische Dilution die.Beröffentlichung des Berftändigungspecktes, den Abg. Reich als stinerzcitiger Präsident des Klubs mit der.Regierung geschlossen hat. Die Gvünibaum-Gruppe stellte diesbeMlich einen Dringlichkeitsmürag. Dr. Thon und Dr. Reich erklärten sich gegen diesen Antrag, weil sie namens des jüdischen Schmklübs, aber nicht der Zionistischen Organisation die Verhandlungen geführt und diesbezügliche Abmachungen mit der Regierung getroffen haben. Der Präsident der Zionisten, Oberrat Lewite, stellt den BermWungsantvag, die Entscheidmrg dm: Permanenzausschuß zu überlassen,, wogegen Abg. Grünbaum protestiert, da die Bevständlizungsalktion den Hauptpunkt der Beratungen der Konferenz bildet und ohne Kenntnis dis Textes des BerständigungSpaktes sine Drskulffion unmöglich sei. Nach stürmischen Zwischenfällen wurde mit 102 gegen 63 Stürnmen der Grünbaum-Gruppe beschlossen, die Entscheidung dem Permanenzausschuß Zu überlassen. In der zweiten Sitzung würde die Debatte über das Referat des Abg. Hartglas eröffnet. Sonaror Brau de kritisierte in einer scharfen Rede die Taktik >des Abg. Gvünbaum und trat für die BeMndigungsaktion ein. Dr. Gottlieb (Eich Liwnoth) unterzog die bisherige. Politik des Mg. Reich einer scharfen Kritik'und meint, daßdie zimtistische Fraktion im jüdischen Klub den von Abg. Hartglas in seiner DeKaration vorgezeichneten Weg zu gehen habe. Dr. Seidemann (Lublin) stellte ssst, baß es seitens Dr. Reichs unverantwortlich gewesen sei, die Verständigungsaktion ohne Kenntnis der jüdischen Oe-ffentlichkeit zu führen. Abg. Eisenstein (Lenckerg) vevteildigt die Politik des jüdischen Klubs u:td meinte,.daß der jüdische Kluib jetzt, wo er sich überzeugt habe, daß die Regierung ihre Verpflichtungen nicht eingehalten habe, in die Opposition eintreten wkrd. Der Sprecher der westgalichchen Organisation, Dr. Feldblum, erörtert eiligej hen) die bisherige schlechafte Taktik der Zionfften aus Kongreß- I polen, bereit Methode nur geeignet fei, die Grnheit der Zionistischen j Organisation zu zerschlagen. ' j Da zur Debatte 40 Redner -gemeldet find, wurden mit! Sümmenmchchelit Getteralredner gewählt. Abtz. Wygodski,! Del. Grawitzki, Del. Freid und Zewin sprachen sich gegen die Berständigungsaktion aus. wogegen die Del. Neiger, Abg. Sch re über ■ und Dr. Thon die Bortekle der Berständigungsaktion erörterten. Am Schlüsse der Debatte hielten Dr. Reich und Grünbaum längere Reden, in denen sie die Linien ihrer Politik auseinandersetzten. In der Konferenz wurde eine Zentmtnssraktkon mÄ Doktor Gotüieb, Ben. Rottenstreich, Berger Milna) an der Spitze gebildet, die in landespolitischer Hinsicht für di« Richtung Hartglas sowie für einen Zusammenschluß aller LaUdeSoygamsatilmen zu einer einheitlichen Ziimistischen Orgamstckon emtrsii. Las amtliche kommuukaue. Heber die Vertagung der Aufnahme Deutschlands tu den Völkerbund wurde folgendes amtliche C omm n n i q u e ausgegeben: „Die Vertreter Deutschlands, Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens sind zusammengetreten, um die Situation ins Auge zu fassen, welche aus den Prozedurschwierigkeiten, die aufgetaucht sind die sich der Erfüllung ihrer gemeinsamen Wünsche entgegenstellen, hervorgegangen ist. Sie stellen fest, daß es ihnen gelungen war, zu einer Einigung zu gelangen und die Hindernisse, die sich ihnen in einem gewissen Moment entgegenstellten, «ms dem Wege zu räumen. Wenn, wie zu befürchten ist, die neuen Schwierigkeiten andauern sollten, so würde» die Vertreter der sieben Signatarmächte des Protokolls von Locarno bedauern, zur gegenwärtigen Stunde das »ns Auge gefaßte Ziel nicht erreichen zu können. ÄeHnd Äber glücklich, festzustellen, daß das F r i e d e n s w e r k, das sie in Locarno verwirklicht hatten und das in feinem vollen Werte und in seiner ganzen Kraft weiterbesteht, in keiner Weise beeinträchtigt ist. Sie sind demselben heute wie gestern zugetan und sind fest entschlossen, gemeinsam alles zu unternehmen, um es aufrechtzuerhalten und es zur Entfaltung zu bringen, und sie bewahren die Ueberzeugung, daß in der nächsten Bölkerbundversammlung die gegenwärtigen Schwierigkeiten überwunden sein werden, und daß das Uebereinkommen, Die ZokoMWungeu. Nerre Erhebungen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung/'- Budapest, 16. März. Die Polizei i>at die ergänzende Untersuchung in der Angelegenheit? der Dokolsälschungen begonnen. Interessant gestaltete sich das Verhör des pensionierten Polizeiinspektors B o ck e l b e r g, früher PolizeioberkvMnandant unter Karolyi. Äockelberg hat deu gewesenen Oberleutnant Alexander K u u mir Prof. M e s z a ros zusammengesührt. Kun sollte mit z »v -e i Soyfern falscher Iokolnvten nach Prag reisen, verriet aber eines Abends in angcheiiertcm Zustand seilt Gchelumis, das so zur Kenntnis der Prager Behörden gelangte. Als trun Kun tatsächlich mit drn beiden Koffern nach Prag reiste, wurde er von - der tschechoslowakischen Polizei verhaftet, in Prag zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, die er gegenwärtig äbsitzt. Die Polizei stellte fest, daß Mcszaros, dessen Einvernahme vom tschechischen Bankamt verlangt wird, die Türkei bereits verlassen hat und sich gegenwärtig in Sowjetrußland ausW. Der Fvarrkerrberrcht vor der Nat ionalversamwlung. Nach Miwöchiger Pause nahm die Nationalversammlung heute wieder ihre Beratungen aus. Unter geringem Interesse wird die Debatte über den Beri cht des Frankenausschusses fortgesetzt. Abg. N e m c 8 verweist darauf, daß der Untersuchungsausschuß seine Zustimmung zur Unoer-- breitnng aller Beweise gegeben habe. Aus der von dem Ausschuß geführten Untersuchung gche hervor, daß die R^ierung i« Welser Frage kemeckei politische Verantwortung belaste. das m bezug auf die Frage des Eintrittes Deutschlands in den Völkerbund bestanden hatte, verlvirklicht werde." Gez. Luther, Stresemann, Band er Velde, B r i a n d, C h a m b e r l a i n, B e ne sch. Skrzynski, Bencsch. Die Nachricht von der Vertagung der Aufnahme Deutschlands in den. Völlerbund hat in weilen Kreisen Bestürzung ausgelöst. Es steht fest, daß die V o l l v e r s a m m l u n g vo m Mittwoch vormittags gleichwohl abgchaltm wird. Man nimmt an, daß einzelne Machte vor der Versammlung ihren Standpunkt darlegen möchten, ferner vermutet man, daß noch andere Gründe als nur das Veto Brasiliens die Ursache der Vertagmtg sind. Sofort tmch der Beendigung der vertmnlichen Sitzung des Völlerbmidrates, die mehrere Stunden dauerte, begaben sich Chamberlain und Br Land zu Reichskanzler Dr. L u t h e r und Außenminister Dr. Stresemann, um sie von den Vorgängen im Schoße des Rates in Kenntnis zu setze». Diese Unterredung dauerte eine halbe Stimdel Der BÄlkeobunivra-t genehmigte heute nachmittags in offizieller Sitzung einen Bericht über die Minderheitsfragen über Griechenland und Albanien. Ferner beschloß der Rat, zum Studium bestimmter, die Völkerbund-Berichterstattung'betreffende Presseangelegenheiten durch das Generalsekretariat des Völkerbundes eine Sachverständigenkonferenz vorbereiten und einberufen zu lassen, und vertagte schließlich die griech ischtü rki sch e Grennst r e i tf r a g e im Deltagebiete der Mariza und die F r a ge der diplomatischen Privilegien der Beamten der Völkerbundsekretariats, die in den Verhandlungen mit der Schweiz bis ans die »Frage der Steuerfreiheit bereits geregelt ist . Regieruugskrise in der Zschschsflowakei. Prag, 16. März. (Tel.-Komp.) Die latente Krise der Koalition und der Regierung ist akut geworden. Ministerpräsident Svehla begibt sich zu einer Zeit, da die Differenzen in der Koalition ihren Höhepmrkt erreicht haben, auf einen mehrmonatigen Urlaub nach dem Süden, um. seine erschütterte Gesundhcit wieder h'erzustellen. Im Parlament wurde harrte davon gesprochen, daß Svehla dem Präsidenten der Republik seine Dem i ssi o n überreichen werde, und es wurde auch die Demission des Gesamtkabinetts erörtert. Die Leitung der Geschäfte hat der stellvertretende Ministerpräsident und Eisenbahnminister, der Sozialdemokrat B e ch y n e, übernommen. Der Matteotti-Prozeb. Chieti, 16. März. Vor denr Schwurgericht begann heute der Prozeß wegen der Ermordung des Abgeordnete n M a t t e o t t i. Der Hauptangeklagte D n m i n i erklärte bei seiner Eiiweruahnte, er habe sich auf Grund einer Reise in Frankreich überzeugt, daß zwischen den nach Frankreich aüsgewanderten umstürzleri-schen ktalienischen Elementen und der ungarischen sozialistischen Partei Italiens, deren Hauptfaktor Matteotti war, ein.Einvernehmen bcstche. Nach der Ermordung des Faszisten B o n s e r v i z i in Paris habe Dumini einen U e b e r w a ch u y g s d i e n st für M a t t e o t t i eingerichtet.. Mmteotti sei dann in emeut Automobil entführt und weit v o n. R o nt w e ggebracht worden, um Jnsormationeu über seine A k t i o u zu erlangen. Während der Automodilifahrt sei Matt-eotti infolge heftigen Bluthustens gestorben. Dumini und feine Genossen hätten aus Furcht vor den Folgen die Leiche vergraben und die Kleider Matteottis verbrannt öder v e r st r e u t. Dumini nimmt die Verantwortung für die Aniüatibe bezüglich der EnWruug M.

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