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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-15 · Heft 2536 (15.3.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2536 (15.3.1926)
Date
1926-03-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Wi eit. Zum Abholen ln der Expedition, IL Taborstr. 1-3, oder in einer VerschlelMtell« (Trafik) monatl. ö Schilling Strassenverkaul ln Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o 1 dschtnled, 1. Wollzet!e 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. SZloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 mmIimüü trogen Sei Preiserhöhaneee ▼orbehslfra «r. 2536 Wiener Alorgenze iiung Wien. Montag. 15. März 1826 _ un ff i' jti Engl and: Mon, 4SdÜ!Hng. Italien: Monatl. 18 Ufü Rumänien: Mon. 170Lei BulgarlenfMon.lOOLewi, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frca. S Redaktion, Administration: Wien, n. Taboriir« t Telephone: 44-0-36,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.692 8. Jahrgang Die Zukunft des jüdischen Rationalheims. Klnr Rede Lord Menddo. London, 13. März. (I. T. A.) Feldmarschall Lord Allenby, der Eroberer Palästinas, ittfb Lady Menby haben während ihres Aufenthaltes in Auckland (Neusteland) im Regiemngsgebäude eine Abordnung der jüdischen Gemeinde Neuseelands empfangen, die zu ihrer Begrüßung erschienen war. In seiner Erwiderung auf die Ansprachen sagte Lord Allenby, er sei ein großer Verehrer des Führers der zionistischen Bewegung, D. Weizmann, den er persönlich kenne. Als chm Dr. Weizmann nach dem Kriege die Pläne der Entwicklung Palästinas auseinandergesetzt habe, glaubte er, Lord Allenby, es sei alles zu idealistisch und visionär gesehen. Als er aber aus Anlaß der Eröffnung der hebräischen Universität Kicher nach Jerusalem gekommen war, überzeugte er sich davon, daß Weizmanns Pläne in der besten Weise verwirklicht seien. Er nahm Gelegenheit, die Freundschaft mit Dr. Weizmann zu erneuern und ihn zu dem Erreichten 'warm zu beglückwünschen. Lord' Menby schilderte der Abordnung in ausführlicher Weise die ans Wunderbare grenzende Entwicklung Palästinas, insbesondere das erstaunliche Wachstum der Mischen Stadt Tel-Awiw. Lord Menby schloß: Der m den letzten sechs Jahren gemachte Fortschritt muß sich laut dem Gesetz der Entwicklungin. den nächsten wenigen Jahren verdoppeln, ja verdreifachen. ' Dir Batfom-Doklaration, die ein Bestandteil der Politik des britischen Reiches bildet, wurde von allen Mächten der-Welt bestätigt. Die Zukunft des j ü di s che n N a t i o n alh e i m s in Palästina ist gesichert Ter Abordnung der jüdischen Gemeinde gehörten an: Der Präsident der jüdischen' Gemeinde Aucklauds I. Nathan, der Sekretär des Keren Hajessod I. Melze r, der Prediger S. A. Gold st ein, der Präsident der Zionistischen Organisation in Neuseeland L. Philips, die -Präsidentin des zionistischen Frauenvereins Frau D. Nathan u. a. m. Ir. Weizmanns PaMinareise. Paris, 13. März. (I. T. A.) Am Sonntag den 14. d. tritt der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Doktor Chaim Weizmann, mit Familie vom Hafen von Marseille aus die Reise nach Palästina am. Nach einem Palästinaanfenhtalt von einigen Wochen wird er nach Europa znrückkehren, um an einer Sitzung des Aktionskomitees teilzunehmen. kine Anleihe der Wischen Städte Palästinas. New-Iork, 14. März. (I. T. A.) Richter Bernard A. Rosenblatt, dos amerikanische Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates der Zionistischen Organisation und Präsideut der Palestiuc Securities Juc., äußerte sich in einem Interview mit dem I. T. A.-Bertreter über die Möglichkeiten der geplanten Nationalanleihe für Palästina. Eine solche Anleih?, sagte Richter RostniMatt, muß aus den Schätzen des Landes und aus den Einkünften basieren, nicht aus erwartete Geldspenden von außen. Er wies auf das Beispiel der Stadt Tel-Awiw hin, deren Anleihe Richter Rosenblait in Amerika pl v c i e r t hat. Der Reichtum : Tel- AvÄvs ist im Ausstieg, so daß jetzt eine größere Anleihe für sanitäre Einrichtungen, vorbereitet lverden kann. Der Ertrag der Obligationen der neuen Anleihe soll zum Ausbau des Straßensystems, Errichtung eines Landungsplatzes, Wasserversorgung und Ausbau der volisgefundheitlichen Einrichtungen dienen. Die Auflegung 'der Anleihe wird geschehen, sobach die Bereinigung Tel-Awiws mit den großen jüdischen Kolonien zu einer jüdischen Städteliga Pal.ä st i n a s vollzogen sein wird. Dr. R u p p i n und Henry Morgenthau schlugen eine Anleihe von 50 Millionen Dollar vor. Ich weiß nicht, ob mau sich zu einer so hohen Obligationsausgäbe entschließen wird, sicher aber ist, daß di, «plante Städteliga in der Finanz- Welt Respekt genießen wird. Bezeichnend ist es, daß d>s kleine Tel-Awiw Geld zu 6.5 Prozent bekommen hat, während Länder wie Frankreich, Italien, Polen usw. höhere Z'nsen zahlen müssen. Sir ilid'sche Gemelndekdnuno kn PaMlna. Jerusalem, 12. März. (I. T. A.) Der Dhefftkretär der Palästinaregierung, Kolonel Symes, empfing den vor kurzem hier eingeiroffenen Präsidenten der ügudas Msroek. . Dr. Pinchas K o h n, Und erörterte mit ihm die Frage der Organisation der jüdischen Gemeinden in Palästina auf Grund der Gemeindeordnung. Wie <ber Pale stine Telegraphie Agency mitgeteilt wird, hat Kolonel Symes in seinem Gespräch erklärt, die Palästinaregierung bestehe a u f einer einheitlichen Organisation der jüdischen Gemeinschaft, jedoch werden die Anhänger der Agu das-Ji|roel-Bcwegung das Recht behalten, eine eigene Gemeindeinstitution privaten Charakters zu bilden und in die offizielle Gemeinde nicht einzutreten. 84.188 Pfund Keren'Hateffod'kingiinge im Februar. Lottdon, 13. März. (I. T. S.) Nach einer Mitteilung des Hauptbureaus des Keren Hajessod sind im Monat Februar 34.180 Pfund an Spenden für den Keren Hajessod eingegangen. Freilaffung Wischer Geiseln in Lamasku». Jerusalem, 14. März. (I. T. A.) Bor einiger Zeit überfiel ein Rebellemrupp einen jüdischen Leichenzug m Damaskus und führte mehrere Trauergäste mit sich fort. Die Gefangenen wurden nunmehr ohne Lösegeld sreigellassen. Kein Bufftand in Lransjordanien. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") London, 13. März. Die Meldung der „Chicago Tribüne" über einen, bedrohlichen Aufstand in Transjordanien wird an hiesiger amtlicher stelle d^Mlljsrt., Mjehaidte«. die Richtigkeit cher Machricht sofort bezweifelt. — D. "Red) - Protest srSherer PMftiynlegionSre. Jerusalem, 11. März. (I. T. A.) Hier fand eine Versammlung ehem aliger jüdischer Leg ionär-e statt, der mehr als 400 frühere Angehörige der jüdischen Bataillone beiwohnten. Der Vorsitzende des Mcnorah-Klubs führte aus,, mehr als 6000 Juden aus Palästina, England und Amerika. haben im Kriege in den palästinensischen Bataillonen gedient. Alle diese Soldaten inüssen den Plan der Reorganisation der Gendarmerie, in der Inden schien sollen, als einen Verstoß gegen die jüdischen Interessen ' betrachten. Herr Agronsky führte aus, er glaube nicht, daß man es mit einem fait accompli zu tun habe, dies wäre unglaublich. A n die jüdische Jugend P a I ä st i n a s ergehe der Ruf, der Regierung ihre Dienste für das zu bildende Korps anzubieien. Es sei undenkbar, daß die Regierung ein solches Angebot ablchneu würde. Die Versammlung schloß sich der Forderung des Waad Leunri an: Entweder Juden in das zu bildende Grerrzkovps a'.tzunchmen oder ein eigenes jüdisches G r e n z k v r P s zu schaffen. Verurteilung arabischer Mörder. Jerusalem, 14. März. (I. T. A.) Sechs Araber, die am 20. August v. I. den jüdischen Wächter Lieberma n u ermordet haben, wurden vonl Jäffaer Tistriktsgericht z»t je fünf Jahren Gosängnis verurteilt. Restaurierung der Synagoge r« Kavernaum. Jerusalem, 14. März. (I. T. A.) Ter Franziskanerorden Terra 'Santa (Heilige Erde), der in der Gegend der aus dem Altertum stammenden jüdischen Synagoge zu Kapern a u m (Galiläa) Ausgrabungen vornehmen läßt, hat mit dem deutschen Unternehmer Bäuerle einen Vertrag geschlossen, der die vollständige Restaurierung der berühmten Kapernaum-Shnagog e, die aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert stammt, vo-sieht. Die Synagoge soll in ihrer ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt »verden. Die Ruinen der Synagoge zu Kapernaum gehören zu den interessantesten Bauresten des Orients. Die seinerzeitigen jüdischcri Erbauer haben den Stil der römischen Architektur in e!n>'r e.gcntümlich'n, reizvollen Form nachgeahmt. Wie erinnerlich, hat der bekannte österreichische Industrielle Kommerzialrat Max Klein (Mödling) während seiner Paläftinareise im Jahre 1224 an einem Fries der Synagoge zu Kapernaum ein Hakeukreuzorna m e n t festgestellt. Die Angelegenheit wurde damals in der Presse viel erörtert. Ser gestrige Fußballsonntag. Oesterreich-Tschechoslowakei 2:0 (1:0). Wien A—Prag 1:1 (1:0). Wien v—Bratislava 2:2 (1:0). Mn« Amatemteam—Riederöstrrreich 6:4 (4:2). Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch et» vorangcsetztcs E gekennzeichnet. Auslösung und Neuwahl des Völkerbundraies? Ein fHtvedischer Vermittlungsvorschlag. (Eigendienst der „Wiener Dtorgenzeitung.") Genf, 15. März. Der gestrige Sonntag wurde ausschließ, lich zu persönlichen Fühlungnahmen zwischen den einzelnen RatsiMitgliedern verwendet. Großes Aussehen hat allgemein die Nachricht hervorgerusen, daß S p a n i e n und B r a s il i e n, in Anbetracht der schwierigen Situation des Völkerbundes, ihre Forderungen auf einen ständigen Sitz im Völkevbnndrat zurückgezogen und beschlossen hätten, bedingungslos für die Gewährung eines ständigen Ratssitzes au Deutschland zu stimmen. Man glaubt, daß damit der tote Punkt in Gens überwunden ist, zumal auch der schwedische Delegierte Anden verschiedene Versuche ringe leitet hat, die Mer die Krise hinweghelfen sollen. Unden hat vorgeschlagen, den Rat in seiner gegenwärtigen Zusammen' etzung aufzulösen und eine Neuwahl vorgunchmsn, wobei Polen der Weg zu einem n i chtstän dig en Ra tssitz eröffnet werden .soll. Dies würde bedeuten, da Halle heute m Völkerbund vertretenen 52 Macht e, von denen jedoch nur 48 derzeit,tn Genf vertreten sind, Mer die Wahl Polens zu entscheiden hätten. Diese Löjüngsmöglichkeit 'wurde bereits von den Deuts.iche-tz alzet.i'er-t,«yd...auU. i:'soll damit einverstanden sein, Sollte der. schwedische Vermittlungsvorschlag angenommen werden, so dürste die Neuwahl des Vylkeribundrates am M i t t w o ch erfolgen, nachdem. D e u t chl a n d bereits morgen in den Völkerbund a u f g e n o mmen werden wird. Lr. Ninkic will mit »Men Mt sprechen. Belgrad, 14. März. Die Meldung, wonach Außenminister Nincie eine Besprechung mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Grasen B e t h l e n gehabt hätte und auch zu einem Uebeveinkommen bezüglich einer Grenzberichtigung gelangt wäre, ist eine r e i n e E r f i n d u n g. Dr. N i n e i e hat mü dem Grafen Bethlen nicht gesprochen. Kömpse in ganz Marotto. Paris, 14. März. Der ,Mxcolsior" läßt sich von seinem marokkanischen Korrespondenten melden, daß es ein Irrtum wäre zu glaüben, nur an der Mckfront fanden Kämpft statt und im übrigen Marokko sei die Lage ruhig. Im Gegenteil sei der Süden außerordentlich unruhig, so daß die Franzosen sich veranlaßt sahen, Bombardierungsf lug zeuge nach dem Tischuktmassiv zu entsenden, wo r Stamnr der Ait-Zegruschen sich erhoben habe, der bereits im Jahre 1923 bei einem Aufstand in Fes eine heworragende Rolle spielte. Die Eingeborenen diefts Stammes seien aus gicbig mit europäischen Gewehren versehen. RStselhafter Liebftahl im LiamanMub. Ein rätselhafter Diebstahl ist am 12. d. M. im DiamanWub, 1. Bez., Neuer Markt 8 a, verübt worden. Dem Juwelier Jakob Brandstätter, 2. Bez., Große Mohrengasse 26 wohnhaft, kam seine Brieftasche mit kostbaren Juwelen abhanden. Herr Brandstatter schlug sofort Lävm. Das Vorstandsmitglied des Klubs Fligl ordnete sofort die Sperre der Räumlichkeiten an, die unverzüglich vorgenommen wurde. Sämtliche Anwesenden unterzogen sich freiwillig der eingehendsten Bisitierung; allein bei keinem von chnen wurde die Brieftasche gesunden. Die Brieftasche enthielt Juwelen im Gesamtwert von 18.000 Schilling. Brandstätter hat für die Zustaudebringung des Inhaltes der Brieftasche eine Belohnung von 10 Prozent ausgesetzt. Micher Unfall Sei Slvettors Netze der »ötzlemerle. Leoben, 14. März. Heute «m 7 Uhr früh ist der Direkter der Böhler-Werke in Kapfenberg, Anton T i e tz e, bei« Passieren der Bahnübersetzung unweit des Leobner Stefmkspitales von der Lokomotive eines herankommende« Auge» erfaßt und sofort getötet worden.

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