Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2534 (13.3.1926)
- Date
- 1926-03-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 2884_Wien. Sam-kag_ Bor Kurzer Zeit ist bas zionist > sche LandeSkomiiee für Oesterreich darungcga-.rgen, sine Zentralstelle der Wiener jüdischen Jugend sowie ein Jugendreserat zu schaffen. SS hat schon eine Besprechung der Führerschaften statkg fimdeu, welche in einigen Tagen fortges.'tzt werden wird und in rvlcher ein vorbereitender AuS'ch-ß gewählt kvuive. Außr^ diesen Organ sationen reiner Jugendbewegung gibt es in Wien noch ein ge Jugendgru-ppen der Bezrrksi'ek.ionen, und Zwar in Zivischenbrücken, in der Brigittenau und in der Leopold« stabt. Diese Jugendgruppen arbeiten i hr fle ßig für Keren Koje« nieth und Keren Hajesscd und stellen den U.bergong vom Jugend« -.und zur Kulturgruppe dar. Auch sie rollen in d 8 Jug.dref ra! des Landeskoini ees s nbezogrn werden, und entsendeten e.rten Vertreter in divorbereitende Kommission. Die drei g oßen Jugendbünde sind auch in der Leitung des Hechalu; verrreten und nehmen rege an d-'r Arbeit der Organisation teil. Allerdings ist geg'Mvärtig in rechnishrr Hinsicht in der ganzen Bewegimg .'in Ztllstanv zu oerzeichn.n, was ich auf den Manges an geeigneten Führern zurückführen möchte. Den» will der B.ilh hairoar durch Führers.minare sowie «in Toinnlerlager für zukünftige Führer abhe>sen. Bvitli hanoar. lieber die Tätigkeit des Brich Hanoar erhalten wir folgenden Berich:: Gemäß den Böichliisjci» der in» Aii'chluß an den Wiener Kongreß abgehaltenen Tagung des Brich olamilch schel hrnoar haivri (Welto-gan'sation der südiscken Jügenbbewegung, georün« det in Danzig 1923) wurde d r Zitz der Exekutive nach P lästina verlegt und in A f u l e h ein Z.'ntrolburem »rrich e: »Adresse: Habrith Haolamirh schel hanoar Haivri, Moazath Hrpaalim, Afuleh, Emak J-i'eel). Ter Brith honoar verfolgt bekonntl'ch das Z'el, der für die aktive Anteilnahme a m P a läst i n a a u i ba u fich vorbereitenden Jugend die Wege der Gemein! chai'S-, Ar b rits« uns « ul tn rerziehung zu weilen. Durch diele A"beit ist er dazu b'rusen, die wicht Oe Kraftquelle der Choluzbewegung zu werden, alz welche .-r auch vom letzten Kongreß die legislative Anerkennung erhi'lt. Der Brith .hanoar vereinigt in stch derart bedeutsame Faktoren der jüdischen Jugend, wie die allweltliche Acontovganisatimi Haschomer-Hazair, den Tchelech Lawan in der Tschechoslowakei und in Oesterreich und d n Bri.h Haolim >n Deutschs md. Auch die Vertreter der amerckonischen Juge» dorganifation n betonten auf der gelegentlich des Kongresses statrgofu »denen Aussprache die A.sicht, die bischer mehr gesellschaftlichen Jugendverbände Amerikas den Zielen d 8 Brith hanoar anzunähcrn. Von den auf der Chaluz-Tagung der Exekutive in Afulch, an der die Vertreter der im Lande bestehenden K bbuzim :eiln hmen, ausgestellten Direktiven sind hervorzuhtb.-n: das Ali ja h- Reglement, demzufolge über die zu: Alijad gHenden Gruppen eine genaue U beisich» bestehen und ihre sofortige Einfügung in' die Arbeit des Landes erleichtert werden w'rd; der Ausbau des Kontaktes au: den in den oft- und weste-ropädichm Ländern buchenden Vertretungen und schließlich der Beschluß, km Sommer dieses Jahres eine allgemeine Führer- und Aelt rren j iedlung in der Tschechoslowakei und im Anschluß daran die zweite Weltkonse.enz abtzuhalten. Diese in Oesterreich bestebenden Gruppen, zu denen der Tchelech Lavan, die Kmuzotch Haschomer-Häzair, die im Rahmen -des Hechaluz befindlichen landwirtschaftlichen Gruppen und di? Kw.»zo:h Atid.Aheruch und Dror zählen, stehen unter der Leitung der Brith Hanoa r - Äom m issron. Z>> den im Rahmen «der Gruppe»» abgkhaltenen Kuchen und Seminaren soll nunmchr «ein allgemeines Seminar o>uch fil. ander? Jugerildgruppen über -aktuelle Fragen der Jugendbeweg 'ng und des P -lcisiinaauPaucs -eröffnet werden. Anfragen sind an die Adresse: Hechaluz, Brith Hanoar, 1. Bez., Bauernmarkt 24, zu richten. Dar Semmering-Schachturnier. Die Hängepartien. — Darrnsch von GrÄnfeld geschlagen, Reti ein Sieg» ein Remis. Semmering, 12. März. Heute wurden die Hängepartien zur Austragung gebracht. Bald nach Wiederaufnahme des Kampfes sah stch Dr. Tarrasch genötigt, gegen den Wiener Grünfeld die Waffen zu strecken. Ter deutsche Grcßmeister hatte' gegen die angebotene Tamenbauernerösfnung die hypermoderne sogenannte indische Verteidigung mit der Flanbmntwicklung des Damenläufers ge- »vählt und kam, ohne einen greifbaren Fehler zu machen, nach und nach in Nachteil, so daß er selbst die Schuld an seiner Nieder.'age einzig und allein dem von ihm gewählten Vereidig mgssystem zu schreibt. In dem Spiel Reti—Dr. Trejbal — eine Reti- Zuckertor»-Eröffnung — verstand es Reti, einen minimalen Vorteil int Endspiel zu verdichten, und im 81. Zuge gab der tschechoslv.vakische Matador auf. Reti hat somit seinen ersten Gewinn zu verzeichnen. D:e dritte und letzte Hängepartie — Ren—Notes —, die lange Zeit hindurch für den Engländer eigentlich reif zur Aufgabe »var, als Reti kurz vor dem Abbruch, nervös geworden, durch einen schweren Fehler stch um die Früch:« seiner mühevollen Arbeit brachte, wurde bei Wiederaufnahme des Spiels nur um st einen Zug fortgesetzt und dann sosori remis. Der Stand nach Erledigung der Hängepartien ist mm* mehr folgender: Niemzowitsch, Dr. Tartakower 37», Rublnstein. Spielmann. Dr. Bidmar und Janowski st 3. Gig. Grünst d, Reti. Dr. Bafda ie 2, Dr. Aljechin. Kmoch, Doktor Michel. Dr. Tarrafch und Nates st IV», Davidson 1, Doktor Trejbal 7-, Rvftlli 0. Morgen w'rd d i e fünfte Runde gespielt. Ire tveist nachftehcnde Paarungen ans: Dr. Tarrasch—Dr. Bajda, Prof. Dr. Vidmor^Grünfefd. Kmoch—Prof. Dr. Michel, Re i—Janowski, Dr. Tartakower—Rubinstein, Spielmann— 8-ateS, Niemzowitsch—Davidson, Dr. Aljechin—-Dr. Trejbal, Gilg—RoMi. SKMetw* Sammlung Dr. Max Sfrauss, sest. Olten OemXld« alter an moderner Meister, Minlafa en, Silhouetten, Handttichaanden aiter Meltier, engiUche and tranxOtUche nupfersHche Darnntor Öem&'do r-<n A. Bi onwer, P. Brenaei II)., G.D. Gattp* htiyseo. A Oaoa.ettn, P. 0 »eS», A Onyp, J Cor stere. J. van Onyen, j de Haem, 0 Ne-eoPor, L van Oscaoe, I van Ostade, J n. 8. Bnyad *«». K J.Bavery, J S bereoh a, J Steen, D. Tennidt a d J., U. v TlepMo. J. V.öter, J Ween-a,Pn Wonwerman, B.v Alt. li i V Bonn t, A.G Deo mis.J Kriehuber. A. Mensel, K Troy n, F. G. Waidmü -er Miniaturen Von K. LeybwJd. D Saint, L. M. Antlaa-er, J Ooasard, E H. Lanrlnis, F L. v Vieth. J. B Iaabay new Handaeiohnunfren alter Metater van: P. Brneghei, A Oarraooi, M Marleaobi. I de M noheron. J van Stry naw Kapteratiohe (xumeiat ln Ftrben oedrnokt) von und n»oh F Bart total. W ßeeony, Th GtAinab » ugh, J. Honpner. R. Porter, J M. Queverdo, J. Btaing, J Wdrd, F Wheal ev u a. VERSIEiaBRUNG 'nt o(ief«n Sa*td de« KilnatMrhausea. Wien. I., KeDeotatzS. Montag den 22 und Dienet«) den 23. März StB ab 3 Uhr SCHAUSTELLUNG daselbst von Do<t^eratao dei 18. bis Sonntag den 21. März 1920 von 10 bis 5 Uhr Glückselig Goa m o. H. tyieu C. J Wawra IV MQhivasae 2*—3( lil . Lothnne-ratrasse t4 IV MQhivasae 2i—K lil. Lothrms-ratrasse 14 Vom Schauplatz des Kampfes. Richtiger März herrsch» auf dem Semmering. Schnee und Regen, Mo.ken, Nebel und Sonne wechseln m'.teinand.r. Vormittags klingen die Glöcklein der Schlitten, nachmittags kann man nur mit dem Wagen vorwär s kornmen. In Schnee gehüllt steht Berg und Baum und das Grand Ho-'el Panhans mutet wie rin weißgetünchter Fe'sblock an. In die'em großen Hotel findet gegenwärtig ein Schachturnier stall. Fehlen auch die Großen — Lasker, Capabla n c a und Bogoljubow —, vereinig: doch dieses Turnier die todvntendrn Großmeister des Schachs. Im vergangenen Sommer war Panhans vrllbesttzt. Sein lärmendes 'Getriebe vertrieb mich in die benachbarte, prächtig gelegene WaldruheviÜa, jetzt ist es umgekehrt. Gut besetzt im Panhans stnd nur die.Tische der Schachspieler, umkränzi von einer Schar Kiebitze. Beim Nachmit'agstee, er beginnt aus dem Semnrering schon um 4 Uhr, zählte ich im Panhans kaum fünf Gäste, die wenigen übrigen sind im großen Saal zu finden. in welchem der Schachkampf vor sich geht. Eine angenehme Wärme erMt den in Rot und Weiß gehaltenen Saal. Starke viereckige Pfeiler teilen ihn. Links, entlang der Fenster, umkreist ein Seil den Raum, in welchem an neun Tischen st zwei der Kämpfer Platz nehmen. Teppiche dämpfen die Schrille der Kiebitze. Aufschriften mahnen, die Ruhe nicht zu stören; sie sind überflüffg. denn nicht nur die Meister, auch die Z lschauer spielen. Gespannt, die Augen auf das Brett gerichtet, verfolgen alle die Figuren, abwartend, ob der Kriegsplan sich als glücklich erweisen wird. Insoweit das Schach Voraussagen überhaupt zuläßt, sind Dr. Aljechin, der in Paris lebende russische Emigrant, und und der Laibacher Unlverstiätsprostfsor Bidmar die beiden Favorvis. Es gibt aber im Schach, wiellM'Leben nichts sicheres. Jede Partie bringt neue Gegner zusammen, schafft neue Situationen und Chancen, die in einem Remis, einem Siege oder Niederlage auslaustn. Quavtuum non datur! Ehrwürdig und alt ist das Schachspiel. Einst an den Höfen der Könige, in den Prunkgemächern des Adels heimisch fand es den Weg über die Intellektuellen zu den breiten Massen .der Völker. Im fafhionablen Panhans, im proletarischen Moskau, im Morgen- und Abendland, in der Neuen und in der Wen Welt, überall ist das Schach populär. Bon menschlichem Geist geleitet, kämpfen die sonst leblosen Figuren mit der Höchstfpannung menschlicher Leidenschaft, um die Oberhand zu erringen. We das Leben immer neu und unerforscht, bleibt das, Spiel der Figuren auf den 64 winzigen Fe'dern unerschöpft in seinen Möglichkeiten, wundervoll in seinen Ueberraschüngen. Und es gibt doch im Leben wie im Schach nur einen richtigen Zug... Schach ist Kunst und Kunst ist gebändigtes Leben. Dies ist der nie vergängliche Reiz des Königspiels, das Tyranneien, Königreiche und Republiken überdauert hat und überdauem wird. Die Uhr tickt regelmäßig, der Kampf tobt weiter. Die Meister sehen nur die Figuren. Ein jeder auf feine Art rechnen und evlvagen sie. Aljechins scharfer Blick mustert das Brett. Immerfort rauchertd, sitzt er da, ein Bündel Nerven. Bon Zeit zu Zeit greift er mit seiner Rechten nach der Seite oder ein kaum merkliches Lächeln huscht über seine Züge. Interessant, der Nervöst a's Meister der Konzentration. Gleich in der ersten Runde schlug ihn Aar>n Niemzowitsch, dessen markanter Kopf den Eindruck eines Schauspielers und Dichters zugle'ch macht. Er ist tewegllch. eilig im Gehen, Spie stn und im Reden. Meister Gikünfelds Gesicht verrät Sorge und Güte. Bidmar. der Konzentrierteste unter allen, ist von besonderer Zähigkeit. R u b i n st e i n, von blühender Gesundheit, schnellt immer wieder empor, spaziert einige Schritte, in Gedmken das Spiel weiter verfolgend. AateS lächelt stets. Reti unternimm» Ausflüge, um den Stand der anderen Partien zu überblicken. Davidsons Antlitz erinnert an einen Musikpädagogen. Dr. Trejbal ist der Typris eines Diploniaten, die eleganteste Erscheinung ist Marchese R v s e l l i d e l T u r e o. Sind die Partien zu Ende, beginm die Analyse. Elegante Brststaschen aus Leder entpuppen sich a's transportable Schachbretter mit den dazu gehörigen Figuren. Unter den Zuschauern sticht der schwarze Kopf des Malers S. Zorn, der überall.zu finden ist. ab. Er sticht nach der besten Sruation ebenso im Spiel auf den Brettern als auch im Spiel« der Mienen der Schachstnker, um letztere in feinem Zeichenölock als Silhouetten fcstzuhalten. Um 9 Uhr ist Schluß. Bei Jazzk'üngen drehen sich einige Paare — die Me.fttr aber trainieren tveiter ihr Gehirn mit Schachproblemen, plaudern kollegial und fchlürscri ihren SchwarM. Tulo Nufjenblatt. _13. Marz 1828 Sette , 3« viel -angekkUM« k Einschreiten des Berliner PolkzeiprSMumS. Aus Berlin wird uns gemekdet: In ganz DeutschlM grassiert eine neue Seuche. Es vergeht fast koin Tag, an dvm nicht in irgend einer größeren ober kleineren Stadt irgend ein Hungerkünstler in einem Käfig slnirschloffen wird, in sem er 20, SO ja sogar 40 Tage ohne Nahrung ausharren Vill. Und gleich daraus kommt ein Konkurrent , der den angesagten Rekord seines Gegners um mehrere Tage schlagen will. Dieses Wetthungern hat nun das Berliner Spolfjeapraftöimtt veranlaßt, sich mit einer Vorlage zu befaffen, die dem Uebechandnehmen der Schaustellungen von Hungerkünstlern steuern soll. Ja, ja, auch bas Hungern wirb einem heute schon erschwert. Len Gastgeber verhaftet. Auch bei einem Festessen darf in Amerika kein Alkhol getrnnkek werden. Aus N e w - D o r k wird gemeldet: General Buttler. der kürzlich als Mchsolgcr des Obersten Williams das Komrnando des amerikanischen Flottenstützpunktes in San Diego übernommen hat, ließ anläßlich eines Festessens, das Ocerst Williams seinem Nachfolger zu Ehren gab, den Gastgeber verhaften, weil dieser an der Tafel einigeCocktailo kredenzt hatte. Eine blutige Schlögerei um Autta Berber. Aus Prag wird gemeldet: In einem Prager Unterhaltungslokal entstand m der vergangenen Nacht ein w ü st e r Skandal um Anita Berber, die gegenwärtig in Prag auftritt. Die besuchte gegen morgens mit zwei Begleitern eine Bar. Als sie dor» Solo tanzte, rief i>hr ein Gast zu: „Nackt a u s z i e h e n!" Anita Berber erwiderte in der schärfsten Weise. Darauf sprang der Gast auf sie zu und wurde gewalttätig. Die -vei Begleiter der Tänzerin mischten sich ein, auch andere Gäste ergriffen Partei für und w'der Anita Berber. Es entstand eine blutige Schlägerei, die damit endete, daß die Beüber und ihre Begleiter aus dein Lokal hinausgedrängt wurden. Sie Ueberskkiwemmungslalaftrovhe in Kowuo. Kowno, 12. März. (I. T. A.) Die verheerende Ueberschwemmungskatastrophe, von der Kowno, die Hauptstadt Litauens, heimgesuchi -wurde, hat be'onders das jüdische Element der Stadt und der umliegenden kleinen Städte schwer getroffen. Der am meisten heimgesuchte Stadtteil am Zusammenfluß der Memel und der Vilija ist fast ausschließlich von Juden bewohnt. Durch die Katastrophe haben mehrere hundert jüdische Familien ihr Hab und Gut verloren und sind ohne Obdach geblieben. Das Elend ist sehr groß. Las Feuer im Apollotheater. Ueber den. vorgestrigen Brand im Apollokheater wird uns noch ergänzend mitgeteilt, daß der angerichtete Schaden eine Höhe von 2 0.0 00 bis 30.000 Schilling erreicht. Ter Brand ist durch einen Funken, der aus dem Kamin der Direktionskanzlei auf einen DiPPelbaum gesprungen st, entstanden. Die Feuerwehr verrichtete unter der Leitung des Branddirektors Wagner die Löschungsarbeiten, unbemerkt von dem im Theater anwesenden Publikum, um durcki eine vorschnelle Mitteilung von dem Brande keine Panik hervorzumfen. Erst nach 10 Minuten, als das Feuer auch von der vorderen Front des Hauses angegangen werden mußte, benachrichtigte der Schauspieler Nästelberger das Publikmn. das sich daraufhin ruhig aus dem Theater entfernte. Nur ein kleiner Zwischenfall ereignete sich aus der Bühne. Ter Regisseur Luävig Pollak stürzte von einem anderthalb Meter hohen Posta! und verletzte sich leicht an der Schulter Kredithilse für den jüdischen Mittel» stand. Zur dritten ovdÄülichen Generalversmnmlung der Kredrtkasjt für Kleingewerbe und Kleinhandel in Wien. Wie in den vorangegangenen Jahren konnte die Kreditlasse, die sich die Kredithilfe für den jüdischen Kleingewerbe- und Kleinhandelsstand zur Llufgabe gemacht hat, auch in dem verflosftmn. wrrt'chastlich ungemein schwierigen Geschäftsjahr ihre segensreiche Tätigkeit evlvoitern. Ermöglicht wurde ihr dies vornehmlich durch einen weiteren Kr^>it von 5000 Dollar, den die American Joint Reconstruction Foundation der Kreditkasse über das ursprünglich festgesetzte und flüssig gernachte Darlehen von 20.000 Dollar hinaus in weitherziger Weise bewilligt hat. Erwähnens-rert »ist, daß die'er neuerlichen Kredichewilligung der persönliche Besuch des Managing-Direttors des Joint, Herrn Dr. Bernhard Kahn, und dessen Einsichtnahme in die' Geschastsgebarung der Kreditrasse vorangegangen ist, worüber Herr Dr. Kahn in einem Briese an dieselbe sich wie folgt äußert: „Die Wirk'amkeit der Kreditkasso und die gute Geschäftsgebarung, von der wir uns persönlich überzeugen konnten, haben uns veranlaßt, Ihnen diesen neuen Kredit einzuräumen, obwohl unsere finanziellen Verhältniffe im allgemeinen die Gewahmng von neuen KrMen nicht gestatten." Diese Tatsache fand auch in der cm: 23. v. M. unter dem Vorsitz des Obmannes, Herrn Oberrabbiner Dr. H. P. CHajes, und bei zahlreicher Beteiligung der Geuossen-- 'chafter stattgefundenen dritten ordentlichen Generaloersammlung der Kreditkasse di« volle Würdigung. Neben dieser aner-