Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2534 (13.3.1926)
- Date
- 1926-03-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jemsalem, 12. März. Durch eine Verordnung des Oberkommissärs von Palästina, Lord P t u m c v, werden von nun an beim Export keine Ausfuhrabgaben cingehobcn. Nur für Tabak und Antiquitäten bleiben sie in der bisherigen Hohe aufrecht. Durch diese Maßnahme soll die Ausfuhr Palästinas stärker gehoben werden. Sie bedeutet eine Erleichterung der Ausfuhrbcdinguugen und die Ermöglichung der leichteren ^Konkurrenz der einzelnen palästinensischen Exportprodukte auf dorn Weltmarkt. Mt dieser Maßnahme hat sich die palästinensische Regierung der Handelspolitik sämtlicher Staaten Europas angeschlossen, welche eine Beseitigung der Handelsschranken durch Slufhebung der Ausfuhrabgaben anstrebt. Bekanntlich hat der Vö l k e r b u n d schön im Vorjahre eine diesbezügliche Resolution beschlossen, welche auch einen Gegenstand der jetzigen Genfer Beratungen bildet. England fördert die'e Politik der. Verinnerlichung der gegenseitigen Handelsbeziehungen, weil es sick) davon eine Belebung seiner eigenen Produktion verspricht. Es ist selbstverständliä), daß es diese Maßnahmen auch für alle diejenigen Wirtschaftsgebiete propagiert, welche mit - Palästina in engeren Wirtschaftsbeziehungen stehen. Lord Plumexhat in dieser HMchl^MhtzMonen derotchlischon Kolonialvrrwaltung hesolgt. '' ““ Für Palästina selbst dürfte sich daraus in absehbarer Ml eine gewisse Hebung des Exportes ergeben. Bekanntlich ist in den letzten Jahren die Handelsbilanz Palästina» passiv Die'es Passivum ist aber für die Wirtjschastscntrmdlung Palästinas deswegen von keiner allzu großen Bedeutung, weil die Zahlmtgsbilanz Palästinas stark aktiv ist. Die Zuwendungen des Keren, H a j e s s o d und Keren K a j e m e t h, die T o u r i st e ngelde r, welche von den Reisenden einfließen, die Emigrationsgelder, weiche von den palästinensischen Einwanderern hereingebracht melden, bedingen dieses starke Aktidum der Zahlungsbilanz. Borläufiq ist die Zahlungsbilanz Palästinas noch nicht ersazt. Es sind dazu umfangreiche Arbeiten notwendig. Doch dürfte aber in ln nächsten Zeit das pa'äst'nenstsche Wirtichastsaml eine solche Bilanz. fertigstellen. Eine gute Handelsbilanz ist zwei fellos einer der wertvollsten Posten einer gesunden Zahlungsbilanz. Hebung des Exportes bedeutet gleichzeitig um eine Verminderung. des Handelsbilanzpassi- : vurns. Von diesem Gesichtspunkt aus zeigt die Verordnung Plümers über Aushebung der Ausstchrgebühren das BcstrÄben der palästinenfischen Regierung, die Bilanz Palästinas rasch zu beisreien.^ - kngkand und die TSrkei. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") , Konstantinopel, 12. März. In hiesigen offiziellen Kreisen nimmt man die Nachricht von dem bevorstehenden Bestich des englischen Obevkommissärs des Irak, Sir Henry D obbs, in Angora skeptisch auf. Man ist der Ansicht. Laß von Verhandlungen über. Gegenstände untergeordneter Bedeutung schwerlich die Rede sein könne, solange die M o s s u l s r a g e selbst nicht gelöst ist. Der englische Gesandte in Konstantinopel wurde zur Berichterstattung nach London berufen. Deutscher Waffenschmuggel an die Drusen. London,. 12. März. Wie aus Beirut gemeldet wird, wuwen dort zwei Deutsche unter der Beschuldigung verhaftet, daß sie einen Waffen- und Munitionss ck) nt u g g e l für die aufständischen Drusen vorbereketen. Das Kriegsmaterial sollte aus Automobilen über die syrische Grenze gebracht lvcvden. Eine Bombenexplofion in Mailand. Mer Personen getötet. Aus Mailand wird gemeldet: In dem Laden des Fahrrad- und Wafst'nhändlers Eitler io in der Bia Canonica ereignete sich hier heute morgens eine furchtbar e Explosion, der vier Personen zum Opfer fielen. Zwei Polizcibeamte, die sich auf der Suche nach einem gestohlenen Fahrrad tu das Geschäft begeben hatten, waren sofort tot, der Besitzer des Ladens und ein Angestellter wurden schwer ver-.j letzt und liegen im Sterben. Das Unglück wurde dadurch hervorgemfen, daß de r Waffenhändler den Polizei beamten eine Bombe zeigte, die ihm ein Lumpensammler, der sic auf seinen Gängen durch die Stadt gesunden halte, zur Entladung übergab. Citterio ist offenbar unvorsichtig mit der Bombe umgegangen, die plötzlich mit furchtbarem Knall explodierte. Durch die Gewalt der Explosion wurden die Außenmauer des Hauses durchbrochen und in einem eben vorbeifahrendeu Straßenbahnwagen, sämtliche Fensterscheiben eingedrückt. Der' Passanten der zu dieser Stunde sehr belebten Straße bemächtigte sich eine furchtbare Pan) k. Ser ungarische nitmetUB rlansns vor den »Merhimdligen. v (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Genf, 12. März. Die Versammlung der Union der Völlerbundligen hat die im Vorjahre m Warschau beschlossene Resolution gegen den Numerus clausus zum Beschluß erhoben. Unsere Festausgabe* Aus Anlass der Hundertjahrfeier der Grändüng des Wiener Stadttempels (16. März 1926) erscheint unsere. Ausgabe vom Sonntag den 14. März in verstärktem Umfange. Diese illus trierte Festausgabe der „W iener Mo r ga nze itung“ wird u.a. folgende Beiträge enthalten: Oberrabiner Dr. H. P. CHAJES: Zur Zentenarfeier des Wiener Stadttempels. Amtsdirektor GUIDO FUCHSGELB: Im Wandel der Zeiten. Rabbiner Dr. DAVID FEUCHTWANG: Jeüinek auf der Kanzel. Professor SAMUEL KRAUSS: Aus dem Memorbuch der Synagoge im Untern Werd. Architekt FRITZ REICHE : Der Stadttempel und sein Erbauer. Dr. LEOPOLD THALER: Salomon Sulzer. OTTO ABELES: Toleranzjuden. JAKOB KRAUSZ: Die unpolitische Kultusge• meinde. LUDWIG BATO: Das hebräische Schrifttum in Alt-Wien. » SAN DOR WOLF: Das heutige Eisenstädter Ghetto — eine Gründung der wiener Exulanten des Jahres 1670. «T Besonders billig« ln stoffen, Seide, Wesen waren etc. 1L. Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros En detail 55