Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2531 (10.3.1926)
- Date
- 1926-03-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen: 2S grosayj Wi en: Zum Abholen in det Expedition, IL Taborstr. 1-3, oder in einer vetschleisstelle ^Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Qol dschmicd, 1„ Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling lschecho-Slowakcl: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 13 > «achzahlnngen bei Preiserhöhungen vorbehalfen Wiener Morgenzrilung rprets io ai England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bul gar i en: Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. z Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephon. 4i-9-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Di uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69b Rr. 2531 Wien. Mittwoch. 10. MS« 1926 8. gatztgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Miiteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Selchwaren-Restaurant 076 WURSTEL-BIEL l.f Schottenring 14 / I., Ftthrlchgasse 3 — Mittagsmenti nur 2 Schilling AHe Speisen mit reinem Gänsefett zubereitet Damaskus in Gefahr. Die Europäer verlassen die Stadt. Kairo, 9. März. (Reuter.) Nach einer Meldung aus 6 e i r u t haben die Konsuln in Damaskus chren Staatsangehörigen den Rat gegeben, abzureiscn. Nach einer Meldung aus Beirut soll General Garn elin mit 2 5.0 0 0 M a n n im Begriffe stehen, die K r i e g s h a n d l u n g c n in der Umgebung von Damaskus wieder auszunehmen, um alle Aufständischen und Räuber zu umzingeln. Fvrcdensverhandlungen Y Paris, 9. März. (Wolfs.) Wie eine Meldung des ,/Petit Journal" aus Damaskus besagt, sei eine französische Delegation für Friedensverhandlungen nach dem Dschebel Drus unterwegs. Bei der Ankunft der Delegation hätten die Angreifer in der Geugend von Damaskus die Feindseligkeiten eingestellt. Man glüube, datz alsbald Friede werde geschlossen werde». Ei« Aufstand in Lransiordanien? London, 9. März. (Wolfs.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Jerusalem ist eine britische Kolonne mit Panzerwagen eiligst nach Amman in Transjordanien gesandt worden, von wo ein Beduiuenaufstand gemeldet wird. Die Lage soll ernst sein. Die Posten bei G u e i r a h sollen von den Beduinen niedergemetzelt worden sein. (Meldungen der „Chicago Tribüne" sind mit größer Vorsicht aufzunchmen. — Die Red.) General Wilson in PalSstina. Haifa, 9. März. (I. T. A.) Der auf einer Orientreise begriffene General Wilson ist auf der Rückreise nach Amerika in Haifa eingetroffen und hat das jüdische Technikum und die Mischen Vororte besucht. Die Ruthenberg-Konzeffion in Kraft. Jerusalem, 9. März. (I. T. A.) Der Oberkommissär von Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, Unterzeichnete soeben die Ruthcnbergsche Etektrizilätskonzession, wodurch die Pale st ine Electric Corporation mit einem Kapital von einer Million Pfund endgültig legalisiert ist. Der ursprüngliche Vertrag war im Jahve 1923 abgelaufen, worauf mit dem Kolonialamt in London erneut Verhandlungen eingeleitet wurden, die dazu führten, daß alle strittigeti Fragen beigelcgt worden sind. Man evtvartet nun einen neuen Aufschwung in der Elektrifizierung des Landes. Petlng von der Außenwelt abgeschnitten. London, 9. März. (Tel.-Komp.) Aus Peking wird gemeldet, datz die Stadt seit gestern vormittags völlig von der A u ß e n w e l t abgeschlossen ist. Alle Eisenbahnverbindungen sind unterbrach e n. Die Kommandanten der Takuforts haben den äbapitänen der Lotseuschisse mitgcteilt, daß kein Fahrzeug, gleichgültig welcher Nationalität, ermächtigt werde, in den Peihofluß e i n z u s a h r e n. Man rechnet damit, daß das diplomatische Korps in Peking gegen die Ausrüstung der Takuforts mit Waffen und Munition Einspruch erheben wird, da dies dem B o x e r p r v t o k o l l' z u w i d e r l a u f e. Nach einer weiteren Meldung aus Peking soll von den Truppen des General Feng vor die Mündung des Peihoslusses eine Minensperre gelegt und die Stadt T i e n tsin vollkommen vom Meere ab geschnitten sein. Mederbetrammg Briands. Herrlot hat abgelehnt. — Sawanr Flnauzminifter? — Briand reift heute «ach Senf. (Eigcndicnst der „Wiener Morgenzeitung.") Paris, 9. März. In überraschend kurzer Zeit ist die Regierungskrise wieder gelöst worden. Heute nachmittags hat B r i a n d die Neubildung d:s Kabinetts übernommen. Nachdem Herriot den Antrag, die Regierung zu bilden, abgelehnt und Briand als die einzige Persönlichkeit bezeichnet hatte, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Regierung bilden könne, wurde Briand heute nachmittags neuerlich zu dem Präsidenten der Republik berufen. Als Briand das Glysee wieder verließ, erklärte er >den Pressevertretern, daß er den Auftrag zur Bildung der Regierung erhalten und angenommen habe. Die Nachricht, daß Briand die Neubildung >des Kabinetts übernommen habe, hat in der Kammer einen günstigen Eindruck gemacht. In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, daß nur drei Ministerien umbesetzt werden. Justizminister soll Raoul P e r e t werden. Ttnteiy richtsminister Dalbier scheidet aus. Wie verlautet, wird Briand Caillaux ersuchen, das Finanzministerium zu übernehmen. Ferner soll Briand auch beabsichtigen, sich der Mitarbeit M a l v y s und L a m o u r e u x zu sichern. Das Kabinett dürfte schon morgen vormittags definitiv g-> bildet sein. Noch morgen abends dürfte Briand nach Genf reifen und das neue Kabinett den Kammern erst nach feiner Rückkehr nach Paris vorstellen. Kursbesserung des Franken. Auf die Nachricht von der Betrauung BriandS mit der Neubildung des französischen Kabinetts ist hier das englische Pfund,, das nachmittags noch mit 134 französische Franken gewertet wurde, auf 133,25 gesunken. Bei Börsenfchluß war es bereits auf 132,60 zurückgegangen. Ungarn vor dem BAIerbnnd. Bethlen WMHi reden. Genf, 9. Marz. (Schweiz. Dep.-Ag.) Das ungarische Komitee des Völkerbundvates genehmigte die Berichte des Generalikommissärs und des Finanzkomitees. Das FinanMnitee lenkte in seinem Bericht neuerdings die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit des Abbaues des Beamteuapparats. Das Komitee nahm von den Maßnahmen Kenntnis, die die ungarische Regierung zur völligen Zentralisierung der Staatsbons in der Ungarischen Nationalban! sowie für das künftige Funktionieren des Zentrakbankinstituts zu treffen gedenkt. Gerüchtweise verlautet, es sei zu einem kleinen Zwischenfall gekommen, da Ministerpräsident Graf Bethleu versucht habe, die Frage der Aufhebung der Finanzkontrolle aufzuwersen. Wie verlautet, hatte Graf Bethleu ursprünglich in der Tat diese Frage zur Erörterung bringen wollen. Die Vertreter hex anderen Mächte, namentlich Frankreichs und der kleinen Entente, haben für diesen Fall aus ihrer Absicht kein Hehl gemacht, die Frage der Verantwortung für die Frankenfälschungsaffäre aufzurvllien, so daß Gras Bethlen in der Sitzung da s W o r t nicht ergriff. __ Die polnische zioniftenkonferenr. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Warschau, 9. Marz. Hier werden jetzt die Wahlert zur ztveilen altpolnischen Zionistenkonferenz durchgeführt. In Warschau allein sind auf 16 Mandate 7 Kandidaten der Eth Liwnoth und 9 der Alhamischmar (Grünbaum-Gruppe) gewählt worden. Im allgemeinen rechnet man, daß im ehernaligen Kongreßpolen die Alhamischmargvnppe 60 Akmdate erringen wird, in diesem Falle würde diese Gruppe die Hälfte aller Maridate erlangen. In den Kreisen der hiesigen Zionisten herrscht großes Interesse .für die Konferenz. Die rnsfische« Monarchisten. Berlin, 9. März. Wie die tägliche Rundschau" (ein Organ Stresemanns) meldet, hat vor einigen Tagen in München eine geheimnisvolle Zusammenkunft zwischen russischen, ungarischen und deutschen Monarchisten stattgefunden. Es sind etwa zehn russische Delegierte, unter ihnen offizielle Vertreter der Großfürsten Zyrill und N i k o l a i N i k o l a j e w i t s ch, in München eingetroffen, die dort mit deutschen Monarchistenkreisen Besprechungen abhielten. Auch einige ungarischeMonarchisten wurden hmzugezogen. Es verlautet, daß Ende dieses Monats Großfürst Zhrill mit dem bayrischen Exkronpvinzen Ru PP recht in der Schweiz Zusammentreffen wird. Anfangs April soll dann in Paris ein großer monarchistischer russischer Kongreß stattfinden, auf dem die Entscheidung über die Thronansprüche der Großfürsten Zyrill und Molai NikolajewW gefällt werden soll. Die PalMnaeiuwauvernnn von Sttober 1922 bis Sännet 1926. In den Jahren 5683 (Oktober 1922 bis September 1923), 5684, 5685 und den eisten vier Monaten 5686 betrugen die Einwandererzahlen nach Palästina in den einzelnen Monaten-. 5633 5684 5685 5686 (Oki. 1922 (Okt. 1923 (Okt 1924 (Okt. 1925 bis bis bis bis Sept 1923, Sept 1924) Sept. 1925) Jann. 1926) Oktober 720 548 1.805 3.843 November 1.888 590 1.859 2.791 Dezember 809 383 1.726 2.695 Jänner 1.022 398 1.762 1.625 Februar 883 430 1.860 März 1.151 578 3.811 April 960 938 3.004 Mai 973 831 3 228 Juni 941 1.739 4.102 Juli 636 1.654 2.779 August 743 2.583 3.546 September 643 2556 3.472 10.674 13.220 32.194 10.954 Laut einer offiziellen Mitteilung des Colonial O f s i e e sind im Verlaufe des Jahres 1925 33.801 Juden nach Palästina eingewandert. Da im erwähnten Jahre 2141 Juden aus Palästina wieder ausgewandert sind, so beträgt die reine Zunahme der jüdischen Bevölkerung in Palästina durch die Einwanderung 81.660 Seelen. Diele Zahlen decken sich, wie stets, nicht ganz mit den Zahlen der Statistischen Abteilung der Zi>^ nistischen Palästina-Exekutive, die oben angeführt sind. Kn Wischer Leichengesetz in Rumänien. ' Bukarest, 9. März. (I. T. A.) Ter rumänische Senat hat die Gesetzesvorlage über die Versorgung der anatomischen Institute mit Leichen zu Sezierzwecken angenommen. Dies bedeutet einen Schritt weiter in der Erfüllung der Forderungen der antisemitischen Studentenschaft. Das Gesetz sieht vor, daß alle Leichen in den Krankenhäusern ohne Unterschied der Nationalität und Religion, wenn sie innerhalb drei Tagen nicht von .Verwandten bis zum dritten Grad reklamiert werden, den medizinischen Fakultäten zur Sezierung abzuliefern seien. Falls das jüdische Komitee (gemeint ist Chewra Kadischa) jüdische Leichen zutn Sezieren nicht bcistellen sollte, -verden die jüdischen Studenten vom Unterricht im Sezieren ausgeschlossen werden. Die Beisetzung der Prager Srvlostonsovser. Prag, 9. März. Die Beisetzung der bei der Explosionskatastrophe getöteten ztvei Soldaten fand heute unter großem militärischem Gepränge in Anwesenheit von Ministern und Generalen und unter Teilnahme einer großen Menschenmenge statt. Aufhebung der AuAnahrnsverfügung Wer Fischern. Die über Karlsbad-Fischern wegen des Ueberfalls auf einen Polizisten verhängten scharfen polizeilichen MsnahmsverMungen wurden heute au kg eh oben