Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2530 (9.3.1926)
- Date
- 1926-03-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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- Beirut 2× ep/1047833
- Haiti 1× ep/1044690
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Foien aS rosH umr^in Wien. Zum Abholen in der Expedition, 11., l'aborsti. 1*3, oder in einer Verschleisstelle 'Trafik) monatl. b Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma G o I d sch m ied, 1„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich ü Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, B el gi en: Mon. Frcs. 18 Wiener oraenzeilung Eng l a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: MonatL 18 Lire: Rumänien: Mot). 170Lei. Bu 1 gar i e n: Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, n. Taborsh*. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Di uckerel lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2530 Wie», Sienrtag. 0. März 1020 3. Jahrgang Me außerordentliche Böllerbuudvetfammlung. Eine veriranNche Vorberatung der völkerbundrater. — La Kofta lPoriugaN PrSfident der Tagung. — Sine Sveziallammiffion prüft das Ansnahmsgesnch Sentschiandr. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet« Bor einer Wiederbelrannng Briands? Doumsrgues politische Aussprachen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Paris, 8. März. Der Präsident der Republik, D o urn e r g u c, hat heute den ganzen Tag Wer Besprechungen mit den verschiedensten Politittru gehaibt, um mit ihnen über die Lurch den Rücktritt Briands geschaffene Situation zu beraten. Nach den Präsidenten der Kammer und des Senates erschienen Briand. de Selbes, P e r e t und CHa u me t bei Doumerguc, woraus der Sozialist Blum geholt wurde. In politischen Kreisen ist der Eindruck vorherrschend, 'daß die Kabinettsbildung durch Br iand unter Beibehaltung der Mehrzahl seiner bisherigen Mitarbeiter erfolgen werde. Das Finanzportefeuille dürsten Caillaux oder P e r e t Übernehmen. Bienvenue -Martin hat diese Lösung denr Präsi'dentert als den Wunsch des Senates übermittelt und auch die meistert der ins Elisee berufenen Parlamentarier stimmte der Ansicht zu,, daß nur Br iand für die Lösung der bestehenden Schwierigkeiten in Frage ko>nrme. EineZ scheint aber schon jetzt seistzustchen, nämlich, daß Briand zumindest das A u ß e n m i n i st e r i u m übernchmen werde. __" m Saut) anerkannt. Bon Frankreich, England und Sowfetrußland. Kairo, 8. Dkärz. (Reuter.) Die Regierungen vo« Frankreich, Großbritannien und Sowjetrußland haben Jbn Saud als König vo» Sedsch as und Sultan von Nedsched ancrLannt. Anklage gegen Sultan Attasch. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Konstantinopel, 8. März. Wie aus Beirut gemeldet wird, sind Sultan A >t r a s ch und eine Anzahl anderer Drusenführer vor das Kriegsgericht geladen worden. Die gegen sie erhobene Anklage Lautet auf versuchten Sturz der verfassungsmäßigen Behörden, Bewaffnung der Bevölkerung Anstiftung des Bürgerkrieges, Inbrandsetzung öffentlicher Gebäude, Mord und Plünderung. Schwere Verluste der Drusen. Paris, 8. März. (Tel.-Komp.) Wie aus Beirut gemeldet wird, sollen die Drusen während der Kätnpse, die sich gestern in der Umgebung von Damaskus abspielien, .166 Tote und 30 Verwundete verloren haben. Der Drnsenführer Sultan Atrasch ist durch eine Fliegerbombe verletzt worden. Die Palästinensische Gendarmerie. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 8. März. Im Unterhaus richtete Kolonel Wedgwood art den Kolonialminister eine Anfrage, ob es richtig. sei. daß die Juden aus der neu zu organisierenden Gendarmerie in Palästina ausgeschlossen werden. Kolonialminister Amery erklärte, daß die Frage des neuen Grenzschutzkorps und seiner Zusammensetzung jetzt studiert werde. Er stehe darüber jetzt in Korrespondenz mit dem High Commisstoner und sei nicht in der Lage, jetzt schon Erklärungen darüber abzugeben. Atls hie Frage Wodg-voods, ob die Laltdeseinwohner nicht a u s g e j ch l o s s e n werdett, erklärte Amery: N e i n. Aber es muß klar seiu, daß es sich hiebei nur um eine militärische Macht zum Schutze der Grenzen von Transjordanten handelt und daß man nicht die Absicht hat, dieses, Korps für Polizeidlenste imInnern Palästinas zu verwendet. Genf, 8. Märzi Ter Völkerbundrat hat heute vormittags unter Vorsitz -es japanischen Delegierten Grasen I s h i i seine Tagung begonnen und in geheimer Sitzung' sich mit der Feststellung seiner Tagesordnung und ihrer Verteilung auf die nächsten Sitzungen beschäftigt. Nach dreivierlelMüdiger Dauer wurde die geheime in eine stteng geheimen Sitzung verwaitdelt, an der nur die Ratsutitglieder und der Generalsekretär leilnahtpen.. In diesem Teile seiner Sitzung soll sich HW Rat, wie verlautet, mit der Frage, der Neugestaltung Ms Völker bundra: e§ besaßt haben. " Die Situation, hak sich augenblicklich insoweit geändert, als seitens des.schwedischen Delegiertest Unde n eine kategorische Erklärung vorliegtwonach die schwedische Regierung prinzipiell gegen jede Vermehrung der Ratsfitze zu stimmen entschlossen ist. Um 3 Uhr nachmittags wurde heute die außerordentliche Tagung der Völkerbundbersammlung -eröffnet. Der ResormaüonssM bch iMaltgewchnte Bild..Dev Saal war überfüllt. Man bgmerkie die bekannten Staats-' manner der Entente, wie Äuston Chamberlain und Bandervelde, während auf den Banken der französischen Delegation Paul B o n e o u r und L o u ch e u r Platz genommen halten. Me Staaten des Völkerbundes find vertreten mit Ausnahme Argentinien, Haiti, Peru, Boliv i e n» Panama und Honduras. In der DiplomatenloAe Mt man einige Mitglieder der deutschen Delegation, doch befindet sich weder Dr. Luther noch Dr. S t r e s e ttt a n ri unter ihnen. Die außerordentlich starke Besetzung der Tribünen läßt auf das außergewöhnliche Interesse schließen, das dieser Tagung entgegengebracht wird. Die Tribünen der Pressevertreter sind so stark besetzt, daß ein Teil der, Journalisten auf den Publikumsplätzen untergebracht iverden mußte. Um XJA Uhr eröffnet der . Ratspraswerrt Gras Mi die Versammlung mit einer kurzen Ansprache, in der er erwähnte, daß am 9. Februar dieses Jahves .-der Generalsekretär von der deutschen Regierung ein Aufnahmegesuch in den Völkerbund erhalten habe. Am gleichen Tage wurde der Rar zu einer außerordentlichen Sitzung für den 12. Februar eln-> berufen, und heute, genau einen Monat später, ist die Völkerbundversammlung zusammengetteten. Die Einberufung einer Versammlung von offiziellen Vertretern der Mitgliedsstaaten der ganzen Welt in so kurzer Zeit sei sicherlich ein Ereignis in der Geschichte und beweise, wie wirksam der Mechanismus des Völkerbundes arbeitet, 'wenn es sich um Angelegenheiten handelt, die eine große Zahl von Völkern interessieren. Der Präsident schloß mit den Worten: „Eine große Nation sicht vor uns, um in . den Völker, bund ausgenommen zu werden. Dies ist ein Zeichen dafür, daß die Verpflichtungen, die die Mitglieder des Völkerbundes einen, nicht verfehlen können, immer mehr'Hoffnungen zu erwecken und immer mehr auf das Gelwissen der ganzen Welt einzuwirken." Hierauf erklärte Graf Jshii die außerordentliche Tagung des Völkerbundes für eröffnet. Nach der Rede des Präsidenten wurde die Sitzung zur Bornahnte der Wahlen in die Verifikationskommission unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung der Völkerbund- Versammlung teilte der Berichterstatter der MandatsprüfungskommDon Aguero (Kuba) mit, daß 48 Staaten beglaubigte Vertreter entsandt haben. Darauf wurde durch Stimmzetteläbgabo die Wahl des Präsidenten der Versammlung vorgenommen, wobei die beiden Präsidenten der vorhergehenden Versamlungen, Bundesrat Motta (Schweiz) und Senator Dandurand (Kanada) als Stimmenzähler fungierten. Aus der Wahl geht als Präsident bc* frühere portugiesische Ministerpräsident da Costa hervor, der 36 von 48 Stimmen erhielt Zu Vizepräf identen der Versammlung. wur» den gewählt: S e i a l o j a (Italien), Jshii (Japan), James Allen (Neuseeland), TaLallero (Paraguay), T i t u l e s c u (Rumänien) und Morales (San Domingo). Da Costa erklärte in seiner Ansprache, dem Völkerbünde müsse hertte sein endgültiger Charakter gegeben wevden, damit er wirklich in der Lage sei, den Frieden zu sichern. Nicht nur der Eintritt eines neuen Staates gebe dieser Tagung Ihre Bedeutung, sondern auch der Einzug des Geistes von Locarno, der heute Deutschland dent Völkerbund zuführe und morgen hoffentlich die noch fehlenden Glieder der VölLerfamilie ihm zuführen werde. Möge auch Lei der Prüfung des Aufnahmegesuches , Deutschlands, schloß da Costa, der. neue Geist von Locarno Dir Geltung kommen.' Bei der hierauf vorgenoDyrenert. Konstituierung der Kommission für die Aufnahme Deutschlands wurde der britische Außenminister C h a m b e r l a i n zum Präsidenten der Kommission gewählt. Die Budgetkommission wählte L o u ch e u r zu ihren: Präsidenten. Die Kommission für die Aufnahme Deutschlands trat sofort zu ihrer e r st e n Beratung zusammen. , ' Die Völkerbundversammlung vertagte sich ui/ halb 7UHr abends auf unbestimmte Zeit. Die Tagesordnung des Völkerbundrates. Die hauptsächlichsten Fragen, die auf die Tagesordnung der Session gesetzt wurden, sind der V e r t r a g Wischen Großbritannien und dem Irak betreffenddie Verlängerung des Mandates Großbritanniens über dwses Land (M o f s u l f r a g e), die finanzielle Sani erungOesterreichs und U n g a r n s, die Ern-nnung des neuen Präsidenten der eRgierungSkommisfion des Saargebietes und die Ernennung der Mitglieder dieser Redes neuen Präsidenten der Regierungskommisston des S a a rgebiet und die Verminderung der französischen Truppen in diesem Lande, der Bericht der Mandatskommission des Völkerbundes über Syrien, Mitteilungen des Schweizer Bundesrates betreffend die diplomatische Immunität des Personals des Völkerbundes und der Bericht des Architektenkomilees über den Bau des Versa m m l u n g s s a a l e s des BöWerbundes. Schließlich auch die Festsetzung des Datums und des Ortes für den Zusammentritt der Kommission für die Vorbereitung der internationalen Abrüstungskonferenz. Wie die Schw. Dop. aus unterrichteten Kreisen vernimmt, bestätigt es sich, daß die Mehrheit der Ratsmächte daran festhalte, daß diese wichtige Kommission am S itz« de s Volke rb u ndes in Genf zusammentreten soll, obgleich die russische Regierung erklärt hat, keine Delegierten, in die Schwöb zu schicken. Do. Rennek in Genf. Bundeskanzler Dr. Ramek ist Montag abends in Genf eingetroffen, Dienstag vormittags wird er eine Unterretmng mit dem deutschen Reichskanzler Tottor Luther und dem Außenminister Dr. S t r e s e m a n n haben. Das Datum der Vollversammlung, in der die Aufnahme. Deutschlands stattfindeu soll, ist noch n i ch t b e st i m m t. Meffe-Angebote ln Stoffen, Seide, Wasen waren etc. Blöder Sclfnn 11., Taborstrasse 48 Telephon 4/-1*71 En gros En detail