Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2529 (8.3.1926)
- Date
- 1926-03-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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W lener Morgenzeltung 8. März 1926 Serk » JY<& 'Sfsauren iß&si und brauchen iro/tdcm FMj£&Jk£S‘ €?£%££!£* rvgstn S/e. s/atfcfe# /ez/rert <Bahn£‘/7fccr/fa&& fr*T*W*r? w VemJGfTvfanS Kr. 8829 Wien. Monkkg Die ßröffnnng der Wiener Messe. Feierliche Eröffnung durch den Bimdcsprösidenten Hainisch. Im großen Festsaal der Neuen Burg wurde gestern durch den Bundespräsidenten H ai n i s ch die Wiener Jubiläutnsmessc feierlich eröffnet. Der Bnndespräsident gab in seiner Eröffnungsrede, zunächst einen Rückblick über die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft seit Kriegsende und führte ans, daß der Wille nach Wiederaufbau auch die Wiener Messe bervorgcbracht habe, die dem österreichischen Export neue Wege weisen will. Nach dem Bundespräsidcnten begrüßte Handelsminister Doktor Schür ff die Messe als den neutralen Boden, auf dem sich aller sonstigen Feindschaften zu Trotz die Kaufmannschaft aller Länder zu fruchtbarer wirtschaftlicher Zusammcuarbcit finden möge. Nach ihm erklärte Bürgermeister S e i tz, daß die Messe nicht mrr ein nützliches Instrument der österreichischen Industrie und des Handels, sondern vielmehr ein Symbol des freien Handels und der freien Berkchrswirtschaft ist. Nachdem noch Handelskammerpräsident Tilgner die Messe begrüßt hatte, wurde die zehnte Wiener Messe als eröffnet erklärt. Zu dem Festakt hatten sich Mitglieder des diplomatischen Korps, der Negierung, der gesetzgebenden Körperschaften, der Gemeinde Wien und der Behörden e.ingefundcn. Der Werlaus des ersten Messetages. Der erste Messetag, der unter der Mißgunst des Wetters zu leiden hatte, brachte nichtsdestoweniger einen großen Zustrom ausländischer Käufer. Insbesondere waren es Amerikaner und Franzosen, sowie Balkanvertreter, die vielfach Abschlüsse tätigten. Das Kunstgewcrbe war besonders stark besucht, die Ledergalanterie-, Taschner- und Reiseartikelbranche konnte größere Orders abschließen. Abends fand im Festsaal des Rathauses ein vom Bürgermeister der Stadt Wien gegebener Messeempfang statt, zu dem auch der Bundespräsident Dr. H a i n i s ch, Vizekanzler Dr. W a b e r mit mehreren Bundesministcrn, das diplomatische Korps und die Spitzen der Behörden erschienen waren, bei dem der Bürgermeister nochmals die Bedeutung der Jubiläumsmcsse besonders unterstrich. Lar internationale Schachturnier am Semmering. Ein überraschende? Anfang. — Aljechin geschlagen. Semmering, 7. März. (Panhans-Schachtnrnier.) Heute wurde die erste Runde gespielt. Sie brachte manche Ueberraschungen. So verlor 'der Favorit A l j e ch in gegen Nienrzowitsch überraschte durch ein fein'berechnetes Dpringer- Memzowitsch überrasch:« durch ein feinbrechnetes Springeropser und drang mit starkem Angriff siegreich durch. Auch Grünste Id. der als Anzieher durch ein nach der Eröffnung abgelchntes Damengambit in Vorteil zu kommen schien, überstürzte seinen Angriff, mußte sich zu einem Figurenopfer bequemen, das aber der Pariser Meister Janowski siegreich widerlegte. Ucberraschcnd wirkte der Ausgang der sizilianischen Verteidigung S p i e l m a n n gegen Gilg. Der Ostrauer, der zunl erstenmal den Boden cuteä internationalen Lu r ui eres betritt, führte die Partie korrekt und umsichtig und schien sogar eine Zeitlang überlegen. Das Spiel endete nach dem 39. Zuge remis. Einen eindrucksvollen Sieg erkämpfte mit einem Damengambit V i d m a r gegen rhates nach dem 43. Zuge. Der Wiener Jungmeister Kmoch widerlegte die" schwächere Verteidigung des Holländers Davidson im abgelehnten Damengambit, positionell und siegte sicher im Endspiel. Auch Dr. Tartak o w e r, der gegen Marchese R o s e l l i eine Damenbauereröffnung gewählt hatte, konnte nach dem 57. Zug den Sieg verzeichnen. Die Partie Michel — Vaida, eine Damenlbauercröffttung, endete nach wechselvollem Kampfe im 53. Zuge remis. Die Partie Reti gegen T r e h b a l, eine Reti-Zuckertort-Eröffnung, gelangte nach achtstündigem Kampfe nicht zum Abschluß. Die Chancen scheinen ausgeglichen. Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. Die Gefahren der BruftentzÄrrdungen. Ais ein una «genehmes Ereignis fiir die stillende Mutter stellt sich oft schon in der ersten Zeit des Wochenbettes eine Schmerzhaftigkeit in der Brust ein. BiÄveilen findet sich auch neben der meist bestehenden leichten Fchwelltng und sichtbaren Rötung etwas erhöhte Körper:ernperatur. Es muß in solchen Fällen nicht iimner eine Entzündung bec, Drüseugänge vorliegen, es kann oft auch eine bloß- Milchstauung zu den bezeichneten Erscheinungen sichren. Der letztere Umstand. von dem a ich nicht stillende Mütter ergriffen werden können, ist harmloserer Natur und schwinde: meist aus sachgemäßes Hochbiuden d.r Brust und kalten Umschlägen. Im anderen Falle spielt aber die Frage, ob das Kino rn der kranken Brust weiter gesäugt werben solle, eine wichtige Rolle. Diese Frag? läßt sich aber nicht immer jo einfach beantlvortcn. Es g.höu hiezu vor allem die genaue Kenntnis des Einzelsalles. Aich dann ist die 2>:ell-unpai)me der angesehensten Aerzte hiebei fein: einheitliche. Maic mutz sich vor altem vor Kugeu halten, daß bei einer entzündlichen Schüvellung der Brust mit Fieber immer eine Infektion vorliegt, das heißt, daß in der mütterlichen Brust ein Eite.Herd bestcht. Aus diesem sind, woraus ja das Fieber hinweist, bereits Krankhei'.s'keime in die Blutbahn abgegeben wor« den, es bestcht daher auch die Wahrscheinlichkeit, daß schädliche Bazillen dirch die Milch in den Darmkonal des Säuglings gelangen. Es ist ivohl von joden Arzte oft genug beobachtet ivovden, daß die Kinder trotz des Sangens an der kranken B.ust meist g'- sund bleiben; cs sind aber Fälle bekannt geworden, die mit Sicherheit darauf Hinweisen, daß durch solche in der Brust brfinidliche Krancheilskeime bei Kindern Berdaaungsstö.ungen oder eiterige Erkrankungen :m Munde der Säuglinge entstanden sind. In Berücksichtigung dieser Momente ne!gt man jetzt zur lUebung, kranke Brüste ans dem Stillgeschäfte anszuschalten, wenn Verdacht aus eine eitrige E'nschmelzung drüsigen Gewebes bestcht. Denn die völlige Rrchigstcllnna der Brust gib:, wie Dozent Doktor [ Graff in den „Aerztlichcn Mitteilungen" zeigt, die beste Gewähr Kr den raschen Rückgang aller entzündlichen Erscheinungen. Man unterläßt in solchen Fällen auch das übliche Abvumpen der Milch, das den Frauen meist sia.ke Schmerzen verursacht, und begnügt sich mit der Rtchigstelluna Lurch Hochbinben der Brust und mit Auflegen von seachlwcirmeii od'r kalten Umschlägen. Will man die Einschmelzung des Gewebes beschleunigen, um dann durch einen Einschnitt den Eiter zu entfernen, wird man warme Kompressen «auslegen. Bestcht noch die Möglichkeit, die Vereiterung zu verhindern, wird man mit kalten Umschlägen oder sogar mit Eisblase die Behandlung durchführen. Wenn die Frauen r?chtzcitig unter ärztliche Beobachtung kommen, erzielt man bessere Heilerfolge, da jeder notwendige operative Eingriff an der Brust, wie ihn eine Vereiterung ^fordert, die Brust nicht nur für die bestehende Stillperiode, sondern meist auch bei weiteren Geburten für das Stillen ungeeignet macht. Eine Bmstentzündung stellt sich somit als eine schwere Erkrankung dar, auf deren Verhütung man größere Sorgfalt verwenden sollte. Diese Vorbeugung besteht darin, daß die Brüste schon während der Schwangerschaft entsprechend behandelt' werden. Insbesondere sollen die Brustwarzen, die die eigentliche Eingangspforte für die Infektionen abgeben, vor der Niederkunst durch tägliches Waschen mit'kaltem Wasser und spiritnöftn Lösungen abgehärtet werden, um ihre Empfindlichkeit und leichte Verletzbarkeit zu verlieren. Es treten sonst leicht durch die Saugbelvegungen des Kindes kleiche Verletzungen der Warzenhaut, sogenannte Schrunden, aus, Dü gestrige Mcisterschaftsrmtde erfreute sich keines allzn großen Besuches, woran das zweifelhafte Wetter Schuld war. Auch der gebotene Sport ließ vieles zu wünschen übrig. Die Wiener Mannschaften sind derzeit gänzlich außer Form, was für den sontltägigen Länderkampf gegen die Tfchechoßvwakei keine guten Aussichten verheißt. Die W.ihl der Repräsentativen ist unter solchen Umständen ein Problem. Auch die schwere Niederlage Slovans in Prag ist ein böses Zeichen. Die Usberraschung des Tages war der Sieg des W. A. C. über Rapid. Die Amateure konnten Admira unerwartet leicht erledigen und führen nun mit sechs Punkten Vorsprung. Amateure—Mburrvu 7:3 (4:1). Hohe Warte. Schiedsrichter Rosenzweig. 12.000 Zuschauer. Amateure: Lohrmann; Blicenec, Tandler; Schneider, Briza, Geyer; Cutti, Kalman, Hierländer, Wieser, Vanicek. Admira: Wieser; Vozi, Stern; Wostrak, Koch, Schott; Siegl, Runge, Molzer, Klima, Palko. . In Kürze der Spielverlauf: Die Admira eröffnet das Spiel, hat auch gleich nach Anbeginn die Chailce eines Freistoßes, der jedoch von Lohrmann abgewehrt wird. Schon der Gegenangriff der Amateure führt in der 5. Minute durch Kalman, der von Hierläuder den Ball kunstgerecht vorgelegt bekommen hatte, zum ersten Treffer für die Amateure. Hier" länder selbst stellt in der 11. Minute den Stand auf 2:0. Beide Mannschaften erringen einige Ecken, die aber unausgenützt bloiben. In der 28. Minute bricht Hierländer durch mtb sendet zum dritten Male ein. Aus einem Freistoß fantt Runge in der 36. Minute für die Admira den ersten Treffer buchen. Knapp vor der Pause er" wischt Kalman einen Vorleger Vaniceks" und der Stand zur Halbzeit von 4:1 ist gegeben. Rach der Pause kann die Admira das Spiel noch durch einige Zeit offen halten, ein Treffer Wiesers in der 6. Minute jedoch besiegelt das Schicksal der Floridsdorfer, die nur mehr bestrebt sind, durch gelegentliche Durchbrüche das Resultat zu verschönern. Zn der 16. Minute kann Molzer unter freundlicher die der stillenden Mutter beim Säagen stark' Schmerzen verursachen, durch das Stillen immer wieder in der Heilung behindert, schließlich infiziert werden und die unheilvolle Vereiterung bringen. Es ist also jeder kleinsten Wunde an den Warten große Beachtung zu widmen und zu behandeln. Die Schrunden werden am besten vor weiteren Fnstcktm «durch Gebrauch eines Warzeuhütchens geschützt und in dm Pausen des Stillens mit entsprechenden Salben behandelt. Lieg: nur eine Milchstauung vor, io begegnet man ihr um besten durch reg.'lmäß'ge Entleerung der Brust mittels geeigneter Milchpunmpen, bis das Kind so weit ist, größere Milchmengen selbst abzusäugen. Es wäre noch zu erwähnen, daß bei Erkrankung einer Brust die andere gesunde im allgemeinen dem Kinde gereich: werden?ami. Durch stärkere Inanspruchnahm' ist sie meist auch in der Lage, allein den Bedarf des Kindes zu befriedigen. Oft muß man auch zu einer Unterbrechung des Stillgeschäftes für einige Tage seine Zustimmung geben. Es gelingt trotzdem leicht, oft selbst noch nach zwei bis drei Wochen, eine kranke Brust, falls sie Vicht vereitert war, zur Milchproduk:ion wieder anzuregen. Voraussetzung ist hier immer, wie überhaupt beim Säugen des Kindes, das richtige Verständnis und die nötige Geduld von seiten der Mutter. Wenn diese Eigenscha'ten vorhanden sind, kommt man über alle Schwierigkeiten hinweg. Glücklicherweise hat sich, dank der unausgesetzten Slnfflärung durch die Aerzte, in den letzten Jahrzehnten der Stillwille und die Stillfrcudigieit zum Nutzen der Neogeborenen sehr gehoben. Aerztlkcher Fragekafteu. Herzneurofe. Nach Ihrer Schilderung könnte es sich am eine nervöse Störung handeln, aber es könnte auch eine Herchräune vorlieaen, wenn es sich um eine ältere Person hcmdAt. Jedenfalls genügt Ihre Mitteilung nicht, um Ihnen ohne Untersuchung eine Behandlungsmethode anzngebw. Vertrauen Sie sich doch einem Arzte an! — Karl G. Ob eine Unterbrechung notwendig ist, muß eine längere Beobachtung der Patientin durch zwei Zlerzte konstatieren. — Tetanus. Bei mit Erde verunreinigten Wunden sollte stets eine vorbeugende Einspritzung mt Tetanusserum zum Schutze gegen Starrkrampf erfolgen. — Groß loO. Bei unregelmäßiger Stellung der Zähne kann bei jugendlichen Personen eine Korrektur durch dre AnleMng einer Drchtschiem meist mit Erfolg durchgesührt werden. Diese Schiene, die nicht besonders. auffällt, muß monatelang getragen werden. Mitwirkung Lohnnanns ein Tor anfholen. Dieses Erfolges können sie sich nicht lange erfreuen, denn Wieser erhöht bereits zwei Minuten später den Stand auf 6:2. Cutti ist der Er" zeuger des.siebenten Treffers. Klima bringt kn der 38. Minute noch einen Ball im Ancateur-Tor unter, knapp vor Spielende lenkt Lohrmann einen von Vozi getretenen Elfer zur Ecke, der aber infolge des inzwischen eingetretenen Spielschlusses itvM> mehr gegeben wird. _ W. A. C. — R«rpid 3:1 (1:0). Hohe Warte. Schiadsrichtsr Zwicker. 12.000 Zuschauer. W. A. C.: Frieds; HeikenwÄldor, Bacher; Schnieiider» Bilek, BrMM-; Huber, Schlosser, Halftil, Dürschmiied, J<my. Rapid: Janczik; Schramsois, SvM; Misch, Madlmayer, Richter; Wessely, Wessellik, Hoffmamn, Kivbes, WondvaL. Beide Angriffsreihen infzenieven gleich ungestüme Vorstöße, di-e mit Fehlschüssen enden. Wegen einer- Verletzung nmß Atadlmayer auf einige Mnmten das SpielfÄd verlassen. Dann scheint es, als ob Rapid ein leichtes Uebsrgewicht geltend machen könnte. In der 27. Minute aber trat die Wendung ein, eine Wendung, die für den Ausgang des Spieles vielleicht von entscheidender Bedeutung war. Janesik läßt einen leichten, nahezu langsamen' voller" staffieren und W. A. C. führt 1:0. Wieder drängt Rapid einige Zeit, zwei HandS im Strffraunl des W. A. C. werden von: Schiedsrichter überschen, dann windet sich Schrmnseis vor Schmerzen am Boden, wobei die Rapöd-Anhänger Schlaffer der Ucheberschaft irt* schuldigen. Einwandfreier konnte die Schuld Kirbes festgestellt wevdely der sich gleich darauf durch ein ausgiebiges Foul au Bkleck an den Schwarz-Roten revmchierte. Die ztveite Hälfte wird mit einem Angriff Schlosser-Huber- Dürschmied eingeleitet. Schramssrs legt den letzteren >mr und Hafftl schießt in der 6. Dtinute den deshalb diktierten Elfer ein. Neuerlich zi-cht Rapid in Front, wird aber, wieder znrückgeworsen mtb nachdem Solil nach einer Berletzruig „gelabt" tvorden ist, erreicht Huber in der 11. Minute mit einem schönen Schuß das 3. Tor. Der Rest des Spieles gehört Raplo, aber die Stürmer schießert schlecht und haben auch Pech, erst m der 33. Minute lcktu Die Amateure haben sechs Punkte Vorsprung. Rapid von SB. A. 6. geschlagen. — Schwere Niederlage Slovans in Prag.