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Wiener Morgenzeitung · 1926-03-07 · Heft 2528 (7.3.1926) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2528 (7.3.1926)
Date
1926-03-07
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Memrr MoEMelkum 7. Marz 1036 :c:‘c 9 En gros * Me Geschäftszeit von m i Export hatb 9 bb halb 7 Wir 'fy Sprachkundige Verkäufer in alten Abteiinngen Wir haben ms über viebeittges Verfangen von auswärts entschlossen, die Innendekoration der „Weißen Woche" über die Messe-Woche zu belassen Etn Rundgung durch unsere Kaufhäuser gibt Ihnen in aiien Abteiinngen einen tfeberbiick über die Frühjahrs-Neuheiten Messe-Okkasionen in IlllfllllllllllllllllllllllllllillllfflllllllllllflflW «n Abteilungen ApaIIc erhält jeder Kunde unserer Parfümerie- und Damenwäsche-Abteilung \ll9illv 1 Flaeen Sau de eeiogne *Farina gegenüber* dem Jaliehsplatz Dia Besichtigung unserer Haue-Woche versäume kein Besucher der i heule fkuiien-BüTo Wiener Mene THeatefkurten-B&ro M «W .Mw. SM«_ tzos WcraaHsnoIe Schachts«»»!« a« Semmering» eee Gestrrn «vchmittagr wurden die am internationalen i Schachturnier im Grand-Hotel Panlians teilnehmenden Meister > von den BerwaltungSrLten Dr Hoffmann und Hauser > wtübmmen geheißen, worauf Meister 'Wolf als T u r n i erweiter die Auslosung vornahm. Diese ergab folgende» Re« strltatr L Professor Michel (Bern), S. E. G r ü n f e l d (Wien), i 9-. T a r r a s ch (München), 4. Proieffor Dr. V i d m a r (Lai-! -ach), v. K m o ch (Wien), 0. R e t i (Köln), 7. Dr T a r t ak o w e r (Paris», 8. Spielmann (Wien), 9. Rtemgo« witsch (Kopenhagens 10. Dr. A l j e ch i n sPariS) 11. Karl Gilg (Möhr'sch-Ostrau), IS. Roselli de! Lureo (Floren-), IS. Dr T r e v b a l (Prag). 14 Davidson (Amsterdam), 1«. H a t e S (Leeds), 16. R n b 1 n st e i« (Bersin), 17. Dr. KanowS kt (Paris), 18. Dr. Vajd a (Budapest). Z« der erste« Runde spielen demnach Michel -ege« Vajda, Grünfeld gegen ZanowSti, Tarr a s ch gegen Rubtnstein, Vtdmar gegen DateS, K m o ch gegen Davidson, R4ti gegen T r e y b a l, Tartakower gegen Roselli, Gpielman« gegen Gilg, Riem, o witsch gegen Aljechin. Bogolj«- o w hat im letzte« Augenblick abgesagt WM er seinen Moskauer Titel nicht riskieren f Sie zehnte Wiener Messe» Heute beginnt vre diesjährige Frühjahrsmesse. Ne ist die zehnte seit Bestand dieser ständigen und wichtigen Institution tm Wirtschaftsleben Oesterreichs. Heuer ist sie darum Äs Jubiläuntsmesse gedacht. Sie wird heute im Festsaale der neuen Burg durch den BnndeSpräsidenten Dr. Harnisch in feierlicher Weise eröffnet, Abends gibt der Bürgermeister Seitz im Rathaus einen Empfang. Gestern hat die Wiener Messe-A.-G. im großen Konzerthaussaal z« einem Mittagessen geladen, an dem gegen 600 Personen teilnvhmen. Es sprachen der Präsident bar Messe-A.-G., Kommerzialrat Hochmnth, Bundesminister Dr, Schürff, Mzebür-germeifter Emmerling, der Landeshauptmann von Mderösterreich Dr-. Bure sch,, Kammerpräsident Tilgner sowie der Präsident der Organisation der Wiener Presse Zappler-. Theaterleute im Zirkus. Das Zrrkusfest der Concorde« und des Bühnen* herein es, das Frei tag abends stattsand, gestaltete sich zu einem großM geseüschaMichen Ereignis. Wir haben iiber die einzelnen ProgrammPunkte bereits berichtet- und können als abschließendes 'Urteil über den Ausflug unserer Bühnenkünstler in die Zirkktsgasse seststellen,, daß ihnen die Luftveränderung nicht gut getan hat» Es hat 2<uch der Manege nicht gerade zum Vorteil gereicht, daß Landfremde mit prächtigen Dompteurkleidern ihren Staub auffvirbelten. Die u-nschUldige« Tiere mochten sich ihre eigenen Gedanken und gi-iDe« -ihre gewohnten Weye, Wien» 7» März» * Das Weiter» Gestern herrschte tagsüber kaltes, windiges Wetter. Abends begann es zu regnen. Die Vorhersage läßt eene längere Dauer des heiteren Wetters als unsicher erscheinen und kündigt rasche Bewölkungszunahme in den Nordalpen an. * Das Leichenbegängnis deS am Freitag hier verstorbenen Herrn Julius Fuchs findet heute um dreiviertel 13 Uhr vormittags auf dem Zentralfriedhof, drittes Tor. statt. * Todesfall. Samuel Adler, eines ber verdienstvollen Mitglieder des Leopoldstädter Tempelvereins, 2. Boz., Paznmnitengasse 8, wurde am Freitag den 6. d. dahingerÄft. Samuel Adler gchörte zu den eifrigsten Mitarbeitern an.dem Bau des herrlichen Päzmanitentempels. Er war der Gründer und seit Jahren Obmann der Talmud-Thora-Sektion, tvo er durch vielseitiges talmudrschen Wissen die von ihm geleitete Schule auf die heute befindliche Höhe brachte. Das Leichenbegängnis findet hmte um 9 Uhr vormittags vom Hause d«S Verstorbenen, ä» Bez., Kleine Stadtgutgaffe 6, statt» * Merbefall. Gestern nachts ist hier Frau Regine Albalo, Mutter des Ntdaktenrs der „Wiener Allgemeinen Leitung" M. D. Albala, nach langem, schwerem Leiden im 82. Leibensjahre aechovben» Das Leichenbegängnis findet Btontag um viertel 12 Ühr am Zentralfriedhof, 1. Tor, statt» * Wiener Sterblichkeit. Im Jänner sind in Wien 3307 Personen g e st o r b e n, während im Dezemlber die Zahl der Todesfälle 2486 war. Jur Jänner 1928 stauben in Wien 2291 Personell. Di»e größte Zahl der Sterbesäüe entfiel ans die Krankheiten der Kreislau fora an e» * Der Mord an dem Ordnerobmann Walter iy Pottendorf. Aus Wr.-Neustadt wird uns berichtet: Die vier llnter dem Verdacht des Mordes an denk Ordnerobmann Walter verhaftet Gelvefenen Franz V a l e n t a, Felix I a u k e, Sebastian Frbatz und Josef Probst wurden dieser Tage ans der Untersuchungshaft entlasse n, da ihnen keine Schuld an dieser Mordtat nachgewiesen werden konnte. * Bon einem Eisenbahnzug getötet. Gestern früh wurde von dem Eisenbahnwächter am Damme der Fanz-Josefs- Bahn auf der Strecke zwischen Klosterneuburg und Kahlenbergerdorf bei der zum Donaustrom führenden Stratzenübersotzung dre vollkommen zerstückelte Leiche eines jungen Mädchens aufgefuuden. Die Erhebungen ergaben, daß die Tote osfenbahr von einem Eisenbaynzug überfahren und getötet worden ist. Die Unglückliche ist dre löchrige Schneiderin Ludmilla Höizig, 13. Bez., in den Baracken rn der Linzerstraße bei ihren Eltern wohnhaft gewesen. Es steht noch nicht fest, ob es sich um einen Unfall oder einen Selbstmord handelt. * Verhaftete Tenipeleinbrecher. Der Polizei gelang es wieder, eine gefährliche Einbrechevbande zu verhaften. Es jmo dies der 30jähri>ge Maurevgehllse Jossi Bartl, der Hilfsarbeiter Theodor Scheuß der Hilfsarbeiter Leopold Pochobradskh und die Brüder Cerwenka, die durchwegs mit mebrjäihrigrn Kevkerstrafen vorbestraft sind. Es wird ihnen eine Reihe von Einbrüchen zur Last gelegt, die sie unter der Wncht der Beweise einaesttlyen mußten. Unter anderem haben sie den Eihrbmeh in der Bezirkskrvükenkasse in der Albertgasse und in den Kanizleiränmen des Portier- und Hmtsbesorgervereins verübt. Den ihnen Ebenfalls zur Last gelegten Eiickrnch im jüdischen Bethans des Vereins Rasche tilfe, 2. Bez., Josefinengasse 7, bei dem ihnen wertvolle Werne empelgeräte zur Beute fielen, leugnen die Vechafteten. Die Geliebte des Bartl, Leopoldine Reitmeier, und die Gekieibte des Cervenka, Stephanie Grasseiy, wurden ebenfalls dem Sandesgericht eingeliefert.. * Verhaftung eines Kaufmanires. Vor einigsr Zeit ist der 87jährige Kanfnmnn Giuseppe Lopez aus Trinitapoli in Italien nach Wien gekommen, wiewohl er schon im Jahre 1934 wegen Betrllges abgeurteilt und landesverwiesen wurde. Der Mann hat dann hier mit zwei Gesellschaftern, dem ZZjähri^en Kanfnlann Artlir V e r d o ß aus Bozen nnd dem IZjährigen Antonio Scarpo aus Carabo bei Bari ein Südfrüchtengeschäft im 3. Bezirk eröffnet, bis die Behörde oaraufkam, daß er abgeschafft ist und ihn festnahm. Während er wegen verbotener Rückkehr in Haft saß, ist gegen ihn ein-e Neihe Betrugsanzeigen erstattet woroen. Er soll ein-em hier seßhaften Italiener 25.000 Lire entlockt haben. Dann soll er gemeinsam mit seinen beiden Gesellschaftern von Firmen- Wechsel um 3 0.0 0 0 bis 4 0.-0 0 0 S. bezogen und wü>errechtlich verwendet haben. Auch aus.Prag wird föopez wegen mehrerer Ä Betrngsfälle gesucht. Als die Verhaftung des Lopez :t Wurde, sind seine beiden Kompagnons aus Wien verschwunden, so daß. der Verdacht der Mitwisserschaft naheliegt. * 14. österreichische Klässenlolterie Die Ernenerungsfrist für die 4. Klasse endet am Abend des 8. d. Die Ziehung findet Dienstag den 16.' d. im Ziehungssaale, Wien, 3. Bez., Marxergasse 1, ebenerdig, statt und beginnt nm 8 Uhr früh. sorgende Bank, daß der Scheck in Ordnung geht, vergehen mehrere Tage, bis der Einreicher im Besitze seines Geldes ist. Wie amerikanischen Zertungsmeldungen zu entnehme., ist, lassen aiigenblicklich eine Reihe von New-Aorker Banken Versuche ausführen, die die Verwendung von „Schecktelegraphie" für das Bankgewerbe erproben-sollen. Diese Versuche sollen sehr zufriedenstellend aiisgefallen sein. Die Vorpräparierurig der Schecks ballert ein bis zwei Stunden, die Uebertragung selbst nur einige Minuten. Ziffern, Schrift und Vordruck sind sehr deutlich zu erkennen. Die Uebertragungskosten betragen ilur einen Bruchteil der ersparten Zinsen. Drahtlose Uebermittlung von Lm^kavten. Der Washingtoner Rahiotechniker Jenkin hat einen Apparat konstruiert, der, wie er angibt, die von einer Landschaft aufgenommenen, und .mit der Feder gezeichneten Karten kopiert ulid durch die Luft ans beliebige Entfernungen hin versendet. Anrerikanische Offiziere, die diese Nenenrng Praktisch erprobt haben, sind des Lobes über die Erfindung voll und erklären, daß sie im Kriegsfall von größtem Nutzen sein werde, wenn es daranf ankomnie, Geländekarten an 'verschiedene Abteilnngen rasch zu übermitteln. Die Wasserversorgung der Weltstädte. Der Bedarf an Wasser für die moderne Weltstadt ist garr^ außerordeiitlich hoch. Für die Haushaltung rechnet der Wasseringenieur täglich 50 Liter Pro Kopf (Trinken, Kochen, Waschen). In einer Weltstadt wie London wird für 1924 der Verbrauch zii 16^ ^iter täglich pro Kopf angegebeii, was bei einer Bevölkerungsziffer von 6,9 Millionen Köpfe zu einem Jahresbedarf von über 400 Millionen Kubikmeter führt. In der englischen Metropole waren au dieser Lieferung die Themse mit über 59 Prozent und der Fluß Lee mit 22 Prozent beteiligt, während das übrige Wasser aus Grundwasserbrnnilen stammte. 10.700 Lkiloiiieter Rohre mit 1,156.060 Zapfstellen dienten zur Verteilung. Nicht uninteressant ist es, daß für die Pumplerstrilig 271 Dampfmaschirren mit zusammen 43.500 PserdestLrkenleistung nötig waren. Also auch das Wasser würde uns Zivilisierten llicht so bequem, zur Verfügung stehen — und deshalb auch vergeudet ideibeii —, tvenn wir keine Kohle hätten. Das Feuer verschafft uns das Wasser. ypuiuuiuuiiuuiuiiuiuuiiiuuuiiuuiiiiiiiiimniiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimimiiiiiiiiiiiiüiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ 1 Was die Technik Neues bringt I Keine LeuchtguSvergiftungen mehr? Durch die immer häufiger auftretenden Leilchtgasver- Pistungen angeregt, hat der Wiener Techniker Fritz Czerny inach langen Versuchen einen Apparat konstrlliert, der die geringste Menge von ausströmendem Leuchtgas sowie auch das Eindringen von Sickergas, das bekalintlich geruchlos ist, sofort, also noch lange, bevor eine Gefahr für Menschen besteht, absolut sicher durch ein anhaltendes Glockensignal anzeigt. Dieser kleine Apparat, der über Leben und Tod entscheidet, wurde von den Wiener städtischen Gaswerken überprüft und zum Betriebe sreigegebem Dieser Apparat wird einfach wie ein Bild unte». halb der Decke aufgehängt. Durch eine sinnreiche Anbringung von chemischen Pillen, die die Eigenschaft haben, sich bei Aufsaugen von Gas bis zu einem bestimmten Wärmegrad zu erhitzen und durch Uebertragung der erzielten Wärme an eine mü einer leicht dehnbaren Schlammasse gefüllten Silberkapsel wird bei deren Dehnung ein Wagebalken verschoben und dadrrrch das anschließend angebrachte mechanische Läutewerk in Tätigkeit gesetzt. Nach Verflüchtigung des Gases stellt sich der Apparat selbsttätig in die frühere Bevoitschaftsstcllllilg ein. Mne neue Umwandlung eines Clements. Der deutsche Physiker G a s ch l e r, der schon vor Miethe an der Umwandlung von Quecksilber in Gold arbeitete, berichtet. daß ihm die Beschleunigung der Umtvandlung des radioaktiven Elements Uran in eines seiner Zersallprodukte, das Uran l, geglückt ist: Bekanntlich bezeichnet umn als radioaktive Elemente solche, die nach ganz bestimmter Gesetzmäßigkeit in andere Elemente zerfallen, ohne daß wir bisher mit künstlichen Mitteln in diesen Zerfall eingreifen, ihn also weder beschleunigen noch verzögern konnten. Der erste geglückte Versuch wäre der von Gaschler, der in einer senkrecht stehenden Qüarzröhre zwischen einer Wolframspttze und flüssigem Quatfilber, das mit einer dünnen Schicht Uranoxyd überzogen war, stoßweise hochgespannte elektrische Fnnkenentladungen übergehen ließ. Dabei trat eine starke Zunahme der Radioaktivität des Uranoxyds aus, die sich in einer Schwärzung der photographischen Platte zeigte und ein Produkt entstehen ließ, das die Eigeirschaflen des Elements Uran 3E aufwies. Wenn diese Nachricht der geglückten Beschleunigung des radioaktiven Zerfalles eines Elementes durch andere Versuche betätigt und erweitert wird, so ist damit eine starke Stütze für die Richtigkeit der Umwandlung von Quecksilber in Gold, wie sie Miethe und Nagaoka bewerkstelligten, gegeben. Entdeckung eines neuen Minerals. Professor A. F. Rogers von der-Stanford-Universität in Kalifornien hat im Alanngestein eilt neues Mineral entdeckt, daß nach dem berühmten amerikanischen Geologen Kemp von ihm K e m p i t genannt worden ist. Der Alaunstein war anfänglich als Meteorstein angenommen worden. Später fand man indessen davon .größere Lager, die mit Manganerzen durchsetzt waren und die während des Weltkrieges auch ansgebeutet ivnrden. Das neue Mineral ist als ein oxychlorides Manganerz anzusehen. Fernphotographie bei Einlösung von Schecks. In Amerika bestehen zurzeit Bestrebungen, die F e r n- Photographie, die bisher nur in dem Nachrichtendienst der Zeitungen eine praktische Verwendung fand, auch überall da anznioenden, wo es sich darum handelt, wichtige Dokumente an einen weit entfernt liegenden Ort in Origmalschrift schnell zu übermitteln. Man versucht dies zunächst bei der Uebersendung von Schecks, die auf einen großen Betrag lauten und an einem vom Orte der Einreichung beträchtlich entfernten Platze sind. Nun werden in New-Uork täglich eine grpße Anzahl von Schecks auf Plätze des äußersten Südetts oder Westens der Veceinigten Staaten zum Inkasso eingereicht. Selbst bei telegraphischer Mitteilungan dk das Inkasso de-

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