Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2525 (4.3.1926)
- Date
- 1926-03-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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j Polen; 25 tfoityj Wien, zumÄbholen in der Expedition, II., Taborstt. 1*3, Oder in einer Verschleisstellc (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied 1„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch echo-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien; Mon.Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NachMhltmgen W P t e t — erhOhangen vorbenalieii orgenxettung ITrels Ifl ä'l Engl a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bul garien Mon. 100Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D, uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 Sir. 2925 Wie«. Sonnetstoo, 4. MSrr 1926 8. Aahraang Emission einer internationalen Palästina auleihe in London. Unter Taraatie der enMche« Regierung. ^Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Im redaktionelle» Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefetztes E gekennzeichneL Selchwaren-Restaurant WDRSTEL-BIEL I», Schottenring 14 ✓ lM FUhrlchgasse 3 Hittagsmenü nur 2 Schilling Alle Speisen mit reinem Gänsefett zubereitet 676 Briand und die Franlensälschungs- Mre. Ble Jn^evpelllrtron Blums bevkergt. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 3. März. In der heutigen Sitzung der Kammer ergriff Abg. Blum das Wor-t zu einer Interpellation über die ungarische Frank enfälschungsaffäre und über die den französischen Delegierten, beim Völkerbund zu erteilende Weisung, daß diese nicht an der Seite der Möglicher der gegenwärtigen ungarischen Regierung teilne'hmen konnten. Er verlangt, man möge ein Dia tum für ihre Beratung bestimmen. Ministerpräsident Brkand antwortet von seinem Sitze aus, daß es chm gegenwärtig unmöglich sei, eine präzise Antwortzu erteilen, da mit dm ausländischen RtrgievunM dairübsr Verhandlungen gepflogen werden, die noch nicht abgeschlossen seien. Der Ministerpräsident sei deshalb an eine gewisse Reserve gebunden und könne daher einer sofortigen Beratung nicht z u st i m m e n. Er fordert, die Kämmer auf, die Int erpellation zu vertagen. Der Ministerpräsident schloß mit der Erklärung, er st: überzeugt, daß eine Lösung der Frage binnen kurzer Frist und gemäß den sehr berechtigten Wünsche Frankreichs erfolgen 'werde. Zu diesem Zeitpunkt -vürde er den Interpellanten Antwort geben können. Der Sozialist F o n t a n i c x tritt der Ansicht Briands em^w und meint, das ungarische Regime sei ein Fslschmünzwregime. Redner beschuldigt Ungarn, daß cs sich seit langen Jahren mit dicser Industrie zu politischen Zwecken befasse, um den Vertrag von Trianon zu zerreißen, und erhebt gegen die ungarische Regierung den Vorwurf der Mitschuld b e i dem W e r k e d e r Falschmünzer. Fontanier lobt die Energie des sranzöftschen Gesandten C l i n ch a n t und erklärt, die französische Regierung und das Parlament müßten sich der Verteidigung des Friedens widmen, der eine Nottvendigkeit sei. Ungarn, sagt Rcpner, habe den B ö l k e r b u n d p a k t nicht respektier -t. Nach einer längeren Debatte über den Zeitpunkt der Beratung wurde das Jnterpellationsverlangen der Sozialisten zurückgezogen. i B rgerkrieg in khina. Ern Knmpf auf Leben und Tod. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") Paris, 3. März. Nach eimn Telegramm der ,Mtily Aknl" aus Machang (sieben Agilen von Peking) soll der Kampf der großen militärischen Führer, der in der Gegend von Peking und Tientsin begonnen habe, ein wirklicher Kampf auf L e b e n u n d T o d sein. Auf beiden Seiten würden Tanks verwendet. Es seien ehr große Verl u st e zu verzeichnen. Die Schlacht habe einen Umfang angenomtnen, daß sie zur vollständigen B e r n i ch t u n g der einen Partei führen könne. Peking, 3. März. (Reuter.) Der Bürgerkrieg entwickelt sich immer schneller. Die zweite Kuomintschu- oder nationale Armee in der Provinz Honan ist fast iu vollständiger Auflösung. Die gegnerischen Kräfte W u p e i f u s haben T s ch e n g t s ch a u b e s e tz t. London, 3. März. In Finanzikveisen der Eich verlautet, daß demnächst auf dem Londoner Anleihemark: eine Jnvestitionsanleihe für Palästina zur Emission gelangen werde. In einem Rückblick, der gestern von maßgebenden Finanzkreifen veröffentlicht wurde, wird auf die Erscheinung hingewiesen, daß nunmchr der Londoner Kapitalsmarkt für im Ausland investierte Anleihen nicht mehr allzu stark in Anspruch genommen werde. Der Kapitalsmarkt könne nunmeihr trag kräftige Ausländsanleihen wieder in größerem Maße aufnchmen. Es werden auch einige in Vorbereitung befindliche Anleihen, deren Emission bevovstcht, genann:, wie: Eine Jnv esti tionsa nleihe für Belgien, N e u s e e l a n d und einige für den Handel wichtige Uebevseeplätzc, wie. Tokio, Peru u:sw. Zu diesen Anleihen wird auch eine in Vorbereitung befindliche Emissionsanleihe für Palästina gezählt. Sie gehört in den Rahmen jener Emissionen, welche von der englischen Regierung gefördert werden und für die die Aufnaihmsfähigkeit des Londoner Marktes als günstig angesehen wird. Bekanntlich geht in der letzten Zeit das Bestreben der englischen Regierung dahin, mit Ausländsanleihen, die in London emittiert werden, auch gewisse Vorteile für die, eWfche Industrie, besonders für den Export, zu erzielen, um auf dielst-Weist das englische 'Arbeitslo-senproblem zu mindern. In den Rahmen dieser Bestrebungen fällt auch die geplante Palästinaanleihe, für welche die englische Regierung die Garantie übernehmen soll. Bekanntlich ist eine Reche wichtiger Jnvestitionsanleihen in Palästina durchzuführen. So bilde: ein altes Postulat der palästinensischen Wirtschaft der Ausbau des Jasfahasens, um die Bevkchrsbezichungen nach Palästina besser ausgestal'en zu können. Außerdem hat sich mit dem weitevschreitenden Ausbau der zionistischen Kolonisation die Notwendigkeit der Ausdehnung des palästinensischen 'Eisenbahnnetzes, die Anlage neuer Linien, die Errichtung «neuer Stationsgebäude, die Durchführung einer Anzahl von Brückenbauten ufw. ergeben. Für diese Zwecke sind große Kapitalien notwendig, die als Dauerinvestitionen unmöglich aus den laufenden fiskalischen Einnahmen Palästinas gedeckt werden können. Lord Plumer hat in einer kürzlich auf der Orangenausstellung in Tel- Awiw gehaltenen Rede auch die Notwendigkeit dieser Investitionen besonders hervorgehoben und ihren baldigen Beginn in Aussicht gestellt. Zweifellos ist diese Aeußerung im vollen Einvernehmen mit dem englischen Kolonialministerium erfolgt. Die Förderung, der Jnvestitionsarbeiten in Palästina ist ebenfalls ein Mittel der Unterstützung für die englische Industrie. Es ist unter diesen Umständen erklärlich, 'daß die englische Negierung im Interesse der Exportförderung die Vornahme dieser Arbeiten forcieren wird und die 'Inanspruchnahme des Londoner Geldmarktes fiir^ diese Zwecke nicht ungern sieht. Ueber die Höhe der Palastinaanleihe schweben noch Verhandlungen. Nach der Ansicht der Citykreife dürfte es sich vorläufig um 5 bis 6 Millionen Pfund handeln. Auch die Verzinsung und Amortisationsbcdingungen der Anleihe stehen vorläufig noch nich: fast. -r- Die Emission einer palästinensischen Jnvestitionsanleihe ivürde zweifellos für die weitere Entwicklung Palästinas von ungeheurer Bedeutung sein. Damit wird Palästina und seine Wirtschaft in den Jnteressenkreis der internationalen Finanz embezogen. Diesen Fortschritt ha: bereits Dr. Halpe r n anläßlich seines Aufenthaltes in Amerika angebahnt. Eine Emission der Palästinaanleihe in London würde den Eintritt der palästinensischen staatlichen Wirtschaft in den internarionalen Finanzmarkt bedeuten. Damit würde Palästina in die Reihe derjenigen Staaten treten, die ihre Geldbedürfnisse für die Durchführung von Staatsinvestitionen ans den internationalen Finanzmärkten :n Form Von Staatsanleihen befriedigen. Eine palästinensische Slaatsainleihe würde dann dieselbe Bedeutung wie die aller anderen Staatsanleihen besitzen. Sie würde aber eine um so stärkere Wertung genießen, als sie ans dem Londoner Markt zu einer Zeit emittiert wird, wo die City sehr genau die Bedürfnisse der einzelnen Staaten, welche sie in Anspruch nehmen, kontrollier: :,:'d cs einer Reihe von Staaten schwer gemacht hat, dies auch wirklich zu erreichen. Die Garantie England bei einer solchen palästinensischen Staatsanleihe würde andererseits aber auch eine Höherwertüng des Prestiges einer solchen Anleihe bewirken. Lord Plnmers Antwort an die Araber. Stimmen der ägyptischen Presse. (Eigendien-st der „Wiener Morgenzeitunig".) Kairo, 3. März. Die -hiesige Presse beschäftigt sich ein- ' gehend'mit der Aniwort, die der Oberkoinmissär Lord Plumer der arabischen, Delegation auf ihr Memorandum erteilt hat. Es wird mitgeteil't, daß die palästinensischen Araber über den Mißerfolg ihrer Unterredung sehr erbittert sind, da der High Commissioner mit'ihnen keineswegs aus di e Behandlung der Frage des Mandats sowie der politischen Rückwirkungen, die die j ü d i s ch e E i n w a n d erung nach Palästina mit sich bringt, eingeheu wollte. Unter dem Eindruck dieser Antwort' propagiere ein Teil der palästinensischen Araber eine äußerst scharfe Taktik England gegenüber und spreche sogar von' einem offenen Aufstand' gegen die englische Mandatavmacht. Demgegenüber vertritt die gemäßigte Gruppe den Standpunkt, daß ein bewaffneter Aufstand gegen die englische Mandatarmacht und die Zionistett den Interessen der arabischen Bevölkerung nur Schaden bringen könnte, da England in diesem -Falle dann jedwede Bestrebung der Araber unterdrücken würde. Die kinbiirgerrmg der Fuden. .(Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Jerusalem, 2. Marz. Das arabische Organ „Felestine" erklärt, daß die Araber, wenngleich sie das Recht der Errichtung eines I u d e n st a a t e s in . Palästina nicht anerkennen, doch keineswegs den gegenwärtig in Palästina wohnenden Juden das Rocht abzusprechen vermögen, daß sie sich um die S taatsbürgerschaft Palästinas bewerben. Sie wunderr: sich, daß der High Commissioncr Lord Plumer mit jüdischen Delegationen verhandle, ohne daß sie noch im Genuß der palästinensischen Staatsbürgerschaft stehen. Scheinbar haben die Inden, nach Ansicht des „Felestine", keine Absicht, sich um die Staatsbürgerschaft zu betvevben, da sie bisher von dem Staatshürgerschastsgesetz keinen genügenden Gebrauch gemacht haben. Der mohammedanische Sberrat. (Eigerrdienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 3. März. . Angesichts der Annullierung der Wahlen zum obersten muselmanischen Rat >beschäftigt sich die arabische Presse eingehend mit der zukünftigen Gestaltung dieser Körperschaft. Voreinigen Tagen übergab eine arabische Delegation den Konsuln der ausländischen Mächte ein Protestschreiben gegen die Verfügung des Verivaltungsgerichtshofes. Der Versuch der Araber, öffentliche Demonst rationell zu veranstalten, wurde. rechtzeitig von der Polizei unterdrückt. Die Anhänger des Oberrates beabsichtigen, in den nächsten Tagen eine große Konferenz der palästmensischen Mohammedaner einzuberufen. Iik »«Mhltt sowie angestaubte Weißwaren der abgelaufenen Weißen Woche staunend billig bei BrOder Schiffmann IL, Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros En detail