Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-03-01 · Heft 2522 (1.3.1926) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2522 (1.3.1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981609--25720-3013404
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SBTetf, MonW Wiener Morüenzektun^ 1. MSrz 1986 Ser Putsch der Bauuntemehmerr. Karlsbad, 28. Februar. (Tsch. P.-B.) Das Polizcikotmnissariat teilt mit: Der Bauunternehmer Rudolf R ö.ßler kam am 27. d. auf den Bauplatz des Hotels Imperial und forderte dort feine Angestellten auf, die Arbeit zu unterbrechen und mit ihm zur politischen Bezirksverwaltung zu gehen. Ungefähr 60 Personen gingen nach dem Gebäude der politischen Bezirksvenvaltung, mo Rößler zwei Delegierte bezeichncte, mit denen er in das Amtslokal des Vorstandes Regiemngsrat Dr. Fiedler ging, dem er bekanntgab. daß er ihn für verhaftet und des Amtes für verlustig erkläre. Da Dr. Fiedler annahm, daß er es mit einen: Geisteskranken zu tun habe, wollte er einem Kanzlei- Leamten den Auftrag geben, nach dem Polizeikommissariat $u telephonieren, was Rößler jedoch verhinderte. Da Dr. Fiedler befürchtete, daß es zu einem Gewaltakt kominen würde, da Rößler die Hände in den Taschen behielt und Fiedler der Ansicht war. daß Rößler eine Waffe bei sich trage, eilte er in die nebenan befiMiche Expedition, wohin ihm Rößler folgte. Rößler wurde von dem Beamten aufgehalten. Indessen drangen einige der Leute Rößlers in die Kanzlei ein uttd erzwangen von den Beamten die Freilassung Rößlers. Rößler befahl nun den Leuten, vor dem Gebäude Wache zu halten, während er mit den übrigen zum Hauptpostamt zog. Da er den Postdirektor dort nicht vorfand, stellte er drei Mann als Wache vor das Postgebäude auf und begab sich mit ungefähr vierzig Leuten zum Polizeikommissariat. Im Vorraum traf er mit dem Leiter des Polizeikommissariats, Polizeirat Doktor W o t t a w a, zusammen, den er ebenfalls seines Amtes für verlustig erklärte. Dr. Wottawa ließ Rößler von herbeigeholten Polizeibeamten verhaften und ordnete auch die Verhaftung aller übrigen Personen an, die sich in Begleitung Rößlers befanden. Die Angehaltenen wehrten sich, es kam zu einem Zusammenstoß, wobei ein Polizeimann und ein Zivilwachmann leicht verletzt wurden. Schließlich konnten die Angreifer überwältigt, in Haft genommen und dem Bezirksgericht Karlsbad übergeben werden. Es wurden im ganzen 18 Personen verhaftet. Der Gesundheitszustand Rößlers wurde vom Polizeiarzt untersucht, der bei Rößler keine Anzeichen einer ausgesprochenen Geisteskrankheit feststellte. Set Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. Die schmerzlose Geburt. Wir hohen es sicherlich im 20. Jahrhundert in der Medizin sehr weit gebracht. Auch die Heilwissenschaft hat sich der technischen Errungenschaften bemächtigt und sie für ihre Zwecke verwendet. Unsere Bewunderung erregen inshesondere die Fortschritte auf beim chirurgischen Gebiete. Der Wagentut in der Chirurgie hatte aber die Erfindung der Schmerzlindemngsmittel zur Voraussetzung. Vom Chloroform ging man zur Betäubung mit Aether über, hernach traten als Mittel zur Anästhesie (Unempfindlichmachung) die Jnjektionsmethoden mit den verschiedenen Kokainpräparaten in Konkurrenz. Heute operieren viele Chirurgen Blinddarmentzündungen, schwere Magenoperationen und Leistenbrüche ohne allgemeine Betäubung. Für kleinere Eingriffe sicht auch noch das Chlorächyl zur Versiigmlg, das, eingeatmet, einen kurz dauernden Rausch erzeugt, auf die Haut gespritzt, dieselbe durch Kältewirkung und Vereisung unempfindlich ntacht. Ha: schon die durch die Kultur bedingte Degeneration der Menschen die Schmerzmrpfindlichieit vermehrt, so hat die stete Bereitwilligkeit des Arztes, schmerzlindernde Mittel anzüwenden, die Angst vor den Schmerzen gesteigert. Wurde vor der Zeit der Narkose sogar die Abtragung von Gliedmaßen ohne Linderungsutittel dttrchgeführt, so laßt sich heute niemand einen Furunkel öffnen, ohne wenigstens die örtliche Betäubung zu fordern. Daß das Verlangen nach Schmerzlosigkeit zu weit gehen kann, ersieht man daraus, daß man sich so weit verstieg, sevbst das erhabene Erlebnis der Ge>burt aus dem Seelenleben der Nkltter dltrch die allgemeine Narkose auslöschen zu wollen. Gegen diese schematische Anwendung der schnterzlosen Geburt, wie sie von einigen Aerzten in Verkennung des ethischen Standpunktes gefordert wurde, richten sich neuerdings einige ärztliche Autoritäten. Keineswegs soll denjenigen Frauen die Wohltat der schmerzlosen Entibiltdung versagt werden, bereu Geburt durch einen notwendig gewordenen operativen Eingriff (Zange, Wendung) kompliziert wurde. Deren Schmerzen sollen ausge'chaltet werden. Alber von vornherein jede Erstgebärende des Dämmerschlafes bei der Entbindung zuteil wer» den zu lassen, weil sie sich vor der schweren Stunde fürchtet ynd man ihr das größte Ereignis im Leben einer Frau so schrecklich darstellte, das geht sicherlich zu wert. Da ist es Ausgabe gewissenhafter Aerzte, die Frauen und deren Männer, die ihre Gattinnen nur von den Schmerzen befreit wissen wollen und dabei nur die gute Seite sehen, über die der Gebärenden und dem frischgeborenen Kinde drohenden Gefahren aufznkläreu. Jeder Rauschzustand ist, wenn Nicht unbedingt notwendig, im allgemeinen;u vermeiden. Wenn auch die Gefahren sehr gering sind, innuerhin gibt es Gefahren für die narkotisierte Person. Bei dem Geburtsakt handelt es sich außerdem um das Schicksal zweier Personen,' um das der Mutter und des Kütdes. Es ist erwiesen/ daß der durch verschiedene Injektionen herbeigeführte Dämmerschlaf in etwa 30 Prozetlt der Fälle Gefahren für das Kind mit sich bringt, indem dieses meift betäubt oder scheintot zur Well kommt. Ja, es ist sogar wahrscheinlich, daß d:e die Mutter belaubenden Giststoffe in das &p>curßjnL mel und brauchen trand&n IZMjCMS XU. &ntbefU\SSQ^ tvertri Sie sfatfe/e* /euren Qo/jnenko/fi&ss m VerrOendenf Blut des Neugeborenen übergehen und bc> ihnl dauernden Schaden stiften könnten. Wird dann nicht jede Mutter in Kenntnis der geschilderten Gefahren gern einen Teil der Schmerzen auf sich nehmen, um ihr so sehnsüchtig erwartetes Kind lieber laut schreiend als scheintot aus den Händen des Geburtshelfers zu empfangen? Wenn Frauen durch Jahrtausende des Weltibestshens Kinder unter Schnrerzen geboren haben, warum wollen sich die modernen Mütter dieser Pflicht — bei Gefahren für das Kind — entziehen? Jeder Geburtshelfer ist imstande, selbst im Hanse der Gebärenden die Narkose durchzuführen, wenn er es für notwendig hält. Man bedenke auch, daß jede Betäubung die kräftige Mitarbeir der Gebärenden ausschaltet, die zum normalen Verlauf des Geburtsaktes nicht ganz entbehrlich ist. So kommt es, daß die Dauer der Geburt sich meist hinausschiebt. Die letzten schmerzhaften Preßwehen wird man immerhin bei empfindlichen. aufgeregten Frauen durch einen kurzen Chloräthylrausch mildern können. Der Arzt, der alle nötigen Linderungsmittel bei der Hand hat, wird fast stets die unruhige, nach Narkose verlangende Kreißende durch seinen Zuspruch, sein sicheres Auftreten und nicht zuletzt durch das ihm entgegengebrachte Vertrauen über die schwersten Augenblicke hinwegbringen. Die Frau ist dem Geburtshelfer nachher stets dankbar, daß er ihr die Erinnerung an das große Erlebnis, den Geburtsakt, gelassen hat. Die Entbindende ist stolz, sich ihr Mutterglück erkämpft zu haben. Vielversprechend sind die neuerdings gemachten Versuche über Entbindungen in Hypnose. Dazu gehört aber eine besondere Einstellung der Patientin zum Arzt, die eine mehrwöchige vorherige Behandlung erfordert und nicht überall jtt erreichen sein dürste. Amtlicher Fragetaften. K. L. .Häufige Enil.'erungen beim Säugling sind stets ew Zeichen einer Ernährungsstörung. Meist handelt es sich um Ucöccrnährung durch ja häufige oder zu reichliche Mahlzeiten. Aach 24stündigee sacchanngesi'lßler Teediät, Reduktion der Menge und Zahl der Mahlzeiten bessert den Zustand. — Impfung. Diese wird meist am Oberarm dnrchgeführt, da die Reinhaltung am Oberschenk ff viel schwieriger ist. — Ausschlag. Nur ein fachkundiger Arzt kann entscheiden, ob es sich um Masern oder um eine Infektionskrankheit gehandelt hat. Ihre Meinung ist da nicht maßgebend, da die Unterfcheidmrg der Ausschläge sehr schwierig ist. — Diabetes. Trotz Insulin ist die entsprechende Diät noch immer die beste Behandlungsmethode bei leichteren Formen Cup, Meisterschaft und Freundschaftsspiel. Die Amateure Kegen erst im Rachkviel. — Rapid an zweiter Stelle der Tabelle. — Hakoab außer Form. Die gestrige Cuprunde brachte heiße. Kämpft und die sch ließtichen Siege .der erstrlMgeu Mcmiischasten. Zwei Spiele konnten n w in der verlängerten Zeit entschieden werden, dminnter das der Amateure gegen B. A. C. Die Brigittenauer erwiesen sich wiederum als schwer bezwingbare Gegner. Auch Admira halte seine Nw mit Rag. Das Wettspiel Cricket—.Lyon wurde wegen schlechter Bodenv.rhältnisse abgesagt, so daß .rußedem Sieger aus diesem Spiele i m Cup noch v e rbleiben: Amateure, Admira, Simmering, F.A.C., Sportklub, Vienna und Slovan. Tas erstklassige Meisterschaftsspiel des Tages gewann Rapid und errang dadurch den zweiten Platz in der Meisterschaft. Im F r e u nd s ch a s t sspiel gegen Vienna unterlag Ha ko ah. Amateure—B. A. 51. 8:1. (0:0, 1:1). Schwer erkämpfter Sieg im Nachspiel. Amateur-Platz. 8000 Zrschauer. Schiedsrichter Ztvicrer. ' Amateure: Lohrmann: Bljzencc, Tandler; Schneider, Briza, Geyer; Hierländer, Kalman Konrad, Sindelar, Wicser, Cutti. B. A. K.: Köhler; Eörnet, Eroinann; Ruhittel, Haidn, Jarosch; Kochesser, Vetschera, Weilinger, Hofbauer, Hurmer. Die Amateure bedränget: sofort, Wi-.'ser verschießt. Der Gegenstoß verpufft. Dann beteiligen sich alle fünf violetten Stürmer am Basisch!eben vor Köhlers Gehäuse. Ter erste Körper ist Kochessers Erfolg, dem sofort ein zweiter folgt, beide ohne Resultat. Wieder Korner gegen die Hausherreil — Blizenec rettet auf öd Torlinie. Weilingers Prachtschuß stcht an die Stange, was Hierlärlder sowrt uachinachl. Nach brr Pause hier und dort eine Kornerserie, schöne beiderseitige Fldarbeit, doch erst in der 21. Minute kann Sindelar nach Kombination Kalman- Wieser unhaltbar einsenden. Der B. A. K. läßt sich »licht entmutigen, und als Blizenec den Ball mit den Händen im Strafraum festhälr, gibt es einen Elser, den Hofbauer sich.r verwandelt — 1:1! Bis zum Ablauf der regulären Spielzeit nichts von Belang. Das Nachspiel bringt in ben ersten fünfzehn Minuten keine Veränderung. Nach Seitenwechsel kann Cutti in der 17. Minute ben Ball Wicser schußgerecht vorlegen und die Amateure führen! Bon« Abstoß weg gch; ivieder Cutti durch, gibt zu Kalman und lein Kopfstoß lauter im Netz, wodurch deec Sieg entschieden ist. Beurerkerlsivert ist noch eine kraftvolle Abtvehr Köhlers, die Grchmann und Sindelar sin einige Minuten außer Gefecht setzt. Kalman verläßt fünf Minuten vor Spielschlllß das Feld. Die Amateure haben sich mit großer Mühe txti Ausstieg in die nächste Cuprnnde gesichert. Di tn mering—Wacker 3; 2 (1:1). MMillg. 3600. Znsckxmer. Schiedsrichter Werner. ^Simmering: CH.nt; Hanswinh, Musil; Kliwusch, Kurz, Dumserr Danis. Horvath, Defta, Zillbauer, Bierrl. Wscker: Koluyprstr. Capckl Brinch Nsi'H Pellet: Machhörildl, Rappan, Kuchan, Parofsky, Schröder. Sofort nach Beginn bekommt Chart Arbeit. Langsam befreit sich Simmering, ein Freistoß Danis' wird eine Beute TrdiMs. Cap.k gibt den Ball schlecht zurück, doch Twindl hält. Ein schöner Schuß Schröders verfehlt knapp das Ziel. In der 36. Minute kann Schröder nach einer Vorlage Rappans volley sinsenden. Sinuncring greift jetzt an und knapp vor der Pause gleicht Zillbauer aus. Schon in der 7. Minute bringt Rappan mit Flachschuß Wacker wieder in Front. Ein Schutz'Horvaths, der mit Sesta 'Platz tausch:, gcht über die Latte, doch in der 21. Minute komnrt der Ball von Zillbauer über Hovvach zu Sesta, der den Ausgleich erzielt. Wackers Allgriffe zerschellen an der Verteidigung dcr Gäste, die durch Danis, der nach einer Vorlage Kurz' rinköpft, de»» slarchringenden Treffer erzielen. Knapp vor Schluß kann Chart noch eine gefährliche Situation durch Fausten klären. Sportklub—Nicholson 2 r 1 (1 r 0). Äportkbub-Platz. 2500 Zuschauer. Schiedsrichter Kaichnann. Sportklub: Gdi; Beer, Lowak; Lang, Mickcy Wiedemann; Bauer, Thimmler, Höß, Pulpan, Hinsner. Nicholson: Rottenbacher; Beydi, Pratsch; Mal, Czernitz, Mazurka; Zeidler, Golobie, Klupp, Ryba, Ullrich. Ech in der 40 Minute gelingt es Bauer, über der: seindüchen Tormann hinweg einzusenden. Nach Wiederbeginn greift erst Nicholson energisch an. Bauer kann gelegentlich eines Durchbruches den Stand auf 2:0 erhöhen. In der 34. Minute unternchmen die Gäste einen sehrschon angelegten Angriff, und tatsächlich kann Golobie einen Paßball Rybas unhaltbar ernsenden. Avmiro—Rtdg 3rl (0:0), 1:1 (Irl). Ädurira-Platz. 2000 Zuschauer. Schiedsrichter Plhat Admira: Wieser; Vozi, Stern; Wostrat, Koch, Schott; Siegl, Runge, Molzer, Klima, Palko. Rag: Ztukl; Btlek, Zischka; Angerer, Rhbnicek, Truhlar; Kadletz, Hofoaner II, Stanzl, Hofbauer I, Wessely. Bei Admira gefiel Siegl. Me erste Hälfte verlief torlos, in der 9. Minute nach der Pause erzielte Hofbauer II den ersten Treffer. In der 31. Atirrute kommt Admira durch ein Eigengoal Zinkls zu einem bill'geu Ausgleich. Im Nachspiel kann dann Admira durch zwei Treffer SieglS über die übermlideten Tritt' klassigen einen schwer erkämpften Sieg feiern. Slolmn—Mvaphia 6*1 (4:0). F. A. C.—Bewegungsspioleo 3:1 (1:1). Nächsten Tonntag finiden folgende Meisterfchaftsspielc statt: Admira—^Unateure und W. A. C.—Rapid (Doppelspiel), Vienna— Wacker, Simmering—Hertha, F. A. C>—'Sportklub, Sloivau—R.idolfchügel. Hakvah trägt e.n Fr.unbschcrf'sspiel gegen Briglttenauer A C aus. Hakoah-Simmering. Dieses Meisterschaftsspiel wird am Saulstag auf dem W. A. C -Platze auSgetrag«r.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.