Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2522 (1.3.1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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f ypcuT 25 i tf>zyl Wi cn. Abholen in der iixpedltloo,!l, Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle Trafik) monnti. 6 Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. l, Wollzeile 11 Mit Postversand Ith Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling I schecho-Slowakel Mon. K22. Jugoslawien; Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ftachsahltmgen v« Preiserbfthunuen vorbehetien Rr. 2522 _ Wiener Morgenrrttung ■SHH55HH55HS5H52S55EHH55SHEK52 Wien. Montag, 1. Mörz 1926 Engl a n d: Mon.4Schillfng. Italien: Monatl. 18 Lite: Ru m ä n( en: Mon. 170 Lei. Bulgari ea :Mon.I00Lewr. Schweiz und des übrige Ausland monatlich Frcs. t Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr* 1 Telephone: 44*0-38,43^-19 Ab 6 Uhr. 21-102, 25-2-82 IX.. Universitatsstrasae 6-8 (D uckerei lg. Stelnmanm Oesterreichisches Postsparlassen - Konto Nr. 150.69? 8. Safitflona Der Kampf um den Mllerbund. So« englische Kabinett. Im redaktionellen Teil «nthalteve entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. zwei neue Skgane der zionifteN'Revlftoniften. Paris, 28. Februar. (I. T. A.) Das Zentralkomitee der Ziottisten-Nwisionisten teilt mit, daß in Paris am 1. März eine Monatsschrift in jiddscher Sprache, „Der naijer weg", unter der Reaktion von W. Jabotinslky und I. Klinoff erscheinen wird. In Bases wird ab Mäiy in deutscher Sprache eine revisionistische Zeitschrift „Morgenrot" unter der Redaktion von Dr. M. Schabeid zu. erscheinen beginnen. Wird der jüdische Kind zur Spposttio« übergehen? Warschau, 1. März. (I. T. A.) Die Skim-mmtig unter den «jüdischen Deputierten und Senatoren ist angesichts der Erklärungen des Unterrichtsministers G r a b s k i über das Abkommen und den Numerus clausus sehr erregt. Die Darstellung des Ministers wird in den Kreisen der jüdischen Parlamentarier als ein Zeichen dafür angesehen, daß es der Regierung mit der Erfüllung der jüdischen Postulate überhaupt nicht e r n st sei. In der letzten Sitzung des Klubs kam eine Stimmung zum Ausdruck, die darauf schließen läßt, daß der Klub demnächst den Uelbergang zur Opposition vollziehen wird. Nur einige Abgeordnete des Misrachi und die Vertreter der Agudah innerhalb des Klubs mochten zunächst eine abwartende Haltung ein nehmen. Habimah in Warschau eingetrofsen. Warschau, 1. März. (I. T. A.) Das berühmte Moskauer hebräische Theater Habimah ist aus Liba u, wo.es zuletzt Vorstellungen gab, in Warschau eingetrvffen, wo das hebräische Ensemble unter d:x Leitung des Direktors Z e-' mach eine Reihe Vorstellungen gelben wird. Das Interesse' Kr die Habimah ist hier sehr groß, die jüdischen Zeitungen widmen dem Theater Begrüßungsarti'kel. . Sie große Rot in Polen. Sterbende jüdische Städtchen. Warschau, 27. Februar. (I, T. A.) Die Berichte des Schriftstellers Singer über die Not in B r z e z i n, wo die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Hungers stirbt, hat hier alarmierend gewirkt. Abg. D. Schipper, der oben falls einen T:g in Brzezin geweilt hat, berichtet, daß Hungersnot und Krankheit bedrohlichste Formen angenommen halben. Eine Frau, Mutter von sieben Kindern, beging Selbstmord, weil sie nicht zu scheu konnte, wie ihr Mann und die Kinder hungern. Es wurde ein Hilfskomitee für Brzezin gebildet. Vom Joint wurden 500 Dollar als erste Hilfe gesandt. Die Gesellschaft Tos. (Warschauer Oise) übernahm die Aufgabe, den 600 jüdischen Schulkindern täglich ein Glas Milch zu verabreichen nn>) die 120 an Schwindsucht erkrankten Kinder aufs Land zu bringen. Auch aus O; i e r k o w. in der Nähe von Lodz, trafen alarmierende Nachrichten ein. Ein Mitarbeiter des „Moment", der dort geweilt hat, berichtet, daß von den 5000 Juden Ozierkows 60 Prozent ohne jede Beschäftigung sind und hungern. Die Häuser sind verfallen, in jed:r Stübe sind erkrankte und vor Hunger und Külte aufgeschwollene Kinder. Kartoffeln sind d's einzige Nahrungsmittel. Der Ortsrabbiner erzählte, daß einst reich: jüdische Bürger jetzt buchstäblich Hungers sterben. Die Gerer und die Strikower Chassidim gelobten, einige Tage in der Woche kein Fleisch zu geni.ßen und das Ersparte den Hungernden zuzuführen. Hunderte Familien dreht Exmission, weil sie seit Monaten nicht die Miete bezahlen konnten. In Ozierlew existiert eine Gasse, die die W i t w e n g a s s e genannt wird, weil fast alle Männer dort Hungers gestorben sind. * Die Askä e Alexander Wet^z. Vorge'lern ist die üntersuchung in der An^e^genbert der gewesenen Chefr dak eurs Alerande« W e t s j -um Abschluß gelangt. Es wurden die letzten in Bet acht kommenden Zeugen ehrvuirommen. so dak bereits heute über die Enthaftung Weisj entschieden werden önnte, so,ern die Voraussetzungen vortte en. Dins jüdische Haus | as jüdische Blatt I London, 1. März. „Daily Herald" behauptet nach wie vor, daß die Krise im Kabinett noch ondauere. Chamberl a i n wolle lieber zurücktreten als sein Briand gegebenes Versprechen in der Frage des ständigen Ratsitzes für Polen zurückzunchmen. Aenesch Kr die Erweiterung der Bölkerbundrate«. London, 1. Man;. „Daily Expreß" veröffentlicht Erklärungen, die Minister Vene sch seinem Prager Korrespondenten gegeiben hat. Benesch erklärt u. a., die Welt Knne nicht mehr durch zehn Nationen regiert werden. Er sei überzeugt, daß es im Interesse der ganzen Welt liege, den Rat zu erweitern, der nach und nach die Vertreter aller Länder umfassen soll. Nach seiner Ansicht wäre es gut, wenn schon jetzt P o l e n, Spanien und B r a f i I i e n eine ständige Vertretung erhielten. Auch Präsident Masarhk vertrat die gleiche Ansicht und erklärte dem Korrespondenten, er sei entschieden für eine Erweiterung des Völkerbundrates. Auch Persien soll ia den Rat. Ambon, 1. März. Nach Mitteilungen des diplomatischen Mitarbeiters des „Daily Telegraph" machen sich Bestrebunber Vorsitzende der Zionistischen Organisation Amerikas und Mitglied der Zionistischen Weltexokutive, hielt gestern in einer Sitzung der Exekutive der Ziomsti-chen Organisation Amerikas uns Ansprache über die gegenwärtige Lage in der z i o n i st scheu B e w e g n n g und führte bab *i ans. daß der Einfluß der anierikanischen Zionisten i m Wachsen ist und daß mit ihnen als mit einem entscheidenden Faktor in der Bewegung zu rechnen ist. Die Lage innerhalb der Bewegung sowohl in den Lauern der Diaspora als auch in Palästina ist eine solche, daß die amerikanischen Zionisten in der Aufbringung der Fonds und in geistiger wie administrativer Beziehung an die Front treten müssen. Dies ist das Gebot der Stunde. Die Exekutiven in London und in Jerusalem erwarten einen Zufluß von Kräften durch Auswertung der Energie und der Erfahrung der amerikanischen Zionisten. Zum ersten Male in der Geschichte des amerikanischen Ziouismus tritt an diesen die Pflicht zur Führung heran. Leider haben sich hier ke i n e F üh r e r p e rs ö n I i chleiten herausgebildet, weil alle Kräfte den Bemühungen für Aufbringung der Gelder ge.vidmet waren, so daß das Studium der Probleme der Bewegung und des Aufbaues Palästinas vernachlässigt wurde. Herr Lipsky erörterte sodann den Beschluß der Zionistvschen Exekutive, wonach das Hauptbureau des Keren Hajessod demnächst nach Jerusalem zu überführen "sei. Er ging dann zur Erörterung des Planes der Erweiterung der Jewish Agency über und führte aus. er herrschen heute n i,ch t m e h r dieselben Vorbedingungen wie vor brpi Jahren, als mit den Verhandlungen begonnen wurde. Wie die Lage heute ist, müssen die Bedingungen betreffs der Eviveiterung der Jewilsh Agency durch Heranziehung von Nich:zioni.sten einer Revision unterzogen wevden. Die Exekutive wird diese Frage in einer außerordentlichen Sitzung, die innerhalb der nächsten zwei Wochen abgehalten wird, eingehend erörtern. Im -Verlaufe der Sitzung der amerikanischen ExökuKve wurde auch über die Bestrebungen der Agudas Jisroel, einen amerikanischen Zweig zu errichten und hier die Methoden der Zionistischen Organisation in der Goldaufbringnug nachzu- > ahmen, gesprochen. An der Debatte beteiligten sich der Präsiden: der Zionistischen Weltexekutive Nahmn Sokolow und der Dichter Eh. N. B i a l \ I. Das Bevwaltuugskomitee der Zionistischen Organisation Amerikas wurde bevollmächtigt, die notwendigen Schritte zu unternehmen. gen geltend, auch Persien zum Völkerbund zuznlasien. Persien begründet seinen Anspruch ähnlich wie Polen damit, daß es ein von feindlichen Nachbarn umringtes Land sei. BraNan« nicht jiuüslgehefen. Bukarest, 27. Februar. (Orientradio.) Die in einten Pariser Blättern -verbreitete Meldung betreffend die Demission des Ministerpräsidenten Bratianu entbehrt jeder Begründung. Kommnnistenverhafiunzen i» Kak«. London, 1. März. Nach einer Meldung aus Kairo sind dort 30 Kommunisten wegen Hochverrates verhaftet worden. Nach beschlagnahmten Dokumenten sollen sie aus M o s k a u Unterstützungen zur Entsachung einer Revolution in Aegypten erhalten haben. Kairo—KapsM Kairo, 1. März. Heute beginnt der Geschlwaderflug K a i r o—K ap st ad t, an welchem . vier Flugzeuge teilnehmen. der Errichtung eines Palästinawanderbureaus vor, und-zwar in.Verbindung mit dem jüdisch-amerikanischen Eiuwandererschutzverband Hias. Dieses; Bureau soll die besondere Aufgabe haben, eine Verbindung zwischen europäischen Juden und deren anierikanischen Verwandten in der Weise zu schaffen, daß die Amerikaner ihren Verivandten in Europa materiell zu einer Ansiedlung in Palästina verhelfen. Mr. Joseph B a r o n d e ß teilte mit, daß das Zionistische^ Komitee und Hias in dieser Frage bereits einig geworden sind. Ueber diesen Plan entspann sich eine längere Diskussion. Es Ivurde beschlossen, die Angelegenheit an das Vevwalttrngskomltee zu weirerer Behandlung z-urückzuleiten. Die Keren-Haleffov-Tagung in Amerila. New-Iork, 1. März. Unter dom Vorsitz von Morris R. h e n b e r g fand hier die dritte Jahresversammlung der Delegierten der amerikanischen Keren-Hajessod-Zeichner statt. Es erschienen 300 Delegierte, die' ettva 75.000 Zeichner vertraten. Morris Rothenberg eröffnete die Tagung mit einer Ansprache, in der er einen Ueberblick über die bisherige Keren-Hajcssod-Arbeit in Amerika gab und unter anderen: mitteilte, daß in den letzten fünf Jahren in den Vereinigten Staaten 15 Millionen Dollar für Palästina gesammelt worden sind; davon hat allein der 5keren Hajessod 10 Millionen Dollar aufgebracht. Die Tagung Ivurde dann vom Präsidenten der Zionistischen Weltexekutive, Nahum Sokolow, vom Dichter Chaim dkachnran B i a l i k und von Dr. Schmarjahit L ew i n begrüßt. Mit großer Aufmerksamkeit wurden die Reden des Vorsitzenden der vereinigten zionistischen Aktion zur Aufbringung von 5 Millionen Dollar in diesem Jahre, Dr. Stephen S. W i s e, und des Schatzmeisters des amerikanischen äderen Hajesiod, Hermann C o n h c i nt, angehört. _ » Mr. Emanuel Neuman n teilte mit, daß von den 5 Millionen Dollar, deren Aufbringung sich die Vereinigte Mion zum Ziele gesetzt hat, 2,800.000 D ollar be^- r e i t s gesammelt wurden. Das Bemerkenswerte an diesem Erfolge ist, daß die Dumme ganz uitd gar o h n e Beiträge der reichen Juden Amerikas zustande gebracht wurde; die reichen Juden hätten sich absichtlich f e r n g e h a l t e n. Um so mehr, schloß Herr Reumann, müssen sich die Zionisten Amerikas darüber klar Iverden, daß die Verantwortung für den Aufbau ganz allein auf ihren Schultern ruht und daß die Beiträge dementsprechend erhöht werden müßten. Dr. Stephen S. W i s e wiederholte diesen Appell, indem er sagte, nunmehr seien sich die Z i v n i st e n darüber klar, daß die gesamte Last und die Berantwortung für di« Aufbringung des Fonds auf ihnen allein acht. Die amerikanischen ziouisten. v .bin Bericht WÄtzr. . . . ■ ' . Reis-Jork, S7. Februar^U'E. Ä,) Mr. Äuis L: ps ly, Das V-kivalMngÄomtt«« l-g»c chkr Jltziiii, de»