Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2521 (28.2.1926)
- Date
- 1926-02-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 Poicii; 18 gioszyl Wien: ZumAbhoien in der Expedition, 1I„ Taborstr. 1-3, oder in einer VerschleissteHe (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkani in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, i„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling T sch echo-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 5 Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 SMhiihlwgw bei Preiserhöhungen Vorbehalten Wiener IIPreis LS ul England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien :Mon,100Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration; Wien, II. Taborsh*. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhrr~2M02, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2521 Wien, Sonntag. 28. Februar 1926 8. Snfttflnag Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mttkellmtgen find durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. VN Mariahilferstrasse 5Q! I. RotenturmstrassfiJ?7 TiiW* m» I. Rotenturmstrassfijp Die weltberühmten amerikanischen MANISCHEWITZ-MflZZOTH UtiD -GRIESS (iiiifiiifiiiiitiifttiiiiiiimiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiimiiui überall erhältlich! 11242 Aus dem Inhalt: DrJ&RIEH TARTAKOWER: Unser Kolonisator. Artur Ruppin zum SO» Geburtstag. SCHOLEN! ALEJCHEM: Feiertagsglück. Dr. MICHAEL THALHEIM: Rabbi Mopse. J. TIGER: Purim des Flüchtlings• LEOPOLD ROSENBAUM: Erziehung zum Handwerk. Die fortschreitende Industrialisierung Palästina. 3» der Moritag-Mittaqausgabe setzt die «Wiener Morgenzettuug* die Aussprache über die jüdische Anleihe für das Aufbauwerk in Palästina mit einem Artikel «Die Geistigen und der Keren Kajemeth" von Dr. Fritz Loewenstein, Jerusalem fort. II- RkjtbeftMk sowie angestaubte Weißwaren Die letzten Schleier der poWchen Hintergründe. Me Aussage« des Grafe« kmmerlch Karoltzi. Budapest, 27. Februar. In allen oppositionellen Kreisen mißt man der gestrigen Ans sage des Grafen Emmerich Karolyi auf der Oberstadthauptmannschaft, die den Grafen Paul Teleki schwer belastet, größte Wichtigkeit bei und glaubt, daß rnit der Einvernahme des Grafen Karolyi die ganze Frankenaffäre in eine neue Phase getreten sei, in der sich eine parlamentarische Erörterung der Angelegenheit gänzlich erübrigen w erde. Im übrigen herrscht in Oppofrtionskreisen Helle Entrüstung darüber, daß die Mitglieder der Regierungspartei im Untersuchungsausschuß, die von der Minderheit geforderte Einvernahme Karolhis abgelehnt haben, obwohl es nunmehr erwiesen ist, daß Gras Karolyi vor dom Ausschuß hochwichtige Einzelheiten zur Aufklärung der politischen Berzweigungen der Fälschungsaltion hätte geben können. Was die Urkunde anlangt, auf die Gras Karolyi' in seiner gestrigen Einvernahme anspielte, will Magyarorszag" wissen, daß das fragliche Dokument, in welches (Karolyi Einsicht neunte«Jfcmttis, twt einer der in der Fälfchungsakklon' ’ führenden Persönlichkeiten stamme und geeignet sei, die l e tz t e n S ch l e i e r der politischen Hintergründe der Frankensälschungsaktion zu zerreißen. In politischen Kreisen sicht man in diesem Zusammenhänge der bevorstehenden Einvernahme des Markgrafen Pallavieeini mit größter Spannung entgegen. Abg. Graf Pallavieeini hat bekanntlich Andeutungen gemacht, daß seines Wissens der Staatssekretär im Mimsterpräsidimn, Baron Pronay, dem Landespolizeichef N a d 0 s s y ganz andere Weisungen des Mnisterprasidenten übcrbracht habe als diejenigen, die Pronay bei seiner E i nvernahmcvor dem Untersuchungsausschuß nannte. Das Protokoll über die Einvernahme Schnitzes in Berlin ivurde gestern dem französischen Polizeiinspektor R 0 y e r e vorgelegt. Auf Grund dieses Protokolls sowie der gestrigen Verhöre mit den Grafen Karolyi und Teleki auf der Oberstadthauptmannschaft beantragte Royere eine neuerliche Einvernahme des technischen Rates Gero, der heute vörmittags i m B e i s e i u der französischen Emissäre verhört wurde. Die Aussage Schnitzes in Berlin umfaßt 35 maschingeschriebcne Seiten und steht im schärfsten Widerspruch zu den bisherigen Angaben des Majors Gerö. Die Frnnkerrveberttc in dev Nabiorml-- veesamnrlung verlief auch heute vollkommen eintönig und ohne jeden Zwischenfall. Da alle Redner von der unbeschränkten Redefreiheit ausgiebig Gebrauch machten, gibt man sich in den Kreisen der Einheitspartei bereits einer gewissen Besorgnis hin, daß die Frankendebatte ins Uferlose gehen könnte. Die Einheitspartei beschloß daher, dem Präsidium des Hauses den Vorschlag zu machet, daß an Stelle der bisher verstümmelten Sitzungsdauer raschestens der „Achtstundentag" rm Parlament eingeführt werde. Ueber diesen Antrag der Einheitspartei wird schon Montag abgestimmt Iverden. Falls der Antrag durchgeht, werden die Sitzungen ab Dienstag von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends ohne Unterbrechung abgehalten werden. Bethlen über die Sokolfä lschunge n. Budapest, 27. Februar. In der heutigen Nationalversammlung richtete Abg. H e j j (Regierungspartei) eine Anfrage an die Regierung über die Aeußerungen des tschechoslowakischen Ministers des Aeußern Dr. Benesch betreffend die Sokolfälschungen. Ministerpräsident Graf Bethlen antwortete, daß seinerzeit nicht die Sokolnoten gefälscht wurden, sondern jene Stempel marken, mit welchen die alten österreichisch-ungarischen Banknoten in der Tschechostopakei überklebt worden sind. Auch die Behauptung steht nicht fest, daß die in Ungarn vorgenommenen Erhebungen resultatlos gewesen wären und daß in Oesterreich die Untersuchungen deshalb eingestellt worden sind, weil diesbezüglich aus Ungarn irgend welche Schritte oder Interventionen unternommen worden sind, da in Ungarndie Erhebungen noch fortgesetzt worden sind, als in Wien die Beschuldigten bereits amnestiert waren. Was die diplomatische Intervention betrifft, hat die Budapester Staatsanwaltschaft den entsprechenden Bericht rechtzeitig an die Tschechoslowakei abgesendet. Es ist zlvar .richtig, daß die ungarische Regierung aus die cNote keine Antwort gegeben hat, die Ursache liegt sjedoch darin, daß nach der ILrfsassung des Justizministers für eine Beantwortung der Note keine Notwendigkeit bestanden hat. Die tschechoslowakische Regierung hatte sich drei Jahre hindurch für diese Angelegenheit überhaupt nicht interessiert, hielt es aber dann für notwendig, sich für diese Angelegenheit zu interessieren, als die Affäre der Frankenfälfchnngen bekannt wurde. Sodann begründete der Slbgeordnete Farkas das von ihm cingebrachte Separatvotum. Er erachte die Tätigkeit der Untersuchungskommission als ungenügend und am besten wäre es, wenn man das M a t e r i a 1 neuerlich an die parlamentarische Untersuch u n g s k 0 m m i s s i 0 n zurücksenden würde, um die Untersuchung weiterzuführen. Was die politische Verantwortung des Mnisterpräsidenten betrifft, so könnte man den Ministerpräsidenten deshalb beschuldigen, weil er nach Kenntnisnahme des bekannten Pcrenyi-Briefes nicht energisch aufgetreten sei. Abg. P a k 0 t s (Demokrat) bringt die E n t h a f t u n g V a n n a y s und M 0 l u a r s zur Sprache. Er bezeichnet den ersteren als einen mehrfachen Mörder und verweist darauf, daß V a n n a h, als er nach s einer Enthaftung in Gödöllö eintraf, von einer großen Mengeseierlich empfangen wurde. M0lnar habe in einem Interview im „Sz0zat" zugegeben, daß das Attentat gegen Vazsonyi vorbereitet gewesen sei. Am Schlüsse der Sitzung wurde eine schriftliche Antwort des Ministers des Aeutzern Walko auf eine Interpellation des Abg. Stephan Rakovszky be» züglich der Rede Dr. B e ne s ch' verlesen. Außenminister Dr. Benesch hat nämlich in seiner Rede bei der politischen Beleuchtung der Angelegenheit der Franken- und Sokolfälschnngen erklärt, daß die Erscheinungen. ihren U rsprung in dem ungarischen Milieu haben, dessen Politische Bestrebungen mit den Worten charakterisiert werden können, daß es weder Kriegsnoch Friedenszustünde gebe. Dr. Benesch verkenne damit, sagte Walko, die wahre Lage. Das Milieu „weder Krieg noch Frieden" ist kein speziell ungarisches, sondern ein durch die Friedensverträge geschaffenes Milieu. Diese Friedensverträge haben zwar dem Krieg ein Ende bereitet, sie -haben jedoch sozusagen in ganz Europa nirgends den wahren Frieden gebracht. Diese Zustände, dieses Milieu aufrechtzuerhalten, ist Ungarn gerade am wenigsten bestrebt. der abgelaufenen „Weissen Woche“ staunend billig bei Brüder Schiffmann 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gm En detail