Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2520 (27.2.1926)
- Date
- 1926-02-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Polen;3S aroasyl Wi cn: Zum Abhölen in der Expedition, IL Taborstr. 1-3, oder in einer Vefschieisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling ^Kassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ö o 1 d schmied, 1., Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 sch echo-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ft«cbZahlungen hei hrel». erhfihungen Vorbehalten Wiener Morgenzeitung UGOHtUn England: Mon.4Schiltlng Italien: Monatl 18 Lire Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgari en: Mon.IOOLewf Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration Wien, II. Tabortir« 1 Telephone: 44*0*38,43*3*1> Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-85 IX., Universitätsstrasse 6-5 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.699 Rr. 2520 Me«. Samstag. 27. Februar 1020 8. Fabrgaag Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefetztes E gekennzeichnet. Es geht Jeden an denn jeder ist den Unbilden einer Verkühlung ausgesetzt, die von verhängnisvollen Folgen begleitet sein kann. Der beste Schutz gegen Verkühlung ist die Abhärtung md die Stählung des Körpers, die am besten durch ständigen Oebrattch des DIANA* FRANZBRANNTWEIN mit Menthol ermöglicht wird. Ueberall erhältlich. ln den Delikatessengeschäften ARMIN Bl E L pF* Schottenring 14, Tel. 65-3-13 'OB fijOT ■ Fiihrlchgasse 3, Tel. 71-1-18 TNI Reines la Gänseschmalz per Kilogramm S 4.50 noch kurae Zelt za haben. Vlumerr Antwort on die Amber. . (Ergenbiensi der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 26. Febrnm. DerHigh Commissioner Sdtfc. Plumer empfing vorgestern eine Delegation der arabischen Exekutive, 8er er seine schriftliche Antwort auf das am 13. Oktober übermittelte. Memorandum der arabischen Exekutive übergab. In seinem Antwortschreiben erklärte; Plumer, er sei nicht in der Lage, auf den ersten Teil des Memorandums, der bk- Politik Sir Herbert Samuels sowie das Palästinamandat behandelt, einzugehen, da dieser Teil nicht entsprechend den Forderungen des guten Tons („not gentlemanM") gehalten ist. Was den zweiten Teil des Memorandums betrifft, der konkrete Vor schlage bringt, so sei darüber folgendes zu sagen: Die Regierung hat alle diese Vorschläge geprüft und gibt darauf die folgende Antwort: Es wird eine Reform der Landwirtschaft Platz greifen in der Weise, daß der Zehent durch eine Grundsteuer ersetzt . werden wird; die lokale Industrie wird nach Möglichkeit gefördert werden. Die Regierung wird die Wahlen in die Stadtverwaltungen ausschrei'ben; die Verordnung betreffend die religiösen Gemeinden ist bereits veröffentlicht. Eine Arbeitsgesetzgebung wird demnächst hevausgegeben werden. Die Regierung wird die Jaffa er 'Hafenanlagen verbessern. Auch werden Maßnahmen für Kindevwohffathrt getroffen werden. Dagegen lehnt die Regierung die Forderung nach einer A u t o n o- Mie des arabischen Schulwesens ab. Lord Plumer schloß: Das ist in kurzen Worten das Programm der Regierung in Palästina. Eine Erfüllung dieses Programmes ist aber nur möglich, wenn die Ordnung im Lande gesichert ist. Deshalb wird die Sicherung der Ordnung die erste Sorge der Regierung sein. Me diejenigen, die die Ordnung stören werden, werden eine schwere Verantwortung zu tragen werden. Der Oberkommissär stellt feft, daß die Araber keineswegs sich 'Wer die britische Politik zu beklagen Grund haben, da 'sie aus dieser Politik nur Vorteile ziehen. Die arabische Delegation übernahm diese Antwort und verließ n n z u s r i e d o n das Haus des High Eommissioners. Sie Reorganisierung der valüstlnensischen Gendarmerie. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Jerusalem, 26. Februar. In den nächsten Tagen wivd die palästinensische Regierung eine genaue Interpretation zu Hvem letztetl Zirkular Wer die R e o r g a n i s i e r n n g d e r L a n d e s g e n da r m e r i e erscheinen lassen. Seniatlons- Angebote! bringen wir in der auf Wunsch unserer Kunden prolongierten Ser nahe Srient. Set Stal und die Türkei. — Aegypten «nd Snglaad— Rene Lrasenangriffe auf Damaskus. Besuch des drMchen SravommiWs in Angora. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Konstantinopel, 26. Februar. Der britische Oberlommissär für den Irak, der derzeit in London weilt, wird bei seiner Rückreise nach Bagdad einen Besuch in Angora machen, um dort mit dem türkischen Außenminister die d i r e kten Berhandl ungs möglichkci ten zwischen dem Irak und der Türkei zu besprechen. Der Besuch des britischen Jrakkommissärs wird als Gegenzug Englands zu der mit de Jouvenel getroffenen Vereinbarung ausgefaßt. König Fuad führt nach London. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Kairo, 26. Februar. König Fuad von Aegypten hat eine Einladung des Königs von England angenommen, in der diesjährigen Hochsaison nach London zu kommen. Der Besuch soll anfangs Juni stattfinden. Proarabische Stimmungsmache in England. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") London, 26. Februar. Unter dem Einfluß der hiesigen nationalpolitischen Reformliga wird in mehreren hiesigen Zeitungen die Anschammg vertreten, daß es im Interesse Englands siege, die arabischen Forderungen in Palästina zu erfüllen und ihren religiösen Gefühlen Rechnung zu tragen, weil sonst England mit „der Gefahr e i n e r R e v o l u t i o n" zu rechnen hätte. Insbesondere bezecht sich diese Stimmungsmache auf die letzthin (von uns bereits gemeldete. — Amn. d. Red.) erfolgte Annullierung der Wahlen zum höchsten mohammedanischen Rat durch den Verwaltungsgerichtshof in Palästina. Es ist klar> daß es sich hier imr um Drohungen der nationalistischen arabischen Kreffe handett, die sich der englischen Presse bedienen. Damaskns in Gefahr. Jerusalem, 2'. Februar. Nach hier eingelangteu Meldungen aus englischer Quelle, befindet sich Damaskus in Allster Gefahr, durch die Rebellen e i n g e s ch l o s s e n zu werden. Die Aufständischen haben sich in einer Gesamtstärke von zirka 5000 Mann in der Umgebung der Stadt konzentriert und versuchen durch ununterbrochene Angriffe, die Stadt von der Außenwelt abznschneiden. Die Jsolierungsversuche der Drusen werden unterstützt durch die NaturgewMeu. G e w a l t i g e R e g e n g ü s s e sind im ganzen Lande niedergegangen und der Jordan ist aus seinen Ufern getreten und hat weite Gebiete überschwemmt. Fast die gesamte Verbindung zwischen Palästina und Transjordanien mutz als lahmgelegt angesehen werden. Briand über Locarno. Ein wichtiges Expose des Premiers. Paris, 26. Februar. Ministerpräsident Briand hielt heute abends in der Kammer seine langerwartete Rede über die Locarnoverträge. Die Verträge seien, so führte Bviand aus, nicht in einem nationalistischen, sondern in einem europäischen Gei st e abgefaßt, um den Frieden zu sichern. Wenn sie Frankreich auch noch nicht von der Sorge um seine Sicherheit befreien, so habe es doch vor. Locarno nichts Besseres gegeben. Der Friede erfordere unablässige Arbeit, mehr noch als der Krieg. Locarno sei ein kleiner Keim, den man leben lassen müsse. Jedenfalls dürfe er nicht durch einen französischen Fuß zertreten werden. In Locarno habe man europäisch gesprochen. Das sei eine neue Sprache, die man erlernen müsse. Unter tosendem Beifall erklärte der französische Ministerpräsident: „Frankreich will Deutschland nicht hinderet, seine Rolle in der Welt zu spielen. Frankreich hat Ruhm genug in seiner Geschichte, um nicht auf den Ruhm anderer eifersüchtig zu sein. Will man, daß Frankreich und Deutschland unversöhnliche Gegner bleiben? Sollen diese beiden tapferen Völker noch jahrhundertelang sich Periodisch anfeinanderstürzen, periodisch eine Zivilisation entwickeln, die von den Wellen der Armeen zerschmettert und in Blut ertränkt wird? Nein! (Stürmischer Beifall auf allen Bänken.) Wir stehen an der Morgenröte einer neuen Zeit. Wir versuchen, ein neues Europa z u z i m m e r n. In der Unterzeichnung der Verträge bleibt Frankreich si ch s elb e r t r e ü,und zeigt sich als das Fr a n kr ei ch von gestern, von heute und von morgen." Nachdem Briand. seine Rede geschlossen hatte, wurde er von allen Bänken der Kammer begeistert akklamiert. Von allen Parteien wurde der öffentliche A nschlag seiner Rede gefordert. Lärmszenen bei der Budgetberatung. — Gine Niederlage der Regierung. Paris, 26. Februar. (Tel.-Komp.) In der Kammer kam cs heute bei der Beratung des Pudgelzwölstels für den Monat l März zu'leb haften Zwischen fällen, als die Kommunisten Vaillant-Couturier und Cachin gegen die Kredite für > die Kämpfe in Syrien und Marokko Protestierten. Schließlich wurde unter ungeheurem Lärm mit 264 gegen 246 Stimmen auf Antrag des Sozialisten M i st r a l der von der Regierung geforderte Kredit um-eine Million Franken trotz, des Einspruches Pain- * febefc gekürzt, um den Willen der Kammer zu demonstrieren, daß die Regierung versuchen müsse, Friede n zu schließ en. Die Kammer vertagte sich sodann ans morgen. Sr. Rinrir in Rom. Rom, 26. Februar. (Tel.-Komp.) Der jugoslawische Außenminister Dr. N i n c: c erklärte einem Vertreter der „Tribuua" über seine Unterredungen mit Mussolini, sein Meinungsaustausch mit dem italienischen Ministerpräsidenten über die europäische Lage und die schwebenden besonderen Fragen sei angesichts der gemeinsamen Interessen Italiens und Ädflawiens sehr nützlich gewesen. Auf die Frage, wie er sich zu der Bewegung für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland stelle, erwiderte Dr. Nineic, nur die internationalen Verträge könnten als Grundlage der europäisch e n O r d n u ng angesehen werden. Der Anschluß stehe aber in direktem Gegensatz zu den bestehenden Verträgen, die die Stabilität Europas und den Frieden gewährleisten. Wenn man diese Verträge zu verletzen beginne, dann wisse man nicht mehr, wohin das führen könnte. Eine e u g e Z u s a m m e n a r b e i t zwischen Italien und Südflawien sei schon im Gange. Der Freundschaft s v.ertrag zwischen den beiden Staaten könne auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre erweitert Werden. In den Beziehungen Jugoslawiens zu R u ß l a n d habe sich vorläufig nichts geändert. Die Begehungen zu Polen seien sehr herzlich und Jugoslawien unterstütze die Forderung Polens nach einem ständigen Sitz im Völkerbundrate. Mussolini und Dr. Nineie hatten honte nachmittags eine lange Unterredung, in deren Verlauf die Prüfung der gegenwärtigen internationalen Lage beendet und alle Fragen, bezüglich deren eine nützliche Zusammenarbeit zwffchen den beiden Staaten möglich ist, eingehend erörtert wurden. II 11.. Taborstrasse 48 Telephon 47*1*71 Es gros Ed detail