Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2519 (26.2.1926)
- Date
- 1926-02-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981606--25679-3013360- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
tl Polen; 2qroszy j Men: Zum Abholen in der Expedition, IL Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisste 11 e (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der 'Firma Gold schmied, I„ Woltzeile 11 Atit Postversand für Wien tmd Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsche^ ho-Slowakef. ffibn. K22. Jugoslawien: dkoa. VW. 60. Polen:Mm. ,5Ao^. Deutschland: iMotu Gm. 4, Frankreich, Beigien: Atom Frcs. 18 Mweh—hlnujfii bei Frei*» erhfthangen Vorbehalten Wiener orsenMimg IPreis 20 g England: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 18 Lire Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien-Mon.lOOLevr Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frcs. V Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-1S Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2*8; IX., Universitätsstrasse 6-£ (Druckerei lg. Steinmann > Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2519 Wien. Freitag. 28. Februar 1926 8. Jahrgang Die Schwierigkeiten in Völkerbund. Angriffe aus Khamberlain. Im redaktionellen TeU enthaltene entgeltliche Mit- Ittlungeu find durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Ae Einbürgerung in Palästina. Jerusalem, 24. Februar. (I. T. A.) Um die Annahme 8er palästinensischen Bürgerschaft nach dem letzten palästmenst- Ischen Einbürgerungsakt zu erleichtern, sind in Jeruslaletn, ^Hoisa, Jaffa und Liberias in den letzten zwei Wochen Naluralisationsämter eröffnet Wochen. Für die Arbeiter in den jüdischen ländlichen Siedlttngen in Nordpalästina sind besondere Vorkehrungen getroffen, um ihnen die Einreichung ihrer Anträge bhne unnötigen Zeitverlust zu erweichen. Zuerst werden die Anträge derjenigen berücksichtigt, welche im Jahve 1922 optiert haben; diese erhalten iohne werteres Naturalisationszertifilate. Dann kommen solche Antragsteller an die Reihe, welche einen ununterbrochenen Zweijährigen Aufenthalt im Lande während 8er letzten drei Jahre vor Herausgabe der Ein- Wrgetmngsakte nachweiisen können. Armenischer UebelfaK auf Zamaskus. Eine Mitteilung aus Kairo an die syrische Delegation in Genf. Ro m, 25. Februar. (Tel.-Kmnp.) Die syrischen Delegierten bei der gegenwärtig in Rom tagenden Mandatskommission des Völkerbundes haben aus Kairo die folgende Depesche erhalten und der Mandatskommission uberreichtt „Armenische Söldner haben Mittwoch abends das Quartier von Meid an in Damaskus angegriffen. Alle Muselmanen, denen die Söldner begegneten, wurden getötet. Den Frauen wurden die Armbänder und Ringe abgenommen, die Hauser, Kaufladen und Moscheen wurden geplündert. Die Zahl der Toten betragt 60v, die Zahl der niedergebrannten Häuser 150 und die der geplünderten Kaufladen 60. Ein allgemeines Gemetzel wurde dank dem energischen Eingreifen der syrischen und muselmanischen Notabeln bei den französischen Behörden derhindert, die sich infolgedessen zum Einschreiten entschlossen, aber damit begnügten, etwa 80 der Söldner zu entwaffnen. Aus Damaskus fehlt seit Samstag jede Nachricht. Die Lage ist beunruhigend." Die Depesche schließt mit den Worten: „Fordert von der Mandatskommission sofortige Intervention und Entsendung einer Antersuchnligskornriiission." Es ist auffallend, daß über dieses Gemetzel jede Meldung aus Paris fehlt, wo man doch unterrichtet sein nmß. Die Nachricht kommt aus Kairo, dem Zentettttt des arabischen Nationalismus, und sie mutz jn den Einzelheiten bezweifelt werden, insolange keine glaubwürdige Bestätigung vorliegt. Kn griechisch-türkischer Grenzlonflikt. Griechenland appelliert an den Völkerbund'. Genf, 25. Februar. (Tel.-Komp.) Die griechische Regierung ruft in einem heute hier eingelangten Telegramm den Völkerbund wegen eines Greuzstreites mit der Türkei an, da die türkische Regierung den Vorschlag Griechenlands, Len Fall dem internationalen Gerichtshof zu unterbreiten, abgelehnt habe, und die griechische'Regierung der Grenzsestsetzungsikotmnission das Recht absprechen müsse, den im Laüsanner Vertrag gezogenen Rahmen zu überschreiten. Griechenland beansprucht von der Türkei Las Mar itzadelta und den westlichen Arm des Flusses, die Kleine Maritza, Sie internattonale Regelung der Arbeitszeit. Berlin, 23. Februar. Die Einladung ber englischen Regierung |it der voraussichtlich am 16. März in London begiiunenden' Konferenz über eine internationale Regelung der Arbeitszeit ist in Berlin eingegaitgeu. Zu der Konferenz ffind die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien eingeladeu. Reichsarbeitsminrster Dr. Braun beabsichtigt, persönlich an der Konferenz leilzunchmen. Er wird von mehreren Beamten des Reichs- MeiMtWtermms Wettet seSg. London, 25. Februar. Halbamtlich wird mitgeteilt, daß Chamber lains Rede in Birmingham nicht dahin auszulegen sei, daß die britische Regierung sich der ftanzösifchen Völlerbundpolitik gefügt habe. Die britische Regierung habe in dieser Richtung noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt. In ähnlicher Weise hat sich Lord Ce eil im Verlaufe einer im Oberhaus gehaltenen Rode geäußert. Gerüchtweise verlautet, daß das Kabinett in seiner Mitüvochsitzung Chamberlain freie Han b für die Beratungen in Genf gegeben habe. Ein Teil der Presse greift Chamberlain auf das heftigste an. „M a n ch e st e x Guardia n" schreibt, seine Rede sei vielleicht die verderblichste und in ihrer Wirkung auf die Beziehungen der europäischen Völker schädlichste gewesen, die irgend ein britischer Politiker seit der Gründung des Völkerbtmdes gehalten habe. „Daily News" meint, Chamberlain scheine mit aller Naivität! d e r f r a n z ö s i s ch e n S p i n n e ins Netz gegangen zu sein. Das Blatt fordert die Regierung aus, dem Urteil der englischen öffentlichen Meinung entsprechend borzugehen und Chamberlain den ausdrücklichen Auftrag zu erteilen, gegen den französischen Platt zu stimmen. Sollte Chamberlain Briand gegettüber zu sehr gebunden sein, um derartige Instruktionen annehmen zu können, so müsse er mriicktreten. ,M e st m i n st e r G a z Mt e" schreibt, wenn sich die Regierung die Ansicht Chamberlains zu eigen mache, so würde England.mitschuldig an der schwersten Schädigung des Völkerbundes werden, die dieser bisher erlitten hat. Der konfervative „Daily Expreß" sagt, Chamberlain habe durch seine Kapitulation vor der französischen Diplomatie das Werk von Locarno in Stücke geschlagen. Der ,ßta r" bedauert, daß Chamberlain in der Frage der ständigen Völlerbundratsitzc sich Zu einer Politik habe verleiten lassen, die den englischen Interessen n i ch t Die franrMch-ruffische« Verhandlungen. , Paris, 25. Febmar. Bei der Eröffnun'g der franzö- I fisch-ruf fischen Verhandlungen erkärte Minister de Monzie, die Konferenz schließe die feierliche Anerkennung des Grundsatzes der Nichteinmischung in sich. Die französische Delegation halte es trotz der Verschiedenheit der Standpunkte siir möglich, vertragsmäßige Re-, geln auszustellen, die eine Grundlage festen Vertrauens bieten. Die französische Delegation sei von dem Gefühl der internationalen wirtschaftlichen Solidarität beseelt. Im seiner Erwiderung gab Rakowski seiner Hoffnung aus eine befriedigende Lösung d e r S chinldensrage und die Herstellung neuer Beziehungen Aus drück. Die Konferenz wählte sodann Le Monzie zmn Präsidenten und beschloß die Bildung von vier Sektionen: einer juridischen, einer wirtschaftliche n, einer finanziellen und einer politischen, die in der nächsten Woche ihre Arbeiten beginnen werden. Dr. Ninklc in Rom. Rom, 25. Februar. (Tcl.-Komp.) Der jugoslawische Außenminister Dr. N i n e i e hatte unmittelbar nach seiner Ankunft in Rom eine Unterredung mit dem Generalsekretär des Außenministermms, Senator C o n t a r i n i, und wird abends mit Mussolini eine Besprechung haben und dann vom König im Qu-irmal empfangen werden. Dr. N'mcie beabsichtigt, auch dem Papst einen Besuch abznstatten. Nachträglich verlautet, daß die Zusammenkunft zwischen Dr. Nineie und Mussolini schon Ivährend des letzten Mailänder Aufenthaltes des italienischen Miri'- sterpräsidenten geplant, dann aber verschoben wurde. Ueber den Inhalt der Besprechuugen der beiden Staatsmänner hört man, daß im Zusammenhang mit den Beschlüßen der K o n fer e nz d e r kl e i tt cn Entente und mit der bevorstehenden Bölkevbundtagung die Lage Mitteleuropas und der BaKanhalbinsel neuerlich geprüft werden soll. Me Agenzia Stefan! veröffentlicht folgende Mitteilung: ttttt RinfW» tiwh faw gfttm ItlltoMlUHM entspreche. Fr an k r e i ch fordere nur aus dem Gründe ein Gegengewicht gegen Deutschland im Rate, »veil es für sich Mt die B o r h e r r s ch a f t s i ch e r tt wolle. Der Völkerbund sei aber nicht gegründet worden, um als Kampfplatz für internationale Rivalitäten zu dienen, sondern habe ein weitaus höheres idealeres Ziel. Der liberale Führer R u neiman sagt in einem Interview, wenn die Frage des Zusammentrittes des Rates im März aufgerollt werde, statt auf den September verschoben zu »verden, so bedeute das sozusagen eiueu Angriff gegen die Stabilität des gattzen Syste nt s des Völkerbundes. Skrzhnstl über de« Bölkerbundrat. Berlin, 26. Februar. (Tel.-Komp.) Nach einem War» schauer Telegramm der „Vossischen Zeitung" sprach in der heutigen Sitzung des 2 e j m der polnische Ministerpräsident Gras Skrzynski zur Ratifizierung der Verträge von Locarno und bemerkte dabei zu der Polnischen Forderung nach einem ständigen Sitz im Völkerbundrate: „Für uns kann die praktische Interpretation des Geistes der Vötkerbundsatznng nur zur Forderung der Zulassung Polens aus gleichem Fuße und gleichzeitig m i t .D.cu.tschla n d führen. Wir »vollen im Bölkerbundrat nich'' Platz nchmen, um uns dort mit den Bürgern anderer Staaten, zu befassen, um die Regierung von Freistädten -in dic Hand zu bekommen und auch nicht, um nach K o l o n i a l m a n d a t e n die Hand auszustrecken. Wir wollen dort sein, um das Lager derjenigen zu stärke tt, die einen tiefen Glauben an den Völkerbund als Instanz für die Beilegung internationaler Streitigkeiten haben. Wenn man mich fragte," schloß, der Ministerpräsident, „ob ich versucht habe, für die Unterzeichnttng der Verträge in Locarno gewisse Zusagen zu erhalten, zum Beispiel einen Sitz im Völlerbundrat, so würde ich antworten: Nein." zwischen Dr. Nincic und, Mussoli nl statt. Fm Lause b« Besprechung, bie ungefähr eineinhalb Stunden währte, wurden die zwischen Italien und Jugoslawien bestehenden Beziehungen im Zusammenhang mit den jüngsten internationalen Ereignissen unter besonderer Berücksichtigung der Locarnoabkommen und der durch sie in Europa geschaffenen allgemeinen Lage einer cingchenden Erörterung unterzogen. Morgen nachmittags findet eine zweite Unterredung statt. Prinz Karol. Bukarest, 25. Februar. Die Agentur Orient-Radio teift mit: Das in einige tt Blättern verbreitete Gerücht betreffend eine eventuelle Rückkehr des ehemaligen Prinzen Karol entbehrt jeder Begründung. Die Frage ist durch den Parlamentsakt vom 4. Jänner d. I. endgültig geregelt worden. Sufammenbruch einer Antwervenet Großbank. 3V Millionen Franken Passiven. Brüssel, 26. Februar. (Tel.-Komp.) Der Zusatnmen^ bruch des Credit Foneier Anversois, einer Antwerpener Großbank, erregt m ganz Belgien riesiges Aufsehen. Die Bank hat gestern ihre Zahlungen eingestellt. Me .Passiven belaufen sich auf 3 0 Millionen Franken. Die Filialen der Bank in Antwerpett und Brüffel wurden von den Einlegern gestürmt. Die Polizei nahm gostevn im Direktionsgebäude der Bank eine Hausdurchsuchung vor, wobei es sich herausstellte, daß die Insolvenz der Bank u n g l ü ck l i ch e tt Spekulationen mehrerer leitender Futtktionäre zuznschreiben ist. Heute wurden der D i r e k t o r der Battk, mchreve Mitglieder des Bevwaltungsrates und zahlreiche Angestellte der Bank verhaftet. Der Direktor■ wollte sich in dem Augenblick, als die Detektive in sein Zimnter emdrangen, e r s ch: e ß e u, die Kugel verfehlte jedoch ihr Ziel. Der Credit Foneier Anversois soll g e r! ch t l i ch liWi- BilM SSS'-SBRUHB (