Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2518 (25.2.1926)
- Date
- 1926-02-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen: aS ftroszyj Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einerVerschlelsstelle (Traflkl monatl. ö Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied,!„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling lscbec ho-Slowakei. Moo. K 22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. SZIoiy. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Fres. F8 Math—hlnagen bei P erhOhaagen vorbdudn «t. 2818 Wiener Morgenreitung Eng 1 a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien :Mon.l00Lewz. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration; Wien, ü. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-1L Ab 6 Uhr:H2, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Men. Donnerstag. 28. Februar 1926 Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 S.FaHrgaug Anklage gegen Ungarn. Sine Forderung der „9Rotfn". Im redaktionellen Teil enthaltene entgellliche Mit« triümgeu sind durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Verlegung des Weltgerichlshofes «ach Jerusalem. Ehr amEkanischev VrwsGLag. 0 Aus New-Aork wwd Ms berichtet: Dr. Marius Rausch u, Rabbiner in A-lbanh, der auch als Fachmann auf dem Gebiete des internationalen Rechts einen guten Namen hat, Mt dieser Tage hier einen Vortrag über die Bedeutung Palästinas für das internarionale Völkerrecht und stellte eine Anzahl von Vorschlägen zur Diskussion, nrit denen sich jetzt die mnerikanische Presse beschäftigt. Der wichtigste Vorschlag Dr. Ransons geht dahin, daß 8er iuternationale Weltgerichtshof nach Jerusalem v erlegt werden wöge. Er begründete diesen Vorschlag damit, daß durch die Errichtung des Sitzes des Weltgericht- Hofes in Jerusalem .Hunderte Millionen von Christen, Juden und Mohammedanern, denen Erez Israel das heilige Land/bedeutet, in die unmittelbare Interessensphäre der internationalen Friedensgerichtsbarkeit einbezogen würden. Nebenbei bemerk: wurden diese religiösen Gemeinschaften in der Verlegung des Gerichtshofes nach Jerusalem auch die Er- Mlung der Prophezeiung des Jesaias (Kap. 2/2—4) erblicken, eine Prophezeiung, die sich übrigens in Michah, Kap. 4/1—3, wörtlich wiederfindet. Um aber die Entwicklung von Erez Israel in der Richtung eines Zentrums der Friedensidee dauernd vor äußeren Störungen zu sichern, wäre die völkerrechtlich garantierte Neutralität Palästinas unerläßlich. Dr. Rausou plaidierte auch zum SchW:..M hie Schaffung einer.2 i ga d e r N el igione n, da sewer Meinung nach die Friedensstörungen zwischen >den Völkern in den meisten Fällen von religiösen. Motiven oder iveWLsen Vorwänden ausgchen. SorderMdmg einer einhettkichenGememde in Zemsaiem. (Eigendienst der „Wiener Morgengeitung".) Jerusalem,, 24. Februar. Der Waad Leumi beschäsjÜgte suh in seiner letzten Sitzung mit der Frage der Bildung y einer einheitlichen jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Rabbiner Ostrowski betonte m einem eingehenden Bericht die Notwendigkeit der Organisierung der Jerusalemer Judengemeinde auf Grund von neuen Wahlen, die auch eine Teilnahme der orthodoxen Kreise ermöglichen sollte. Dr. Thon und Kalwarisk i erklärten sich bereit, den Vorschlag des Rabbiners Ostrowski zu akzeptier und sofort die Berhandkuugen mit den betreffenden Gruppen auszunehmen. Rabbiner Ostrowski wurde beauftragt, im Namen des Waad Leumi mit der Verwaltung der AMmasim-Gemeinde, .Herr Mejuchas mit den übrigen Gemeinden zu verhandeln, um eine P l a t t s o r m für Neuwahlen zu schaffen. In den allernächsten Tagen soll bereits die erste Aussprache stattfinden. In hiesigen Kressen glaubt man, daß es diesmal dem Waad Leumi gelingen wird, eine EinMng der , Gemeinden in Jerusalem zustande zu Re Wahlen zum Sberfte» Rat der Mohammedaner annulliert. (Eigendienst der „Wiener Morgenzertung:") Jerusalem, 24. Februar. Der Oberste Gerichtshof'hat die Proteste gegen die vor kurzem stattgesu»denen Wahlen in den 'Obersten muselmanischen Rat anerkannt und sämtliche Wahlen annulliert. Ms diese Weist werden in sänrMchen Wählkreisen Neuwahlen ausgeschrieben werden. Diese Anmillieruug hat in der hiesigen mujblunmischen Bevölkerung Unzufriedenheit heworgeruseu. den High Commifsioner IvUrdeu zahlreiche -Protesttelegramme gegen die Annullierung der Wahlen gerichtet.. / In A s a dagegen fanden Umzüge statt. Me der Freude 8er dortigen Bevölkerung über die Annullierm/g der Wahlen Ausdruck gaben, da bekanntlich die gesamte mohammodauische BrvöRerung von Asa die Wahlen angezweiselt/hat. Paris, 24. FLbruar. Im „Matm" setzt Jules Sauer- Wein seine Betrachtungen über die ungarische Frankenfälscheraffäre fort und erhebt die Forderung, daß Ungarn vor dem Völkerbund unter Anklage gestellt werde. Die französische öffentliche Meinung wurde es nicht verstehen, wenn B r i a u d gezwungelt iverde, B e t h l e n die Hand zu drücken. Die Zulassung Bethlens .zur Völkcr- 'lmndversammlung beleidige die ehrlichen Ungarn. „Gras Bethlen klammert sich an die Regierung", schreibt Sauerwein, „und beabsichtigt, Ungarn bei der nächsten Völkerbundtagung zu vertreten. Anfangs hatte er die Absicht, sich in Begleitung des Grafen Teleki nach Genf zu begeben; [eitdem aber das Völkerbundserretariat vorr der Art und Weise, wie Teleki seine Mission in der Mossulfragc ausführte, Kenntnis cchielt, zog es Teleki vor, nicht nach Genf zu kommen. Im übrigen sind die Beziehungen der beiden Verwandten etwas weniger herzllch, seitdem Teleki vor der Untersuchungskommiffion verraten yat, daß im Jahre 1922 B e t h l e n von der Fälschung der tschechoslowakischen Noten Kenntnis hatte und dieser eingestehen mußte, die Angelegenheit vergesse n zu haben. Bethlen hatte also 1922 bou der tschechoslowakischen und 1925 von der französischen Fälschung Kenntnis. Er hat in beiden Fällen nichts dagegen g e ta n; er hat sich aber in Genf nicht gescheut, den französischen und tschechoslolvakischen Delegierten die Hand zu drücken und von diesen Mitarbeit an den Interessen Ungarns anzunehmen. W re so ll, eine solche Komödie vor der Welt und in G e n f w e i t e r g e s p i e l t w e r d e n, wo sich der ungarische Ministerpräsident lnit den französischen und tschechoslowakischen Delegierten an einen Tisch setzen wird?" Re Berichte des Parlamentsausschusses in der Nationalversammlung. Budapest, 24. Februar. (Tel.-Komp.) In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung, in welcher Abgeordneter Rubin ck den Mehrheitsbericht sowie drei Minderheitsberichte des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses ciubrachtc, stellte der Präsident des Hauses den Antrag, die Nationalversammlung möge die Debatte über die Berichte des Untersuchungsausschusses auf die Tagesordnung der m orgigeu Sitz u n g setz e n. Abg. Stephan R akovszky wendete sich gegen diesen Antrag und betonte, daß die Abgeordneten erst morgen die gedruckten Berichte des Ausschusses erhalten, so daß sie bis morgen schwerlich in der Lage sein könnten, die Berichte durchzustudieren. Der Antrag des Präsidiums aus D r i n g I >i chke i t der Debatte über die Berichte bezwecke daher wieder nur eine Vertuschung des Frankenfälscherskandals. (Präsident Szitovszki ruft bcu Redner zur Ordnung.) Abgeordneter Rakovszky bekämpfte den Tagesordnungsantrag des Präsidiums auch mit dem Hinweise, daß der Referent der Minderheit im Untersuchungsausschuß, Abgeordneter P e y e r, infolge seiner Ausschließung aus dom .Parlament an der Debatte nicht ieilnehmen könne. Rakovszky beantragte schließlich die Verschiebung der Debatte über die Ausschnßbcrichtc.' Präsident Szitovszky teilte darauf mit, daß der Drück der Berichte bereits im Gange sei und die gedruckten Berichte voraussichtlich noch Home abends an die Abgeordneten verteilt werden dürsten. Die Tagesordnung des Präsidiums wurde nunmehr vom .Hanse angenommen. Der Sorrdorberilcht des parteilosen Abgeordneten Nassay stellt soft. Laß bein Mitglied der Regie rang an der Fälscheraffäre passiv oder aktiv mi:gewirkt habe, daß daher eine juristische Verantwortlichkeit der Regierung nicht gegeben sei. Wohl aber treffe die Regierung, die volle politische Haftbarkeit für den Frankensäffcherflandal, da sie feit Jahren die ge- Hermen Organi s a t i o u e n geduldet und gefördert und die wichügsten Posten m der Verwaltung -des Landes mit Parteig'äugem dieser geheimen Gesellschaften ihesetzt habe. Das Mindecheitsvotum Rassays schließt mit dem Anträge, die Nationalversammlung möge die Regierung ausfordern, die Konseq u enzen aus der Tatsache ihrer politischen Verantwormng an der Fälscheraffäre zu ziehen. Das Miuoritäwvotum befaßt sich auch mit den Sokolfälschungen und führt ans, daß Meszaros und Genoss e n die falschen Sokoln in Wetzclsdorf bei Graz erzeugten. In dieser Angelegenheit haben Ministerpräsident Graf Bethlen und Justizmmister P e st h y dom Ausschuß Aufklärungen erteilt. Dem Ministerpräsidenten zufolge, heißt es in dem Bericht, ist Meszaros am 30. Juni 1921 in Wien verhaftet worden, und er hat sich bei dieser Sache nich: eingemischt, weil Meszaros und Genossen in Oesterreich „die falschen Sokoln mit Wissen und U u te rst ü tzu ng g ew iss e r dortiger Behörden angefertigt haben". Dem Ministerpräsidenten zufolge war es daher eine Sache Oesterr e i ch s, und dort ist aus diesem Grunde die. Jnfreiheitsetzung des Meszaros und die Einstellung der Angelegenheit erfolgt. Von entscheidender Wirkung war diesbezüglich ein Bericht der ungarischen Staarspolizei, der Details über die Mi t w i r k u n g g e w i s s e r österreichischer Behörden enthielt. Dieser Bericht ist auf diplomatischem Wege der österreichischen R e g r e r u n g m i t g e t e iW w o r d e n. '(Hierzu ist die Amtlichc Nachrichtenstelle ermächtigt, zu erklären: - ' Gegenüber dieser Darstellung muß' noueMch auf die Erklärungen verwissen werden, die Bundeskanzler Dr. R a m e k, Vizekanzler Dr. Wabe r, Polizeipräsident Buudeskmrzler a. D. Schober und der 'Landeshauptmann Dr. Rintelen in dieser Angelegenheit abgegeben haben, aus denen hervorgeht, daß von einer U nterstützung der Sokolfälscher durch österv'eichische Behörden nicht die Rede sein kann, und in denen die Gründe.für die Abölierung des Verfahrens gegen Meszaros und Genoffen auf das klarste dargelegt wurden.) Justizminister Pest Hy zufolge ist im Anschluß an die Wiener Angelegeüheit auch in Budapest ein Verfahren gegen Friediger, Wottitz und Genossen erugeleitet.worden. Da die Angelegenheit in Wien auf dem G n a d e n w ege e i n g e st eilt wurde, ist am 26. Jänner 1923 auch gegen die Budapester 'das Verfahren eingestellt worden. Die Begründung hierfür gibt der Ministerpräsident damit, daß die'Sokolfälschungen noch auf das Jahr 1920 zurückreichen, ,^da wir den Frieden von TriaN'0'N woch näKt NGtevscha^ebE hatten". Das Sondervotuw des Mbg. Drbor Favkas. kommt zu den Schluffe, daß der dem Berichte des Frankenfälschungsausschuffes zugrunde liegende Sachverhalt nicht aüsreiche, über die politischen Beziehungen der Angelegenheit Beschlüsse fassen zu können. Der Ausschuß möge daher angewiesen boerden, die Unterfnchung unverzüglich wieder aufzunehmen, sobald die Naüonawersammlung den Msschuß mit dem Rechte der Vorladung und Beeidigung von Zeugen ausgestattet habe. Das Minderhertsvoturn des Abg. Bazssonyi. sucht den Nachweis zu erbringen, daß die Angestellten der kartographischen Anstal: den Eindruck haben mußten, an einer offiziösen Aktion mitzuwirken. Der Bericht 'befaßt sich sodann mit der SokolsäHchungsaktion. Die Kiste mit den falschen tschechoflowakischen Banknoten, die von Meszaros nach Ungarn geschafft wurde, sei Mter dem Schutze Nadosshs in die Villa des Prinzen Windischgrätz befördert worden. Hiemit fei der persönliche Znsammenhang zwischen der Verbreitung falscher Sokolnoteu Sentatiom- Angebote I bringen vrir in der auf l^funsch unserer Kunden prolongierten Weisse Woche BrOdurSchiffmanii 11., Taborstrasse 48 Telephon 47-1*71 En gm kl üstÄl