Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2517 (24.2.1926)
- Date
- 1926-02-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen; 2S iosay| Wien, ^um Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelk (Tfaflk) monatl. ö Schilling Strassenverkaut in Wien durtii die Kolporteure der Finna Qol dschmied, L, Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei. Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mo». Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ixachsahlmgen bei Preiser hOhan st en Vorbehalten IPreis Lü a England: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 18 Lire Rumänien Mon. 170Lei Bulgarien Mon. 100Lews Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frcs. c Redaktion, Administration Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-lt Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-6 (D uckerei lg. Steinmanns Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 Me». Mittwoch, 24. Februar 1926 8. Jahrgang Der ungarische Krieg gegen Frantteich. Auch Püffe aesAscht. - Ae Faree im Parlamentsausschuß. (Mgendieust der „Diener Morgenzeitung".) Wiener omemeituna Nr. 2517 Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilnnzen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichneL Selchwaren- Restaurant WORSTEL-BiEL l.y Schottenring 14 / I., FUhrlchgasse 3 HittagsmenQ nur 2 Schilling Alle Speisen mit reinem Gänsefett zubereitet PalMnareise Weizmanns. Im März. LotÜion, 23. Februar. Seitens der Zionistischen Exeku- Uve wird der Jüdischen Telegraphenagentur mitgeteilt, daß sich der..Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. CH. Weizmann, im Verlauf des Monats März zu einem Besuch nach Palästina begibt. Auf der Rückreise von Palästina wird Dr. Weizmann eine Tour durch mehrere Länder Europas im Zusammenhang mit der Jjarkampagne der Zionistischen Organisation (15. April bis 15. Mai: der Monat der zionistischen Bewegung) durchführen. Im Herbst dieses Jahres wird sich Dr. Weizmann zu ieinem längeren Aufenthalt nach den Vereinigten Staaten begeben, um die vereinigte palästinensische Aktion zwecks Aufbringung von fünf Millionen Dollar zu umertzützen. Araber ynd Juden. , Rom, 23. Februar. (I. T. A.) E m i t Arsla n, der Mhrer des syrisch-palästinensischen Komitees in Genf, der m Zusammenhang mit der gegenwärtigen Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes in Rom weilt, äußerte sich in einem längeren Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Telegraphenagentur sehr eingehend über die Stellung des Arabertums gegenüber dem jüdischen Aufbau in Palästina. Es zeigte sich, daß Emir Arslan feine m Berlin.geäußerten Ansichten zu einem großen Teil revidiert hat. Die arabische Abordnung in Rom, erklärte Emir Arskm, wird die Frage Palästinas überhauptuicht berühren. Wir sind hier ausschließlich im Interesse Syriens. Wir haben niemals gegen das britische Mandat formellen Protest erhoben, i m G e g e n t e i l, wir zollen der tüchtigen britischen Verwaltung in Palästina Anerkennung» ebenso leugnen wir nicht, die wirtschaftlichen Vorteile, die die jüdische Ansiedlung den Arabern in Palästina gebracht hat. Trotz alledem beharren wir auf unserem bisherigen Standpunkt mit Bezug auf das jüdische Nationalheim in Palästina. D i e große Majorität der Araber sucht eine aufrichtige Dauerverständigung mit den Juden; der gegenwärtige Konflikt ist in Wirklichkeit nur «in F a m i l i s n st r e i t. Eine dauernde Verständigung kann aber nur dann zustande kommen, wenn die jüdische Einwanderung geregelt wird in Uebereinstimnmng mit den Beschlüssen eines allgemeinen palästinensischen Kongresses, auf welchem die Inden im Verhältnis zu rhrer Zahl im Lande vertreten sein sollen. Der unruhige Srient. Eine Proklamation Schallasch. Paris, 23. Februar. Der „Matin" gibt eine Proklamation des syrischen Rebellen und ehemaligen türkischen Generals Ramadan S ch a l l a s ch wieder, der sich jüngst unterworfen hat. Schallasch beschwört darin seine Landsleute, zur Ruhe zurückzukehren und auf de Jouvenel zu hören, der jedem guten syrischen Patrioten die Hand entgegenstrecke und so die freiheitlichen Grundsätze Frankreichs änwende. Kümpfe im Süden. Laudon, 23. Februar. Nach einer Blättermeldung aus Charturn ist derAufstaudderNuba-Stämute im südlichen Sudan, woran ungefähr tausend Krieger beteiligt waren, niedergeschlagen worden. An den Kämpfen gegen die Aufständischen, die sich in unzugängliche Höhlen zurückgezogen hatten, nahmen englische Kamelreiter, Artillerie und Bombenflugzeuge teil. 30 0 Aufständische wurden gefangen, 35 getütet, zahlreiche ergaben sich. Budapest, 23. Februar. Das hiesige französische Generalkonsulat machte schon vor Monaten die Beobachtung, daß in Ungarn zahlreiche französische Sichtvermerke auf den Pasten gefascht wurden. Trotz der Anzeige bei der Polizei ist es seinerzeit nicht gelungen, die Falscher ausfindig zu machen. Die Franzosen vermuten nun, daß zwischen den Frankenfalschungen und zwischen den Visafälschungen ein Zusammenhang bestehe, urrd haben die Polizei ersucht, ihre Erhebungen nach dieser Richtung hin auszudehnen. Die. Annahme der Franzosen erscheint dadurch verstärkt, daß seit der Verhaftung der Frankenfälscher keine falschen Visa mehr aufgetaucht sind. Französische Nachforschungen. Der französische Polizeibeamte Rohere hat der Polizei gewisse Daten über dieTüzhelY-Bank mitgeteilt, bei der bekanntlich 300 Stück falsche 100 0- Franken-Noten verpfändet waren. Die Franzosen wünschen zu wissen, woher diese kleine Bank so viel Geld zur Verfügung hatte, wie es damals an die Frankenfälscher mrsgezahlt wurde. Die Polizei/wich GPH,LtpESPli ch vern eh men, da der in Berlin weitende französische Polizeiinspektor D o ü l e e t t e l ephoni sch mitgeteilt hat, daß die von Schultze genlachten Aussagen mit jenen Gerös in Widerspruch stehen. Der Parlamentarische Untersuchungsausschuß trat heute vormittags zu seiner Schlußsitzung zusammen, um den Mehrheitsmrd Minderheitsbericht der Ausschußmitglieder entgegenzunehmen. Der Abgeordnete Vazsonyi erschien verspätet zur Sitzung, da er die ganze Nacht an der Redaktion des Minderheitsberichtes gearbeitet hatte. In der Vormittagssitzung, die bis 3 Uhr nachmittags dauerte, verlas Abgeordneter Rubinek dm Mehrheitsbericht. Dann wurde die Sitzung unterbrochen und um 5 Uhr nachmittags fortgesetzt. Das legitimistische Mitglied des Untersuchungsausschusses, Abgeordneter Tibor Farkas, hat in seinem Namen einen besonderen Minderheitsbericht vorgelegt, der jedoch irr keinem Gegensatz zu dem Minderheitsbericht Vazsonyis steht, sondern nur die Tatsache unterstreicht, daß die Arbeit des Untersuchungsausschustes gänzlich illusorisch war, da der Ausschuß keinen einzigen Zeugen unter Cid nehmen konnte. Arabisch-vaMmenMe Konferenz. I Jerusalem, 23. Februar. (I. T. A.) Soeben begann hier \ die arabisch-palästinensische Konferenz, die ' sich besonders mit der Situation zu befasten hat, die durch die Annullierung der Wahlen zum moslemitischen Oberr a t seitens des Obersten Gerichtshofes geschaffen worden war. Gleich am ersten Tage kam es zum Vorschein, daß die Hu ss c i n i -- Fa m il i e, die bisher den moslemitischen Oberrat und die palästinensisch-arabische Exekutive beherrscht hat (das Oberhaupt der Familie Musa Kazim Pascha el Husteini ist der Präsident der palästinensisch-arabischen Exekutive), viel an Boden verloren haL Die meisten Delegierten erklärten sich gegen die Politik der Husseini- Familie. Andererseits ist der Einfluß der gemäßigten Richtung, die sich in der Na sha shi b:-Fa mi l i e repräsentiert (das Oberhaupt dieser Familie, Ragheb Bei el Najhashibi, ist der Bürgermeister von Jerusalem), stark gewachsen. Die Konferenz beschloß, daß die Stadtverwaltungen Mcks Durchführung der Wahlen zum moslemitischen Obersten Rat geutäß dem türkischen Gesetz Wahlkomitees einzusetzen haben. Die Mehrheit der Konferenz hält es für sicher, daß die Regierung diesen Beschluß billigen wird. W wird allgemein Die Debatte über dis beiden Minderheitsberichte beginnt heute abends und dürfte sich bis spät in die Nacht hinein ausdehnen. Man rechnet mit einer Dauersitzung der Ausschusses, die sich voraussichtlich bis morgen früh ausdehnen wird. Die morgige Sitzung der Natronalversammlung wird sich ziemlich stürmisch gestalten, da nicht weniger als 13 Interpellationen vorgemerkt sind, darunter eine des Abgeordneten Vazsonyi bezüglich der Verantwortung der Regierung in der Frankenfälschungsaffäre. Der sozialdemokratische Abgeordnete Stephan Farkas wird eine dringliche Anfrage an die Regierung wegen der Tätigkeit der sogenannten Reckenverbände richten, während Stephan Rakovszky die Regierung bezüglich der Rede des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Be ne sch im Prager Abgeordnetenhaus interpellieren wird. Petzers Ausschließung wirk nicht abgekürzt« Eine Abordnung der Opposition sprach heute Leim - Präsidenten der Nationalversammlung vor und gab dem Wunsche Ausdruck, er möge von seinem geschästsordnungsmäßi^en Rechte Gebrauch machen und eine Abkürzung der über den Abgeordneten P e Y e r verhängten Ausschließung beantragen, um ihm die Teilnahme an der Debatte über die Fälschungsasfäre zu ermöglichen. Präsident v. Szitovszky erwiderte, wenn die Opposition ihm einen Oelzweig bringe, fei auch er bereit, einen solchen zu überreichen. Die Vertreter der Opposition bemerkten hierauf, daß ihr Ansuchen keineswegs ein Friedensangebot an die Regierung bedeute. Daraufhin erklärte der Präsident, er wisse noch nicht, wie er ■ in dieser Angelegenheit entscheiden werde. Er könne aber schon jetzt sagen, daß er die Bitte der Opposition kaum erfüllen könnte. . Eine Privatperson darf erschlagen werden. Der Untersuchungsrichter des Strafgerichtshöfes hat heute die Freilassung der beiden Attentäter gegen den Abgeordneten V a z s o n h x> Van nah und Molnar, mit der Begründung verfügt, daß das Strafgericht den Abgeordneten Vazsonyi nicht a l s A m t s p e r s o u L e t r a ch t e n könne. Der Ueberfall auf Vazsonyi stelle daher auch keinen Fall der öffentlichen Gewalttätigkeit gegen einen behördlichen Funktionär dar. Die Staatsanwaltschaft hat gegen diesen Beschluß des Untersuchungsrichters Rekurs eingelegt. Bis zur Erledigung des Rekurses durch den Anklagesenat bleiben Molnar und B a n n a y in Hast. angenommen, daß die neuen Wahlen einen Sieg der Nashashibi-Familie erbringen werden. Najhashibi repräsentiert die gemäßigte Richtung in der Politik gegenüber dem Mandat und identifiziert sich mit der Richtung der arabischen (gemäßigien) Nationalpartei, während die Husseinis sich mit den m o s l e m i tischchristlichen Verbänden und. der palästinensischarabischen Exekutive identifizierten. Ein Sieg der Nashashibi- Familie wücke einen Sieg der Politik der Zusammenarbeit mit der Regierung bedeuten und die Einführung rrnes gesetzgebenden Rates (Legislative Council) ira de Nähe rücken. Gine .Pro-Paleftlue^Sesellschaft in Polen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 23. Februar. Umer dem Eindrücke der Stellungnahme der Mindecheitssektion zur Legalisierung der Zionistischen Organisation (über die wir bereits gestern berichtet haben) wird in hiesigen führenden zionistischen Kreisen beabsichtigt, Vorarbeiten zur Gründung einer polnisch -jüdischen Organisation pro Palästina, nach dein Muster der französischen, einzuleiten.