Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2516 (23.2.1926)
- Date
- 1926-02-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen StS gyoszyl Wien, 4umAbholen Inder Expedition, iln Taborstr. 1*3, oder in einer Verschleissteile (Trafik) monatl. 6 Schilling strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Qol dschmied, i„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling T sch echo* Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ftacbMhltmgen bei Preis« erhöh an een Vorbehalten Wiener omenreilung IFreis^flal England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire. Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewe. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. Redaktion, Administration; Wien, II. Taborstr« 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D. uckerei lg. Steinmanni Oesterteichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.698 »t. 2S16 ffiien, Sienstag, 21. Sebtuar 1926 8. Sabtgang Bor dem gintritt Deutschlands in den Böller bund. Mordbeschaldignag gegen völkische Abgeordnete. — Sie Untersuchung aus unbestimmte stei» vertagt. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 22. Februar. Die heutige, nicht öffentliche Sitzung des Fememorduntersuchungsausschusses endete mit einem Knalleffekt. Der Ausschuß wurde aus unbestimmte Zeit vertagt, nachdem der Vorsitzende, Abg. Göbel, einige Schreiben bekanntgegeben hatte, die ihm zugekommen sind. Besonders bemerkenswert ist ein Brief des Fememörders Grutte-Leder, worin dieser nochmals wiederholt, daß er den s e i n e r z e itigen Mord, der durch erstinstanzliches Urteil bereits gerichtlich geahndet wurde, auf Anweisung der beiden völkischen Abgeordneten Mulle und Kube begangen habe, und worin er den Oberstaatsanwalt Doktor Jäger beschuldigt, in dem Verfahren gegen Mulle nicht nachdrücklich genug vorgegangen zu sein. Der Ausschuß behielt sich eine Beschlußfassung über dieses Schreiben vor. Nachdem dann Abg. K u t t m a (Sozialdemokrat) den Inhalt der polizeilichen Ermittlungsakten im Falle des Abgeordneten Meyer-Schultz (deutschnational) vorgelegt hatte, wurde überraschenderweise die Sitzung geschlossen und die Vertagung verkündet. . ... .. Ein völkischer Abgeordneter fiir den Völkerbund. Wie die „Vossische Zeitung" meldet, ist der Abgeordnete der Deutschen Volkspartei, G i l d e m e i st e r, der deutschen Liga für den Völkerbund beigetreten. Abg Gildc.me'st:r habe "och vor kurzem zu den Gegnern des Locarno-Paktes gehört. Die nationalen Minderheiten in Deutschland. Berlin, 22. Februar. Im Reichstag ist ein demokratischer Antrag eingegangen, worin die Reichsregierung ersucht wird, mit möglichster Beschleunigung das Gesetz vorzülegen, wodurch den nationalen Minder heit.n innerhalb des Deutschen Reiches ein selbständiges Kulturleben gewährleistet wird. Die 88. Tagung des Völkerbundnies. 26 Programmpunktc. — Deutschlands Ausnahme nicht auf der Tagesordnung. Genf, 22. Februar. (Tel.-Komp.) Die Tagesordnung der 39. Tagung des Völkerbundrates, die am 8. März unter deut Vorsitz des japanischen Ratsmitgliedes Grafen Jshii beginnt, wurde heute vom Völkerbundsekretariat bekanntgegeben. Die Tagesordnung umfaßt 2 6 Punktc, unter denen sich die Berichte befinden, die dem Rate über die Verhandlungen des Wirtschafts- und Finanzkomitees über die finanzielle Sanierung Oesterreichs und Ungarns erstattet wurden. Ferner stehen ans der Tagesordnung: die Entscheidung des Völkerbundrates im Mossulkonflikt, die Errichtung eines internationalen Institutes für Privatrecht in Rom, der Bericht des tschechoslowakischen Delegierten über die Einberufung der Abrüstungskommission und über die Durchführung der Resolutionen der Völkerbundversammlnng zur Frage der Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Abrüstung. Das Aufnahmegesuch Deutschlands geht zunächst nur die Völkerbundversammlung an und steht daher noch nicht auf der Tagesordnung des Bölkerbundrates. Mst sonderbares Vorspiel: Wamberlain mahnt London, 22. Februar. (Reuter.) In einer in Birmingham gehaltenen Rede richtete Außenminister Chamberlain an seine'Zuhörerschaft die Mahnung, nicht enttäuscht zu sein, wenn es zu einer Kontroverse über den" Eintritt Deutschlands in dett Völkerbund und seine Stellung in demselben komme. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß, wenn dieselben Männer, d:e einander in L o c a r n o begegneten, zusammentreffen könnten, um das neue Problem zu erörtern, sie dieses praktisch zu lösen vermöchten. Brasilien will in den Bölkerbundrat. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") London, 22. Februar. Nach einer Meldung der United Preß aus Rio de Janeiro erklärte der brasilianische Außenminister dem dortigen Vertreter der Agentur zur Fage der Vermehrung der ständigen Völkerbundratssitze, daß Brasilien Anspruch auf einen ständigen Rats sitz erhebe und daß dieser Anspruch unbedingt in der Sitzungdes Völkerbundrates vom 8. März d. I. geprüft w e r d e n m ü s s e. Polen und der Zionismus. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 22. Februar. Die Minderheitssektion beim Ministerrat beschäftigte sich in ihrer letzten Beratung mit der Frage der Legalisierung der zionistischeu Organisation iu Polen. In der Sitzung wurde festgestellt, daß die polnische Regierung die Bestrebungen der zionistischen Organisation zur Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina in internationaler Hinsicht voll und ganz unterstütze und der zionistischen Bewegung innerhalb Polens keine Hindernisse in organisatorischer Hinsicht auferlege. Insbesondere wird die zionistische Organisation in Polen bei der Organisierung der Emigration, der Sammlungen für die zionistischen Fonds und der Chaluzbewegung nicht beh in der t. Eine Legalisierung der zionistischen Organisation als politische sei nicht notwendig, da sie in den Rahmen aller politischen Gruppierungen falle, die keiner besonderen Legalisierung seitens der Regierung bedürfen. In derselben Sitzung beschäftigte sich auch die Minderheitssektion mit den Abanderungsanträgen des jüdischen Klubs zum Entwurf der neuen Gewerbeordnung. Endgültige Beschlüsse in dieser Hinsicht Wurden noch nicht gefaßt. Die Wische Kolonisation in Rußland. Exzesse ukrainischer Bauern. Riga, 22. Februar. Nach hier eingelangten Berichten kam es in der Ortschaft K r j w o r o g in der Sowjetükraine zu ernstlichen Exzessen der dortigen Bauernschaft gegen die Indem Vor einiger Zeit wurden dort von der Sckvjelregterung jüdische Siedlung e u gegründet, denen über 2000 Deßjatinen Boden zu landwirtschaftlichen Zivecken übergeben wurden. Die ortseingesessenen Bauern überfielen hieraus die Wischen Ansiedler und verlangten von den Behörden die Rückerstattung des Bodens. Die Exzesse der Bauern wurden von den Sowjetbehörden unterdrückt. Die jüdische Bevölkerung hat aus Angst vor weiteren Exzessen die Siedlungen verlassen. Interessant ist auf jeden Fall, daß die Sowjetregierung verboten hat, über diesen Zwischenfall in der Presse zu berichten. Sie vrmeindeorvnnng in PalSftiaa. Jerusalem, 21. Februar. (I. T. A.) Der offizielle Retzierungsanzeiger veröffentlicht soeben eine allgemeine Verordnung, betreffend die re l i g i ö s e n Gemeinden in Palästina. Auf Grund dieser allgemeinen Verordnung ist der Oberko m m i s s a r bevollmächtigt, zu gegebener Zeit die Position der jüdischen Gemeinden in Palästina durch eine spezielle Verordnung zu regeln. In der allgemeinen Verordnung ist vorgesehen, daß die religiösen Gemeinden juristisch Personen sind und Besteuerungsrecht haben. Ihre Funktionen sind aber auf rein religiöse Angelegenheiten beschränkt. Re Patentklage gegen Wchmann abgewiesen. London, 32. Februar. Gegen den Präsidenten der Zionistiischen Weltorganisation Professor D:. Chaim Weizmann roar vor längerer Zei: von einem Pariser Chemiker ein Prozeß angestrengt worden, in dem Professor Weizmann beschrldigt wurde» während des Krieges sich einer Erfindung des Franzosen zum Vorteile der englischett Militärmacht bedient zu haben. In seiner Klage verlangte. der französische Ch.'mike: Schadenersatz und die A b e r k e n n u n g desPrtentes, das Professor Weizmann für seine Erfindung iu London erlangt hatte. Der Prozeß dauerte einige Monate und n-m ist es enb* gültig zu einer Urteilsfällung gekomm'n, in der festgestellt wird, daß die Behauptungen des französischen Chemikers -nicht stichhältig sind. Er wurde mit (einet Klage abgewiesen und in die Tragung sämtlicher Prozeßkosten verurteilt. Bemerkenswert ist, daß die kommunistische Presse t« Rußland diesen Prozeß seit Monaten zu einer Hetzkampagne gegen Weizmann auSgenützt harte. «aifnli bei Abd et Krim. Madrid, 22. Februar. (Tel.-Koinp.) Wie aus Tetuan gemeldet wird, ist der Sohn d;s bekannten Häuptlings Rais u l i, der im vorigen Jahre von A b d e l K r i m g e f a n g e ngenommen wurde, an der Spitze regulärer Riftruppen im Gebiete der Dscheballa erschienen, um einen Angriff gegen die Spanier vorzubereiten. Ter Sohn Raisulis hat somit seinen Ansch lu ß an Abd eI Krim vollzogen. Labonrfieg bei einer englischen Nachwahl. London, 22. Februar. In einer gestern stattgesmrdenen Nachwahl im Kreise von Darlington gab es ein überraschendes Ergebnis. Dieser Wahlkreis wurde bisher von dem Konservativen P e a f e vertreten. Nach dessen kürzlich erfolgtem Ableben hatte eine neue Wahl stattzufinden, für die von den Konservativen Kapitän H. E. Pease, von den Liberalen Kapitän Dickte und von den Arbeiterparteilern der Schullehrer Shepherd kandidiert wurden. Zur größten Ueberraschung alleL Kreise konnten die Konservativen den Sitz, den sie bei der letzten Wahl mit einer Majorität von fast 3000 Stimmen gewonnen hatten, nicht halten. Mch den definitiven Ergebnissen hat Shepherd mit der knappen Majorität von 329 Stimmen gegen den konservativen Kandidaten (12.636 Stimmen) gesiegt. Der Liberale konnte nicht mehr als 3575 Stimmen, also etwa ein Drittel der sozialdemokratischen Stimmen, erreichen. zollschitanen Nor dem engllichrn Parlament London, 22. Februar. Anläßlich eines wetteren provisorischen Voranschlages des Finanzministeriums zur Erhöhung des Ausgabenetats für die Zolleinrichtungen gab es im Parlament eine heftige Debatte über die Schikanen, denen die Reisenden in letzter Zeit, seit der Einführung der neuen Zölle, an den Einreisehäfen und den Ankunftstationen Waterloo Station und Victoria Station ausgesetzt sind. Obwohl fast alle Redner Zugaben, daß die englischen Beamten im Vergleich zu Zollorganen anderer Länder außerordentlich höflich und zuvorkommend sind, wurden die neuen Erschwerungseinrichtungen, die Revisionen bei der Ankunft statt auf den Ueberfahrtsdampfern, die den bebequemlichkeitsliebenden Engländern ganz unerhörte Notwendigkeit des „Sichanstellenmüssens" bei den Hafenkontwllen, scharf kritisiert. Mae N e i l l, der Finanzsekretär des Schatzamtes, versprach Abhilfe, so weit dies möglich sei. §Snrstlom-r"^L JAmaAlbAlA V unserer Kunden MII96DOi6 « prolongierten 11. Taborstrasse 48 Telephon 47-1*71 £0 gm En detail