Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1777 (26.1.1924)
- Date
- 1924-01-26
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. irrr Wien, Samstag ' Wiener Morftenzettuirg. Hm^rnrnrnrnm^mimmmi ■ ■■ -»■»■■■»- "»"""> >* Me österreichischen Rnanzproiekte. Bevorstehende KinMrnng der Answrrtmqrmsehei. — Keine astrnstarke strMnn» der Mktennmllchstener. Die gestrige Erklärung drS Finanzministers, mit welcher er die erste Lcsiing der Fmanworläg« im Nätioualrate ein» leitete, war ziemlich mager an Inhalt. Er hat nich'S neues ge» sagt. Vielleicht wäre nur jene Stelle erwähnenswert, in welcher er die Einbringung des U m w er t u n gs g c se he s für die nächste Zeit ankündigte. Damit ist die Un^wißheit über den Zeitpunkt der Einbringung dieser Vorlage gcschwund'n. Auch di« Erklärung, daß di« Aufwertung nur fakultativ sein werde, hast heißt, daß jedes Unternehmen selbst die Entschei» düng wer'de treffen können, ob eS die Aufwertung vornehmen wolle, zeigt, daß der Filmnzmimster seiner Sache nicht ganz gewiß ist und den Bedenken aus manchen Wir schaftSkreisen Gehör schenken mußte. Bekanntlich zi-kt di« Aufwertung darauf ab. daß die Aktiengesellschaften und die sonstigen zur öff'nt» lichen Rechnungslegung verpflich'eten Un'ernehmungen ihre Aktiven nach den heutigen und nicht nach den BorkriegSwerten in die Bilanzen einstellen und demgemäß auch ihr Aktiennominal« hinaufsetzen. Namentlich ein Teil der Banken hat gegen die bisher veröffentlicht« Form der Aufwertung Stellung genommen. . ■■MMBMMMHHnHBNnMMnHnBMHMMBaMBBnBanKT 3HBH Recht unklar find die Aeußerungen des Finanzministers über di« Verdoppelung der'Effektenumsatzsteuer. ES scheint, daß er nun selbst einsieht, daß sein bisherige- Vorgehen in .dieser) Frage nicht ganz richtig war. ES wurden von der Börsen, seit« sehr zutreffend^ Einwendungen gegen die Veredoppölung der Steuer erhoben und der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß dadurch die Bedeutung der Wiener Bors« schwer geschädigt werden könnte. Nun sucht der Finanzmilrister einen Ausweg, iydem er sich darauf beruft, daß er sich dpch im Gesetz« b!« . Ermächtigung Vorbehalte, hier gewisse Aenderungen vornehmen zu können, im Fall« sich Herausstellen sollte, daß di« Effektensteuer .nachteilig, wirken würde. Auch hier erweckt «8 den'An«, schein, als ob sich ein Kompromiß vorbereiten würde. Der Fma-nzminister wird sich wahrscke'nlich mit einer geringeren Effektenumsahsteüer begnügen,. wird aber drn Banken nahelegen, auch ihr« Konditionen herabzusetzen. So dürft« ein Kompromiß erzielt werden. Zweifellos fehlt der groß« Gründung, der einer zielbewußten Finanzpolitik hätte eigen fein müssen. Oer ungarische Aonenskandal. Rückzug des Justizministers. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 25. Jänner. In der Frage der Kronenschiebungen trat der Justizminister N a g y den Rückzug an. In politischen Kreisen erzählt man, daß der Minister selbst cingesehen habe, daß er zu weit über das Ziel geschossen hätte. Die Abgeordneten der Regierungspartei.verurteilen den bisherigen Vorgang in der ganzen Angelegenheit, da er schwere Folgen nach sich ziehen könnte. Die „Wiener Morgenzeilung" hat schon seit einigen Tagen als einziges Wiener Blatt aus das ungerechte Vorgehen der ungarischen Verwaltungsbehörden in der Kronensrage hingewirsen. Der Wiener Geldmarkt. Der Zinssatz ist bei der gestrigen Pvckllmaat'ion' bis aarf 1 Prozent gestiegen, während bei der letzten- EffoLienv-eosorguM der Bedarf der Börl« zu 0,5 Prazent Ibis 0,62 ■ Prozent gedeckt werden konnte. DurchschnitEch tourt*« 0,75 Prozent zu gestand««. Meitgübenden Einftuß auf die Entwicklung des Geldstandcs nahm die Tatsache, daß in der letzten Woche privat« Kapitalisten, di« für ihre verfügbaren Gelder. im Bolehnnngsgeschäfte Verwendung gesucht haben, diese Beträge zu,rü'ckgozogcn bähen/ sve'tl der Zinssatz von 05 Prozent ihren Ansprüche nicht mehr genügt und in anderen Zweigen eine bessere Verzinsung oofunden werden kann. Insolvenz einer Wiener Banksjrma. In. Böflsenkveifen verlötet« gestern, daß die Bankfirma Großmann ihre Zahlungen eingestellt Hab«. Di« genannte Firma ^att« in der letzten Zeit mit der. Erfüllung ihrer Veppflichtuniaen groß« Sck'iwieri-gkeiten. Man schätzt di« VerbmdUchkeitrn auf uotgesähr 900 Millionen. Firma soll von ihren Klienten Effekten als Deckung in Empfang genommen haben, um' sie anderweitig als Decku-na zu planeren. Am Tage der Abrechnung Hst dann «in größeres Deeauvert dieser in Depot gegebenen Werste festge-. stellt worden. Di« Firma soll angeblich einen LSPrögentigen Ausgleich anbieten. Goldsteuern in Ungarn. Aus Budapest, 85. d„ meldet Tol.-Komp.: „Pesti Naplo" zufolge plant daS Fiin-antzministe* rium einen Gesetzenttvurf betreffend die Giuhe>bung der Steuern auf Basis der Goldparität. Die Einkommens-, Deryrögens- und EvwerbSstvuern sowie die Gebühren sollen dem neuen Steuergesetz zufolge nach der Goldparität bezahlt werden Die. Zensiten werden die Steuerfasston auch weiterhin in Papierkronen einbringru, doch werden die Swuerbchörden die Sieuerbasis nicht i« Papier-, sondern in Goldkronen bemessen. Di« Bezahlung, soll ebenfalls in Papierkronen auf Grund'eines Umrechnungsschlijssels am Zahltag erfolgen. Die Erhöhung der Steuern auf Gol-dvaritäi steht, „Pe-sti Naplo" zufolge, im engen Znisammenhona mit der Ausländsanleihe und der geplanten Sanierung des StaatSbaushaltes. Die Stouorbchördon toe-rden schon im laufenden Jahre die Steuern in Goldkronen bemessen und auch die Rückstände aus dem Vorjahre werden auf Goldbasis valorisiert werden. Der Zusammenbruch der Jadranska Banka. Au8*B«lgrad. 25. d., meldet Des.-,KomP.: Das Organ der Kaufmannschaft, „Tvgoyinski Glosnik" veröffentlicht eine Erklärung der Direktion der'Jadranska Banka, i n der entgegen den t-enden'Ziöisen AnsstveuiUtigen ii'bcr dieses Institut festaestellt wird, daß das Kapital der Bank samt dem Rcservefonds 92,5 Millionen Dinar belrägt. Der Wert der Realrtäten der Bank ist in der Bilanz zu Vorkriegsprelsen eingeisetzt. Die Jadranska Banka hat imvergangenen Jahre infolge der gegen sie geführten Kampagne über 180 Millionen'Dinar an Einlagen ausbrzalhtt und uienralZ eine Auszahlung aufgeschaben, obwohl im gan'.en Königreich S. H. S. große Geldknappheit herrschte.- Nach erfolgter Revision durch das Handelsmimssterium - revidierten in dessen Auftrag zwei Vertrauensmäuner der Nationalhank den Stand des Institutes und erklärten nach Abschluß der Revision, daß der Status der Bau! korwkt und die Bank vollkommen solvent sei. Sendung zollpflichtiger Gegenstände in Briefen nach Oesterreich. Der Haupiverdaud der österreichische Kaufmannschaff will. mit, ldaß auf. Grund des Weltpostve-rtrages von Madrid von mm -an der Einschluß zollpslichiiaer Gogenistände in Brieffen«duugen aus dwl Auslände nach Oesterreich unter der Bedingung -gestattet ist, daß die Sendungen mit emem grünen Zettel versehm sind, der den Vermerk trägt: „Der Zollbehörde stellen" oder „A souuwttr« a la douane". Dieser Vermerk kann auch handschriftlich augsbracht sein, muß aberauf jeden Fall se'hr. ausfallend sein Wiederaufnahme des Pgketverkehres nach und iiber Frankreich. iin Durchgang durch Deutschland. Der Hauptverband der österreichischen .Kaufmannschaft teilt mit: Die deutsck* Postverwaltung hat Verl Patetverk'hr (Vorläufig nur gewöhnliche Pakete), mit Frankreich - und Ländern im- Durchgang durch r-Fankreich wieder.ausgenommen.. Sie vermittelt von setzt an wieder d e Weitepleitnng gewöhAicher Postpake'e «ach und über Frankreich wieder ausgenommen. Si« vermittelt von jetzt an zeichneten Pake'« 'zwischen Deutschland und Frankreich nur über das Postamt 8 in Karlsruhe (Baden) statt. Die Leitung der fakete über besetzte deutsche Gebiet« kann noch nicht erfolgen. n der Leitung' der Pakete mit Wertangabe für Frankreich und *u&m bmaui flubet* Uiat Weftbetunja ftätt Wiener Börse. «dMschvLch». Die gestrig« Börse ließ mit Rücksicht auf di« Haltung der borgetri-^eu Nachbörs-e und die bakanm gewordene Erslavung des FinaniMinisters über die Aufwer.tuuH eine günstigere Ten* den>z erwarten. Trotzdem ist eine solche nicht zutage getreten. Fm ' Gsgenwil; eS zeigt« sich auf den mvÄsten G-ebiv.«« GeschäftÄ-osii^eit mit der Neigung zur Wschevächurvg. Di« Ursache digser Halrun-g war die schon au anderer Stelle erwähn, e plötzlich ei-ngotreilene Bersteifun-g des Ge-ldnvark es. WM« an'aß.'ich der gestrigen Prolongation in-Erscheinung trat. Die Goschäf slosigkeit wurde auch durch den Umstand verursacht, daß der telephonische Berühr zwischen Wien und Prag zeitweise gestört war und keine ArhitrageigeschLfie in größerem MaM S zwischendiesen beiden Plätzen zur Durchführung kämen. Von Ungarn lagen einqelne Berkaussaufrräge vor, welche das Niveau dieser Werte drückten. In.der Kü'liss« war das Geschäft ettvas lehh^f.er in den Alpinen, welche gegenüber dem Äörtage mn 8000 K. höher . waren. Mchr begehrt waren auch Wir. Krchtt, hi« um 4000 K: avancierten. Sonst waren sämtliche BarvAvert« schwächer. Es verloren Bankverein 9000 K., Änz, Kredit 10060 K., Antzlr» bank 4000 Ä., Länöerbonik A.000 ^inr Univnibanr haben sich um 3000 K. ^bessert. .Jnfo>lHe: Budch)«ister . Adga-^n düß'en StaatSbahwrn 21000 Storno 7000 K., E-algo 23.000 St., Trifailer 12.000 K. ein. Auch die übrigen Wcrte. der Kulisse waren durchwegs schwächer. Es Verloren Skoda. 14.000 K., Waagner .6000 K., Siemens 8000 K. Tmcherartien haben sich um 20.000 K. ermäßigt. Im Schranken war die Stimmung ebenfalls lustlos. Einzelne Zuckeraktien wapenhe gchrt, Bon diesen sti>e.geu Leipuik- , LunldeN'buvger mn 90.000 K. Schüller waren um 20.000 K. niedriger. Auch ungarischer Zuckex büßt« 10 000 St. ein. Bon den Petroleumwersten rchöhten sich Gcvlicia auf Ge«, rüchte über ein« MieMeklurtg um N0.000 K., Apollo i um 36.000 K., Farvto . um 30.00» K., Wien-Wovidkdorser um 10.0M K. Bon Bauwevten ech0l«t«n sich Perlmooser um 05.0M K., Wienerberger mn 310.000 K. . Bezugsrechte: Ungarische Hofherr 58.000 biß 85.000 K. Auf .dem Aiplagemarkt war daS.Gefchäft belani^oS. SiVber- PriorMen erhöhten sich. Einzelne Rentenwert« gaden im Kurse nach.' Bon den..Exoten notievten: Effeff 37.000 bis 37500, Erd- . A 40.000 bis 41.000, Jriag 280 000 bis 283.000. Hohvcrband 21:000, Mra.zn-'ea 205.000 bis 209.000, Universale 61.000 'bis 63.000, Wiener Waffen 20.000. Me WarenmMe. SpiritnS «nd Spirituosen. Die „Getränke-Börse" berichtet: In Branchekreisen sind beunruhigende Gerüchte im Umlauf, wonach die Regierung den. Plan haben soll, die Spiritusstelle im kurzen Wege, bloß durch «ine Verordnung, in eine Monopolstelle umzuwändeln Begreiflich ist. daß deshalb große Unruhe herrscht und dahin - gearbeitet wird, hier Klarheit zu schaffen. Die Branche steht auf dem Standpunkt, ein Monopol, sei es nun Branntwein^ oder Spiritushand'elSmonoPok. unbedingt/abzulehnen. Wenn die Regierung nicht den Mut aufbringt, ihren diesbezüglichen Entwurf der Branche noch vor der Einbringung im Nationalrate zur Kenntnis zu bringen, so ist daraus zu folgern, daß diestr Entwurf keine guten Seiten für die Branche beinhaltet. Je^e Vergewaltigmrg der'Branche mutz aber unbedingt bekämpft werden. Die nur wenige Wochen anhaltende PreiShaltung »var sehr trüge- "risch, man hört, daß diesmal große Firmen wieder zu schleudern angefqngen hahen. Es wird wi^er Rum zu Preisen verkauft, die zu denken geben, es dürften, also auch solche Firmen, die bis jetzt für sturmfest gehalten.wurden, hoch sin bißchen enge mit ihren Mitteln fein, Die große Spiritusnachfrage hat auch nachgelassen, das Geschäft, geht schlechter und 'd>e vorbereitete Ware ist liegen geblieben, Inländischer Rum notierte 2p.000 bis 21.000 K. pro Liter 40prozeutlge Ware.- Jamaika-Rum ist verschieden im Preise, von 140.000 bis 176.000 K.. pro Liter 72- bis 75prozentig'e Wäre. Auch hier macht sich der Geldmängel bemerkbar; während jene Firmen, die über Kapital verfügen,- die ah 1. Jägner geltende höhere Warepumsatzsteuer ihren Preisen einkalküliert haben, wird 'von geldbedürftiM, Firmen Ware, die noch billiger notiert als im Dezember 1928, ang«, < tragen. Liköre stagnieren vollkommen, die- Preise sinh unverändert.. Weindestillat hat diese Woche eine mäßige-Nachfrage gehabt, die Preise sind von 76.000 bis 85.000- K. pro äosoutt. Weiubrand wird nur in Bouteillen verkauft, doch .wirkt die kolossale Preiserhöhung auf 'den Absatz sehr ungünstig, ° die Kunde kann sich mit dem Preise von 45.000 K. pro l»1 Bouteille nicht befreunden. Slibowitz notiert wie in der Borwoche-je nach Qualität und Zahlung-Möglichkeiten, doch ist.der Absatz auch jn vielem'AuM lein großes ‘ " ' / 26. Jänner 1924 . Seite 9 DURCH DIE BAN KEN WELT mma Austro ■ Holländische Bank Z en tr a I b u rea u ’ Wien, I. Dr. Karl bue eriOat'. 4 (I. Eb-ndorfe^str, Teleer»mmadre*se* Hoilanribank Wien ' Tel. 27-5-85 Serie Bankhaus Frankl & Huttrer Wien, IX. HSrigasse 4 Teloobon 13.040 Toieohon 16.234 BANK- «nd WARFNjlUCnKc! & KsO.KOMMISSTONSHAUS Wien, I. Wlpplngerslr. 19, Telephon 60-1-57, 68-3*60 DurchfuHrun? sämHIcber Banktransaktionen BonKkommandltgeseiisriiaft Franz PolloR Wi«n, I. Swllxerqa^ee 4 Ecke Bognere. beim Graben) Telephone: 60-1-82 ßö.i.na. 63-4-8!i. 64-4.*2. ,<W-4-78, f#-4-&8; Wiener Hanrfelskrerfitbank A.G. Wien« I. WipDlIngtral»asse 23 Telesrammadres8e: Haored'* T-tenh-'n 64*5*09 Sorte Exoosttur: I. Sohottonrin«- 18 a — Telephon 69-3-14 Allgemeine Induslrielbank vflrnna'- » er Bö m. 1n<ln»tr M-Banx T«Ie|rnmm Aire-a,: Tn<tn»b>»ivV Tel. r.5 a-07. «5-4-85. 05-4-36. Serie6^5-75 VifcB o fl I e I 8 t« b e n I « » e: I. Hoher M*fVt 7,?V. WiMn-r H,nnf-fra—- S‘ V'l. .Ralser-tras-e 43 Bankhaus |«. RohOtyil Wien, I. Har a Ther«>slenstrasse 10 Telephon 11-4-60. 11-4-61 Rohgummi. Die Nachfrage auf den Weltmärkten bat sick in der letzten Zeit merklich gehoben, doch bäncrt die weitere Gestaltung der Prelle allein von der-Wiederbelebung des nordamerikanllchen Bedarfes ab. der im letzten Halbjahr 'stark zurückaeaangen ist. -Das Anrieben der Prelle, das im letzten Vierteljahr von 1022 als 'Folge der begonnenen.ProdnktiousbeschränkMg in den englischen . Anbauaebieten. einsetzte. dauerte-1923 zunächst an und im Jänner wurde der Höchststand des Jahres mit l« verzeichnet. In den folaenden Monaten, .flinaen die Preise herunter: im Juni und Juli schwankten sie zwischen •/, V, und *.#> Der August brachte eine neue Aufwärtsbeweaung bis auf Vt 'ft, tväbrend die höchste -Notierung im Sevtem-er etwa V, und darunter betrug. Der »'ückgang des amerikanischen Konsums War von besonderem Einfluß im letzten Quartal und vornehmlich im Dezember, der in der Preisentwicklung stark dem Voriahrsmonat glich. Am Ende des JabreS waren die Preise niedriger als am Schluß von 1922. Bei der Beurteilung der-Preiskurve« von 1923 wird man aber berücksichtigen müssen, daß sich die Prelle daS -ganze Jahr hindurch über V, Hielten, während dar vorhergehende Jahr einen Rückgang bis auf ungefähr •/* ®/4 gezeitigt hatte. Amtliche Zahlen liegen um für Gummiaussubr von Britisch-Malaya für 1923 vor. Danach stellte sich. der Nettoertrag auf 183.943 Tons geaen 212.695 DonS im Vorjahre. Die Verschiffungen in Dereaba Waren verhältnismäßig groß (17.973 Tonst und ganz bedeutend höher als die im Dezember 1922 (mit. 13.858 Tons). Holz. Jn der Situation, am biestgen Platze traten unwesentliche Veränderungen ein, das Geschäft trägt nach wie vor einen schleppenden Charakter und auch im Export ist eS ruhig. Der süddeutsche Brettennarkt' bat sich von den Wirkungen der Ruhrbesetzung noch in keiner Weile z« erholen vermocht, zumal daS rheinisch-westfälilche Jndustriezentnim daS natürliche Hauptabsützgebiet für den anS den bayrischen und württembergischen Neberschußgebieten versorgten, sonst noch nach dem westlichen Aus* land, Luxembma, Ellaß-Lothrinaen und dem Saargebiet liefernden südwestdeutschen. Holzmarkt ist. Die Einfuhr in die besetzten Gebiete ist noch immer nicht voll in .Gang gekommen, weil die von den Franzo'en vorgeschriebenen Formalitäten vielfach »wer bis drei Wochen in Anspruch nehmen; die Ausfuhr nach den Weststaaten ist heute immer noch als vollständig eingestellt zu bezeichnen. Dabei sprechen auch die geltenden hoben Frachten mit, die selbst eine Durchfuhr von Holz au? .der Tlchecho-Clowakei und Oesterreich, die sich sonst durch Mitwirkung des deutschen Holzhandels als Zwischenhandel vollzog, unmöglich machen. 9,'ich't unwesentlich tragt zu dem GeschästSstillstand'aber auch das Sinken des Franken bei. weil man sich in den Westländern mit sinkender Währung ebenso ungern dazu entschließt, die Gebote ent'prechend zu erhöben, wie früher in Deutschland bei sinkender Mark. Unter diesen Umständen schwanken die Preise je nach Abgabewilligkeit ganz bedeutend. Baumwolle. Auf; den Weltmärkten siebt e8 ziemlich verworren a«S. New-Pork meldet täglich Schwankungen van einem halben Cent. Der - Diskont für neue Ernte hat ' sich verringert. Die ersten Erntevorbereitungsnachrichten liegen vor. Ter Dünger ist noch kaum. aufs Land getragen, da kommen auch schon Klagen auK TexaS. daß das Pflügen stark verzögert sei. Am Bradsorder Weltmarkt ist die Tendenz bei großen Umsätzen außerordentlich fest. Die in Livervool stattgefundene Wollversteigerung bezahlte' für mittlere Creßbreds 20"/, Ausschlag und fiir. Merinos bis zu lr>*/« Ausschlag. Man erwartet, daß London ebenso fest eröffnen wird. '.Im' Einklang mit . dieser allgemeinen Hausse sind die Preise für alle Bradforder Artkel erheblich heraufgesetzt worden.' Durch den rapiden Frankensturz sind' viele Produzenten am Toureoinger Markte genötigt aewelen,. bie Verkäufe in Franken einzustelletb und hört man setzt nur noch Notierungen in englischer Währung. Auch diese mußten wesentlich heraufgesetzt werden, da Australien täglich neue Aufschläge meldet und die Beschaffung von Wolle zu den bisher gültigen Kammzugpreisen nicht mehr möglich ist. Sowohl für Inlandsbedarf als auch für Export tamea größ«, Kdichlkste zustmrde.