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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-20 · Heft 2513 (20.2.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2513 (20.2.1926)
Date
1926-02-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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unjonin Wi en; ^ura Abholen in der Expedition, 1L Taborstr. 1*3, oder in einer Versehlelsstelle (Trafik) monatl. ü Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Qol d sch mied, l„ Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 achecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Dln.60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ^•etasAhlaatfen bei Freia* erhfthutttfca rorbehallea Wiener Morgen;eitung rj «r. 2511 Men. Samrmg, 20. gebtunt 1926 England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien? Mon.IOOLewi. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, n. Tabontr. I Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 DL, Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerd lg. Steinmann) Oesterrelchlsches Postsparkassen-Konto Nr. 150.699 8. SotigonB Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mit« ieilmrgen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Sin tiirkisch.sranMcher Vertrag. Die Regelung der syrischen Grenze: (Eigendienst drr „Wiener Morgenzeitung".) Konstanlinopel, 19. Februar. Die Verhandlungen des französischen Oberkommissärs in Syrien deJonvenelin Angora haben einen vollen Erfolg gehabt. Es wurde ein Abkommen unterzeichnet, das eine R e g e l u n g der s y r i s chtürkischen Grenze vorsieht, wobei den Türken infoferne entgegengekommen wird, als ihnen die Bahnstation Payas und das Stadtgebiet mit allen umliegenden Orten, ferner der Teil der Bagdadlinie, der bisher die Grenze bildete, übergeben werden wird. Außerdem wurde auch eine NeutralitätskonveMion unterzeichnet. . Angora, 19. Februar. (Havas.) Der französische Oberkommissär de Jouveuel und der Minister des Aeutzern Rufchdi Bei haben gestern ein Abkommen und fünf Zusatzprotokolle unterzeichnet. Das Abkommen bezieht sich außer auf die Feststellung gutnachbarlicher Beziehungen und die Wahrung der Neutralität unter allen Umstünden auf die Anwendung eines Verfahrens zur friedlichen Regelung von Streitfällen, falls deren diplomatische Erledigung unmöglich Ware. Es regelt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei ünd Syrien und steht die gegenseitige Auslieferung von Verbrechern und Zusammenarbeit zur Verminderung der Räuberei und des Schmuggels vor. Es erstreckt sich ferner auf die Grenzfestsetzung. auf das Verkehrswesen uud aus Maßnahmen zur Verhütung von Epidemien. Syrische Uebersälle. Die Agence Havas meldet aus. Beirut: Die Eisen- Kahnst recke nach Hedschas ist von Damaskus aus in einer Länge von 7 Kilometer zerstört. Ein vpn Palästina kommender Zug ist e n t g l e i st. Mehrere Waggons singen Feuer. Drei Syrier wurden getötet, mehrere verletzt. Auch die Eiisenbahnstrecke Damaskus—Kajak ist aufgerissen. Französische Artillerie hat Ansammlungen östlich von Damaskus beschossen. In der Umgebung von R a s ch a y a kam es zu Kämpfen zwischen französischen Truppen.und' Drusen, welch letztere eine schwere Niederlage erlitten. Eine französische Kolonne, welche südlich, von Damaskus angegriffen wurde, verfolgte den Feind und fügte ihm empfindliche Verluste zu. Auf französischer Seite zählte man v i e r T o t e und drei Vermißte. kl« türkisch-amerikanischer Zollabkommen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung/^) Konstanlinopel, 19. Februar. Der Minister für auswärtige Angelegenheiten, Ruf chdi Bei, und der amerikanische Oberkommissür haben einen Modus vivendi unterzeichnet, der Amerika in kommerzielle Behandlung als meistbegünstigte Nation für sechs Monate sichert und es so von der Erhöhung der Zollabgaben auSn im m t. _■ Persien und PalMna. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") London, IS. Februar. Wie bereits berichte^ hat die p e rstsche Regierung verschiedenen Müschen Familien, die nach Palästina auswandern wollten, die Erlaubnis hiezu verweigert. Die Zionistische Exekutive hat, wie Ihr Korrespondent erfährt, bei dem Londoner persischen Gesandten Vorstellungen erhoben, indem sie darauf hrnweist, daß Persien Mitglied des Völkerbundes ist, unter dessen Schutz das Mandat Wer Palästina stoht. Sensationsrr« Bk ■ unserer Kunden MfllytSDOlQi prolongierten Französische «echncheu in Berlin. Senket «nt Sravleres im Berliner PolirelprSfldlnm. — An »erhör mtt Schnitze. (Eigendienst der „Diener Morgenzeitung*.) Berlin, 19. Februar. Der französische Kriminalkommissar Desire D o u l c e t, der zuerst die Erhebungen in der Frankenfälscheraffäre in Budapest durchführte, har nunmehr gemeinsam mit dem Inspektor der Banque de France, Raymond Gravier es, die Nachforschungen in Berlin ausgenommen. Die beiden Franzosen haben heute bcm Polizeipräsidenten einen Besuch abgestattet, wobei sie erklärten, daß sich ihre Untersuchung auf die Feststellung beziehen wird, wie sich die ungar:schen Banknotenfälscher die die technische Mithilfe des Schultze verschafft haben. Die beiden französischen Delogierten ersuchten den Un- 'tevsuchungsmimster, Schultze eine Reihe bestimmt formulierter Fragen vorzulegen, so, wann Schultze in Budapest war, von wem er dorthin berufen wurde, wie lange er sich in Budapest aufhielt und was er dabei über die Geldfälschungen erfahren habe. . Doulcet und Gravieres erklärten heute einem Mitarbeiter des ,^-Uhr-Abendblattes" über den Zweck ihres Berliner Aufenthaltes: Frankreich werde nicht die Auslieferung Schultzes verlangen, nachdem jetzt feststes datz er deutscher Md nicht, wie die französischen Behörden ursprünglich. annahmen, r ü s si scher -Staatsbürger ist. Doch werde Schultze, der jedenfalls eine wichtige Rolle in der Fälschungsangelegenheit gespielt hat, über einige noch u n k l a r e P u n k te Aufklärung geben können, so über die Persönlichkeiten, die er im Kreise des Prinzen Windischgrätz in Budapest kennen gelernt hat. Inspektor Gravi eres bezeichnte Schultze als einen der ersten Fachleute auf dem Gebiete der Banknot e »Herstellung, der seinerzeit eine täuschend gelungene Nachahmung eines deutschen Zehnmarkscheines hergestellt und auf einer Konferenz der Notenbanken Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und Rußlands vorgewiesen hatte. In Budapest haben Raba und Gero ziemlich viel über die Tätigkeit Schultzes in der Geldfälscheraffäre ausgesagt und diese Aussagen sollen nun mit denen Schultzes verglichen werden. Er dürfte z. B. nicht, wie er angibt, deshalb aus Budapest geflohen sein, weil er seinen Glauben an Windischgrätz verlor, sondern wohl daruni, weil Differenzen finanzieller Art zwischen ihm und den Fälschern auftraten. Auch dürfte Schultze über diejenigen Fälschungen ausländischer Noten Auskunft geben können, die vor den Fr a n k e n f ä l s ch u n g e n vorgenommen wurden. Die Maschine, mit der die Budapester Fälscher arbeiteten, soll ja die gleiche gewesen sein, mit der man in Graz die falschen tschechoflowakischen Noten herstellte. Auch die Behauptung Rabas soll nachgeprüft werden, daß die kartographische Anstalt in Budapest mit einem ähnlichen Institut in München in Berbindung stand. Gravieres erklärte schließlich, die französischen Delegierten wollten in Deutschland keine Forderungen stellen, um nicht Amerikareife der Haloah. In einem Schreiben an den Sportklub H akoah und den Oesterreüchischen Fußballverband teilt das Bundeskanzleramt, Abteilung für auswärtige Angelegenheiten, mtt, daß das öprrreichische Generalkonsulat in New-Uork telegraphisch hierher berichtet hat, daß es die Amerttareise der Hakoah zur Austragung von Wettspielen ln den Monaten April irgendwelche Unstimmigkeiten und Differenzen heraufzubeschwören, sondern sie hoffen nur aus die Unterstützung d e r d e u.t s ch e n P o l i z e i, die sie dringend benötigen. Verhör mit Schultze. Schultze bestritt bei seiner neuen Einvernahme jede Mitwirkung an der Fälschung. Ein durch seinen Verteidiger gestellter Antrag aus Haftentlassung ist mit der Begründung abgelehnt worden, daß in Anbetracht der politischen Bedeutung des Falles die Verantwortung hierfür nicht von der Polizei getragen werden könnte. Der parlmnentwrische Untersuchungsausschuß in Budapest hielt nachmittags eine Sitzung ab, in der die Bekanntgabe der Akten zu Ende geführt wurde. Der Ausschuß erklärte sohin das Beweisverfahren für beendet und hat seine nächste Sitzung auf morgen, 5 Uhr nachmittags, angesetzt. . Die Maßregelung Peyers. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung wurde unter großem Lärm der Linken der Antrag des Jmmunitätsausschusies angenommen, wonach Abg. P e h e r (Sozialdemokrat) wegen beleidigender Zurufe auf die Dauer von zweimal 15 Jagen aus dem Hause und von desien Sitzungen a u s g e s ch l o s s e n wird. Seine Ausschließung bezieht sich jedoch nicht mif die Sitzungen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Verbot der Sonntagsdemonstrationien. Die Polizei hat die Genehmigung des von den S ozialdemokraten geplanten Demonstrationszuges verweigert. Wie „Pesti Hirlap" erfährt, soll das Staatsoberhaupt den Wunsch kundgegeben haben, daß die Bürgerschaft von dem für Sonntag geplanten Huldigungsauszug a b s e h e n möge. Die Demonstrationskundgebung dürfte darum nicht stattftnden. Nichtsdestoweniger hat die gesamte Polizei Sonntag strengste Permanenz, namentlich in der Umgebung des Millenniumsdenkmals, wo die vöMschen Verbände möglicherweise versuchen werden, ihre Versammlung trotz des PolizeivevboteS abzuhalten. In diesem Fall wollen sich aber auch die Sozialdemokraten nicht an das Verbot halten und die Arbeiter-Massen zu einer Gegenkundgebung auf die Beine bringen. Ern angeblicher: Attentalsplan auf Masavyk. Der zu sechs Jahren Gefängnis verurteilte Bombenwerfer Josef Marffy hat aus dem Gefängnis ein Schreiben an den sozialdemokratischen Abgeordneten Emmerich G Y ö r k y gerichtet, in dem er mitteilt, daß die Bombe, mit der das Attentat im Elisäbethstädter Kasino verübt wurde, ursprünglich für ein Attentat gegen den Präsidenten der tschechoslowakischen Republik, Massaryk. anläßlich eines Aufenthaltes des Präsidenten in K om o r n, verwendet werden sollte. Der Abgeordnete Györky übergab den Brief MarffyS der Staatsanwaltschaft, die den Bombenwerfer wegen dieses Briefes schon viermal verhört hat. Weitere Verhöre mit Marffy zur Aufklärung des angeblichen Attentatsplanes gegen den Präsidenten Masaryk stehen bevor. Ae Fememörder. Verhaftung des Fememörders U m h o f e t im ForsthauS Verhaftung des Fehmemörders Umhofer im Forsthaus Eiche bei Lübbenau ist gegen die Grafen Solms und Lynar ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Zur Vernehmung der beiden haben sich mehrere Berliner Kriminalbeamte nach denr im Spreewald gelegenen Wohnsitz des Grafen Solms begeben. und Mai befürwortet, da der Propagandawert der Reise zweifellos fei. i aii i n H i Ai ■!# II., Taborstrasse 48 Telephon 47-1 •71 En pro* So detail 3479719^9

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