Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2512 (19.2.1926)
- Date
- 1926-02-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen :25 aro»jgy l Wien, zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleissteile fTrafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma 0 o I d sch m ied, 1., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling i schecho-Slowakei; Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ^achzahltmgen bet Freiaerbfihanoen Vorbehalten 91t. 2112 iPrgnrTB England: Mon. 4 SchüHög, Italien: Monatl 18 Ute Rumänien: Mon. 170Lei. Bul gari en? Mon.lOOLew«. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr» 1 Telephone: 44-0-38,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25*-« DL, Universitätsstrasse 8-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postspar* hassen-Konto Nr. 150.698 Wien. Freilag. 19. Februar 1826___8. Jahrgang orgenxettung BllMan md BMerbmd. Hinter de« Knllffen der Genier Kiimpse. (Eigenbienst der „Wiener Morgenzettnng".) Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilnngen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Lloyd Georges Aeußernngen. Lord Reabing und Mr. Hauet aus der liberalen Partei ausgetreten. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 18. Februar. „Jewish Times" melden, daß Lord Reabing, der gewesene Vizeköntg von Indien, nach seiner Rückkehr, dem Beispiele Sir Alfred Monds folgend, sich der konservativen Partei anschließen wird. Sein Austritt aus der liberalen Partei erfolgt infolge der Aeußernngen Lloyd Georges in Angelegenheit Sir Alfred Monds, die Lord Reading als einen a n t i se m i t i s ch e n A u s fa ll bezeichnet. Aus demselben Grunde ist der ehemalige jüdische Mayor von Ridchmond, Mr. Haue t, aus der liberalen Portei ausgetreten und der konservativen beigetreten. Mr. Hauet zählte zu den besten Organisatoren der liberalen Partei. Sir Mond — Handelsminifter? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 18. Februar. In hiesigen politischen Kreisen verlautet, daß Sir Alfred Mond in der allernächsten Zeit in einem sicheren Wahlkreise von der konservativen Partei kandidiert werden wird. Im Falle seiner Wahl soll er zmnHand e l s nt t n i st e r ernannt werden. Aus dem Board «f Jevulier. (Eigendienst derWiener .MMenMuug".) . London, 18. Februar. In der letzten Sitzung Se§ Board sf.Deputies wurde Mr. Prag zum Vizepräsidenten gewählt. Sodann wurde ein Bericht des parlamentarischen Komitee s verlesen, deur zu entnehmen ist, daß sich das Komitee letzthin mit der Frage der Nationalisierung der seit längerer Zeit in England wohnhaften ausländischen Juden beschäftigt hat. Dank zahlreichen Interventionen wurde die Aufhebung einiger Ausweisungen möglich. Es Ivuvde beschlossen, in Avgelegercheit der Naturalisierung energische Schritte bei der Regierung zu unternchmen, um ein schnelleres Verfahren zu erwirken. Sodann berichtete Lueien Wolf, daß sich die Lage der Juden in Polen letztens in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht wesentlich verschlimmert habe. Hinsichtlich der Lage in Rumänien erklärte er, daß sie statt besser, nur schlimmer geworden sei. Das Foreign Committee hofft, daß die bevorstehenden Wahlen den Juden günstige Resultate bringen werden und daß das neue Parlament mehr Verständnis für die jüdischen Fragen haben wird. Nach dem Bericht Lueien Wolfs entwickelte sich eine lebhafte Debatte, in der die Lage der Inden in Osteuropa eingehend erörtert wurde. Sine Mische Gemeinvekonferem in Sowjettußlanv. Zionismus ist verboten. (Eigendienst der „Wieuer Morgenzeitung.") Riga, 18. Februar. Nach hier aus Moskau eingelangten Nachrichten hat die Sowjetregierung gestattet, eine Konferenz der jüdischen Gemeinden abzuhalten, unter der Bedingung aber, daß sich die Konferenz mit Fragen des Zioni smus nicht beschäftigen dürfe. Die Konferenz wird in der allernächsten Zeit in Leningrad stattfinden und sich vorwiegend mit dem Krimpro- |elt beschäftigen. Die Sowjetregierung wird von der Konferenz verlangen, die Krimkolonisatiou gntzuheißen. Die neue Mrkei. Einfühmng des schweizerischen Zivilrecht«. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Konsiantinopel, 18. Februar. Die türkische Nationalversammlung hat heute einstimmig beschlossen, das schweizerische Zivilrecht in der Türkei einzuführen. Dabei wird die Trennung der Religion vorn Staate endgültig eingeführt. Jedem volljährigen Türken steht es frei, sich zu einem Glauben zu bekennen, der ihm zusagt. DiePolygamie ist verboten. Die Nationalversammlung wird ihre Arbeiten mit Beschleunigung forisetzen, mu noch int Laufe der gegenwärtigen Session den Unterschied zwischen der alten türkischen Gesetzgebung und den europäschen Legislaturen, zu beseitigen. London, 18. Februar. Der diplomatische Korrespondent des „Sunday Expreß" bespricht in einem längeren Artikel die Schwierigkeiten, die durch das Verlangen mehrerer Staaten, einen Sitz im Böllerbundrat zn erlangen, in der internationale» Politik entstanden seien. Der Korrespondent erklärt, daß hinter dieser Forderung der katholischen Länder Polen, Spanien und Brasilien der Vatikan mit seinem diplomatischen Einfluß stehe. Der Vatikan wolle durch diese Vertreter dieser Länder selbst einen direkten Einfluß auf den Völkerbundrat erlangen und mit deren Hilfe sich schließlich die alleinige Oberaufsicht über die heiligen Stätten in Palästina sichern. Das wäre aber bloß der erste Schritt zur unmittelbaren Beeinflussung der Entwicklung des jungen Palästina. knglische Widerstände. London, 18. Februar: Montag wird nach einer Meldung des amtlichen englischen Nachrichtendienstes eine Sondersitzung des aus p a r l a m e«torische n Mitglieds rn bestehenden Komitees-, das M -ßsonVerS für B ö l k e r b n n d a n g e leg e iDeFt eN Merefsteri,obge»* halte» werden. Es wird eine Entschließung vorgelcgt werden, die die Besorgnis des Komitees über die Andeutung' ausdrückt, daß demnächst ständige Sitze im Die Mandatskommission. Der Bericht über Syrien. Rom, 18. Februar. (Tel.-Komp.) In der gestern nachmittags unter dem Vorsitz des Marquis TheodoU abgehaltenen Sitzung der Mandatskommission des Völkerbundes wurde, wie die amtliche Mitteilung hierüber besagt, in Anwesenheit des Vertreters der französischen Regierung, Robert de Ca ix, und des bevollmächtigten Gesandten Claudel die Prüfung des französischen Berichtes über die Verwaltung Syriens begonnen. Das von de Ca ix vorgelegte Material enthält unter anderem einen Bericht des Generals S a r r a i l über die Vorfälle im letzten Herbst, die zur Beschießung von Damaskus führten, weiters einen Bericht des jetzigen Militärkommandanten, des Generals Gamelin, über die gegenwärtig in Gang befiMichen Operationen. Die französische Regierung erklärt sich in ihrem Berichts bereit, Syrien. eine den Bedürfnissen und Interessen der Bevölkerung entsprechende Regierungsform zu geben und die Bevölkerung in freier Wahl ab stimmen zu lassen. Ihrem Friedenswerke stellen sich jedoch die Intrigen und die Propaganda der aufwieglerischen Elemente entgegen. Slraßenkärnpfc in Damaskus. London, 18. Februar. (Tel.-Komp.) Nach einer Aöeldung der „Daily News" sind bei den Straßenkämpfen kt Damaskus in den letzten zwei Tagen 10 Aufständische getötet und 10 schwer verletzt worden. 6 französische Scharfschützen wurden verwundet. Im Herimmgebirge. Beirut, 17. Februar. (Havas.) Während einer Aktion zur Säuberung des Meidan-Viertels von Damaskus kam es zu lebhaften Gefechten mit Banditen, die 10 Tote und 10 Schwerverwundete zurückließen. Die französischen Truppen haben nunmehr auch mit der Säuberung des Hermongebirges begonnen, wobei es in der Nähe von E l b i r i, südlich von der Straße Beirut-Damaskus, zu einem Zusammenstoß mit feindlichen Truppen kam, die in die Flucht geschlagen wurden und etwa 60 Tote zurückließen. Auf Seite der französischen Truppen wurden ein Mann getötet und sechs verwundet. Der Oppositionsführer HassanSuejdan hat sich unterworfen. Bölkerbundrat Spanien, Brasilien Ind Polen erteilt werden sollen. Das Parlamentsmitglied F i s h e r wird die Diskussion in dieser Sitzung eröffnen. Die parlamentarische Fraktio-tt der Arbeiterpartei hat eine Entschließung eingebracht, die sich gegen cine derartige;Er weiterung des Bölkerbundrates ausspricht. Bei einem Frühstück der Bereinigung der auswäk-- tigen Presse erklärte Außenminister Chamberlain, die Frage der Zukunft des VölkerbmndrateS dürfe nicht in kriegerischem Gerste behandelt: werden. Es handle sich darum, zu wissen, wie der Bötterbnndrat organisiert .werden könne, um sich seiner Zukunftsanfgaben zu entledigen, und wie man den Bölkerbundrat gestalten solle, um ihn in die Lage zu versetzen, dm Welt fr re de n zu erhalten und seine Entscheidungen für die verschiedenen Nationen annehmbar zn machen. »riaud bleibt fest. Die Agence Havas dementiert die .Londoner MeNtztg der „Chicago Tribüne", wonach Ministerpräsident B r'i a n b den Antrag aus . Gewährung eines ständigen Sitzes im VölkerbumdratanHol e n zurü^ezogen haiben soll. Bertagnng? " London, 18. Februar. Ist politischen Kreisen verlautet, daß die am 8. März beginnende Session des Völkerbundes beschließen wird, die Frage der Erweiterung bis zum Dezember hinauszuschiebe n, Kne arabische Kritik an den Führern. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Jerusalem, 17. Februar. ,M Gezirah" bespricht in einem langm Artikel die Ergebnisse der arabischen Bewegung in Erez Israel im abgelauseneu Jahr und kommt zu. folgendem Schluß: „Die arabische Bewegung hat im vergangenen Jahr keinerlei Fortschritte gemacht und wird von Tag zu Tag schwächer und unwirksamer. Schuld daran sind die persönlichen Streitigkeiten der verschiedenen Führer und die Zerwürfnisse zwischen den einzelnen Gruppen und Fraktionen. Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß bisher noch keine arabische Delegiertenversammlung zustande gebracht werden konnte, die berufen wäre, über die gegenwärtige Lage des Landes und seine Zukunft zu beraten und Beschlüsse zu fassen. Die Politik der englischen Regierung in Erez Israel gegenüber den Arabern hat sich nicht geändert. Die Palästinaregieruttg fährt fort, ohne Rücksicht auf die Finanzkrise neue Steuern vorzuschrorben. Die Hoffnungen, welche die Araber an die Ernennung Lord Plumers an Stelle Sir Herbert Samuels geknüpft haben, zerrin nen.allmählich in nichts. Anstatt daß die Araber sich nun aus ihre eigene Kraft stützen und das jüdische Nationalheim durch positive und schöpferische Arbeit bekämpfen, begannen sie ihren Bodenbesitz (freiwillig oder unfreiwillig) an die Juden zu veräußern. Einige nationale Größen unter den Arabern haben sogar R e a l i t ä t e n v e r m i t tlungsbureaus zur Erleichterung des Bodenverkauses an die Juden eröffnet. Dies führe zu schmerzlichen Zerwürfnissen und tiefgehenden Scheidungen im nationalen Lager der Araber und ermuntere die Zionisten M gesteigerter Expansion im Lande." Ans der Warschauer Kultnrgemelnde. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.^ Warschau, 18. Februar. Heute fand eine Sitzung de- Seniorenrates des jüdischen Kultusvorstandes unter Vorsitz des Präsidenten der Warschauer Kultusgemelnde, Deputierten Hirschbraun (Agudist) statt, in der die Wahl mehrerer Komitees, dar« nnrer auch eines für Palästinaarbeit, beschlossen wurde. Sie Weltausstellung in Philadelvbia. Philadelphia» 18. Februar. Die Behörden beschlossen, die Ausstellung, so wie geplant, a m 1. I u n i zu eröffnen.