Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2511 (18.2.1926)
- Date
- 1926-02-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981598--25599-3013258- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. §811 Men, SwtnttStefc Mienen Morqeni^eriunlA IS. fämt M6 Grift f Sensationell lbil1f<ger Stoff^frlcauf! Nur soweit Vorrat! Oonnsrstag. Freitag, Samstag Nur soweit Vorrat! Vlrndl-Oretonne, £1 ä aparte Muster, 70 cm jll breit, der Meter 8 «Je llr Strichtuch, Reinwolle m «« 140 cm breit» ln vielen f| Hfl Farben, der Meter . . 8 Mantel-Flausch, Reinmm mm a wolle, 130 cm breit, g Hfl in versch. Farben S f •%#V Cheviot, meliert, 140 cmbreit,fürDamenmg* und Herrenkleider, H|| der Meter .... 8 mivU Cheviot, Reinwoiie, mm 140 cm breit in aparten / Kfl Mustern, der Meter 8 f e%#V 1------" Qabardin, Reinwolle, gm mg* 140 cm breit, in vielen SI Hfl Farben, der Meters Kunstseiden - Tricot, handbedruokt, in j mg* aparten Mustern, A Hfl 140 cm br., d. Mtr. 8 “alr W Mode-Schotten, Reinwolle, 105 cm breit* der Meter S Mode-Schotten, Reinwolle, 140 cm breit, ft ipg% aparte Muster, der x Hfl Meter.8 Uitlv I., Kartnerstrasse 11—15 1 s sfitiiniuiuuiniimuiiiiuuiittiinnuiinHiuioituiiiiimiiafiiiiiniHUtititR Liberty, imprimd, g% mg\ handbedruckt, 100cm |j|j breit, der Meter 8 filu »rtzeimuirvoller Schatz. Aus Paris wird uns berichtet: Die Pariser Polizei Kurde vor einigen Monaten davon verständigt, daß man i» einem Hause in einer kleinen Straße in Paris seit drei Monaten ein ständiges heimliches Kommen und Gehen beobachtet habe. Die Polizei stellte fest, daß täglich ein junger Mann mit Koffern und Handtaschen das Haus betrat und wieder verließ. Man schritt schließlich zu seiner Verhaftung und fand in der Tasche, die er bei sich trug, etwa 2 Ö Kilogramm geschmolzenes Silber und 500 Gramm Barrengold. In der Wohnung des verdächtigen Ehepaares entdeckte man einen Schmelzofen und ferner mehrere Kannen mit Silber« und Goldstücken in einem Gesamtwerte von mehr als 3,5 Millionen Franken. Die Untersuchung, die sofort eingeleitet wurde, wird voraussichtlich noch zu weiteren Verhaftungen führen. Sekugroß-Autob«,. - Um dem dringend geäußerten , Ersuchen des Detaillisten- Verbande» eutgegenzukommen, stellen wir ab heute die Gratis« Autobusfahrten Stephansplatz—Gerügt oß ein. Wien, 18. Februar. * DaS Wetter. Gestern war das Wetter vorfrühlingsmäßig. Die Temperatur stieg über 10 Grad. Die Voraussage meldet kein: wesentltche Aenderung. * Regierungsrat Friedmann. Der Bundespräsident hat dem ständigen Rodaktionsmitglivd i. R. der „Wiener Zeitung" Armin Fried mann in Anerkennung seiner tm Ruhestand erworbenen Verdienste taxfrei den Dikl eines Regierungsrates verliehen. * Einbrüche. Dienstag nachts sind unb'kannte Täter in die Räume der Parsümeriewcrrenfabrik M. ®. Mayer, 10 Bez., Leebgasse 32, gedrungen und haben dort.zwei eiserne Kassen erbrochen. Man vermutet, daß sie 4000 bis 6000 Schilling erbeutet hcrben. — In der Nacht ans Dienstag wurde beim Fellhändler Feibisch Katz. Kleine Pfarrgaffe 7, ein Einbruch verübt. Gestohlen wurden Pelzwaren im Werte von 1400 Shilling. * Ein neues Heilpräparat für Arteriosklerose. Aus Berlin wird gemeldet:: In Deutschland wurde ein neues Präparat gegen Arteriosklerose auf Grund des Nachlveises des Prager Universitäts- Professors Mladejovsky, daß der menschliche Körper beim Stoffwechsel Kieselsäure ausscheidet, die wieder ersetzt werden muß, um das Gewebe geschmeidig zu erhalten, gesunden. Der deutsche Cheniiker Dr. Senfterer hat auf die Erzeugung von sogenannten Sklewseaebäck ein Patent erhalten, das sich von den: gewöhnlichen Brot weder im Geschmack noch im Preise unterscheidet, das aber cingebackene Kieselsäure enthält. Vereine. BortrSge und Versammlungen. WienerBetb-H amtdrasch, 2. Bez., Ferdinandstrabe 23. Heute, 7 Uhr, Lektor Dr. S. GeldbauSr „Historische Psalmen". Todesfall. Unser Vorstandsmitglied. Herr Aron Nissan Kant i n k e r, ist nach schwerm Leiden gestern im Sanatorium Hacking gestorben. Das Leichenbegängnis findet Donnerstag den 18. b. um 11 Uhr auf dem Zentralfrtedhoi. 3. Tor, statt. Wir betrauern in dem Verblichenen das Vorbild von Güte, Treue und Edelmut. Israelitz'r Unterstützungsverem Westend. Der jüdisch-akademische Philosophenverein wendet sich an di« breite Oeffentlichkett, bei Bedarf an Lektionen sich seiner Lehrervermittürnasstelle zu bedienen. Wir empfhlen nur erstklassige Kräfte, und zwar: für Mittelschulett, AufnahmSprüfungen und NnterrichtSkräfte für Spezialfächer. Radioprogvamm. Heute Donnerstag den 18. Februar. 11 Uhr: Bormittagsmusik. — 18 Uvr 15 tlMtt.: Raü>mittaadko»zert. — n Uhr 10 Min t Märchen der Weltliteratur. VI Bulgarische Mä'cheu. Gesprochen van Anna Kainz-Schrötter und V Rauch,uß. — 18 Uhr 10 Mtn.r Mitteilungen au« den BundeStheatern. — 18 Uhr 35 Min. r Elektrometallurgie und Elektrochemie. 3. Vortrag Prof. Dr. Heinrich Paweck — IS Uhr 10 Min. r Eiperantokurs. — IS Uhr 4u Mn.: Englisch für Anfänger. 20 Uhr 15 Min r Ein Jahrhundert heitere Wiener Mufft g. Abend). Einleitender und verbindender Text v.on Professor ritz Lange. Mttwlrlend r Lya Beyer, Ernst Arnold, Stammet* auartett Tantenhayn, Karl Pausvertl. Wiener Stngspielabend. Kunst, Bühne, Buch. Sprrnttzealer. „Der Rosenkavalier". — Marie Gutheil-Schoder. ' Hündertfünfzigmal „Rosenkavalier"! Eine hohe Anfführungszifser, und doch auch wieder nicht, wenn man die geminderte dramatische Potenz unserer Zeit und dagegen die außerordentliche dramatische Schlagkraft des „Rosettkavalier", seinen prächtigen Humor,, seine melodische Fülle, seine gesunde Mischung von derber Sinnen-' lust und feiner Sinnlichkeit in Rechnung zieht. Die Walzerseligkeit des Werkes, die freilich m einer Wiener Maskerade aus der Zeit Maria Theresias zunächst ganz unzeitgemäß anmutete, hat es den Wienern angetan, und so darf man dem „Rosenkavalier", in welchem Strauß von allen klanglichen Exzessen der „Salome" und der „Elektra" sich abwendet und in seinem Bekenntnis zu Mozartscher Melodik gleichsam der ,,Klassiker, unserer,Zeit" wird, noch manches irphe Wiener,Juhilgnm Voraussagen. 7 Die Jubiläumsfreude der/. 150.? Änffuhrung wurde freilich durch den Gedanken getrübt, daß Marie Gutheil-Schoder gleichzeitig von der Wiener Staatsoper Abschied nahm. In ihr geht der Staatsoper weit mehr als. eine verdienstvolle Sängerin verloren: Sie war eine gottbegnadete.Künstlerin, die nicht nur Arien sang,' sondern ihre Rollen erlebte und in allen kleinsten Details erfaßte und 'ausschöpfte, eine denkende und fühlende Schauspielerin, ob sie nun im dramatischen oder int Charakterfach, im Soubretten- oder gar bisweilen int Koloratnrfach ihr Letztes und meist das Beste hexgab. Mit ihrem geschmeidigen, einst knabenhaften Körper vermochte sie alle die jünglingshaften Schauer eines Chevübm oder eines Rosenkavall.er glaubhaft zu machen, und oft nur wenige Tage später erwies sie etwa in der Rolle der Carmen oder in der. Roten Gred die Urkraft des ewig Weiblichen. Ihr liebendes, widerspenstiges Käthchen, ihre Märchenprinzefsin Melisande, all ihre prachtvollen ' Gestalten der Äuckschen, Mvzartschen und Wagnerschen Drainemvelt, werden in der Geschichte der Wiener Opernbühne wciterleben. Noch vor Saunt zwei Jahren hinterließ sie den allermächtigsten Eindruck in Schönbergs „Erwartung" beim Prager Musikfest. So diente sie nicht nur-alter, sondern auch neuer und iteuester Kunst,.doch stets der Kitnst und niemals der Effekthascherei des Mimen, dem die Mitwelt Kränze sticht. Und ebenso still, wie sie ein Biertellahchnndert an der Staatsoper gewirkt, nahm sie von dort Abschied. — Weidemann ist tot, Schmedes wurde vorzeitig in den Ruhestand verseht, die Mildenburg lchrt in München, nun geht auch die Gutheil-Schoder und nur noch Richard Mayr verkündet die entschwundene Pracht der Opernära Gustav Mahler. Erwin Felder. zwei rheatekskandale. In Breslau und Perlln. Der Spielleiter Renato Mordo, von seiner Wiener Wirksamkeit in bester Erinnerung, hat es sich mit dett Breslauern verdorbett. Seine Inszenierung von Goldonis „Der Diener zweier Herren" im Breslauer Thaliatheater mißfiel den guten Bürgern derart, daß sie schrien: „Vorhang herunter! Nicht weiter spielen!" Diese Rufe wurden durch di: üblichen Instrumente untevstützt, die man ins Theater mitnimmt, wenn matt sich zu entrüsten beabsichtigt. Die auf der Bühne versammelten zahlreichen LUleure antworteten mit einer kräftigen Gegendemonstration, Renata Movdo riet den Widersachern, den Kunstbetrieb nicht zn stören und sich z» entfernen. Als dies geschehen, konnte die Vorstellung vor stark gelichtetem Parterre sordg.setzl werden. Alle Attzeichen eines richtiggehenden, bis zmn Fortissimo anschwellenden Theaterskandals trug der Protest an sich, welcher von entrüsteten' Premierenbesuchern im Berliner' Deutschen Theater gegen Bert Brechts „Baal" eingelegt wurde. Besonders als sich bei verdunkelter Bühne jener Vorgang ereignete, derin Schnitzlers „Reigens in jede Szene miteinbegriffen ist, Nqmlich ein Geschlechtsakt, setzte das Konzert der Trillerpfeifen und Haustorschlüssel in den höchsten Tönen ein. — Das Nied.'rschreieii und Niedertrampeln ernster künstlerischer Arbeit — wir haben es wiederholt auch in Wien erlebt,. besonders kraß bei Starnbergs „Käst fette" im Burgtheater — ist eine von den lieblichen Zeiterscheft nungen. Aus de« Theatern. Burgtheater. Morgen, */,8 Uhr abends, „ttn* verhasst" (Theatergemeinde Serie E). Opernthea t e r. Morgen, 7 Uhr abends, „A n d r i C tz ö n i e r". V o l k s o p e r. Samstag findet . das erste Gastspiel der Koloratur ängerin Lydia LtvkowSkävon der Großen Oper in Paris und der Metropolitan Opera in Rew-Pork als V'oletta in „L a T r a v r a t a" statt. Die Künstlerin wird nur noch einmal. und zwar in „B a r b i e r v o n S e v t l l a" auftrete«. Das angekündigte Gastspiel der japanischen Operntängerin T e i k o K i w a als Butterfly findet am 2. und 5. Marz statt. D e u t s ch e 8 V o l k s t b e a t e r. Freitag Etstauffübrung des Lustspiels „Krieg im F r i e d e n* von Moser und Schön«Han, das von der Direktion des Burgtheaters für einige Aufführungen steigegeben wurde. Raimund- T h e ack e r. Sonntaa, l(A2 Uhr vormittags, werden im Rabmen einer literari chen Matinee KlauS M a n n und Pamela W e d e k i n d zu Worte kommen. Klaus l'i amt liest aus einem noch unveröffentlichten Roman und aur dem Essay ..D a 8 F r a a m e n t einer Jugend". Pamela Wedekind bringt verschiedenes aus der Lyrik ihres Vaters zum Vortrag. Modernes Tbeater. Freitag Erstaufführung der Komödie „Banknoten" von Felix Langer. Jüdische Sprichwörter. Die im Jahve 1919 im Bevlag von R. Löwit. in Wien erschienene Sammlung jüdischer Sprichwörter, eine Ergänzrmg ' des großen Sprichwörterbuches von Bernstviln und Segel, wird demnächst von einem großen reichsdeutschen Verlag in umgearboiteter,'um mehr als die Hälfte verntehrter Auslage herausgegeben. Auch von dem großen Sprichwörtevbuch. wich eine neue, vielfach umgeavbeitete und stark vermehrte Ausgabe in zwei Bändeit vorbereitet. Das wattdernde Starensemble fontmt jetzt wieder in Mode. Alexander Moüss'i hat gemeinsam mit dem früheren Direktor des Deutschen Bvlkstbeaters, Bernau, eines für sich züsautntengestellt, ebenso P a u l W e g e n e r und MaxPallenberg, der sozusagen die Generalprobe mit seinem Reiseensemble int Deutschen Volkstheater aschalten wird. Diese Maßnahme, den Thespiskarren vollbeladen mit einem ganzen Ensemble wieder über daS Lartd fahren zu lassen, hängt wohl auch mit der Theaternot zusammen. Vom küitftleri'schen Standptmkt ist gegen solche Ensemblegastspiele gewiß mchts einmwetiden. Sie sind sogar dem bisherigen Brauch vorzuziehen, daß nämlich in rasch herausgebrachten Vorstellungen em gastierender Star mit einem ganz fromden Ensemble Ipiolt, welches nur notdürftig probte und von Premiere zu Premiere gehetzt wurde. Die Schauspieler der einzelnen Theater, welche nur als Staffage für einen reisenden Prominenten dienten, hatten keine angenchme und in den wenigsten Fällen eine künstlerische Ausgabe. Der polnische Germier in Wien. Wie die „Polnischen Nachrichten" melden, ist in Wien einer der bekanntesten zeitgenössischen Theatevkritiker und Theatrologen, Michael Orliez, eingetroffen. Er hat sich als Generalsekretär des obersten Kunstrates in Polen große Verdienste erworben. — Redakteur Orliez ist von dem polnischen Bühnenvere-in, welcher alle Thvaterdirektoren, Regisseure, Schauspieler und Dramaturgett als Mitglieder zählt, zum außerordentlichen Delegierten zur Propagierung der Zusammenarbeit mit den ausländischen Theatern, wie auch zwecks Austausch der internationalen Theatevwerte, bestimmt worden. Seine neue Schrift über die modernen Theatevbestrebungen erscheint demnächst in deutscher. franMscher. englischer und polnischer Sprache. „Liebesspiele und Räuberromantik in Flotows Opern" betitelt sich ein von Hermine Sk euda verfaßter musikalischer Wiederholungsvortrag. der Santstag dett 20. d. um halb 8 Uhr abends im g r o ß e n U r a n i a s a a l unter Mitwirkung zahlreicher Kunstkräfte zuin ersten Mal.' zur Aufführung gelangt. Professor Glicenstein in Warschau. Der berühntte jüdische Bildhauer Prof. CH G l i c e n st e i n ist zu längerem Besuch m Warschau emgetroffen. In jüdischen Künstlerkreisen Polens wtro di? Anwesettheit Glicensteins, der in Polen geboren wurde ttw> dessen Künstlertum m polnisch-füldischer Erde wurzelt, als em Fest entpfunoen. " ""!"7U "P"U!" "" ""! "!""! "!! "!"" " "P" )"!!!!! "UP" " "!!"U! 5353232348232323315353232323534823538923535323480223