Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2511 (18.2.1926)
- Date
- 1926-02-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I |poien;aSnros2y j Wien:' Zum Abholen in der Expedition, H Tabörstr. 1-3, ( oder in einer Versch 1 eisste 11 e (Trafik) monati. 5 Schilling | Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, ]„ Wollzeiie 11 Mit Postversand' für Wien and Oesterreich monatlich 5 Schilling; Tscheche-Slowakei: Mcml K22. Jugoslawien: , Mon.Din.60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gto. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 erhShongcD Vorbehalten Wiener iFraTs'StT'fl England: Mon. 4 Schilling Italien: Monati. 18 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bulgarien rMcm.lOOLewa, Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frcs. i Redaktion, Administration, Wien, II. Taborsir* 1 Telephone: 44-0-38,43«3-lS Ab 6 Uhr: 21-102, 25-242 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.898 Rr. 2511 Lieu. aonnetsloe, 18. Februar 1926 8. Jahrgang Am redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mittellmtgen sind durch ei« vorangescßtes E gekennzeichnet. Amerika weist aus. ' (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Nüv-Aork, 17. Februar. Wie der Eiuwackderungskommisiär Johnson in einer Preffebesprechung mitteilte, trifft die Regierung umfassende Maßnahmen, um das Land von u n e rw ü n s cht c n F r e m de n zu säubern. In den . Oststaaten stehen 700 Ausländer vor der Deportation, wovon innerhalb der nächsten Woche allein über 200. abgeschvben werden. Wie Johnson weiter mitteilte, wird die Regierung dabei st r e n g e Vorgehen und keinerlei Ausnahme zulassen. „New-Iork Herald" meldet aus Washington, , der Ein- 'wand e r u n g s a u s s ch u ß des Repräsentantenhauses habe einen Kredit von 100.000 Dollar zu dem Zwecke bewilligt,.; damit unerwünschte fremde Personen, die während der. letzten fünf Jahre auf illegale Weise in die Vereinigten Staaten ewgewandert sind, deportiert werden können. Chamberlain Wer Rapallo. Lorüon, 17. Februar. Im Untechaus erwiderte C h a m b e rü&hü auf Me Anfrage, cb bei seinen Besprechungen mit dem ha- Venischen Ministerpräsidenten Mussolini Angelegenheiten, die die brisslschen Verpflichtungen m nahm Osten betreffen, erörtert worben seien, er glaube nicht, daß cs im öffentlichen Interesse liege, <t&M Erklärung über Fragen zu. verlangen, die in nicht formeller Besprechung in Rapallo, erörtert worden seim. Er wolle aber zur Beruhligung des Fragestellers erklären, daß w,ed.er von der einen, noch von der .anderen SeiHr neue Per^f-li-ch-' fetng.en emgsgangen ober angttegt worden'seiLn.' *** Zie Fememorde. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitmrg^) Berlin, 17. Februar. Zwei parlamentarische Unter- HüHungsausschüsse sind eingesetzt, um, sich mit den Fe memo r d e n zu befassen, einer vom Reichstag, der andere vom preußischen Landtag. Der Reichstag will eine a l l g e meine Aufklärung über die Fememorde nnt .Einschluß der Schwarzen Reichswehr herbeiführew Der Forncausschuß des Reichshrges Wat heute zu einer . Sitzung zusammen, da die KommunPeu Vre sofortige Einberufung des Ausschusses beantragt hatten. Der Vorsitzende, Abgeordneter Dr. S ch e t t e r (Zentmm), gab einen Ueberblick über den Stand der Materialbeschaffung und teilte mit, daß dem Ausschuß bisher n o ch k e i n e G e r i ch t s a k t e u' ü b e r s a u d t worden sind, weil die verschiedenen Behörden initgeteilt haben, daß keine Akten vorliegen. Der Vorsitzende erklärte, daß er darauf mit dem R e i ch s w e h r m i n i st e r, dem R e i ch s j u st i z m i n: st e r und dem preußischen Minister des Innern verhandelt habe. Bon allen drei 'Seiten sollen dem Ausschuß noch bis zum 1. März Denkschriften vorgclegt werden. Im Untersuchungsausschuß des LaEages gab Abg. Lemmer (Demokrat) an, das Vorstandsmitglied des Landarbeiterverbandes Sauer, der Politisch dem Zentrum angehört, habe bei einer Besprechung mit dem Vorstand gegen seine Kollegen Meyer und Behrens schivere. Vorwürfe sowie die Anschuldigung erhoben, daß ein Darlehen von fünftausend Mark an Oberleutnant Schulz gegeben worden sei. Abg. Behrens gibt sodann auf Befragen des Vorsitzenden Auskunft über die zugunsten des Oberleutnants 2 ch u l z verwendeten s ü n f t a n s e n d M a r k, wobei er erklärt, dieser Betrag sei als Rate zur Abstattung einer von der R e i ch s k r e d i t a n st a l t zum Zwecke der Beschaffung von Kartoffeln vorgestreckten Summe bestimmt gewesen. Die Quittung sei jedoch nicht korrekt ausgestellt worden. Erst später habe der Zeuge davon erfahren, daß die 5000 Mark auf Wunsch des Abg. Meher nicht zur Zurückzahlung an die Versorgnngsstelle, sondern zugunsten des Schulz verwendet worden seien. Meyer habe ihm erklärt, das sei der Zweck des Darlehens gewesen. Me Tagung der Mandatskommission. Sr. garobfoh« in Rom. (Eigendieustder „Wiener Morgeuzeitnug".) Rom, 17. Februar. Zu den Beratungen der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes, die gestern hier zu ihrer außerordentlichen Session zusammentrat, ist der Vertreter der Zionistischen Exekutive, Dr. Viktor Jacob so h n hier eingetroffen. Die Session soll sich den bisherigen Dispositionen gemäß nur mit dem französischen Mandat über Syrien beschäftigen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß auch andere Orientfragen behandelt werden. Die hier, weilende syrische Deputation hat sich auf die Überreichung ihrer Petition beschränken müssen. Der Führer Emir Chekib Arslan erklärt in den Blättern, daß er gestern eine inoffizielle Besprechung mit einigen Mitgliedern der Mandatskommission des Völkerbundes gehabt hat. Der .Emir erklärt, es sei ein Irrtum, zu glauben, daß die Methoden des Generals Sarrail die Unruhen in Syrien hervorgerufen hätten. Vielmehr, fei auch Jouvenel nicht besser als Sarrail. Es handle sich um den Quai d'Orsay und die französische Verwaltung.in Syrien, die das'Land um zw.er$ahrhunder.t e, i n s e i n e E n t w i ck l u^.ä.ML.r ü ckge w o r f e n hübe. Frankreich habe ' künstlich Gegensätze und religiöse Streitigkeiten erzeugt, die vorher nicht mehr bestanden. Schließlich seien die Syrier derT.ürkei indieArme getrieben worden, was niemand für möglich gehalten hätte. Jouvenel habe der Türkei die Autonomie für Alexandrien und Antiochia und die Abtretung eines zehn Kilometer breiten Streifens syrischen. Bodens bei Killie an der Bahnstrecke angeboten. Die Abordnung der Syrier verlange die Einstellung des Blutvergießens und die Entsendung einer internationalen Kommission nach Syrien, um die Forderungen der Syrier zu studieren. Diese Forderungen bezögen sich in erster Linie auf die Schaffung eines einheitlichen Syriens; der Libanon möge seine Freiheit behalten, aber die anderen Teile, welche zum Libanon geschlagen wurden, mögen sich entscheiden, wohin sie gehören wollen. Weiters verlangen die Syrier bic Abschaffung des Mandats und den Abschluß eiues befristeten Friede n s v e r t r a g e s zwischen Syrien und Frankreich auf der Basis der u a t i o n a l e n Souveränität Syriens. Ae arabischen Petitionen. Paris, 17. Februar. (Havas.) „Petit Parisien" meldet aus Rom, die Mandat s k o m miss ion des Völkerbundes habe direkt von bekannten.Agitationszentren wie dem panarabischen und dem s y r i s ch - P a l ä st i n e n s i s ch e n Komitee in Kairo. Petitionen erhalten und beschlossen, sich an den Beschluß des Völkerbundes zu halten, wonach die Petitionen den Unterzeichnern mit dem Ersuchen z u r ü ck g e st e l l t werden, sie durch die Mandatsvegierung übermitteln zu lassen. Las rioaiftlsche Mkonrkomitee. Berlin, 17. Februar. (I. T. A.) Aus Kreisen des zionistischen Aktionskomitees wird der Jüdischen TelegraPhen-Agentur mitgeteilt, daß die Pressemeldung, wonach schon im März dieses Jahres eine A. C.-Sitzung, und zwar in Jerusalem, staitfinden wird, der Grundlage entbehrt. Da W e i z m a n.n, S o k o l o w und andere Führer gegenwärtig in Amerika und in anderen Ländern Aktionen leiten, wird es.kaum vor Juni dieses Jahres möglich sein, eine A. C.-Tagung abzuhalten. Es ist wenig wahrscheinlich, daß die kommende A. C.-Tagung schon in Palästina stattsinden wird. Gegenwärtig tagt in Berlin im Hause der Zionistischen Vereinigung für Deutschland die von der letzten Berliner Ä. C.-Sitzung zwecks Erörterung der Fragen der allgemeinen Hilfsarbeit eingesetzte Kommission. Die Kommission berät über die Lage, der Juden in den Galuthländern und die Beziehungen der Zionistischen Organisation zu den allgemeinen Hilfsorganisationen. Auch die Stellung zur Krim.ko Ionisation ist Gegenstand der Beratung. Den'Vorsitz führt Herr Leo Motzkin. Anwesend sind.u. a. die A. C.-Mitglieder Dr. Hantke, Dr. Jakob Hellmamn, Rabbiner Nurok (Riga), Berl Locker und Dr. Nahum Goldman n. ' . Eiue neue arabische Partei in Palöstiua. (EigLnbienst der „Wiener Mo-vgen^eitunig".). Jerusalem, 17. Februar. Hier wurde über Beran» lassung des. Vorsitzenden des mohamm^anischen Gerichtshofes, S.che ich Chal i l.al Ch.ald i,^. eine neue . arabische Partei gegründet, die e i n e Verständigung m i t d er e n gl i's ch en R eg i eru n g anstxeben soll. Die Führer dieser Partei, bemühen, sich, in den^^ aller-, * nächsten/Lagen eine auMhrliche 'Aussprache mil dem HW- .Commissioner, Lord P'l u m e r, abzuhalten. Eine Ausweisung. (Eigendienst der „Wiener Morgenzertung^.) Jerusalem, 17. Februar. Der-Finanzmimster der früheren transjordanischen Regierung,.A ch ma.t..H. a l m i Pas ch a, wurde von der hiesigen .Regierung aü s g ew i e s e n. und aufgefordert, ehestens die Landesgrenzen zu ' verlassen. Der Pascha erklärte der 'Regierung, .daß er.in S ich e ilt. geboren wurde und daher Palästina sein Vaterland sei. Er werde.sich dem Befehl der Regierung nicht fügen und nur der Gewalt weichen.. Aegyptens Mandatsanerkenunn«. Aus der arabischen Preffe. (Eigendienst der ,-Wiener Morgenzeitung.^ Jerusalem, 15. Februar. Die arabische Presse beschäftigt sich, wie schon kurz berichtet, eingeherck. mit der Anerkennung des Palästinamandats durch die ägyptische'Regierung und gibt einmütig ihrer Verwunderung Ausdruck, daß die ä g Y p t i s ch e R. e g i e r u n g ohne weiteres^ die Bestimmungen des Mandates Liber die Errichtung eimr n a t i o n a l e n H e i m st ä t t e durch die Juden gÄrilligt hat. Durch diesen Schritt sei die gesamtarabische Frage ins Schwanken gekommen. Das in Haifa erscheinende arabische Blatt „Karin e l" schreibt u. a., die Regierung habe o ffiz iell die Bestrebungen der Zwnfftischen Organisation auf Errichtung eines Jndenstaates . auerkannt. Es ist möglich, daß sie^ dies getan habe, um ihrk Selbständigkeit aufrecht zu. erhalten. Es sei aber auch möglich, daß England die Schwäche der gegenwärtigen Position der ägyptischen Regierung ausgenützt und sie zu dieser Anerkennung gezivungen habe. - Für jeden Fall hätte die ägyptische Regierung England ersuchen können, die Merkennung des Palästinanmndats bis zum Zusamnientritt des ägyptischen Parlamentes zu v e r s ch i e b e n, um diese schwere Verantwortung, die sie durch die. Anerkennung der jüdischen Heimstätte auf sich geladen hat, abwälzen zu können. Scheinbar NmKe England, daß ein Parlament, an deffen 'Spitze sicherlich Zaglul Pascha stehen wird, nicht ohne weiters das Palästinamandat anzuerkennen geneigt gewesen Ware. In der Tat. ist der Anerkennung der ägyptischen Regierung kein besonderer Wert zuznschveiben, weil sie gar keine Sensationi- Angebote! bringen wir in der auf Wunsch unserer Kunden prolongierten WeisseWodieBritorSdiiffimnn II.. 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