Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2506 (13.2.1926)
- Date
- 1926-02-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Poicn: 2S qtoaa» I Wien. 4umA0hoien in der Expedition, II., laborsti. I-?-, oder in einer Verschlelsstelle 'Trafik) monatl. o Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolpdrteure der Firma Qol dschmied. i.. Wollreile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1 schecho-Slowakei Mon. K2Z Jugoslawien. Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Wiener Morgenzeiümg tnrattn E n gl a n d:'Mön. 4SdilIling, Italien: Monatl. 18 Lire: Ru ntänl eh Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewa. Schweiz und. das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-038,43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 9lt. 2S06 Wie«. Samstag. 13. Februar 1926 8. Sattgong Gömbös und Teleki belastet. Jas tattagkopHWe gnftttnt. (Eigeydienst der „Wiener Morgenzeitung".) Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Lar jüdische NMonalheim. Die Rede Amerys in Leeds. , (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") London, 12. Februar. Der britische Kolonimminist« A m e r y hielt (wie am 9. Februar von der „Wiener Morgenzeitung" mitgeteilt) am 8. d. in Leeds eine Rede über die Politik Englands im mittleren Osten. Er erklärte, England könne Aegypten nicht verlassen und müsse aus die Sicherheit seiner Lage im Sudan und seiner Verbindungen bedacht sein. Der mittlere Osten, der einst die Mege der Weltz'vilisation gewesen war, beanspruche auch jetzt ungeheures Interesse, und zwar wegen seiner unschätzbaren wirtschaftlichen Bedeutung. Die Entwicklung geht in einer Richtung, daß man sagen kann, dieses Gebiet werde jene bedeutende Stellung, die es in den früheren Jahrhunderten hatte, wieder erlangen. Was Palästina und den Irak anbetrifft, setzte Amery fort, so habe England die Verantwortung auf sich genommen, daß diese Länder niemals mehr türkischer Herrschaft unterworfen werden. Großbritannien hat die Ausgabe übernommen, in Palästina ein Nationalheim für die Juden zu«richt^.M der.-Bedingung jedoch^ daß daraus keine Harte oder Ungerechtigkeit für d'e arabische Bevölkerung resultiert. Das war die Polit'k Großbritanniens bis jetzt und nach dieser Richtung wird sie weitergehen. Mn Sauds Anerkennung des jüdischen Nationalheinrs. Jerusalem, 12. Februar. (I. T. A.) Während der Kalifatümferenz zu Cawpore (Indien) brächte der Vorsitzende des Empsangskomitees, M o u l a n a H a s r a t Mohani, die Frage des jüdischen Nationalheims zur Sprache. Er führte aus: Der einzige Lichtpunkt in der Karriere des früheren Königs Hussein war seine Entschl ossenheit, die Balfour- Deklaration und das jüdische Nationalheini :n Palästina nicht anzuerkennen. Nun aber hat Jbn Saud, der Besieger Arabiens, indem er das Abkommen mit Sir Gilbert Clayton Unterzeichnete, auch da s j ü di sche National heim anerkannt und so gegen die Interessen der Türken und der Drusen gehandelt. Zwecks Konsolidierung des Kalifats forderte der Redner, daß man darauf hinarbeiten müsse. Syrien, Palästina und den Irak der fremden Kontrolle zu.entziehen und einen intimen Kontakt zwischen der Türkei und dem Hodschas zu schassen. Ile amerikanische Mion Kt die Jaden des Sftenr. NewWork, 11. Februar. (I. T. A.) Auf der hier im Zusammenhang mit dem 15-Millionen-Dallar-Drive abgehaltenen Konferenz erklärte Mr. David A. Brown, daß die Judenschafl New-Aorks zu dem 15-Mtllionen-Dollar- Drwes ihrerseits 4 Millionen beitragen müsse. Ein diesbezüglicher Slppell wird - in - den nächsten Tagen erlassen werden. Mr. Felix M. Marburg informierte die Konferenz, daß nach den soeben eingetroffenen. Berichten die Lage in Osteuropa, insbesondere in Polen und Beßarabien schlimmer ist als in den schlimmsten Zeiten dez Krieges. Wenn die Juden schüft Now-Norks die von ihr geforderten 4 Millionen Dollar, nicht'aufbringt, so würde ein Zustand platzgreifen. der seinesgleichen rn der jüdischen Geschichte nicht hat. Die Herren Felix M. Marburg und L§uis M a rsh a l l wurden mit der Organisation der New-Aorker Kampagne betraut. , . / . Budapest, 12. Februar. Die heutige Sitzung des Parlamentär schen Untersuchungsausschuss^ stand unter dem Eindruck der vorgestern von dem Sekretär Raba gemachten Aussagen. Er hatte deponiert, daß Julius Gömbös anden Beratungen der Frankiffälicher teilgenommen und di? jungen Leute, die das falsche Geld ins Auslend brin-. gey sollten, ms den oerschiedenen vaterländischen Verbänden p e r s önl i ch ausgewählt hat.. - Er wurd. dann gefragt, wie die.Gff-ll'chaft darauf verfallen sei, im kartographischen Institut zu arbeiten. Raba anmortete, dies st: ans Anraten des Grasen TelAi geschehen, des Chefs dieses Institutes. Teleki stand im Einvernehmen mit dem General Janky. dem Oberkommandanten der Nationalarmee. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß wird sich, wie verlautet, im Zuge der weiteren Vernehmungen auch mit der Rolle des Professors Julius v. Me s za ros in den , Sökolfalschungen des Jahres 1921 befassen. Insbesondere wünscht ch'r Ausschuß festzustellen, ob Professor Julius Meszapos,- wie b.haupte.t. wird, i m N ovember vorigen Jahres , in B udapest weilte und in dey Wandelgängen des Parlaments eine vertrauliche Besprechung mit dem Führer der Rassenschützler, Abg.; Julius Gömbös, hatte. Zur Klarstellung des Tatbestandes wird Abg. Julius. Gömbös in den nächsten Tagen vor den Ausschuß v o rg ela den werden. Man spricht auch davon, daß Graf Paul. Teleki. der geivescne Ministerpräsident und Chef des kartographischen Instituts, vom Ausschuß einvernommen rverden wirdi / Radoffp gehk nicht nor den Parlamentsanslchnb. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß trat heute um 6 Uhr abends zusammen, um Programmäßig das Verhör mit Nadolsy, Gerö und Kur; vorzunchmeu. Zur größten Ueberra'chung der Ausschußmitglieder erschien lodoch kurz nach Eröffnung der Sitzung ein Dienstmann mit einer Zuschrift der Staatsanwaltschaft im Beratüngssaal. rn welcher die Staatsanwaltschaft dem Parlamentarischen Untersuchungsaussch ß zur Kenntnis bringt, daß N a d o s s y, Kurz u nd Gerö nicht die Absicht hätten, sich vor dem Ausschuß zu äußern. Aus diesem Grunde sei dte Vorführunghinfällig geworden. Nach diesem Knalleffekt beriet der Untersuchungsausschuß bis halb 10 Uhr abends über die geeigneten Methidm, Nadosiy. Kurz und Gerö zum Erscheinen vor dem Ausschuß und zur Aussage zu zwingen. Sollte es nicht gelingen, diese drei Angeklagten vor dem Ausschuß stellig zu niachen, werden die oppositionellen A-'sschußmiiglieder sicherem. Vernehmen nach chre Mandate im Untersuchungsausschußzurücklegen. Eine neue Verhaftung. Budapest, 12. Februar. In den gestrigen Nachtstunden wurde der Sekretär des ungarischen Nationalverbandes, Bela ' Barg ha, verhaftet. Wie verlaute!, kommt der Name des Sekretärs in dem Tagebuch des Jankovich mit der Bezeichnung „Redakteur Bargha" oor. Nach längerer Uniersuchung wurde eruiert, daß dieser Redakteur Bargha mit dem Sekretär des ungarischen Nationalverbandes identisch ist. Im Laufe des gestrigen Tages wurde bei Bargha eine Hä usdurchsuchnng in seiner Wohnung und sotzann eine Durchsuchung seines Amtslvkales in den Räumen des'Verbandes borgenominen. Bargha'wurde sodann''mit. dem Sekretär des Prinzen Windischgratz, Raba, konfrontiert und hierauf in das Gefängnis der Staaisanmaltschast eingeliefert. Wie verlautet, habe Bela Bargha ein Paket gefälschter: Frankennoten nach dem Haag zu liefern gehabt. Bethlen. Heiias and Kompagnie. Dokumente des Berliner „Vorwärts" über das unterirdische Ungarn. Berlin, 12. Februar. Der „Vorwärts" veröffentlicht eine Liste der D.rekt'onsmitglieder der 'geheimen Verbände in Ungarn. Ein glücklicher Zwischenfall, sagt das Blatt, eröffnet uns den Einblick in das allerjüngste unterirdische Ungarn. Es bleibt akymvarten, ob die Mitteilungen des vorwärts" sich bestätigen werden. Es geht aus ihnen hervor, daß die heimlichen Verbände zu einer Spezialorganifation zusammengefaßt sind, die den Titel „Brüderlicher Verband" führt. Präsident des brüderlichen Verband" tft Baron Perenyi, der gleichzeitig in der öffentlichen Orgamsatwn, die den Nennen verband der gesellschaftlichen Vereine" führt, den Vorsitz inne hati In der Spitzenorganisation der geheimen Verbände dem „Brüderlichen Verband", stcht neben der achtgliederigen geschästsführenden Direktion die eigentliche politische Direktion, . die in Erinnerung an den nnlitävischen Charakter.dtzr ganzen Gchemrorganisation ' den Titel „Lager" führt. In den beiden Direktionen.sitzen nicht nur die Führer und Leiter der Gcheimorganisationen, sondern auch eine große Anzahl von hohen Militärs sowie - Ministerpräsident Gras Bethlen. Man findet unter den Direktionsmitgliedern drei Persörrlich» keilen, die bereits in der Angelegenheit der Frankenfäffcher genannt wott)en sind, nämlich den Landespolizeichef N a dossY, den Vizepräsidenten des öffentlichen „Verbandes der gesellschaftlichen Vereine", Josef S z ö r t s e y, und den gewesenen Kommandanten des kartographischen Instituts, General Halts. Außerdem gehören der Direktion eilte Anzahl von Abgeordneten an, fast durchwegs Mitglieder der Partei der Rassenschützler. Außerdem gibt es in . der Direktion Militärgeistliche. Unter ihnen den. Feldbischof Zadraveez. Unter den Direktionsmitgliedern Mt besonders der Name Iwan Hejjas auf. Er ist der Führer der geheimen Militärorganisatronen und war zum Oberbefehlshaber der zukünftigen Verschwöre rarmee a'scrsehen. Die - militärische Verschwörung ist nach der Darstellung des „VorrrEris" zunächst auf den Einbruch ins Burgenland gerichtet gewesen. Ein ähnlicher Einbruch war auch diesmal geplant, doch sollte er jetzt gegen den östlichen Teil der Tschechoslowakei, die sogenannte RußlaKraijna, gerichtet sein. Daß die gelegentlich diess Einbruches iu der Tschechoslowakei hervorgerufene Verwirrung zum Königsputsch in Ungar» benützt werden sollte, liegt aff der Hand. Nur rechneten die Anhänger aller drei Kronprätendenten Josef, Otto und Albrecht, ihre Kandidaten durchzubringen. Da aber eine solche Geheimorganisation viel Geld verschlingt und der Einbruch noch mehr kosten würde, gedachten sich die Verschwörer, wie schon so oft, in den letzten Jahren mit gefälschtem Geld zu helfen. Es erscheint zweifellos, daß auch die Frauken» fälschung in der Direktion der geheimen „Tesz" besprochen und beschlossen wurde. Der geistige Urheber des ganzen Lilen Sie!!! w dei üsasletzterTag Weisse Woche Rrfiripr JJphiffmqnn iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiii II iiiini iiiAiHiiiiiiniiii bringen nlo dogewesen« billige Preise! III Willi IIIIUII9I 11, Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros En detail