Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2504 (11.2.1926)
- Date
- 1926-02-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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dkr. 5501 MeNrr MEMß-ffMA n. &6mt tm Mi« Zionistisch« Bezirkssektion Alsergrund. Lkontag dm 15. d. Nm 8 Uhr abenov UN (üafe u-,elropot, 9 Be«., Beragaffe 33, Vortrag tcS Herrn Ludwig Bato über das Themar „D t e Sebrätfche Dtchrkunstin S v a n i e n. b?.'it Rezitaonen. Rezitator r Heinrich Resim. Die Aus>cliußmitglieder werden eriucht, sich das tteren-Haje'sod-Material am SamStaa den 13 d in der Zeit von 6 bis - Uhr abends von der Wohnung der Frau Postweg, 9. Bez.. Schltckgasse 5/12, abzuholen. Wohltatigkeitsakt. Das israelitische Taubstummeninstitut schreibt uns: Auf Beranlastung des .verri, Adolf F l a I» e r, Sptrituosenhöndler in Men, 3. Bcz., Rennweg 77, der die Verhält« ffe des i» r a e l i t i i ch e n Taubstummeni n st i t u i s gut kennt, lud die Besitzerin des Gutenberg-stinoS am Rennweg 87 Frau Herzog, die Zöglinge am 4. d. zu einer angemessenen Vorstellung ein und hat die Einladung für den 18 d. wiederholt. Dann kam am 8 d für die Kinder die zweite Freude. Auf Veranlassung desselben Herrn Flaster und unter seiner materiell n Mithilfe gab das E h e v a ar Polo u d a, Besitzer deS Ca'e Prückl, den gehörlosen Zöglingen im Kaffeehaus eine Jause die auch be> vielen der anweienden Gäste lebhafte Teilnahme erweckte. Für den /<nstttutsvorstand. die Ledrer und die Zöglinge des israelitischen Taubstummentnst'tutS sagen wir hier für diese Bekundung me"scbe.nsreundlichster Teilnahme auch hier Herrn Flaster. Frau Herzog und dem Ehevaar Palouda sowie den Herren Räubers und S. Safran innigen Dank. _ Kunst, Bühne, „Der wahre Fakob". Renaiffanee-BUhne. Ein gutgezimmerter, einfacher Schwank von Arnold und Bach ist manchem Bühnenerzeugnis, das nach Literatur schielt und geistreich tut, unbedingt vorzuziehen. Die anspruchslose Heiterkeit wi'rd vurch prätentiöse, sentimentale Einlagen, wie man sie anderswo findet, nicht unterbrochen, der zweite Akl ist lustiger als der erste, der dritte am lustigsten. To ist es recht. Das Berliner Stück gibt einem für Wien neuen Komiker Anlaß, seine behäbige gemütliche Fröhlichkeit voll zu entfalten. Stößel macht seinem Publikum viel Freude. Er erinnert an den leider viel zu früh verstorbenen Frank, der so häufig bei Jarno zu Gast war, ohne ihn nachzuahmen. Sein bajuvariiches. vollsaftiges, gebeiztes Organ (roemt man die Augen schließt, glaubt man Klopfer zu hören), seine Wohlgenährtheit und die lustigen Augen sind dazu angetan, die Theatergäste durch ein paar Stunden in die heiterste Stimmung zu bringen. Das Wiener Publikum hat chm denn auch durch Hellen Beifall bestätigt, daß er schon bei diesem Debüt ein Wiener Liebling geworden ist. Rund um den rundlichen Herrn, ein frischer, kurzweiliger, vortrefflich inszenierter Schwankabend, um den sich das puppenhaft hübsche (mit ein wenig allzu deutlicher Absicht puppenhaft stnelende) Frl. L e s s i n g, die Damen Pfeiffer und Schilling, die Herren N e k a m m, ' Hübner, Reinhardt, Trebitsch und der diesmal ganz ausgezeichnete Herr Lanto sehr verdient machen. A. Die Habimah ln Kowno. Das Ensemble des Moskauer hebräischen Theaters Habimah unter Führung des Direktors R. Z e m a ch ist am 7. Februar rft Kowno eingetroffen und wurde von Abordnungen jüdischrrationaler und kultureller Organisationen empfangen. Das Ensemble wird im Kownoer Stadttheater eine Reche von Vorstellungen geben, für die sich ein solches Interesse kundgibt, daß sie fast alle ausverkauft sind. Der Rat der Mischen Gemeinde Kowno hat zu einer feierlichen Begrüßung des Habimcch-EnsembleS eingeladen. In Riga hat die Habinrah, welche dort 10 Vorstellungen gab, einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ans allen Städten und Städtchen Lettlands pilgert« man zu den Vorstellungen der Habimah. Dir lettländische Presse, auch die chauvinistische, anerkennt das ungewöhnlich hohe künstlerische Niveau der hebräischen Truppe. Ile Wiener Theaternot. Maffenkündigungen am 15. Februar. Der 15. Februar ist für die Wiener Theater ein kritischer Tag. Es ist dies der Termin, an dem die Schauspieler, die für das nächste Spieljahr nicht mchr engagiert werden, ihre Kündigungen zugestellt erhalten. Obwohl durch Kollektivverwag festgelegt ist, daß nicht mchr als 20 Prozent des Personals gekündigt worden dürfen, kann es schon heute als sicher angeschen werden, daß diese Ziffer in den meisten Theatern stark überschritten werden wird. In Wien gibt es gegenwärtig tausend arbeitslose Schauspieler, die mir Maus dieses Spieljahres einen beträchtlichen Zuwachs erhalten dürften. lieber die Abbaumaßnahmen im Burglheater haben wir bereits berichtet. Es sollen 35 Verträge nicht mehr oder nur zu weit ungünstigeren Bedingungen erneuert werden. Einige Mitglieder des Burgthrairrs, so die Herren D a n e g g e r und G ü n t h e r, haben erklärt, unter schlechteren Bedingungen am Burgthemer nicht mchr spielen zu wollen. Dem ganzen Personal droht eine Kürzung der Urlaubszeiten. In den P r i v a t t h e a t e r n ist die Lage ngch viel trauriger. Eine Ausnahnre bilden nur die Beer - Bühnen, das Deutsche Bolkstheaier und das Raimund-Theater, bei denen die Kündigungen das übliche Maß nicht iiberschreiten dürsten. Beim Raimund-Theater ist ein größerer Wechsel des Personals nur für den Fall vorgesehen, daß das Theater, wie auf der letzten Generalversammlung beschlossen wurde, wieder in ein Operettentheater verwandelt wird. Am traurigsten iinö die Verhältnisse im Carl-Thearer und im Bürger-Theater. An beiden Bühnen wurde bereits das gesamte Personal gekündigt, >vas aber mit einer Sperre dieser beiden Theater nicht notwendig verbunden feilt muß. Die Direktionen wolle»» sich fiir alle Fälle durch die rechtzeitige Kündigung des Personales sichern. Die Entlassungen im Josefstädter Theater, im Johann- Atrauß-Theater um» der Ext-.Bühne findgeringfügig. JÜDISCHES KÜNSTLERKABARETT H., Pratersfrasse 60 / Leiter t Max Sfrea* Auf allg mtinti Verlangen I Heute?/49 Uhr abends // DIE GROSSE SCHLAGER-OPERETTE // Die rumänische Ghasyne Ausserdem Tanatruppa — Maxlmof. — lotetiinwiB Klafft.,, 019 a" Dienstag den 16. Februar Ehrenabend: Frau VPeißberg—Herr Sigall Die Bolksopcr und die Neue Wiener B'ühne, dk Arbeitsgemeinschaften darstellen, können Kündigungen nicht vornehmen. Eine weitere traurige Tatsache, die im Theaterleben Wiens zu verzeichnen ist, besteht in der beabsichtigten Auflassung der Pensionsanstalt der Theoterangestellten und Orchester- Mitglieder. Die Anstalt weist ein Defizit von 800 Millionen Kronen aus. Die Auslösung der Pensionsanstalt soll mit der Begründung erfolgen, daß es eine technische Unmöglichkeit ist, die Schauspieler, die nicht an einen ständigen Arbeitsplatz gebunden sind, zu erfassen. Der Feiertag des Buches. Ed» spanischer Nationalfeiertag. Wie ans Madrid berichtet wird, hat die spanische Regierung den 7. Oktober eines jeden Jahres, als den Geburtstag Cervantes, des Verfassers von „35on Quijote", als spanischer Nationalfeiertag bestimmt. In dem Dekret wird der neue Nationalfeiertag als „Feiertag des Buches" bezeichnet, der dazo dienen soll, überall, wo Spanier leben, Interesse für das Buch im allgemeinen und für die spanische Literatur im besonderen wach zu halten. Am „Feiertag des Buches" sollen die Autoren der besten spanischen, literarischer» Arbeiiten des abgelaufenen Jahres mit der von der Regierung gestifteten hohen Preisen gechrt werden. In allen Schulen Spaniens werden an diesem Nationalfeiertag Borträge über den Dichter Cervantes und seine Werke, sowie über seinen Einfluß auf die Weltliteratur gchalten werden. ES wurde bereits eine weitreichende Propaganda eingeleitet, damit der ,Feiertag des Buches" nicht nur in Spanien selbst, sondern auch in allen spanisch sprechenden Ländern als Nationalfeiertag eingeführt und würdig begangen werde. Au» den Theatern. Bnrgtheater. Morgen. °/,8 Ubr aveickS, „Bn* verhofft" (Theatergemende Serie 0. gelb). Akademie 11» c a t e t Morgen, */f8 Uhr abends, „Die zerbrochene Leiter." Operntheater. Morgen.'/,? Ubr abxnd». „L v h ena tin" Direktor Schalk höt sich nach Mailand begeben., um Verhandlungen über die „T u r a nd o t"->Aufführung zu pflege«. B o l k « o v e r. Heut-,'/s8 Ubr abend», Erstaufführung von Bulonir .Arlecchino" und StrawinSkv» »Geschichte vom Soldaten". Freitag „Ttefla nb" mit Stammet» längerin Elsa Bland und Karl S ch r o t h a!» Gäste. D e v 1» ch e » Voltstbeater. Heute Urauffühinng von Hans Müllers Schauspiel „93 e to n i! a" mit Leopoldine Konstantin und Han» Müller. Erste Wiederholung mirgen Freitag. Sonntag, Vs* Uhr nachmittag», „Weiße Fracht". Raimund-Theater. Allabendlich „D e r b r e t» zehnte Stuhl" mit Haust N t e s e als Gast. Theaterin derJofefstadt. Sonntag den 14. b findet eine Abschiedsmatinee für Gunnar T o.l» aje 9. statt. L u ft i p t e l t h e a t e r. Als nächste Nov'tät gelangt die französische Komödie „Der ivrechende Affe" (.Le singe qui parle") von Rene Fauchois zur Aufführung. Renaissancebühne. Sonntag spielt Haqst Niese in einer NackmittagSvorstellnug in der GesangSpoffe „D i e N a h e r i u". Roland - Bühne. Freitag Erstaufführnng der Komöd'e „Paula Pelikans Pleite" von Armin F r t e d m a n n «nd Ludwig Nerz mit Gisela Werbe,irL Da» Be-liner Saisonstück „G i s e l a » T ö ch t e r" von Jean Gilbert in welchem Gisela Werbe,irk die gesangliche Hauptrolle spielen wird, wurde zur Aufführung erwo'ben. Modernes Theater. Freitag findet die 85. Aufführung des; Schauspiels „Sensation" von John GalSworthy statt. Ab Sonntag spielt dm Rolle der Anna Maria K a r st e n. Carl- Theater. Freitag 60. Aufführung der Operette „Donna Gloria". Erstes Auftreten von Elly Kreith I o h a n n - S t r a u ß - Th eä t e r. Sonntag nachmittag» „D t e F l e d e r m a u S". Infolge Unpäßlichkeit Franz LeharS, der in Berlin an einer kickten Erkältung erlrankt ist, kann die im Johann-Strauß-Theater geplante FestyvrstellMg .inläßlich der 100. Ausführung von „Paganini" erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Förderung von Theater- und Mustkaufführungen durch bk Gemeinde Wien. Im städtischen Bocanichlaa für das Jahr 1926 sind achtzigausend Schilling für die Förderung von Theater- und Musitaufführungen für Arbeiter, Angestellte und Schüler eingeletzt worden. Die Hälfte dieses Betrages muß zur Verbilligung von Eintrittskarten in die Sraatstheater verwendet werden Die Wiener Gemeindeverrvaltung hat in de« Jtchren 1924 und 1925 je vierzigta-siend Schilling für diesen Zweck ausgewendet; für dieses Jahr asio den Betrag verdoppelt Es wurden der soziald-rnokrarrscheit Kunststelle 52.500 Schilling» der. christlichen Kunststelle 13.125 Schilling und der Kunststelle für äfftnbliche Angestellte 9375 Schilltng zugesprochen. Durch diese Unterstütz»^ wird ven K u n st st e l l e n die Veranstaltung von Theatewovsteuuntzen und Konzerte,» z. ermäßigten Eintrittspreis n ermöglicht. De» restliche Betrag von fün-ftausend Schilling wird später verteil» werden. * Redoute des Deutschen VoWtheaters. Wie das Komitee mitteilt, ha» sich wieder di Notwendigkeit erg.btn. r^e.vierte Tische zur Ausstellung zu bringen, die an der Tageskaffe des Deutschen BolkStheaiers )'• bestellen sind. Die bisher nicht behobrnen Logn» werden anderweitig ausgegeben. Das Mt, das die Mitglieder o's Deutsche», Bolkstl-eaters für ihre Attpensronisten veranstalte»», ninrmt um 9 Uhr seinen Anfang. Der Preis der EstUritlSlo& beträgt M Lch.lling, Serichtssual. Wenn Jnfiizbemnke strelken. Wie erinnerlich, kam eS bei de* Demonstrationsstreik der Bundesangestellte» am 10. September 1926 zu einem peinlichen Zwischenfall »m Verhandlungssaale des Hofmtes Dr. R a m s a u e r. Dainoils wäre» Vertrauensmänner der Justizwachebeamten, als die Uhr zehn schlug, im Daaie erschienen und hatten Hofrai Ramsauer ersucht, die Verhandlung abzubrechen, damit der orweklagte Häftling i« die Zelle zurückgebrachr werden könne. Hofra» Dr. Ramsauer lehnte btefe» Ansinnen ab ^nd erklärte, weiter zu verhandöln. Daraus erschien eine ganze Anzahl von Justizwachebeamlen im Saale, und der Angeklagte wu de in die Mille genommen n»v in di. Zelle zurückgesührt. tzofrat Dr. Ramsauer erftottete von dem Vorfall die Strafanzeige gegen Mei bekannte Tater. Das wegen ß 76 St. G. (öffentliche Gewalttätigkeit durch gewaltsames Ha»»deln gegen ein Gericht) eingeleilett Sira'verfah.en wurde nunmehr vom Bundespräsidenten Dr. Hainischniedergejchlazen. Falsche Punzen. Wegen Veruntreuung von Juwelen »rnd SH* jouteriewaren und wegen Betruges darch Nachahmung der österreichischen Feingehalt^iunze für ausländische Goldwaren hatten sich gestern der noch Pforzheim zuständige Kaufmann Hans Wenger uttb der auS Budapest stammende Schneidermeister ins JuwäenhäMer Bernhard Kramer vor einem Schösfensenat unter dem Borsitz des Oberlandesgerichtsrates D.. Brodseld zu vcran!-- worien. Nach Darstellung der von Staatsanwalt Dr. Pastwvich vertretenen Anklage betrieb Wenge: in Pforzheim den Exporthandel mit Schmuck uno Bijouterien hauptsächlich noch Jugoslawien. Die - Waren wurden durch Oesterreich vurchgeschmnffg.'lt, um den Zoll zu ersparen. Im Herbst 1923 konnte Wenger Komm»>sionsware im Werte von 80.000 Schweizer Franken in Jugoßaw'en nicht abfetzen. Er verkaufte einen großen Teil in Wien, einen Teil verpfändete e: dem Bankhaus Ullmaan, dem Juwelier Waldmann und behielt der» Erlös für sich. Die vom Edessteinhändler Stößler für 35 goldene Ringe und 10 Broschen erhal'ene Summe von 1800 Schilling bchielt er gleichfalls Bon Kramer halte Wenger Kleider erhalten und war ihm das Geld schuldig gsbl'cben. Um ihn befriedigen zu können, »vollte er durch Kramers Vermittlung einen Teil ^der Kommiffions- »vare verkaufen. Kramer bot diese Waren dem Stößler an» der aber die Beibringung der fchlenden amölichen Punzen verlangte. Die beiden Beschuldigten fälschten d i e se P u n z e, und zwar durch Bermittlurrg eines Pforzheimer Graveurs. Nach längerer Verhandlung erkannte der Gerichtshof den Angeklagten Wenger des Betruges der Veruntreuung schuldig und verurteilte ihn zu einer Strafe von sieben Monaten schweren Kerkers, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Es wurde gegen Wenger auch au.f Landesverweisung erkannt. Der Angeklagte Bernhard Kramer wurde infolge Rücktrittes des Staatsanwaltes von der Anklage freigesprochen. Die Bernstvrff-Bank. Das Frankfurter Schöffengericht befaßte sich gestern mit dem Zusammenbruch der während der Inflationszeit entstandenen B e r n st o r f f-B a n k. Der an der' Spitze des Unter-- nchmms stehende Graf Günter Bernstorff flüchtete nach dem Ausland. Die beiden Direktoren Maul und Schiller wurden zu fünf, bepv. vier Monaten Gefängnis verurteilt. Em Teil der kleinen Gläubiger ist durch Verwandte des. Archen Bernstorff befriedigt worden. Lollswirt. Steuerabbau in Leulfchlaub. Ein Mittel zur KvisenDokämPfung. Das stzpoft des ReichSfinanzmmffters Dr. Reinhold. — Lehre (W- . ahrdung der deutschen Wahrung. ■ (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 10. Februar. Gestem erstattete der ReichSfimn^ft minister Dr. Reinhold im Reichstag ein sinanziklles Expose, in welchem er erklärte, daß die deutsche Rekordziffer von 2200 Konkursen und der furchtbäre Ernst der deutschen Wirtschaftkrise entschiedene Maßnahmen erfordere. Zu diesem soll ein wei,tgehender'Abbau der öffentlichen Abgaben gehören. Es muffe ein gerechter Ausgleich zwischen dem Steuerbedars des Staates und der S t e u e r k r a f t der Wirtschaft gefunden werden. Zur Herabdrückung des Preisniveaus sollen Steuererleichterungen gewährt tverden. Die Umsatzsteuer soll ab 1. April auf 0,6 Prozent gesenkt werden, wobei die erhöhte Umsatzsteuer Werhaupt beseitigt rverden soll. Die Fusionssteuern und die Vermögenssteuern sollen ebenfalls eine wesentliche Minderung erfahren. Schließlich soll auch die Börsen Umsatzsteuer «- mäßigt werden. Die Steuerveranlagung Md ESnhebung soll vereinfacht werden Md außerordentliche Ausgaben aus Anleihen gedeckt werden. Eine Gefährdung der Währung ser m keiner Werse zu befiirchten. Di« Reichsregievung werde mit röch, sichtsloser Energie alle Gefahren in dieser Hinsicht vermeiden. Sie Kruvv-Mivrude. 10 oder 15 Pvqent? Die Höhe der Dividende der Berndorftr Krupp A.--G. steht bisher noch nicht fest. Wie in Finanzkreisen verlautet, machen sich in der Verwaltung der Krupp-Werke wegen des Ausmaßes der Dividende Mi Strömungen. gelte»»d. Die ind»»striellen Fattoren de» Unternehmens wären für eine Ausschüttung von K. 15.000. Die finanziellen Faktoren hingegen befürworten eine Ausschüttung von bloß K. 10.000 und erklären, daß durch eine höhere Dividende die Geldansprüche des Unternehmens allzusehr erhöht werden würden. Die Politik des Unternehmens »nüßte nach ihrer Ansicht darin bestehen, über möglicsfft große flüssige Mittel zu verfüge»», die durch ei« höhere Dividende zweifellos geschmälert werden »vürden. GeschLMosigkett auf dem Geldmarkt. Auf den Wiener Geldmärkten herrscht fast völlige GeschäftÄosigkeit. Der Bedarf ist sch^ gering. Der Privatsatz für erste Wechsel wird nrrt sieben sü«f Achtel bemeffen. Der gestern veröffentlichte Ausweis der Oesterreichischen Nationalbank für die erste Februarwochs zeigt sine Abnahme des Wechselportefeuilles um 18 Millionen Schilling auf 126 Millionen. Der Geldumlauf hat ein« Verminderung »m 45 Millionen aus 778 Millionen SchUbmg erfahre»». Der Barschatz hat sich um 4 Milliouev vevwnde^ fairfar ijfat iftR BPjffiiftmw Scklüma.