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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-10 · Heft 2503 (10.2.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2503 (10.2.1926)
Date
1926-02-10
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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- urn-u j .M> m*. w j v rnmimmmmm Seite S _>_Men, Mittwoch Volkswirt. »SkleobMe. SVfHviichvng m Men, Berlin, Prag und Rew-Uork. — Berteuerung des amerikanischen Geldes? Wie ans New-Aork gemeldet wird, ist gestern auf sämtlichen Kursgebieten eine starke Tewute zu verzeichnen gewesen. Die Ursache für den Kursrückgang liegt in erster Reihe in der V e rsteifung des New-Yorker Geldmarktes. Schon in der Vorwoche hat in Now-Aork das Taggeld eine gewisse Anspannung auszUwvisen gehabt. Tägliches Geld notierte schon knapp nach Ultimo bis 5,5 Prozent. Dies bedeutet .1,5 Prozent über der Bankrate. Tie Anspannung war ein deutliches Signal für die gesamte Wirtschaft, sich etwas zurückhaltender zu benehmen. Es wurben infolgedessen auch die Reportgelder, die .in -der letzten Zeit infolge der Börsenhausse eine starke Ausdehnung erfahren hatten, sehr eingeschränkt. Darunter hatten in erster Reihe kleinere Börsenfirmen zu leiden, weiche bisher den Taggeldmarkt stark in Anspruch genommen hatten. Um die notwendigen Mittel zu erhalten, mußten sie überstürzte Wgaben vornehmen, was zu einer erheblichen Drückung des KarSniveaus führte. Es verlautet, daß diese Anspannung des Geldmarktes in New-Aork von den maßgebenden Finanzkreisen nicht ungerne gesehen wird, da mit deren Hilfe eine Eindämmung der außer Rand und Band geratenen amerikanischen Börsenspekulation erwartet wird. Bekanntlich hat schon im vorigen Jahr die New-Iorker Federal Reservebank zur Eindämmung der allzu ausgedchnten Börsenspekulation eine Erhöhung der Diskontrate um 0,5 Prozent vorgenommen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Vorläufer einer solchen offiziellen Erhöhung der Diskontrate die Erhöhung des Taggelöes ist. Durch die Echöhung des amerikanischen Taggeldes auf 5,5 PwM: ist der Zufluß amerikanischen Geldes nach Mitteleuropa gefährdet. Verstimmung in Berlin. In Deutschland hat die Verschärüng der Spannung zwischen Deutschland und Italien die Börse ungünstig beeinflußt. Es erfolgten Abgaben auf zah. reichen, Gebieten, d'e schon gestern eingesetzt hatten. Diese Abgaben hangelt einerseits mir der Befürchtung rveiteiXr Komplikat:cnen, andererseits aber auch mit dar Vermutung des Zlussetzens der amerikanischen Käufe infolge der dortigen geänderten Börsenlage zusammen. Die Mißstimmung m Wien. An der Wiener Börse herrschte geftem eine ausgesprochen flaue Stimmung, wie sie bereits sei: drei Wochen nicht zu verzeichnen war. Auf sämtlichen Gebieten waren Kursrückgänge zu verzeichnen. Besondere Beachtung erregte der Umstand, daß A lp i n e, das Spekulationspapier der Wiener Börse, trotz des amerikanischen Interesses für die Patronanzbank doch um 11.000 K. nachgaben. Sehr tätig zeigte sich die Prager Konrermine, welche umfangreiche Abgaben tätigte. Brunner Maschinen waren das Angriffszentrum Prags. Aber auch andere Werte hatten unter diesen Angriffen zu leiden. Nachbörslich ließ sich y:ne kleine Erholung feststellen, die darauf beruhte, daß eventuell die Mißstimmung in Kürze überwunden werden würde. Im Prwatoerkehr am Nachmittag ließ die Verstimmung etwas nach. Herabsetzung der Efsettenprovisioneu. Wie wir berei s vor einigen Tagen meldeten, har der Bankenverband die Effektenpwvision, die bisher 6 Promille betrug, auf 4 Promille herabgesetzt. Gleichzeitig wurde dem Finanzministerium die Verordnung wegen Ermäßigung der Effektenumsatzsteuer auf die Hälfte zur Unterschrift vorgelegt. Diese Tatsache war an der gestrigen Börse bereits bekannt geworden, doch Ä>te sie keine tiefergchende Wirkung auf die all^meine Bölsenstimmung. Copyrigh' 1926 by J. Ladyschnikow Verlag, Berlin. Ein Glaubensmartyrium. 1 Roman von Schalom Asch. Allein bald erfuhr man, Chmelnitzki habe den judenfreundlichen Fürsten besiegt. Fürst Wiszniewiecki zog sich nach Litauen zurück, und das ganze Land blieb denr Feinde schutzlos preisgegeben, denn von Warschau konnte inan ebensowenig Hilfe erwarten. Hier konnten sich nämlich nach dem Tode des Königs Wladislaw die Fürsten nicht darüber einig werden, wen man nunmehr zum König von Polen wählen sollte, und das Königreich Polen blieb wie ein Schiff ohne Sterrer. Hierauf berief Reb Jechiel-Michl eine Versammlung aller Parnessim und Notabeln, die sich in der Stad befanden, ein, um darüber zu beraten, was nun unternommen werden sollte. In dieser Versammlung zeigte sich eine Meinungsverschiedenheit. Ein Teil der Anwesenden bestand darauf, daß man die Stadt verlassen und nach Tultschin abziehen sollte, das eine stärkere Festung als Nemirow war. Andere rieten, in Nemirow zu bleiben. „Wo sollen wir denn hingeihen, wohin sollen wir fliehen? Ein ganzer Judenstaat soll fliehen! Wo sollen wir aber haltmachen? Werden sie nicht auch nach Tultsch'n kommen? Wenn keine Hilfe kommt — was Gott verhüte — werden sie doch das ganze Land bis nach Lemberg, bis zur Weichsel erobern. Es ist aber doch unmöglich, daß Polen untergeht! Die Fürsten werden nicht dulden, daß ihre eigenen Städte und Dörfer mit aller Habe niedergebrannt werden! Es muß doch Hilfe kommen. Ein ganzes Land kann ja nicht im Siche gelassen werden!" Alle hörten aufmerksam diese Rede des Parnes von Slotschow an und fanden, daß es in der Tat keinen Ort gab, wohin man fliehen konnte; daß es das Ende der Welt bedeuten würde, wenn ganz Nemirow mit seinen Rabbinern und Parnesstm, seinen tapferen Beschützern und seiner gtoßen Gemeinde fliehen müßte, daß es gam unmöglich war, daß die Fürsten die ganze Ukraine preisgeben könnten, Wiener Morgenzeitung 81» Kontingent für uogakischea Nein. Mit Ungarn ist, wie die „Neue Weinzeitung" meldet, der Handelsvertrag in der Position Wein derart abgeschlossen worden, daß das Kontingentsystem anfrechterhaltm bleibt, und zwar wird für Wein über 13 Prozent kein Kontingent bestimmt, dagegen für Wein unter 13 Prozent ein 30-Goldkronen-Zollkontingeüt, welches sich jedoch nicht höher stellt als mit den bisherigen Vertragsstaaten. Oesterreich konnte das Koutingciitsystem nicht anfgeben, da Ungarn auf dem Gebiete der Industrie nicht derartige Konzessionen gemacht hak, die die Aushebung des Kontingentes gerechtfertigt hätten, zumal die Aushebung des Kontingentsystems den meistbegünstigten Ländern dieselben Rechte gewährt hätte, ohne daß Oesterreich von den anderen Staaten für diesen Vorteil irgendwelche Zugständnisse erhalten hätte. der intnnntiimnle Petroleummarkt. Aus Fachkreisen wird uns geschrieben: Amerika: Während in der ersten Hälfte Jänner die Nachrichten über die Preisgestaltung des amerikanischen Erdölmarktes zuversichtlich lauteten und sogar eine geringe Steigerung nach oben sich zeigte, ist in der letzten Jännerwochc eine plötzliche, wenn auch geringe Abschwächung erfolgt. Für Leichtbenzin ist die Notiz 13% bis 14 Cent, für N a v y b e n z i n 107/8 bis 11 Cent pro Gallone fob genannt worden. Die Kauflust war gering. In den ersten Tagen des Februar hat sich wiederum ein gewisser Umschwung mit der Tendenz nach oben bemerkbar gemacht. Im allgemeinen muß also der amerikanische Betriebsstoffmarkt als nicht einheitlich bezeichnet werden. Amerikanisches Petroleum war im Jänner ziemlich gesucht. Heiz- und Gasöl ebenso wie Schmieröl ließen eine leichte Neigung zu besseren Preisen erkennen. R u m ä n i e n: Der rumänische Crdölmarkt war im letzten Drittel des Jänner recht schwach; die Preise zwar nicht stark verändert, aber immerhin nachgebend. Die Exportpreise in Lei pro Kilogramm fob Konstanza notieren ungefähr für Leichtbenzin 14,75, für Schwerbenzin 9,50, für Leuchtöl 4,50, für Gasöl 3.25, für Heizöl 2,45. Polen: Die polnischen Raffinerien haben Ende Jänner in Warschau Besprechungen ausgenommen, die wahrscheinlich neben Preisverhandlungen auch die Organisation des Exportes zum Gegenstand hatten. Diese Frage scheint deshalb besondere Wichtigkeit zu gewinnen, da der Export nach Deutschland in inimer greifbarere Nähe rückt. Die endgültige Basis für deutsch-polnische Wirtschaftsverhandlungen dürfte in Kürze — wenn nicht wieder unerwartete Ereignisse eintreten — gefunden sein. Tie Frachtraten für Tankschiffe sind, trotzdem die Nachfrage nach Tankraum ziemlich nachgelassen hat, auf ihrer seit Dezember erreichten Höhe stehen geblieben. Im transatlantischen Verkehr werden genannt: vom Golf nach England, beziehungsweise Kontinent 27 Schilling 6 Pence, von der Oslküste nach England, beziehungsweise Kontinent 23 brs 24 Schilling. Diese Raten beziehen sich auf benzinreine Schiffe. Vom Schwarzen Meer nach Hamburg beträgt die Rate zirka 23 Schilling. Englisches Interesse für die Aktt-m der Bodenkreditanstalt. In Finanzkreisen wurde geste.n die Tatsache besprochen, daß seit einiger Zeit größere Pakete von Aktien der Bcdenkreditanstalt nach London abgervarwert sind. Der Londoner Markt interessiert sich stärker für diese Aktien. Bekanntlich besteht zwischen der englischen Finanz und der Bodenkreditanstalt schon seit drei Jchren ein inniger Kontakt, der sich jetzt in dem Ankauf dieser Bankaktien und der ihrem Konzern angehörigen Jndnstricwertc äußert. Die Schwankungen des französischen Franken. Die Unstimmigkeiten in der französischen Kammer über d.e neuen Steuern drückten gestern wieder den Franken. Nach Schwankungen, die den Kurs des Franken in Zürich' b:s auf 19,15 drückten, schloß die Devise „Was sollen wir nun tun?" fragten die Juden. „Nemirow ist eine Festung. Von einer Seite ist der Fluß und ringsherum die Wälle. Hier, in Nemirow, sind jetzt, Gott sei Tank, einige tausend Juden versammelt. Vor allem wollen wir uns also in der Festung einschließen, damit die Ortsgarnison und die Polen sie nicht den Kosaken ausliesern können, wenn diese sich der Stadt nähern. Dann aber wollen wir uns so lange verleid wen, bis Hilfe aus Polen kommt. Es kann doch nicht sein, daß das Königrc ch eine ganze Provinz untergehen läßt." Der Ratschlag fand allgemeinen Beifall und man beschloß danach zu handeln. Alle'n in emem Winkel der Gerichtsstube saß das SchneiLerlein und brummte vcr sich hin: „Tapferkeit! Mit Tapferkeit wollen sie dem Herrn der Welt helfen? Behaltet eure Tapferkeit für euch! Es wird noch die Ze't kommen, da ihr die Tapferkeit für euch, für einen höheren Zweck brauchen werdet." Aber niemand anttvortete ihm. Die Parnessinl der kleinen Städtchen, die lei dem Rabbiner versammelt waren, hatten, ebenso wie Mendel, ihre Gemeinden selbst gegründet, sie liebten ihre Städtchen und wollten sie nicht preisgeben — sie stimmten alle dem Ratsch age Mendels bei und gingen bald an seine Ausführung. Nemirow ist von einer Seite von einem Flusse, von der anderen Seile aber von einem ummauerten Wall umgeben. An den Ecken der Wälle standen hohe Türme mit ein paar verrosteten Kanonen, zu denen die Kugeln fehlten und die niemand zu bedienen verstand. Allein die Juden dachten auch nicht daran, zu schießen, sondern nur daran, sich zu wehren. Sie verstärkten zue st die Mauert're. D'e jüdischen Schm'e>de verfertigten lange eiserne Riege! und Ketten, die an den Toren angebracht nurden. An die Mauer aber stellten sie T.sche und Leitern, bauten eine Holzbarrikade und bereiteten eine Menge Steine, spitze Hölzer und Töpfe mit kochendem Wasser vor. In der Siadt befanden sich außer den Juden noch einige hundert Pole» und eine Anzahl dent'cher Handmerker. b;e aus Gewehren zu schieße» verstanden. Alle:» die Juden wollten ihnen weder die Festungsuiauern noch die Türnie anvertrauen. _10. Februar 1926_Nr. 5206 Paris mit 19,20 gegen 19,315 vom Vortage. — Die Devisen Lon» don und New-Aork lagen infolge des leichten Rückganges des Schweizer Franken ziemlich fest. Bemerkenswert war die Schwäch« des Leu, der sich trotz der flauen Haltung des Schweizer Franken auf 2,255 gegen 2,27 senkte. Die Lage der BaumwoUiudustrie. Gestern fand unter Bor- - sitz des Obmannes des Handelsausfchufses, Mg. H'e i n l, eine Enquete über die wirtschaftliche Lage der mit der Erzeugung von Baunttvvllwaren beschäftigten Industrien statt. Einen breiten Raum in der Debatte nahm die Erörterung der Zoll fragen ein. Es wurde festgestellt, daß eine Förderung insbesondere der Weberei bei entsprechendem Zollschutz möglich wäre. Die Vertreter der Unternehmungen betonten, daß sowohl der Bau von Arbeiterrvchnnngeu wie andere Investitionen davon abhängen, daß aus den Erträgnissen schon des Jahres 1925 Rückstellungen vorgenommen werden können, weil bei dem ungünstigen Geschäftsgang auf Rückstellungen vom Jahre 1920 nicht gerechnet werden könne. Eine schwere Belastung der Industrie ergebe sich auch daraus, daß die Materialvorräte in die Besteuerung cinbezogen wenden. Die Industriellen betonten, daß die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande davon abhänge, daß in Oesterreich eben so viele Webstühle von einem Arbeiter bedient werden können wie >iu der Tlschechoslowakei. Im Zusammenhang damit wurde die Frage der Schulung der Arbeiter und der besseren Ausbildung der Lchrlinge eingchrnd erörtert, wie insbesondere die Notlvendigkeit der Ausbildung österreichischer Werkmeister betont. Vorsitzender Abg. .Heinl teilte mit, daß aus Grund der frühreu Besprechungen bereits zwei Werkmeisterkurse aktiviert wurden und daß in nächster Zeit die Frage der Fachschule in Wiener-Neustadt einer Erledigung zugesührt werden soll. Einen Gegenstand der Debatte bildeten ferner die ungünstigen Zahlungskonditionen, über die gleichfalls in nächster Zeit Verhandlungen stattfinden werden. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Josef Peukas, 18. Bez., Ruhrho'ergasse 13; über Nathan Gropp er. 1. Bez., Kohlmessergasse 4; über Siegmund Wachtel, Kaufmann. 1. Bez., Renngasse 17; über Jenny Kachler, 1. Bez., Dorocheergasse 6; über Marie Mali sch, Kandilengeschäft. 10. Bez., Triesterstraße 40; über Moritz Geiger, Kaufmann, 5. Bez., Siebenbrunnengasse 87; über Franz Reit» terer, Bäckermeister, 11. Bcz., Simmeringer Hauptstraße 5; über Leon Brandmark. Kurzwarenhändler, 8. Bez.. Alserstraße 51; über Johann O b e t k o, Kürschnermeister. 5. Bez.. Schönbrunnersttaße 21. — Ter Konkurs wurde eröffnet über Ing. Gustav Rodeck. Metallwarenerzeuger. 7. Bez.. Kandlgasse 23. Die große Ausstellung im Wiener Messepalast. Die Wiener Messe Aktiengesellschaft veranstaltet im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Handel und Verkehr (Verkchrsisektian) und den österreichischen Bundesländern in den Monaten Mai und Juni 1926 im Messepalast eine Ausstellung unter dem Titel: „Stadt, Land und Allerhand" (Stola), welche alles umfassen soll, was zur Aufklärung der - Bevölkerung über die Bedeutung des Fremdenverkehrs sowie zur Tarstelluna der Erholungsmöglickikeiten für Einheimische und Fremde dienen kann, welche sich bei Reisen und Aufenthalt in Oesterreich bieten. Der allgemeine Teil der Ausstellung soll zunächst umfassen: Eine Gruppe Statistik mit ziffernmäßiger Darstellung der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Frerrrdenverkchrs, des Verbrauches der Fremden in Oesterreich uw. Eine weitere Hauvtgruppe soll dem Verkehr gewidmet sein. In dieser Gruppe sollen die Verkehrseinrichtungen für den Fremden-, Touristen- und Sporwerkchr veranschaulich! werden, und zwar: Bahnen, einschließlich von Bergbahnen, die Donau- und Binnenfeeschiffahrt. das Straßenwesen,' der Post- und Privatautoverkehr, der Motor-, Fahrrad- und Pferdesuhrwerksverkehr und das Flugwesen. Verlängerung der polnischen Zollermaßigungen. Das polnische Finanzministerium verlängert auf Grund einer Verordnung im „Dziennik Ustaw" die bis zum 31. Dezember gewährten Zollermäßigungen bis -inklusive 15. März 1927. Das Finanzministerium ist außerdem ermächtigt worden, bereits erteilte Genehmigungen zur ermäßigten Zollabscrriguna von Maren, die in der Verordnung vom 9. Dezember 1925 angeführt worden sind, auf Ansuchen zu prolongieren. Auch können Zollerloichterungen erteilt werden für die in der Verordnung vom 1. August 1925 genannten Waren. Sie. erlaubten ihnen nur, auf den Leitern an der Mauer zu stehen und den Juden zu Helsen, die Kosaken fortzntreiben, wenn diese an die Stadt herankommen würden. Die erste Sorge der Juden aber war, die Mädchen und die jungen Frauen sowie ihre Habe in den Türmer: zu verstecken, während sie selbst die Festungsmanern bestiegen. Im Innern der Stadt aber wurde es unterdessen immer enger. Immer mehr Juden kamen aus den kleinen Städten zusammen und brachten die traurige Nachricht, daß Chmelnitzki seinen General Kriwonos mit einer großen Anzahl von Kosaken und Tataren hinausaesch'ckt habe, um Nemirow zu erobern. Schrecken packte die Juden. Da berief Reb Jechiel-Michl am Sabbat eine neue Versammlung in der Synagoge ein, hüllte sich in seinen Talis und begann zu reden: „Höret! Wir wissen nicht, was uns bevorsieht", sagte der Rabbiner. „E:ne ernste Zeit naht. Vielleicht wird der Herr der Welt verlangen, daß wir seinen Nanren mit unserem Tode heiligen — wir sind dazu bereit. Vielleicht kommt aber auch der Feind nicht, um unsere Körper, sondern um unsere Seelen zu erobern. Für den Schutz unserer Körper haben w:r ja vorgesorgt, indem wir die Festungeiwälle stärker befestigt haben. Haben wir aber., auch für den Schutz unserer Seelen gesorgt? Wenn der Böse kommen rmd — Gott bewahre — sagen sollte: „Gebt mir eine Seele her, so will ich euch leben lassen!" — werdet ihr da stark genug sein und kein Mitleid mit eurem Leben, euren Frauerl und Kindern haben und Gottes Namen ebenso heiligen, wie es die zehn unter römischer Herrschaft Ermordeten urrd alle unsere heiligen Märtyrer getan haben?" In der Synagoge rourde es ganz still. D:e Frauen hörten auf zu schluchzeil. die Männer zu seufzen. Man, sah nur funkelnde Augen und blasse, schweigsame Gesichter. Ta ries jemand aus der Menge: „Höre, Israel, unser Gott ist der einzige Gott!" Und die ganze Menge antwortete wie ein Mann: „Höre, Israel, unser Gott ist der einzige Gott!" Ter Rabbiner verstummte. Er sprach schon nicht mehr voni Glarlbensniartyrium. Seine Stimme wurde jetzt weicher und er begann die Zuhörer zu trösten: (Fortsetzung folgt.) # S**Z»*t!

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