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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-08 · Heft 2501 (8.2.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2501 (8.2.1926)
Date
1926-02-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I Polen: 25 arosrv I Wi en: tum Abholen in der Expedition, 1L Taborstr. 1*3, oder in einet verschleisstelie "Trafik) monatl. b Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied 1, Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatl icl 5 Schilling 1 schecho-Slowakei Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 i'achz*hltmgen bei Freia* erbehängen TorbeheUen 9h. 2501 Wiener orgensenunS En^iand. Murr. J Schilling, lt fi H c ii Monatl. 18 Lire Ru uflniert Mon. 170 Lei. Hm garten Mon. 100Lew*. Schwei/ und das übrige Anhand moiuitlicM i rcs. '*edak! nu. Admiirstratior: Wien, 11. Taborstr. 1 . clephoue 44-0-J8, 43-3*1: Ab 6 Uhi ~2MÖ2, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6-3 (D uckerei lg. Steinmann Wie«. Montag. 8. Februar 1926 Oester:eichisches 'Postspar* I a >err - Konto Nr. 150.69> 8. iioiiraann Ae Drohung Mussolinis an Deutschland. Beieachiungen in der englischen nnd französischen Preffe. London, 8. Februar. In den hiesigen diplomatischen Kreisen betrachtet man den durch die Rede des bayrischen Ministerpräsidenten Held und die Antwort Mussolinis vemrsachten Zwischenfall nicht als sehr ernst. Die Press, bespricht die Rede Mussolinis sehr ausführlich. „TaTy Mail" erklärt sie als ein Säbelgerassel und fragt, ob dies der erste Schritt im „neuen napoleonischen Italien" sei. Mussolini lege Feuer an die österreichisch-italienische Grenze. „Daily News" finden es sehr bedauerlich, daß dieser Zwischenfall sich knapp vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ertöne! hat. De „Times" schreiben, der bayrische Ministerpräsident habe durch seine Rede das Gegenteil von dem erreicht, was er rrrcichen wollte. Er habe seine Rede nur m't Rücksicht auf seine Wähler gehalten. Letzten Endes liege die Führung der deutschen Außenpolitik noch in den Händen de? Reiches. Die wahre Bedeutung des Zwischenfalles lüge darin, daß er sich ln dem Augenblick ereignet hat, in dem der frühere österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel sich in Berlin aufgchalten hat. Paris, 8. Februar. Die Rede MussoUnis hat i n d e r französischen Presse eine starke Erregung hervorgcrufen.. Die K a r te l lp r es se bedauert sie als eine unnütze kriegerische Kundgebung, wählend die nativnMstisck)« Presse in Beifall ausbricht. Der „Quotidien" schreibt, daß sowohl der deutsche Nationalismus als auch .der italienische Faszismus eine Gefahr für den Frieden darstcllen, da weder der eine noch der andere das Recht der Minderheiten verbürgen könne. Ser Eintritt Deutschlands ln den Völkerbund. London, 8. Februar. Die englischen Blätter erwarten, daß Deutschlands Note um Eintritt in den Völkerbund noch heute oder spätestens morgen von Berlin abgehen wird. __ Ei« konservatives Mandatsangebot au Sir Mond. London, 8. Februar. Die konservative Parte: des Wahlkreises Carmarthen hat den aus der liberalen Partei ausgetretenen' Sir Alfred Mond ersucht, seine konservative Kandidatur für die Ersatzwahl in diesem Wahlkreise auszu- Mert. Der rumöuifche Erkronprlnz. London, 8. Febmar. Nach. Meldung der „British United Preß" aus Mailand hat der rumänische Exkronprinz K a r o l gegenüber dem dortigen Korrespondenten dieser Agentur di: Nachricht dementiert, daß er beabsichtige seinen Thronverzicht als nichtig zu erklären. Kömpfe bei Samaskur. Beirut, 8. Februar. Eine Abteilung von ISO Aufständischen wurde in der Nähe von Damaskus von französisch e n Tanks angegriffen. Di? Aufständischen hatten 10 Tote und 15 Verletzte. Die französischen Verluste werden nicht angegeben. _ Ser Ansstand ick Sudan beendet. Kairo, 8. Februar. Der Aufftand der Eingeborenen im oberen Sudan ist vollständig niedergMagen worden. Die Führer der Aufständischen wurden gefangen und nach C har tum gebracht. Sie Bekömpsung der «rbettslofigkelt in Palästina. Haifa, 7. Februar. (I. T. A.) Der Arbeiterrat m Haifa beschloß, Vorbereitungen zwecks Unterbringung einer inner p a l ä st i n e n s i s ch e n Anleihe zu treffen, deren Ertrag für Aufführung öffentlicher Arbeiten zwecks Beschäftigung der Arbeitslosen verwendet werden soll. Jeder beschäftigte Arbeiter wird verpflichtet, sich mit 3 ägypt. Pfund an der Anleihe zu beteiligen. Der Arbeiterrat richtete auch an die jüdischen Institutionen einen Appell, die Inangriffnahme geplanter öffentlicher Arbeiten zu beschleunigen, um der Ausdehnung der Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken. Palöstinenfische Eisenbahnerkonserenz. Haifa, 7. Februar. (I. T. A.) Die a l l p a l ä st i n e n s is ch e Konferenz der Eisen b a h u a n g e ft eilten und -Arbeiter wurde hier unter Teilnahme jüdischer und arabischer Delegierter eröffnet. Herr Feigen b e r g begrüßte die Konferenz im Namen des Zentralkomitees der Eisenbahnergewerkschaft, Herr Mereminski im Namen der allgemeinen Arbeiterkonföderation (Histadruth haowdim). Es wurden Beschlüsse betreffend die Beziehungen zur Eisenbahnverwaltung und. zur Internationale der Transportarbeiter sowie der Frage der gemeinsamen jüdisch-arabischen Organisation der Eisenbahnarbeiter gefaßt. Sar tschechoslowakische Konsulat in Palästina. Wie bekannt, hat die tschechoslowakische Regierung beschlossen, in Jerusalem ein tschechoflowaktsches Konsulat für Palästina zu errichten. Das Konsulat ist bereits in Funktion. Wie die „S e.hb st w e h r" mitteilt, wurde Herr Doktor Vladimir Fritz zum Konsul ernannt. Der neue Konsul ist am 13. Jänner in Jerusalem eingetrosfen. Falschmünzertum nnd Antisemitismus. In den Wiener Kirchen wurde gestern der Krönungstag des Vqpites qese.ert. Die kaisertreu e B o l k s p a r t c i hielt' mt. Anschluß oft einen solchen Gottesdienst eine Vcrsamlung mt Johannes-Keller ab, in welcher «der „Altgraf" Salm und Oberst Wolfs sprachen. Herr Salm sagte in seiner Rede unter anderem: „Ueber die Wiederkehr des Kaisers Otto, der Kaiserinnnttter und aller ihrer Kinder läßt sich nicht sprechen, ohne auch der Haupturheber und HauPtschuldigen Erwähnung zu tun, jener einst bis in die Knochen schwarzgelben Partei Luegers, die vor allem berufen gewesen wäre, den K a : s e r g e d a n k c n in Oesterreich zu stützen. Wie diese sogenannnt christliche nnd soziale Partei sich in den Umsturztagen bewahrt hat, wie meineidige Prälaten mit fliegenden Fahnen und hochgeschwungenen Weihrauchkesseln in das Lager der Habsburgfeinde übergingen und an allen Verbrechen werktätigen Anteil genommen haben, ist Ihnen zur Genüge bekannt. Während wir aber Sozialisten, Kommun!- , st e n oder wie sie sonst heißen mögen, immer noch als ehrliche Gegner betrachten köimen, kann dies leider von ein« Partei des schleichenden Verrates, des moralischen Falschmünzertums nicht gesagt werden. Diese Partei scheint von einem, auch schon mehrfach genannten Wiener Dokumentcnfalscher und Spielzutreiberklub und seinen ungarischen B anknotenfälscherfreund en ihre derzeitige Taktik und Kampfesweise entlehnt zu haben. Der R a s s e n a n t i f e m i t i s m u s ist als einer der Hauptschuldigen am Umsturz, am Vermögensraub und an der Verbannung der Habsburger aus Habsburgs Erblanden zu betrachten. Rassenantisenritismus heißt politisches wie moralisches F a l s ch m ü n z e r t u m. Aus dieser Falschmünzerwerkstätte sind auch drüben in Ungarn der m e ut e r n d e Matrose und seine berüchtigten Banknotenfälscher hervorgegangen, die mit falschem Gelde und falscher Monarchistenmoral einen rebellischen Erzherzog auf den Dhron unseres legitimen Kaisers Otto erheben wollten. In geordneten Staaten, wo die Jude n den ihnen von Gott und Natur zugewiesenen Platz inne hatten, gab es niemals einen Großfalschmünzerbetrieb, wie wir ihn jetzt in Ungarn sehen. Kraft ihres Verstandes hatte die geistig hochstehende Raff; nicht nötig, zur Hebung des allgemeinen Wohlstandes oder, sagen wir, zur Bekäntpfung ausländischer Konkurrenz zu Mitteln gemeiner Falschmünzerei zu greifen. Aber. natürlich, wo anstatt Geistesreflex Podexexhallation Verstand bedeuten soll, wo nur das El'men: geistiger Impotenz und Roheit herrscht, da bleibt eben als letztes Auskunftsmittel nur Taschendiebstahl im großen, mit Falschmünzerei.übrig. Gegen solche Falschmünzer müssen alle OrdnungseleuLNte gemeinsam Front machen, ob In-, ob Christ, ob Republikaner, ob Monarchist, ob Legitimist, ob Rot oder Schwarzgckb. Der Dreckschleudergeist versälschier Moral, er allein ist unser aller Feind." Die Wirre des „WrnÄ". Wir haben gestern eine Erklärung des Nedaktionsausschusses des „Abend" über das Ausscheiden des ChefredakteursAlexaltderWeiß nritgcteilt. Es handelt sich, wie bekannt, um Beschuldigungen gegen H e r r n W e i tz, wonach er S ch w e i g g e l d c r in beträchtlicher Höhe angenommen haben soll. Die Angelegenheit, die in der Wiener Oeffentlichkeit die größte Sensation hervorgerufen hat, beschäftigt auch die Polizeidirektion, welche im Laufe der letzten Tage eine Anzahl von Verhören .vorgenommen hat. Hierüber wird das folgende Commnnique durch die Korrespondenz Wilhem veröffentlicht: „Zu den Veröffnttlichungeil in der Tcigesvresse, wcnnh, sich der gewesene Chefredakteur des „Abend" Alexander Weiß im Zusammenhänge mit seiner iournaliüischen Tätigkeit mehrfacher strafbarer Handlungen sch ldig gemacht linde, wird mitgeteilt, daß bei der Polizeidirektioir bisher eine diesbezügliche Anzeige gegen Alexander Weiß von keiner Seite erstattet wurde. Um jedoch festzustellen. cb en strafbarer Tatbestand vorllegt, hat die Polizeidirektion unter Zugrundelegung der ZeitmrgSmeldunge» sowie der ihr von dritter Seite gemachten Mitteilungen im Einvernehmen mit der .Staatsanwaltschaft in Wien amtliche Erhebungen eingcleilet. die noch, nicht abgeschlossen sind." , . Nach einer Meldung der „Wiener Sonn- und Montags- Zeitung" ist zwischen Herrn Weiß und der Redaktion des „Abend" eine Vereinbarung zustandegekommen, wonach Weiß eine Abfertigung von einer Milliarde erhält. . ,; Der „M o r g« n" teilt mitdaß zwischen dem Herausgeber des „Abend", Herrn Karl Colbert, und Vertretern der sozialdemokratischen Partei Verhandlungen über die Umwandlung des Blattes in ein offizielles sozialdemokratisches Organ schweben. Diese Verhandlun ge« sollen bereits dem Abschluß nahe sein. Keine Möglichkeit der Anffedlung eheNalige' Wischer Soldaten im Veisav-SiSritt. London, 8. Februar. (I. T. A.) Wie erinnerlich, hatte das Mitglied des Unterhauses, Oberstleutnant I. M. Kenworchy, vor kurzem im Unterhaus an die Regierung die Frage gerichtet, ob eine Möglichkeit besteht, im Distrikt Beisan in Palästina ehomaltge jüdische Soldaten anzusiedeln. Auf diese Anfrage hat nunmehr der Kolonienminister Amery eine schriftliche Antwort erteilt, die ungefähr lautet: Betreffs des als Beisan-Land bekannten Staatsbesitzes in Palästina erfährt Mr. Amery vom Obcrkommissär, daß die Palästinaregierung die Möglicksteit der Bcistcllung von 10.000 Dunam in Beisan Jiftlik zwecks Ansiedlnng ehemaliger jüdischer Soldaten einer Prüfung unterzogen fyrt. Diese Prüfung ergab, daß die Palästinaregierung durch Satzungen eines bestehenden Vertrages verpflichtet ist, eine gewisse Bodenfläche für jedes Mitglied der in dem Distrikt angesiedelten arabischen Stämme zur Verfügung zu stellen. Sollen diese Verpflichtungen erfüllt werden, so bliebe im Beisan-Distvikt kein Land mehr für Ansiedlnng ehemaliger jüdischer Soldaten übrig. Unter diesen Umständen wird es als nutzlos angesehen, die Angelegenheit weiter zu verfolgen; die Vertreter der Zionistischen Organisation in Palästina werden,dementsprechend informiert werden. Eia Lolterievrovhkt. Rom, 7. Februar. Der einarmige Krüppel Torraca aus San Ferdinands bei Foggia, der in den letzten Wochen regelmäßig mit seinen Zahlenempfehlungen für das Lotto seinen Freunden Lottogewinne int Betrage von mehreren Millionen verschafft hatte, ohne selbst zu setzen, hat gestern neuerlich mit den Zahlen 4 3 und 76 einen großen Erfolg erzielt, der die ganze Gegend in die größte Erregung versetzt hat. Fast ganz San Ferdinands hat die von Torraca angegebenen Zahlen gesetzt und mit fieberhafter Spannung das Ergebnis der Ziehungsverkündigung erwartet. Unbeschreibliche Kundgebungen wurden dem Krüppel bereitet, der für das ltächste Mgl einen Otmterno versprach.__ Dins jüdische Haus | as füdische Blatt!

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