Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-02-07 · Heft 2500 (7.2.1926) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2500 (7.2.1926)
Date
1926-02-07
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981587--25487-3013135
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Gsitt rs Wien, Sonntag Wiener Morgenzeit««- 7. Februar 1926 Nr. SSOO Kunst, Bühne, Buch. ZAifcher Theater tu Pari«. „Der Jüdische Spiegel." (Bon unserem s.-Bcrichtcrstatter.) Jüdisches Thsatcr unv jüdische Literatur Chören m Paris ft! den Dingen, die jeder gebildete Franzose, und nicht nur der Pariser Franzose, .zu kennen sich bemüssigt fichli. Mchr iroch: Das Problem des Judentums als einer in sich geschlossenen geistigen Lrscheinnng crscheim dem Franzosen heute mehr denn, je des En:- .'ätselns wert, und er kühl, sich mi: der ihn kennze:chncnden En:- xckerfteude als ein Geber nahezu mystischer geistiger Schätze. Es st dies in Dingen der Entdeckung des Judentums — zuallererst and selbstverständlich des Ostsildenrums — ein Vorgang, der ganz and gar unähnlich ist jener Psychose, die in Deutschland während 'es Krieges ihre Entdeckungsblüten trieb, basiert auf einem Annexions- und Machtgelüst, dem das OstjuLenrum und dessen Kenntnis (sie sah darnach aus') als Mittel zum Zweck dienen sollten. Die französische Entdeckung, quantiiatio gleich, ist qualitativ ans einem unvergleichlich höheren Niveau, und (jat ihr unmittelbares Motiv im Phänomen des W e r o e n des jüdischen P a l ä st r n a s, das aus den begeisterungssähigen, vor der Mach: der Tatsachen sich beugenden, geistig lebendigen Franzosen die größte Suggestion ausübt. Die Masse der Bücher über Judentum, aus dem Bereich der jüdischen Geistesivissenschaften, jüdischer Literatur und jüdischer aktueller politischer Fragen, ist im Anschwellen begriffen und begegnet größtem Interesse. . Ganz besonderer Beliebtheit erfreut sich das moderne indische Theater. . Aus das eigentliche Paris, das jüdische ind nichtjüdische, pflegten bis vor nicht, schr langer Zeit die Gastspiele jüdischer Schanspiclertruppen wenig cder gar keine Wirkung auszuüben, aus Gründen des küttstlerischen Niveaus. Erst )ie erwähnte psychische Einstellung des Franpsentums zum Judentum und die künstlerische Höchstleistung der Wilnaer 11 u p p e und das unter der Führung von Morriß 2 ch iv a r z stehenden New-Aorker jüdischen Kunstchearers machtet: das Pariser Publikum der jüdischen Theaterkunst in einem Maße geneigt, das an exaltierte Ueberschwenglichkeit grenzt. „Der jüdijche Dpiegel" — das neue jüdische Theater in Paris — sindet also ein gutes vorbereitetes Publikum. Bevor es noch sein Gastspiel im Theater „Fcmina", das in einem der vornehmsten Viertel von Paris gelegen ist, begann, war es schon Gegenstand res Pariser Thearergesprächs. Das Publikum, das sich zur ersten Vorstellung einsand, trug alle Zeichen des nach ungewöhnlichen Lindrücken lechzenden „internationalen" Premierenpublikums mit einem starken Uebergewicht von Nichtjuden, darunter nicht tvenige Vertreter der ernstesten Pariser Kunstwelt. Die Eröffnungsvorstellung versuchte es, einen „Spiegel" der jüdischen geschichtlichen Wirklichkeit zu geben, ein kichnes Unternchmen, das ungewiHnlich gut gelang. Inszenierungen biblischer Motive, jüdischer Volkslieder und eines Einakters von Schalom Ales ch e m. Die Volkslieds; wurden mit gwßer Sachkenntnis ausgewählt und eigenartig dargestellt (einige mit verblüffender Meisterschaft), ebenso zwei palästinensische Bilder: Juden im Gebet vor der Klagemauer und Chaluzim und ChaluMh bei der Arbeit. Die Ergriffenheit des schr anspruchsvollen Publikums läßt erkennen, in welchem Maße der ,jüdische Spiegel" seine „Prüfung" bestand. Hervorragend bewahrt znr BekSmpfvug rheumatischer, gichtischer, nervöser Schmerze« sowie gegen Kopfschmerze«. Die 8frfn«fl tritt; «imitte(ft«r ei,. «et« schädliche» «rtze»»1rt»,g«». hmh «er»«ich letze,» beg,rachltl. — I, alle» «tzettzrkr,. Möbelfabrik J. Spira Feine ™ Hill. HI. “' 1—2 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl-Schweighoter-Gasse) SIE OM. KORN MEHL, <3rossfleischhauer«l Zentrale: IX, Berggasse Nr. 19, Tel. 17-3-99 u. 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für IW - Fleisch * unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. Kultusgemeinde Wien IX., Berggaste IS und XVUl., WShringersirasse 97 JÜDISCHES KÜNSTLERKABARETT II., PraterstroMe 00 / Leiter: Max Streng Heute, 1li9 Uhr abends ■ I I Ausserdem reichhaltiges Programm Perserteppiche auf Teilzahlung! ln KSbalhsus CH. MANDL, IM. wm Hl., «Milk Gürtel Hk.« Reichhaltiges Lager » Tel. 50-7-39 * Engrospreise Hakoahner erhalten besonderen Rabatt! S49 MÖBEL in Monatsraten ohne Preiserhöhung CH MAllOl 5 SOHR. Wien, ID.. Uffedner ölrtel ür. 42 Gegenüber Süd- und Ostbahnhot Reichhaltiges Lager * Tel. 50-7-39 * Engrospreise Hakoahner erhalten besonderen Rabatt! KUNSTMÖBELFABRIK 52C JOH. GRÜNWALD'S WS I., Fleischmarkt 17 I., Welhburggasse 11 Wohnungen, Gesch&ftstokale, Cate*, Kinos. Theater, nach eigenen Entwürfen. Stets grosses, assortiertes Lager Wer sich fUr Jüdische Bilcher Interessiert verlangt die kostenlose Zusendung des grossen Bücherkataloges Eist VlerteUahrtnmdertJUdifcher Literatur 1900-1925 herausgegeben von der R. Löwit Buchhandlung I. Rotenturmstr. 22 WBEN I. Fleischmarkt 1 * Der Katalog umfasst alle Zweige der jüdischen Literatur in dem ersten Viertel dieses Jahrhunderts. Dichtung und Wissenschaft, Bibel- und Talmudforschung, Geschichte und Philosophie, Schriften zur jüdischen Bewegung und die umfangreiche Palästinaliteratur (Geschichte, Geogiaphie, Kolonisationsnrobleme und Reisebücher). Durch übersichtliche Gliederung des umfangreichen Materials wird es auch dem Laien ermöglicht, sich über die Literatur auf allen Gebieten jüdischen Schaffens zu orientieren. Ein ausführliches Vorwort beleuchtet die Zusammenhänge zwischen jüdischer Bewegung und jüdischer Literatur 102 Gratis / Bestellen Sie sofort Vom Burgtheater. An dieser Staatsbühne wird häufig Kritik geübt. Gewöhnlich harte, selten wohlwollende. Sicher ist, daß das Burgtheater viel und ständig von seiner einstigen Bedeutung einbüßt. lAenso sicher, daß der Mangel an wohlwollendem Verständnis, das Vergnügen am Herabsetzen (eigentlich wäre das Wort „Herunterreißen" besser am Platz), an oem Niedergang mitschuldig isL Denn unter diesen ständigen, schr temperamentvollen, auf jede neuerliche Blöße losspringenden Angriffen läßt sich nicht gut arbeiten. Andere Kunstinstituu: und ihre verantwortlichen Leiter werden besser behandelt. Siche Reinhardt! Man vergleiche das künstlerische Glaubensbekenntnis, welches er bei Udbernahme des Theaters in der Josefstadr ablegte, mit der Repertoirebildung dieser Bühne, man vergleiche seine Versicherung, nur in Wen sei die künstlerische Atmosphäre gegeben, in der er sein Ensemble erziehen könne, mit der rein geschäftsmännischen Führung des Unternchmens durch Reinhardt — von Berlin aus. Aber es ist Mode geworden, ins Josefftädrer Theater im Smoking zu gehen, ins „minderwertige" Burglheater in Straßenkleidung. Es ist jetzt wieder Attlaß gegeben, die Burgtheaier-tzrage aufzurollen. Mit Ende des Spieljahres lausen die Verträge von 33 .Schauspielern ab und man beabsichtigt (was schr vernünftig ist), die Ferienzeit mit Rücksicht auf den Fremdenverkchr zu verkürzen. Wenn es ntöglich ist, die Anzahl der Schauspieler ohne Schaden für das Institut zu verringern, so kann jetzt diese Möglichkeit genützt werden. Aber wir glauben nicht, daß das Burgthealer an untauglichen Kräften krankt. Soweit das Auge reicht, sicht man auf deutschen Bühuell doch nur Durchschnittäschauspieler und einige wenige überragende Künstler. Das Burgtheater verfügt über die nötige Zahl — sagen wir — Kunsthandwerker und Schauspielbeamte und über eine ganz erkleckliche Zahl Ueberragender. Nicht mangelnde Qualität der Schauspieler, sondern eine ganz unmögliche, von Monat zu Monat kläglicher werdende Repertoirebildung und eine ganz unzweckmäßige Verwendung der verfügbaren künstlerischen Krgsttz — dies sind die beiden Krankheiten des Bü'rgthDHt'krs. Hier ist der Hebel anzusetzen. Ein würdiges, auf ein Jahr hinaus sorgfältig erwogenes Arbeitsprogramm und Verwendung der Künstler, wie es das Reperwire der Bühne, die Persönlichkeit der Schauspieler erheischt, rücksichtslose Beseitigung aller Protektionsmächte und Jntriguenspirurer, wich das Burgcheater gchmd machen» „Saftipiel der Habimah" 1« Pole«. (Eigcndienst der „Wiener Morgenzeitung.")' Warschau, 6. Februar. Nach langen Bemühungen ist et dem Jüdischen Klub gelungen, für das hebräische Theater-- cnsemble „Habimah", das zurzeit in Riga gastiert, die Gnreisebewilligung zu erlangen. Die „Habimah" trifft Ende dieses Monats in Warschau für ein längeres Gastspiel ein. Sine intemationale Archltektoraorftellung in Warschau. Ter polnische Architektenklub veranstaltet eine intemationale Ausstellung neuer Architektur in Warschau, die am 20. Februar eröffnet werden soll. An der Ausstellung werden sich fast alle europäischen Nationen beteiligen. Bon deutsche« bekannteren Architekten beteiligten sich unter anderem: Mendelsohn, Korn, Miß von der Rche; aus Frankreich: Le. Corbusier, Peret und Lurcat; ans Holland: Ond und Rietveld «x* aus Rußlan d: Melnikow. An« den Theater«. Burgtheater. Morgen. V»8 Uhr abends, „E l r. idealer Gatte". (Theatergemeinde, Serie 8, blau) Akadem'etyea'er Morgen, '6 Uhr nachmittags, in Abänderung des Repertoires statt „Die M a u S" »Die Fahrt ins Blaue". Operntheater. Morgen, '/-8 Uhr abends. „Andr6 C h.e n i e 1". / V 0 l k S 0 p e r. Morgen, Vs8 Uhr abends, „Hoff« manns E r z ä h l u n g e n". DouticheS Volkstheater. Das Lustspiel „R e iner T i s ch!" wird Mittwoch in der Neubesetzung mit Hermann R n m b e r g und Margarete K 0 eppke Wieoer in den Spielplan ausgenommen. Rat mund-Tbeater. Mittwoch Erstaufführung von Boyard Veillers „Der dretzehnteStuhl". Theaterin der Josef st ad t. Sonntag d. 14. d., 11 Uhr votmittags, findet eine Matinee als Abschiedsfeier für Gunnar T 0 l n a e s statt. Exl-Bühne im Wiener Stadttheater. Morgen, 7 Uhr abends, zum 2o. Male „D er Musikant Gottes" unter Mitwirkung des Wiener Schubertbundes. Theater an derWien. SamStaa den 13. d. sindet eine einmalige Wiederholung der luftigen Nachtvorstellung „R adiorummel auf Welle 53 1" statt. Im Johann- Strauß-Theater wird das Jubiläum der 100. Aufführung von Lehars „Paganini", die morgen stattsindet. Freitag den 12. d. mit einer nachträglichen Fe st Vorstellung unter persönlicher Leitung des Komponisten gefeiert. Lustipteltheater. Heute. Va^ Uhr nachmittags, Kindervorstellung: .Die Prinzessinaufder Erbse". Roland-Bühne. Mittwoch findet die Erstaufführung der Komödie .Paula Pelikans Pleite" von Armin Friedmann und Ludwig Nerz mit Gisela Werbeztrk in der Hauptrolle statt. __ Vorstellung im Akademietheaier. Heute, 7 Uhr abends, sindet im Wademielheater eine Vorstellung der Klasse Prof. Seydelmann statt. Zur Darstellung gelangt „Die berühmte Frau". „Juarez und Maximilian" in New-Aork. Werfels dramatische Historie, die jetzt auch in Berlin mit großem Erfolg gegeben wird, ist vom Theater Gnild in New-Aork zur Ausführung erworben worden. Ferner wird Werfels „Schweiger", den über 60 deutsche Bühnen gespielt haben, noch m dieser Spielzeit auf italienischen und holländischen Bühnen zur Ausführung gelangen. Ei» 300 Jahre altes Musikwerk aufgefunden. Im Archiv zu Mühlhausen wuwr dieser Tage em,bisher unbekanntes, vollständig echaltenes Werk des sehr bedeutenden - Meisters Ahle, eine Komposition von hohem Range, gefunden. Das Werk befand sich in einem dicken, alten Buch aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Ahle hat es, wie aus dem Titel hervorgeht, geschlichen anläßlich des Todes des Ratsherrn Lorenz HelmsDorff und der Witwe des Verstorbenen zugeeignet. Berühmte Meisterwerke gestohlen. Eine Anzahl Bilder berühmter Dreister, darunter die „Anserstchun-g" von van Dyck und mehrere Werke von Rubens wurden in Genua aus der kostbaren Sammlung des Millionärs Giuseppe Sabbatini gestohlen. Der Wert der Bilder ist unschätzbar. Der verstorbene Pierpont Morgan hatte für die „Auferstehung" van Dycks vergchlich 800.000 Mark gchoten. Die Bilder sind so berühmt uud allgemein klamtt, daß es den Dieben schwer werden dürfte, sie zu verkaufen, den« die Polizei hot alle Sammler und Händler benachrichtigt. Gerichtrsaal. Ser Proretz der 94 in Wilna vertagt. Wilua, 6. Februar. (I. T. A.) Der am 1. d. vor dem Wilnaer Kreisgericht begonnene politische Monsterprozeß gegen 91 Bürger, unter ihnen 90 Juden, wegen Zugehörigkeit zur kommunistischen Bewegung, ist vertagt Wochen, da einige Zeugen nicht erschienen waren. Die Vertagung bedeutet ein weiteres Martyrium für die Angeklagten, von deren Unschuld man in Wilna überzeugt ist. Das Alter der Angeklagten differiert zwischen 16 und 70 Jahren. Es handelt sich meist um angesehene Kanftente, Handwerker, HandelsangestMe, Studenten, Lehrer und Arbeilter. Der ' Hauptlbeilastungszeuge ist ein Polizeikonfident namens Herzitz. Bor dein Ausspruch der Vertagung baten nuchrere Angeklagte, sie aus bet Haft zu entlassen, weil ihre Fa/- mrlien Not leiden. Die Bitte wurde abgelehnt. Verurteilung Wege« betrügerischer Krida. Der Kreditorenvevein von 1870 hat Een Frau Berta S'nkovLky, Handelsfrau, Wietl. 16. Bez., Neulerchenscklderstraße 86, die Strafanzeige evstattet, aus Gmnd deren am 1. d die Hauptvechandlung vor einem Süiöffensmat beim Straflaudesgericht 2 stattfand. Nach siübensMndiger Bechanvluna ernannte das Gericht bite Angeklagte der betrügerischen Krida (Peräußerung >des Geschäftes) mW der fahriäfflgen Krida fleichtsinndge «nd unvechälitniSmäßige Jnauspruchnchnve von Kredit) ifchuldig und vevmtMe sie m einer Kechevstvofe. von zwei Monates verschärft durch ein harws Lager B4-C

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.