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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-07 · Heft 2500 (7.2.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2500 (7.2.1926)
Date
1926-02-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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| Polen; 23 tfioszv l Wien; Zum Abholen in der Expedition, 1L Taborstr. 1-3, oder in einer verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Gol dschmied, J„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling lschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien. Mon.Din.60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 i'iachZahlungen bei freii» erhfibangen Vorbehalten nt. 2soo m Wiener M I »UIUIIl IIIIK setz Hohe naalllCI I | Uebernaliinsstellen In allen BezirKen I orgenzeüung untttn E n g I a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lite: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien Mon.lOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fit*. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,484-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universltätsstrasse 5-8 (D. uckerei lg. Steinmarm) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Men. Sonntag, 7. Februar 1926 8, Jahrgang In den »ellkatessengeschätten A R M IN BIEL Schottenring 14, “ richgasse “ Tel. 65-3-13 Tel. 71-1-18 FUhrichgasse 3, Reines I" Gänseschmalz * > 4-50 noch kurze Zelt zu haben. I DIE » E BEKANNTE EINREIBUNG /M/M/Y / X" ist nar bei der Erfinderin selbst zu haben . EMMA TEICHNER, II., ILGPLATZ 2/23 > Telephon 45-9-25 — Sprecht unden von 11—3 Uhr I Morgen Montag den 8. Februar 1926 cS Uhr abends Im Grossen Konzerthaussaal VORTRAG des Abgeordneten Dr. Leon Reich Piäsidenten des jüdischen Sejm-Klubs über Amerika-Polen-PaWina (Das jüdische Problem) Karten bei Heller, I., Bauernmarkt 3, und an der Abendkassa Der MoM der zionistischen Srgauisation. Mnsfolims Anlwort auf den Reife« bohlolt. Eine Drohung. : .. .Asm, 0. Februar. Ter Generalsekre:är der faszrstischen -Partei,, F a r i n a c c i, hat heute bei Beginn der Kammersitzung folgende Interpellation eingereicht: „Nach den t1 alien f e indIichen Erklärungen des bayrischen Ministerpräsidenten richtet der Unterzeichner eine dringende Anfrage an den Minister des Aeußern über den Stand der italienischen Beziehungen zu D e u t s ch l a n d." M u s s o l i u i erklärte am Schlüsse der Sitzung, daß die faszistische Regierung in den letzten drei Jahren gegenüber Deutschland eine außerordentlich maßvolle Politik eingehalten habe. Er stellte dem die verschiedenen falschen Nachrichten über Südtirol gegenüber, so zmn Beispiel über das Wälther-Denkmal in Bozen. Man tverde die Töalther-Staüle stehen lassen, aber auf einem öffentlichen Platz und aus öffentlichen Mitteln ein Denkmal Cesare B a t t i st i s errichten. Er verwies sodann aus , die falschen Nachrichten betreffend das El isabeth - Denkm a I in Meran und die F a s z i st e n e i n f ä l l e. Niemand möge sich der Täuschung hingeben, daß Italien durch einen R e i s e b o h k o t t eingeschüchtert werden könne. Italien lebe von etwas ganz anderem' und es Hab eganz andere Energien. Wenn morgen der Boykott praktisch betätigt würde mit stillschweigender Zustimmung der verantwortlichen Behörden, würde Italien - mit einem Boykott znm Quadrat antworten und eventuellen Repressalien mit Repressalien zum Kubus. Er erklärte, daß die Rede Dr. Helds etwas vom diplomatischen Standpunkt aus Unerhörtes sei; eine Frage eines deutschen Südtirols bestünde nicht, Italien mache in Südtirol eine Politik der Jtalienität, sonst hätte es an den Grenzen einen Staat im Staate. Dem deutschen Volke aber sagen wir: Wir wollen mit dir in Freundschaft leben, aber dir dabei in die Augen sehen. Meine Rede soll als eine politische und diplomatische S t e l l u n g n a h m e aufgefaßt tvorden und ich hoffe, daß sie bon denen, die dazu berufen sind, verstanden wird, so daß die italienische Regierung nicht zu konkreten Antivorten greifen muß, was geschehen würde, wenn nwrgen die deutsche Regierung die direkte Verantwortlichkeit dafür auf sich nähme, was in Deutschland vorgefallen ist und was noch Vorfällen könnte. Werte Kollegen! Kürzlich hat ein faszistisches Provinzblatt den Titel gebracht: „Das faszistische Italien wird nie die Flagge am Brenner niederholen". Ich habe das Blatt dom Leiter desselben zurückgeschickt mit der Richtigstellung: „Das faszistische Italien kann, wenn nötig, die Tri kol 0 re weiter vorwärts tra-gen, niemals aber sie niederholen". Aar 8886. 18. Avril—18, Mai 1828. Die Zionistische Exekutive erlaßt den folgenden Aufruf: Zionisten! Mit dem Beginn der politischen Neuordnung in Erez Jsral sah sich der Zionismus vor die gewaltige Aufgabe gestellt, seine in langen Jahren geistigen Ringens aufgebaute Organisation für politische Erziehung und Propaganda zu einem Jnst'rument des Wirtschaftsaufbaues umzubilden. Die Zionistische Organisation, die bis dahin Trägerin einer politischen Propaganda, Vertreterin eines sittlichen Erneuerungsgedankens, Repräsentantin einer nationalkulturellen Forderung gewesen war, hatte sich nun in der Grundlegung einer großen Kolonisation, in der Einfügung eines Systems jüdischer Realpolitik in die Zusammenhänge der Weltpolitik, in der Schaffung neuartiger Finanzinstrumente, in der Prüfung und Entscheidung ökonomischer Fachfragen unter schwierigsten Bedingungen praktisch zu bewähren. Die zionistisch Bewegung hat in dieser harten Prüfung der Idee durch die Wirklichkeit ungeahnte Kräfte entwickelt. Politische Vertretungen wurden in London, in Palästina, in Genf, in Rom und anderen Orten eingerichtet. Die hebräischen Schulen Palästinas — Volksschulen, Mittelschulen und Technikum — wurdep von der Organisation übernommen und erweitert. Die Anfänge der hebräischen U n iv er s i tat a u f d e MMchW « s b e r g würden geschaffen. Ein modernes und hochentwickeltes Sanitätswesen wurde begründet. Der Kere» Hajessod wurde organisiert und der K e r e n K a j e m e t h äusgebaut. Das Kolonis a t i o n s b u d g e t wuchs im Verhältnis zum letzten Borkriegsjahre um fast ein Hundertfaches. Mehr als vierzig neue landwirtschaftliche Siedlungen wurden angelegt. Eine Hypothekenbank wurde gegründet. Zahlreiche junge Menschen erhielten eine geordnete Facherziehung für ihren zukünftigen Beruf. Ein System der Immigration und der Arbeitsversorgung wurde ausgebildet. Alle diese Leistungen, wie immer man, angesichts der Größe der Ausgabe, ihre relative Bedeutung einschätzen mag, waren nnr niöglich, weil in einer langen Vorbereitungszeit, in der Schule des zionistischen Idealismus, die Begeisterung entfacht, die Ueberzeugung fundiert und der Wille gestählt worden war. Aber nur dann werden diese geistigen und seelischen Triebkräfte erhalten und gesteigert werden können, wenn ihre Quelle nicht versiegt, wenn der zionistische Gedanke und sein Träger, die Zioni st ische Organisation, ihre lebendige Macht und ihre Größe bewahren. Nur dann wird sich die Zionistische Organisation in ihrer wirtschaftlichen Aufgabe bewähren, wenn sie gleichzeitig die Verkünderin einer ideal!stischenPropaganda, die Vertreterin des nationalsittlichen Erneuerungsgedankens, die Repräsentantin der nationalkulturellen Idee bleibt, die sie gewesen ist. Zionisten! Es ist an der Zeit, daß sich die Organisation auf sich selbst und auf die Quellen ihrer Kraft besinnt. Wir dürfen nicht in selbstvergessener Hingebung an die dringendsten Aufgaben des Augenblicks vom Kapital der Ideen und der Begeisterung zehren, das sich in der Zeit der Borbercituug und der reinen Verkündung der Idee aufgespeichert hatte. Gewiß müssen wir für unsere Fonds sorgen und wirken! Aber es ist an der Zeit, daß auch der Fonds der Herzen und der Geister erneuert wird! Es ist an der Zeit, daß der Zionist, der für Keren Hajessod arbeitet und opfert, der für Keren Kajemeth wirkt und spendet, wieder höre und tief in seinem Herzen begreifen lerne, daß der Zionismus gekommen ist, um das jüdische Volk aus Unfreiheit und Erniedrigung zu erlösen, daß er gekommen ist, um der Erneuerung des jüdischen Menschen und der jüdischen Kultur willen, uüd keine Abs und daß es keinen Ersatz für Zionismus schwachung seiner Wahrheiten geben kann. Zionisten! Die Exekutive der Zionistischen Organisation wendet sich hierdurch an die Landes- und Sonderverbäude, a» die Mitglieder des Aktionskomitees, an alle die, die der Sache Zions treu und ergeben sind, und ruft sie auf, den Kampf für die Ausbreitung der zionistischen Lehre in Klarheit und Reinheit wieder aufzunehmen. Eroberung der Geister i st d i e L os u n g! Propaganda hat für uns immer mehr bedeutet als nur Werbung neuer Mitglieder. Indem wir zu anderen redeten, sprachen wir zu uns selbst, zu unserem eigene n Gewissen, zu unseren Freunden und Anhängern. Indem wir andere belehrten, festigten wir uns selbst' im Glauben an die Wahrheit der Lehre. Eine Propaganda dieses Sinnes soll wieder begonnen werden, eine Verkündigung, die zugleich von anderen fordert und uns selbst verpflichtet, die andere lehrt und uns selbst erinnert, eine Propaganda der Erweckung und der Selbstbesinnung. Zionistische Propaganda, die Arbeit für die Stärkung und Erweiterung der Bewegung, kann nicht an eine bestimmte Zeit gebunden sein. Dennoch wollen wir, daß der Neubeginn einheitlich und gleichzeitig in der ganzen Welt erfolgen soll. Wir bestimmen daher den Monat Jjar 5686 (15. April bis 15. Mai 1926) zum „Monat der Zionistischen Organisation-". In diesem Monat soll in allen Ländern, überall, wo Zionisten leben, alle zionistische Arbeit vorwiegend in den Dienst der Werbung und der Belehrung gestellt werden. In großen Volksversammlungen und in kleinen Kreisen, vor dem Alter und vor der Jugend, vor Männern und vor Frauen, überall soll das zionistische Programm verkündet und begründet werden. Die Organisation soll durch neue Mitglieder erweitert, ihr Selbstbewutztsein soll gestärkt, die Kenntnis und das Verständnis der zionistischen Lehre soll vertieft und gefestigt werden. An alle geistigen und politischen Führer des Zionismus ergeht der Ruf, sich in den Dienst der Aktion zu stellen. Sie mögen vor ihrem Beginn in besonderen Konferenzen zusammentreten und mögen Inhalt und Methode der zionistischen Propaganda von neuem erwägen und bestimmen. Aber sie sollen vor allem an ihrem Platz sein, wenn die Aktion beginnt, wenn die Bewegung sie braucht. Zionisten! Rüstet euch zum „Monat der Zionistische» Organisation", rüstet euch zmn Werbekamps für die zionistische Idee! Die Exekutive der Zionistischen Organisation. London, Jerusalem, 1. Februar 1926 — 17. Scher bat 5686. . Sie Tschechoslowakei verschiebt die Anerkennung Rußlands. Prag, 6. Februar. (Tel.-Komp.) Die Anerkennung de« Sowejtregiemng, die eine beschlossene Tatsache ist und gestern halbamtlich für heule angekündigt wurde, ist hinaus ges ch o b e n worden. Die Verzögerung wird unt formellen Schwierigkeiten innerpolitischer Natur begründet. Das „Prager Tagblatt" erfährt hiezu, man wolle de» Anschein vermeiden, daß zwischen der rechtlichen Anerkennung der Sowjetregierung und den am Donnerstag erschienenen Sprachen Verordnungen ein Junktim bestehe, das die Ansicht als begründet erscheinen lassen könnte, daß sich Dr. Kramarsch seine prinzipielle Gegnerschaft gegen Sowjetußland durch die SPrachenverovdnung habe aibkaufen lassen. Außenpolitische Schwierigkeiten bestehen keine. Eilen SieU'.M Die letzten Tage der Weisse Woche ßrjjripr Sphj lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllilltllllllllliilllliiHiliiiillllllimi I II 1111 IaI lilalll bringen nie dagewuem bllllgePrelse! Wi MMVIl w wlRI mfinn II., Täborsträssß 48 KllmSIl TelePhon 47-1.71 En gros En detail

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