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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-06 · Heft 2499 (6.2.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2499 (6.2.1926)
Date
1926-02-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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1 Polen; 23 mo»zy j Wl en. Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1*3, oder in einer Verschleisstelle fTraflk) monatl. 6 Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, i„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheeho-Slowakei. Mon. I<22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 '■ach* ah Ion gen bei Preiserhöhungen Vorbehalten Nk. 2499 Wiener ornmieilung rPreTras n England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire. Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.100Lews. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. i Redaktion, Administration: Wien. II. Tabor jfr.l Telephone: 44-0-38. 43-3-12 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) m Gesteneichisches Postspai- Uassen - Konto Nr. 150.69.' Wien, Samstag. 6. Scbtimt 1926 8. Jahrgang Der Brief Bühlens. Verschlimmerung der außenvolitischen Lage Ungarns. — Sraf Zoles KaroN in Budapest eingetroffen. — Der Untersuchungsausschuß vertagt. Zer Mische Nationalrat in Palästina. Die evften Ditzungen des neuen Wund Leunri. (Eigenüienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 5. Februar. Der von der letzten Assefach Hanincharim neucewählte Waad Leumi hielt unter dem Vorsitzenden David Arilin seine erste Sitzung ab, an welcher sämtliche 38 Mitglieder teilnahmen. Zur Behandlung gelangte die Frage des Amtssitzes des Waad Leumi. In Betracht kamen Jerusalem und Tel-Awiw. M ei er Berlin und Dr. Mos sin so'hn beantragten die Verlegung des Maad Leumi nach Tel- A w i w und' die Errichtung einer E x- Positur in Jerusalem für Repräsentationszwecke der Regierung gegenüber. U s s i s ch k i n bekämpfte diesen Antrag mit der Begründung, daß es politisch unklug wäre, den Waad Leumi vom Zentralsitz der Regierung wegzuverlegen. Es liege im Interesse des Jischuw, Jerusalem zur Hauptstadt zu machen. Wenn schon die palästinensische Regierung dies in Anbetracht der historischen Bedeutung Jerusalems getan habe, so dürfen wir am allerwenigsten unsere zentralen Institutionen von Jerusalem wegverlegen. Die Vertreter der Arbeitergruppen, M e r e m i n s k y und Rubaschow, verlangten, daß »tan zumindest einen Teil des Waad Leumi nach Tel-Awiw verlegen soll, da man dort über mehr Menschen verfügen kann. Das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Sprinzak, Unterstufe den Antrag Ussischkins. Nach längerer Debatte wurde mit 22 gegen 7 Stimmen beschlossen, den Waad Leumi -irr Jerusalem zu belassen. Hieraus erfolgte die Wahl der Exekutive, der die Herren Aronowitsch (Hapoel Hazair), Rabbiner OstrowÄi (Misrachi), BW Zwi stlchduth Haawodah), Dr. Thon (Hapoel Hazair), David Iellin (Zionist), Mejuchas (Misrachi) und Rabbiner Kalvarijski Misrachi) angchören. Sodann wurden die Vertreter des Waad Leumi für die Erzichungskommission gewählt. Wie bekannt, gehören der Kommission für Erziehung-Wesen 18 Mitglieder an, und zwar sechs Vertreter der Zionistischen Organisation (nach Vorschlag des Aktionskomitees) und je sechs 'Vertreter der Lehrerorganisation Md des Waad Leumi. Die sechs Vertreter des Waad Leumi sind: zwei Arbeiterorganisation, zwei Misrachi, einer Verband der Landwirte und einer Vereinigung der Sephardim und Jemeniten. Als Vertreter der letzteren wurde Rabbiner Usiel gewählt. Namens der Arbeitergruppen wurde erklärt, daß sie nur dann ihre Mandate in der Erziehungskommission übernehmen können, wenn der Arbeiterorganisation ein Drittel sämtlicher Stellen zugesichert werden wird. Nachdem das Aktionskomitee auf den auf die Zionistische Organisation entfallenden Teil nur einen Avbeitewertreter ernannt hat, verlangen sie, daß der Waad Leumi diese Stellen nicht besetze, bis der Forderung der Arbeitergruppierungen Folge geleistet wird. In der zweiten Sitzung wurde die Frage des Budgets beraten und die Exekutive beauftragt, diesbezügliche Vorschläge auszuarbeiten. Ferner wurde die Errichtung einer E x p o s i- -rur in Tel-Awiw beschlossen, der die Herren Dieseng o f f, Berlin, und Dr. Mossinsohn angehören. Der Vertreter der Misrachi, Dr. Weisel, interpellierte in Angelegenheit des letzten Artikels Dr. W elt sch' in der jüdischen Rundschau" über die Notwendigkeit der Einschränkung der „Alijah" und beantragte, die Zionistlsche Organisation als Jewish Agency zu befragen, welche Mittel sie zu ergreifen gedenke, um das Erscheinen solcher unverantwortlicher Artikel zu verhindern. Herr 2 Prinzak beantragte, über den Antrag des Herrn Dr. Weisel zur Tagesordnung überzugchen, da die Jewish Agency keineswegs für Artikel in der jüdischen Rundschau" verantwortlich gentacht werden kann, ebenso wie sie auch die Artikel des Herrn Jabotinsky, der Mitglied des Maad Leumi ist, nicht verantworten könne. Der Antrag Sprinzak wurde sodann angenommen, worauf dann die Tagung des Maad Leumi geschloffen wurde. In der Sitzung der Exekutive wurde Herr Nellin zum Präsidenten und Dr. T h o n zum Vizepräsidenten des Waad Leumi gewählt. Die Exekutive faßte auch den Beschluß, in den allernächsten Tagen den Oberkommiffar aufzusuchen, um ihnt die politischen Beschlüsse der Assefath Haniwcharrm zu übergeben. Vorher findet noch eine gemeinsame Beratung mit der Zionistlschen Exekutive in Jerusalem statt. Paris, 5. Februar. Im „Matin" veröffentlicht Jules Sauerwein heute den Briefwechsel zwischen dem ungarischen Ministerpräsidenten Grasen Bethlen und dem Baron Perenyi. Der Brief des Grafen Bethlen au Baron Perenyi lautet: „Budapest, 27. November 1925. Ichr vertraulich! Mein lieber Freund! Meine Aufmerksamkeit wurde darauf gelenkt, daß sich im Besitze des NationalverbaudcS falsche französische Banknoten befinden sollen und daß mau die Absicht hat, von ihnen Gebrauch zu machen. Ich bitte, so gut sein zu wollen und eine Untersuchung einzuleiien, die mich rnöglichst beruhigt. Ich bitte, .dem Verbände mitzuterlen, daß. er derartige Manöver unterlasse und sich in keine solchen Affären einlasse. Tein ergebener Bethlen." Die Antwort des Barons Perenyi lautete: „Vertraulich! Mein lieber Freund! In Beantwortung Deines Schreibens vom 27. November beehre ich mich, Dir mitzuteilen, daß der Nationawerballd, sich'k.K>iI.eswegs. im Be- ■. ’ sitze f a l sch e r Fra tt k e n not e u befindet und daß er sich niemals damit befaßt.hat, falsche Noten in Umlauf zu setzen, und dies auch niemals tun w i r d. Getreu Deinem Wunsche, habe ich eine Untersuchung in dieser Angelegenheit einleitcn lassen. Es ist mir gelungen, bestimmte 'Tatsachen (das Wort „Tatsachen" ist durchgestrichen und durch das Wort „I n f o r m a t i o n c n" ersetzt^ in Erfahrung zu bringen. Ich bitte Dich, in dieser Angelegenheit mir noch vor Deiner Abreise nach Genf eine kurze Unterredung (das Wort ,stürze" ist im Brief ebenfalls gestrichen) zu gewähren. Mit herzlichen Grüßen Dein ergebener ' P e r e n y i." Verlegung der Keren-Hajesfodzentrale nach Palösttna. (Von unserem Londoner A. Th.-Korrespondenten.) London, 5. Februar. Das Zentralbureau der Zionistischen Organisation veröffentlicht soeben das nachfolgende Communique, das die Ergebnisse der jüngst in London stattgefundenen Beratungen, zu denen auch die meisten auswärtigen Exekutivemitglieder nach der englischen Hauptstadt gekommen ivaren, zusammenfaßt: „Während der letzten Wochen trat die Zionistlsche Exekutive des öfteren zur Erörterung außerordentlich wichtiger Fragen sowohl mit Bezug auf die Arbeit in Palästina, als auch in London, zusayimen. Bei einer am 2. d. stattgefundenen Sitzung wurde nach eingehender Diskussion -beschlossen, die Zentrale des Keren Hajessod (P a l ä st i n a - A u f b a u f o n d s) so rasch als Möglich nach Jerusalem zu transserier e n, in jedem Falle jedoch vor Beginn des Jahres 5687. Es wurde des ferneren der Beschluß gefaßt, alle noüvendigen Schritte für die Verlegung des offiziellen hebräischen Organes „Haolam" nach Jerusalem zu treffen und ein Komitee eingesetzt, welches ein Schema für die künftige Führung des Blattes in Palästina auszuarbeiten hat." Des weiteren wurde beschlossen, im Monate Jjar eine finanzielle und propagandistische Kampagne für die Zionistische Organisation durch alle Landes- und Iondervertände durchzuführen. Mit der Leitung dieser Kampagne wurde Herr Dr. Felix Ro se n bl üih betraut. Eine Erklärung Perenyis. Im Zu'ammenhang mit der Veröffentlichung d:s „Marin" lvandte sich biß Ungarische Telegraphen-Korrespondenzbureau — wie spät nachts berichtet wird — an Baron Perenyi mit der Frage, marunt er diese Briefe bisher nicht publiziert Habe. Baron Perenyi erwiderte: „Ich habe die Briefe aus dem Grunde nicht veröffentlicht, weil der Verfasser des au mich gerichteten vertraulichen Schreibens, der Herr Ministerpräsident, mich dazu nicht genötigt hat. Er hat gewußt, daß die Angelegenheit der Brrcfe, bevor ich sie veröffentliche, früher von dem parlamentarischen Ausschuß bereinig: werde. Da die.Publikation des „Matin" dazwischen gekommen ist, halte ich es nun auch meinerseits.für notwendig, beide Briefe in ihrer ursprünglichen Textierung zu veröffentlichen." (Perenyi teilt sodann den Brief Bethlens sowie seine Antwort an diesen mit, die sich mit der Veröffentlichung des „Matin" decken.) Perenyi macht hierzu noch folgende Bemerkung: Wiewohl ich mir wohl bewußt war, daß sich der Nationälverband mit solchem sträflichem Treiben nicht beschäftigte, bin ich auf Grund der Warnung des Ministerpräsidenten der Sache pflichtgemäß nachgegengen und es gelang mir, vertraulich zu erfahren (ich habe das Versprechen gegeben, die O u e l l e ui ch 1 zu ne nn e n), daß es _ tatsächlich \e i n- 3 c I tt c Personen oder eine G e s e l l s ch a s t gib:, die sich mit einem solchen Plan beschäftigten und daß auch Landespolizeichef Emmerich Nadoffy im Besitze von Informationen über die Sache sei. . Ich konnte jedoch mit Grafen Bethlen wegen seiner Abreise nicht mehr sprechen und so übergab ich meine Antwort dem Staatssekretär Pro n a y. der mir am nächsten Tage mitteilte, er habe den Brief übergeben und vom Ministerpräsidenten die Weisung erhalten, Nadossy die strenge Order zukommen zu lasten, einen solchen Plan, falls er tatsächlich besteht, zu verhindern. Nachdem der Landespolizeichef diese Weisung von dem Staatssekretär in der Tat auch erhalten ■ hat, betrachtete ich die Angelegenheit. als endgü lt i g erledigt, denn ich hätte von Nadossy niemals vorausgestzt—gewiß auch der Ministerpräsident — daß Nadossy einer der Teilhaber an diesem unsinnigen Unternehmen ist." Graf Josef Karolyi der vor einiger Zeit aus L e q u e i t o, wo er beid er Exkönigin Zita weilte, nach Budapest zurückgekchrt ist, erschien heute in der Nationalversammlung. Er hatte ein lange Besprechung mit den legitimistischen Abgeordneten, in welcher übereinstimmend festgestellt wurde, daß die außenpolitische Lage der ungarischen Regiermtg sich von Tag zu Tag verschlimmere. Die Vertrauenskundgchung der Einheitspartei ändere nichts an dieser Tatsache. Der gewesene Ministerpräsident Graf Paul Teleki, der vorgestern in die Einheitspartei eingetreten ist, zeigte sich gleichfalls in den Wandelgängen des Hauses. Es erregte ein-- ges Aufsehen, daß Teleki eine lange Besprechung mit Görnibös führte, der heute wieder an der Parlamentssitzung teilnährw Mg. G ö m b ö s wurde aus diesem Anlaß von den Journalisten um seine Stellungnahme zur Frankenfälschungsaffäre befragt. Gömbös erklärte: „Das internationale Judentum, die Freimaurerei und die Sozialdemokratie beraten eine neue Offensive gegen Ungarn vor. Wir werden alle unsere Kräfte aufbieten, um diesen Angriff zu vereiteln. Alle Mann an Bord!" Lärurfzenen in der Nationalversammlung. In her heutigen Sitzung der Nationalversammlung verwahrte sich Abg. Bazsony (Demokrat) gegen verschiedene Presseangriffe, daß er mit den Tschechen konspiriere. Das sei eine Insinuation. Redner beschwerte sich darüber, daß, seitdem die Frankenfälschungs affare auf der Tagesordnung stch.t sein Telephon ständig unter Zensur befinde.' WeifteWoche Glänzende Einkaufrmögl'chkeU für Private, Hotels, llilllllllllllllllllllliir. . G0S Warenhaus "" Bilder SchifTmann II., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 Ed Bros Ed detail 2348484853535353232348235323234853232353232353

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