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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-04 · Heft 2497 (4.2.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2497 (4.2.1926)
Date
1926-02-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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i Polen; aSgioszyl Wi en: Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1*3, oder in einer VerschleissteHe (Trafik) monatl. ö Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Finna Goldschmied, I„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling TachecHo- Slowakei: Man. K 22. lugoslav/len: Most. Din. 60. Polen: Mon, 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Bel gi en: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Frei*. Erhöhungen Vorbehalten mammmmmmamm «r. 2497 Wiener NorAmxettmg IfrVelsSim Engl a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lite: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien;Mon.l00Lews. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 B—WKil Wien. Sonnentag, 4. Februar 1929 8. Fabrgang Irr Putschplan der FranfensAscher. Wieder eine Ziurmsitzung der ungarische» Nationalversammlung. Ser Eintritt Zeutschlands in de« Böllerbund. Vom Auswärtigen Ansschuß beschlossen. Berlin, 3. Februar. (Tel.-Komp.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages hat heute dem Eintritt Deutschlands in den Böllerbund zugestimmt. Der Verhandlung des Ausschusses Ivohnte das gesamte Reichskabinett bei. Zu Beginn der Beratungen beantragte der kommunistische Abgeordnete Stöcker die Herstellung der Oeffenilichkeit für die Ausschußvorhandlungen, was jedoch von der Mchrheit des Ausschusses abgelehnt wurde. Minister Stresemann legte in ausführlicher Rede seine Stellungnahme zum Böllerbund dar. Rach längerer Debatte wurde mit 18 gegen 8 Stimmen eine Entschließung angenommen, worin es heißt, doch nach Entgegennahme der Erklärung des Reichsmlßmmmisters der Auswärtige Ausschuß keine Bedenken dagegen zu erheben habe, daß die Reichsregierung von der ihr im vorigen November erteilten Ermächtigung zum Eintritt Deutschlands in den Völkerbund Gebrauch macht. Der Ausschuß ging dann über die sonstigen vorgelegten Anträge, die den Eintritt Deutschlands in den BAkerbmrd Älehnten oder an Bedingungen knüpften, zur Tagesordnung über. Am kommenden Samstag werden die Ministerpräsidenten der deutschen Länder in Berlin zu einer Konferenz über die Frage des Eintrittes Deutschlands in dm Böllerbund zusammmtreten«?lm darauffolgenden Montag wird die offizielle Entscheidung des Reichskabinetts in einem außerordentlichen Kabinettsrat fallen, in dem Reichspräsident V.Hrndenburg dm Vorsitz sührm wird. Nach einer Meldung der Schweizerischen Depeschmägmtur dürfte der Bölkervundrat, falls das Aufnahmsgesuch Deutschlands anfangs nächster Woche gestellt werden wird, noch in der nächsten Woche eine kurze Tagung abhalten, in der der Zeitpunkt der außerordentlichen BölkerbundVersammlung festgesetzt würde, die über das Aufnahmsgesuch Deutschlands zu entscheiden hätte. Diese Versammlung buche in der Zeit zwischen dem 8. und 10. Marz stattfmden, also gleichzeitig mit der am 8. März beginnenden Frühjchrssession des Rates. Mn abgewehrter Revolntionsversnch in Portngal. Paris, 3. Februar. (Tel.-Komp.) Wie aus L r!s saVo n gemeldet wird, wurde dort gestern abends von radikaler Seite ein Revolut i o ns versuch unternommen. Die Aufständischen richteten chren Angriff zunächst gegen die Kaserne der republikanischen Garden, wurden jedoch zurückgeschlagen. Ein Oberst und zwei andere Offiziere sowie einige Personenin Z i v i l k l e i ö e r n wurden von den Regierungstruppen gefangen genommen. Nach weiteren Meldungen zog eine Gruppe Ausständischer, die sich in Almada am linken Tojoufer gesammelt hatte, unter der Führung einiger Offiziere gegen Lissabon, und eröffneten aus zwei Batterien das Feuer g e g e» die H a u p t st a d t. Doch gelang es delt Truppen der Regierung, die Aufständischen zu ü b e r w ä l t i g e n, die sich, nachdem sie von allen Seiten eingeschlossen waren, bedingungslos ergaben. Um 8 Uhr abends war die Ruhe in ganz Lissab o n wieder h e r g e st eilt. RMritt des jugoslawischen Finauzmlaifter«? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Belgrad, 3. Februar. Die Stellung des Finanz Ministers Stojadinovie gilt als erschüttert. Man rechnet, mit dem Rücktritt des FiuanMinisters nach seiner Rückkehr ans den Vereinigten Staaten, wo er derzeit die jugoslaiwisch-amerikanischeu Schuldenvechandlungen leitet. Als sein Nachfolger mich der gewesene Berlchrsminister Belisar Jankovic genannt. WWWWWWWWWWWWMWDMDMDMDDMMWMDMWDMMMDMM Budapest, 3. Februar. (Tel.-Komp.) In der hmtigen Sitzung der Ratioualversmumlung hielt der frühere Präsident des Hauses, Stephan v. Rakovszky, seine mit großer Spannung erwartete Rede, die jedoch eine Enttäuschung brachte. Rakovszky erklärte nämlich schon in den einleitenden Sätzm, daß er sich mit der Frankenfälschungsaffäre nicht befassen werde. Er hatte allerdings die Absicht, die Angelegenheit zur Sprache zu bringen, sei jedoch davon abgekommen, als er erfuhr, daß der Ministerpräsident sein Versprechen gegeben habe, der Diskussion über den Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses in öffentlicher Sitzung des Hauses keine Hindernisse in dm Weg zu legen. Unter dem Eindruck dieser beruhigenden Zusicherung des Ministerpräsidenten habe er, Rakovszky, sich entschlossen, seinen angekündigten Angriff gegen Bethlen in der heutigen Sitzung zu unterlassen. Sodann richtete der radikale Abgeordnete und frühere Staatssettetär im Kabinett Karolyi, Vinzenz Nagy, einen vehementen Angriff gegen dm Ministerpräsidenten. Ministerpräsident Bethlen habe in einer Parteikonferenz der Einheitspartei die Erklärung abgegeben, daß seine Rolle vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß vollkommen geklärt worden sei. Mit dieser vorzeitigen Preisgabe der Verhandlungen d^M8öMusses habe Bethlen die Vereinbarungen über die . bei; . Arbeit des Untersuchungsausschusses ' c rMeWig ■ ge brachen. Die Opposition fühle sich daher berechtigt, die Frankenfälschungsaffäre gleichfalls außerhalb des Untersuchungsausschusses zur Sprache zu bringen. Abgeordneter Nagy kritisiert die Lückenhaftigkeit der Anllageschrist, namentlich den juristischen Widersinn, daß eine Anllageschrist veröffentlicht wird, während gleichzeitig eine ergänzende Untersuchung in der Angelegenheit im Zuge ist. Unter großer Bewegung des Hauses stellt Vinzenz Nagy fest, daß die Frankenfälschungsattion die Wiederherstellung der Monarchie in Ungarn mit dem ^zherzog Albrecht an der Spitze zum eigentlichen Ziel hatte. Im weiterm Verlauf seiner Rede wies Abg. Nagy darauf hin, daß der Leiter des Ung. Telegraphen-Korrespondenz-Bureaus, Nikolaus v. Kozma, schon am 28. November dem Ministerpräsidenten von den Fälschungm Mitteilung gemacht und auch genau de» Ort angegeben habe, an dem die Falsifikate damals aufbewahrt waren. Der Ministerpräsident hat, anstatt die sofortige Beschlagnahme der falschen Tausmdfrankennoten an der bezeichneten Stelle zu veranlassen, lediglich einen Brief an den Präsidenten des Nationalen Verbandes, Baron Sigismund Perenyi, geschrieben und diesen ersucht, ihm beruhigende Erllärungen über die Aktton abzugeben. Vinzenz Nagy behauptet, daß Gras Bethlen in jenem Zeitpunlt, als er den Staatssekretär im Mirttsterpriisidium Baron Pronay zu dem Landespolizeichef Nadossy mit dem Auftrag sandte, daß dieser eine Untersuchung einleiten möge, bereits genau gelvutzt habe, daß Nadossy selbst ein führendes Mitglied der Fälscherbande sei. Bei diesen Worten des oktobristischen Abgeordneten entsteht ein riesiger Tumult, die Mitglieder der Einheitspartei rufen in höchster Erregung: „Das ist eine Lüge!" Binzmz Nagy repliziert mit der Aufforderung, man möge ihn vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß einvernehmen, er werde dort alles, was er vorgebracht habe, beweisen. Nagy schließt seine Rede mit der Aufforderung, der Ministerpräsident möge mit den Interessen des Landes kein Hasardspiel treiben und unverzüglich seine Demission geben. Die Nachmittagssitzung brachte heftige Angriffe der sozialdemokratischen Opposition gegen die Regierung. Der soz. Abg. Emmerich Szabo bewnte die p o l i t i s ch e u n d st r a f r e ch t l i ch e B e r a n twortlichkeit des Ministerpräsidenten. Abgeordneter Karl Peyer verlas namens der Opposition eine Erklärung, in welcher jene Teile der Anklageschrift in der Frankenfälschungsaffäre, die sich auf den Bries des Grafen Bethlen an den Baron Perenyi beziehen und Anspielungen auf patriotische Bewetzgrün de der Fälschungen enthalten, als unwahr und unhaltbar bezeichnet werden. Auch die sozialistischen Abgeordneten Andreas Sa ly und Emil Pikler übten schärfste Krittk an der Haltung der Regierung in der Frankenfälschungsaffäre. Justizminister P e st h y antwortete aus die Angriffe der Opposition und verteidigte die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Der parlamentarische Untersnchrmgsausschuß verhörte heute zunächst den Volkswohlfahrtsminister Josef Baß, dessen Einvernahme 15 Minuten dauerte. Ferner wurden der leitende Sektionschef im Handelsministerium Aurel S a m a s s a über die Rolle der Postsparkasse in der Fälschungsaffäre, sowie der Sektionschef im Honvedministerium. Oberst Darvas über die Mitwirkung deskartogra Phis chen Instituts einveruomnren. „Magyarorszag" zufolge, soll Volkswohlfahrtsminister Josef Vaß von der Frankensälschungsaktion tatsächlich keine Kenntnis gehabt haben. Als nämlich Ministerpräsident Graf Bethlen anfangs Dezember nach Genf reiste, sei er „im D r a n g d e r Geschäfte" verhindert gewesen, seinen Stellvertreter, Minister Vaß, über die Enthüllungen in Kenntnis zu setzen, welche der Leiter des Ung. Telegraphen-Korreispondenz-Bureaus, Major Nikolaus v. Kozma, dem Ministerpräsidenten über die Notensälschnngsaktion knapp vorher gemacht hatte. Ebensowenig erwähnte.der Ministerpräsident seinem Stellvertreter gegenüber, daß er an den Präsidenten des Nationalen Verbandes, wo die falschen Frankennoten aufgestapelt waren, einen Brief gerichtet habe, worin er Baron Perenyi von der Fortführung der Aktion entschieden ab riet. Die ergänzende polizeiliche Nntersnchnng. Der zweite Teil der ergänzenden polizeilichen Untersuchung begann heute nachmittags Im Beisein der französischen Polizeibeamten im Gefängnis der Staatsanwaltschaft, wo verschiedene Angcklagte hinter geschlossenen Türen neuerlich einvernommen wurden. Dem Vernehmen nach wurden Windischgrätz, Nadossy, Ladislaus Gero neibst anderen Angestellten des kartographischen Institutes verhört. Einige verläßliche Leute ♦.. Nach dem „Magyarorszag" soll Bankdirekwr Heder, gegen den gleichfalls Anklage erhoben worden ist, der sich aber auf freien Fuß befindet, bei seinem polizeilichen Verhör angegeben haben, daß er durch einen Zufall in die Frankenfälschungsaffäre verwickelt worden' sei. Er habe im Jahre 1919 a m. w e st u n g a r i s ch c n Aufstand t e i l g e n o m m e n und dort sei er mit A n d o r und dem Ingenieur S t i tz bekannt geworden. Als ihm Prinz W i udischgrätz, mit dem er gleichfalls bekannt sei, im Vorjahr e a u f s u ch t e und ihn fragte, ob er ihm nicht einige verläßliche Leute empfehlen könne, habe er Andor und S t i tz genannt. Auf seine Frage, um was es sich handle, habe Prinz Windischgrätz ausweicheudgeantwortet, worauf er nicht weiter drängte und sich gedacht habe, daß es sich vielleicht wiederum eine Aktion wie die westungarische handle. Benoit in Bndapeft.! Budapest, 3. Februar. (U. Der französische Kriminalbeamte Benoit ist heute früh wieder in Budapest an-! gekommen. T # jP VV r 1 Glänzende ä\tphfl Einkaufsmögl'chkeii yw eine ▼▼ ueiie «r «--u. °a Warenhaus Brüder Schiffmann II.. Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 Ed gros Ed detail 399999999999

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