Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2496 (3.2.1926)
- Date
- 1926-02-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 Poien . 25 moszyl Wien: Zum Abholen Inder Expedition, U., Tabörstr. 1-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Ffrma Goldschmied, 1* Wollzeile 11 M Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheche-Slowakei. Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Naduahlangen bei Preis« er behängen Vorbehalten Wiener orgenMimg uzrnK'ji England:Mon.4Schilling. , Ibal-iem Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. 1 Bulgarien s Mon.lOOLews, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsir. I Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 DL, Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterrelchisches Postsparkassen-Konto Nt. 150.093 Rr. 2496 Es überflügelt durch sein Renomee, seine riesige Wirkung der echte DIANA- FRANZ BRANNTWEIN mit Menthol sämtliche ausländischen Erzeugnisse und Hausmittel. An Nervosität und Kopfschmerzen Leidende wenden nur eine Massage an, um sich zu erfrischen und ihre ermüdende Tagesarbeit fortsetzen zu können. Ueberall erhältlich. ess Der Fememorvvrozeß. Vier Todesurteile. Berlin, 2. Februar. Im Fememordprozeß wurde Heute Nach mehrstündiger Beratung das Urteil gefällt. Die Angeklagten Schirmann, Stein und Aschenkampff wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode verurteilt, ebenso der Angeklagte Bonn wegen A u st i f t n n g zum Morde. Der Angeklagte Schmidt wurde wegen Beihilfe znm Morde zu drei Fahren Zuchthaus, der Angeklagte Stetzelberg zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten Zeitler, Snethlage, Meders, v. Senden und Gutknecht wurden freigesprocheu. Das Verfahren gegen Mah^aun eingestellt. Berlin, 2. Februar. (Wolfs.) Wie der ,Zungdeutsche" rrtittetXt, ist das Hochverrats der fahren gegen Mahraun und Komplicen eingestellt worden. Bor dem Frieden in Stufe»? Beirut, 2. Februar. (I. T. A.) Das Oberhaupt der Rebellen von Damaskus, R a m d a n Shalou >sh, ergab sich samt seiner Truppe den Franzosen. Am 28. Jänner erschien er Persönlich in Beirut, um 'dem französischen Oberkommissär für Syrien, d e I o u v e n e l, seine Ergebenheit auszudrücken. Der Oberrabbiner von Syrien, Dr. Taje.r, wurde vom französischen Oberkommisiär für Syrien, de Jouvenel, zum syrischen Staatsrat ernann: und dem Ziviffekretär Pierre Alübes als politischer Ratgeber attachiert. Die Verschiebung der Abrüstungskonferenz. London, 2. Februar. Im Unterhaus sagte Premvervvinister B a l d w i n zur Abrüstungsfrage, da fünf Regierungen um Aufschub der vorbereitenden Konferenz ersucht hätten, sei Großbritannien verpflichtet, dem Wunsche der Mehrheit zuzustimmen. Ru ß l a n d sei zur Teiln ah me ander Konferenz eingeladen worden und man hoffe, daß der Aufschub der Konferenz ihm Zeit geben werde, die Angelegenheit zu erwägen und seine Teilnahme au der Konferenz zu beschließen, da es tatsächlich für Westeuropa unmöglich sei, o h n e. d i e M i t w i r k u n g O st e u r opas einen praktischen Fortschritt in der Abrüstung zu machen. Premierminister Bald W in /teilte mit, daß 8er'Zusammentritt der vorbereitendenAbrüstungskonferenz aus den März oder A p r i l v e r t a g t worden sei. Diese Konferenz werde eine Tagung ^derjenigen Rationen sein, die zur D u r ch f ü h r n n g der A b r ü st u n g entschlossen sind. Konferenz der radikalen Zionisten in Berlin. (Eigendieust der „Wiener Morgenzeitung.") Berlin, 2. Februar. . Zu Beginn dieser Woche hat hier Äne Konferenz der radikalen Z i o n i st e n stattgefunden. Es waren Vertreter ans Deutschland', der Tschechoslowakei, Oesterreich, Polen und Rumänien erschienen. Für Oesterreich nahmen Oberbaurat Stricker und Rechtsanwalt Dr. Israel Waldmann an den Beratungen teil. Es wurde beschlossen, den organisatorischen Zusiunmenschluß der Anhängerschaft in Angriff zu nehmen und in den nächsten Tagen der Leitsätze zu veröffentlichen. Ferner wurde die Herausgabe periodischer Mitteilungen beschlossen. Men. Mittwoch. 6. Februar 1626 8. Fahrgaug Budapest vor netten Sensationen. Sine stürmische Nationalversammlung bevorstehend. — Rakovszlh kündigt neue KMWnnge« an. — Bethlen fall durch Lab ersetzt werden. Budapest, 2. Februar. (Tel.-Komp.) In poetischen Kreisen sieht man mit größter Spannung der angekündigten Rede des gewesenen Präsidenten der Nationalversammlung, des parteilosen Abgeordneten Stephan v. R akovszkyin der morgigen Sitzung des Parlaments entgegen. Rakovszky wird, wie verlautet, neue, bisher unbekannte Tatsachen in dex Frankenfälschungsaffäre enthüllen, die Haltung des Kabinetts Bethlen in dieser Angelegenheit einer schonungslosen Kritik unterziehen und die sofortige Abdankung der Regierung verlangen. Stephan v. Rakovszky wird in seiner Rede den Plan der Demokraten und Sozialdemokraten nachdrücklichst unterstützen, wonach der jetzige Volkswohlfahrtsminister, Josef Baß eine neue Regierung znm Zweck der Liquidierung des Falscherska»dals bilden soll. Baß hätte nach erfolgter Liquidierung der Affäre seinen Platz an den Führer der christlichen Wirtschastspartei und gewesenen Minister Grafen Johann Zichh aLMyceten, der mit Uni erst ützung der Demokraten und SoziädEEokMten an die Spitze eines k o n s e-r v a t üv en K a b i n e t t e s treten würde. Die H<ntptve^h<rndlung dm 15. Mänz. Budapest, 2. Februar. Oberstaatsanwalt Dr. Sztrache erklärte heute, daß die Hauptverhandlung voraussichtlich am 15. März beginnen wird. Ein früherer Termin ist kaum mißlich, weil der größte Teil der Angeklagten wahrscheinlich gegen die Anklageschrift Rekurs ergreifen wird. Was Frankreich von Ungarn wA. Paris, 2. Februar. In Besprechung der ungarischen Anklageschrift wegen der Bankuolenfälschungen schreibt der offiziöse Setups": Die ungarische Presse hat sich zu Unrecht gegen eine angeblich unzulässige EinmischungFrankreichs in ein ungarisches gerichtliches Verfahren verwahrt. Frankreich hat niemals etwas verlaust, was nicht dem Gesetz entspricht. Aber es steht ihm zu, Sicherheiten bezüglich des Ernstes der Untersuchung zu fordern, da so viele rnächtige'Einflüsfe die' bekannten oder noch zu entlarvenden S ch u ldigenzudecken suchen. Keine Regierung, die an der Anfrechterhaltung des Friedens interessiert ist, kann gleichgültig gegen solche Umtriebe bleiben, und das Geringste, was Frankreich, dessen offensichtliche Interessen die Falschmünzer betteten wollten, verlangen kann, ist, daß die - ungarische Justiz loyal ihre Bemühungen mit denen Frankreichs vereinigt, um den Tatbestand in utatevieller, moralischer und politischer Hinsicht vollkonnnen klarz-ustellen und die Schuldigen zu strafen. Wenn der Skandal der Fälschung französischer Noten den Verschwörungen von Reaktionären aller Schattierungen ein Ende setzen sollte, die in Uebereinstimmung mit den Rassenschühlern in München und Berlin «daran arbeiten, die monarchistische Restauration hevbeizuführen, die die Nachbarmächte Ungarns niemals dulden werden, und den Frieden Europas zu bedrohen, so wird das ungarische Voll in allererster Reihe von dieser, notwendigen Sanierung der politischen Atmosphäre Nutzen ziehen, da es dann das Vertrauen der anderen Nationen in die Aufrichtigkeit seiner Bemühungen zur Wiederherstellung dieses Vertrauens wiedevfinden wird, das die Umtriebe gewisser nationalistischer Kreise erschüttert haben. Mne Interpellation in der Kammer. In der heutigen Kammersitzung ergriff Ministerpräsident B r i a n d das Wort,, um den Gerüchten über seine Rücktrittsabsichten entgegenzutreten. Briand eMrte, er -werde so lange am Steuer des Staatsschisfes bleiben, bis ihm ,&Stt WchchO.deuÄO jqgsu wschß, er Me Man. Am Schluß der Sitzung kü-Mgte der Abgeordnete Fon- Lanier eine Interpellation über die ungarische Frankenfälscheraffäre an.. Ministerpräsi- 'dent Brian d wandte sich gegen die sofortige Verhandlung der Interpellation, da die Angelegenheit gegenwärtig die Gerichte beschäftige. Die Interpellation wurde sodann auf unbestimmte Zeit vertagt. Benorst wieder nach Budapest abgereisl. Paris, 2. Februar. Wie der „Matin" meldet, ist der Polizeikommissär Benoist gestern abends wieder nach .Budapest abgereist. Der Prozeß im Haag. Haag, 2. Februar. (Tel.-Komp.) Die Verhandlung gegen die hier Verhafteten. Oberst Jankodich, Marsovski und Mankovich wird noch anfangs Februar vor dem Haager Gericht beginnen. Die holländische Justiz wird sich mit der politischen Seite der F ranken fälsch u nge n nicht befassen. Budapester Mosaik. Bechlens Wildschweine. — Kongreß der Mmscheufreuude. (Von unserem Budapester Korrespondenten.) Gras Bethlen ist mitten in der heillosen Verwirrung, die der Frankensälscherskandal in Ungarn angerichtet hat, für drei Tage z u r I a g d nach Mafurdö g e f ahren. In Ungarn haben auch ministerielle- Jagden politischen- Charakter. Wenn alles drunter und drüber geht im Lande, wenn Opposition und ein Teil der Regierungspartei das Verschwinden der Regierung fordert, dann geht der Ministerpräsident der Rechtsordnung und des demokratischen Parlamentsprinzips auf die Jagd. Das heißt aus ungarisch: „Götz von Berlichingen...!" Und damit die Gegner 'der Bethlen-Regierung und. Anhänger des Reinlichkeitsgefühls vollends zerspringen, läßt Grch . Bechlen berichten, daß er am ersten Tage zwei und am zweiten Jagdtag drei Wildschweine erlegt habe. Das ist doch Beweis genug, daß in Ungarn von einer Krise nicht die Redesein kann. Immerhin war Bethlen ans der Jagd in LillafwüS erfolgreicher als auf der Jagd gegen die FrankenMscher. Das Edelwild Windischgratz, Zadravecz, Nadossy usw. wurde, nicht von Bethlen, sondern gegen seinen Willen von französischen Wilderern zur Strecke gebracht. Es gehört übrigens nicht zu den Seltenheiten, daß der Aagdherr in seinem eigenen Revier von seiner eigenen Jagdgesellschaft angeschossen wird. Das kann Bethlen leicht passieren, nicht ün Revier von Lillasütdö, aber in Budapest, wo es noch so von Wildschweinschädlingen wimmelt, die den liebevollen Schutz des Jagdherrn genießen. Die Weltgeschichte hat auch humoristische Anwandlungen. In den Budapester Straßen prangen jetzt die Propaganda- Plakate für dm in diesem Jahre in Budapest abzuhaltenden internationalen Kongreß der Menschenfreunde. Ist es schon der blutigste Witz, der gemacht werden konnte, daß dieser Kongreß gerade in Budapest und ausgerechnet in diesem Jahre abgehalten wird, so wirkt das Plakat geradezu Mrchsellerschütternd. Das Plakat stellt eine Strombrandung dar, aus deren Strudel eine knochige Arbeiterhand krarnpfhaft hervorragt. Und unter diesem vielsagenden Bild steht der bekannte Hilferuf gestrandeter Schiffer S. O. S. (Save our Souls! Rettet unsere Seelen!) Dieses Bild muß ein „Destruktiver", wie in Ungarn alle Feinde der Reaktion genannt werden, entworfen haben. Wer derckt da nicht an Somoghi, Baeso und die vielen Juden und Arbeiter, die der Reichsverweser in die Donau „baden" geschickt hat, die, ehe sie untergingen, noch die Hand krampfhaft emporstreckten und, Vergeltung fordernd, aus dtzr Tiefe in alle Welt hinausschrien: S. O. S. Rettet unsere Seelen! Daß Horthy und Bethlen die Frozzelei, die in diesem Plakat steckt, nicht bemerkt haben? Scheu und heimlich schmunzelnd gehen die Budapester an dem Plakat vorüber. Sie fürchten stehen zu bleiben, sie müßten hell auflachen, und das Lachen vor solchen Plakaten gilt als Hochverrat und wird sicherer und schwerer geahndet als Teilnahme an den Fvankenfälschungen. I. Kr. z«fammenk»nft Brland-Stresemann. In der letzte« Februarwoche. Berlin, 2. Febmar. Wie die „Berliner Zeitung" wissen will, dürfte die geplante Zusammenkunft zwischen Stresemann und B tvo.n>d w der lecht-em Februarwoch-e