Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2495 (2.2.1926)
- Date
- 1926-02-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981582--25428-3013071- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
WWM^WWVMMMWWWWM Gelle 8 Men. D'enStag 5. Februar 1SS8 m.m 1 Zeitpunkt erlitt Seidmann, wie dir Klage ansführt, einen Angst- und W u t a n f a l l, so daß der Psychiater Prof. Ie 1 linek zu Rate gezogen wurde. Prof. Iellinek habe selbst daran gedacht, mit Bafel zu sprechen, um auf diese Weise Seidmann zu heilen. Ter Klogeverireter erklärt, daß bei der geistigen Erkrankung üeS Weidmann an Paronya sich Zeitpnnkte ergeben, in denen er in lichten Krankheitsimervallen vollkommen klar sei und in diesen lichten Momenten habe er auch wiedechrlt seiner Fnm und den Aerzten die Darstellungen über den Zwang, unter dem er gehandelt und die den Grund des Klagebegchvens geben, ge'childert. Der Klagevertreter legt zum Beweise, daß Leidmann nicht, wie seitens des Beklagten behauptet werde, schon vorher nicht ganz geistig seiner Kräfte fähig war, ein Zeugnis der LanLesregierung vor, in welchem die Tätigkeit des Seidmann in den Jahren 1916 bis 1918 bei der Lcbcnsmittelabteilung lobend bestätigt wird. Es werden sein Lchwager Max Roll sowie sein Bruder Markus Seidmann und verschiedene andere Personen über den Zustand deS Seidmann geführt jowic darüber, daß während seiner Tätigkeit f ür Bösel der normale Zustand des Seidmann sich immer mehr verschlimmerte und daß schließlich Prof. Wagner- Jauregg die geistige Erkrankung festgestellt habe. Seidmann HWe dann Wer Beraten eine Selbstanzeige bei seinem Amte erstattet und diese dem Grafen Castell, welcher die Lebrnsmittclabteilung leitete, gegeben, der ihn dann beauftragte, die Bücher wieder richtigzustellen. Ties iei aber' infolge des geistigen Zusammenbruches des Seidmann nicht mehr möglich gewesen. In einem seiner lichten Augenblicke hake Leidmann seine Frau nach einem rumänischen Sprichwort vor Prozessen gewarnt und ihr gesagt, sie habe Jm dieser Hochzeit nichts zu suchen". Ter Klager-erwerer präzisiert nun ziffernmäßig die Ansprüche der Klägerin und führt aus, daß Herr Basel zweimal je 20.000 K. der Familie gegeben habe und bestreitet, daß diese Zahlungen bloß mildherzige Spenden, sondern vielmehr Zahlungen in Anerkennung der Verpflichtung Bersammlunsskalenüer des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, Wien, l. Heute Dienstag um VS Uhr abends Bezirksvert.elung Atcrgrurid 9. Dez., Wa.,r naen'traße 40. Redner: Gemeiuderar Dr. Leopold P l a s ch k e 9. Pezirksrül Dr. Georg Weiner. Mittwoch den 3. Februar. VS Uhr abends, Cafe L o vr a n a, H Dez. Lö oeugaye 06. keimet: Dr. Desioer Friedmann Präsident des Zionismchen LandeSkomiteeS. und Prof. Dr. Wilhelm Stein. Donnerstag de» 4. Februar, VS Uhr abends, Terraffen- R euauruni, b. ez, Maramettnpmtz Redner:' Touor Desider Friedman» und Frau Anilla Müller-Coden Donnerstag den 4. Februar, 5 Uhr nachmittags, Cafe L o v r a n o, 0. Bez. Löwenliane 06. Redner: Frau 2)r. Sophie L ö w e « b e r z und Dr. Isidor Klaber Donnerstag den 4. Februar, VS Uhr abends, Lese- und Redehalle, u. <ez., -lürlenittaße v. Redner: Frau Dollar Else F t a 111 ft e i n nnd Herr Dr Josef Löwenherz. Vizepräsident der Israelitischen Kult»'gemeinde. Savrstag den 6. Februar, VS Uhr abends, Hotel Müller, 1. rdez.. Graden 19. Redner: Her Dr ^oef Löwenherz, Vizepräsident der Israelitischen KulmSaemeinde und Dollar Desider Friedman«, Präsident des Zionistischen Landeskomitees Sonntag de« 7. Februar, VS Uhr abends, im Klubheim der Ha.oaa, l. Äez., Wtpolingerstrage <^-24. rttedner: Dr. Desider Friedmann uud Gemeinderat Dr. Leopold P l a i ch t e 8. Dienstag de» 9. Februar, VS Uhr abends, Eichensäle. 10. B-r. Co umbnsaasse Mittwoch den 10. Februar. VS Uhr abends, Kasino Zögernitz 1* Bez. Döb inner Äaupistliße. Donnerstag den 11. Februar, VS Uhr abends, Niederösterreich lsa>er Gewerbeoerein, 1. Be,. .Gichenbachgasse 11. waren. Den kausalen Zusammenhang zwischen der geistigen Erkrankung uitjo der chm aufgezwuttgeuen Handlungsweise erblickt der Klagcvcrtreter in dem ungeheuerlichen Druck, der auf chn moralisch ausgeirdt wurde. Der Vertreter Bösels, Dr. Bruno Feuerstein, erklärt, baß Leidmann nur ein subalterner Beamter, ein Strafst in der Lcbensmirtelabteilung der Statthalters war, wchin er durch den damaligen Slbgeowneten Wassilko empfohken wurde. Er war als Ltrazzist mit der Einwägung der Fakturen in die Büche/beauftragt, und hat dieses Amt schlecht versehen, so daß sich Differenzen ergaben, und, »m die Unstimmigkeiten zu beseitigen, habe er sich an Basel gewendet und gebeten, auf Grund der bei Basel geführten Bücher seine Aufzeichnungen richtigstellen zu dürfen. Das geschah auch. In.eressant sei, daß Basel den Seidmann nie gesehen hat uud erst durch den Inhalt der Klage von der Sache ersiche. Die ganzen Behauptungen von dem Zwange, den Basel angeblich auf ihn ausgeübt, vcn den Trrhungen, ihn an die Front ju bringen, seien aus der Lust gegriffen, die Phantasie eines Irren. Bosel habe keineswegs, wie seinerzeit Feldmarschalleutnant Deisinger, die Macht besessen, Leute an die Front zu befördern. Möglich sei, datz durch das Sekretariat der Familie des Seidmann 40.000 K. als Spende geschenkt wurden, jedoch keineswegs sei dies in Anerkennung eines Rechtes geschehen. Ta hier mit Armenrccht gejochten wird, sei er genötigt, bezüglich der Beträge für die Kronkenkosten und für den Untechaltsanspruch der Frau Seidmann dre Verjährung einzuwenden. Er erklärt, daß jedoch seiner Anschauung nach die ganze Klage ohne Eingehung in Beweise ad limine abzuweisen wäre, weil fischen der geistigen Erkrankung und dem angeblich behaupteten Druck kein ursächlicher Zusammenhang bestehe. Der Klageverweter wendet sich gegen die Verjährung und behauptet, daß die Klägerin erst im Jahre 1925 von der unheilbaren Erkrankung ihres Gatten er'ähren habe und baß für diesen Schadenersatzanspruch nicht die dreijährige, sondern die dreißigjährige Berjährungssr'ist geltend sei. Bevor sich der Senat zue Beratung Wer die Beweisanträge zurückzog, fragte der Vorsitzende Hofrat K r c st a, ob nicht vielleicht ein Begleich möglich erscheint. Dr. Feuerstein erklärt, daß ein Vergleich unbedingt abgelehut werden Esse, daß jedoch, wenn die Klägerin dir Klage bedingungslos zurückzieho und die Erklärung abgebe, daß die behaupteten Verleitungen ihres Gatten zu dem Betrüge unwahr und erfunden sind, Herr Bosel sich vielleicht dazu verstchen würde, der Familie dieses unheilbaren Kranken eine Unterstützung zu gewähren. Der Klageverrreter erklärt jedoch, daß er auf einem Bersorgungsanspruch be-- stchen müsse, worauf Dr. Feuerstein jeden Ausgleich ablchnt. T-er Senat beschloß dann, den Prof. Dr. Jellinek, den Prof. Dr. Wagner-Jauregg und den behandelten Arzt Dr. Richter Wer die geistige Erkrankung und den Zustawd der Gatten der Klägerin, weiter über ihre Mahrnchmungen bei der Behandlung zu vernehmen, ferner einen sachverständigen Psychiater darüber zu Horen, ob unter Annahme der Richtigkeit der in der Klage angeführten Behauptungen die geistige Erkrankung mit diesen Vorfällen zusammenhängt und dadurch hervorgerufcn werden konnte. Weiters beschloß das Gericht, den Kuratelsakt und die Krankengeschichte des Seidmann zu requirieren und vertagte sodann die Verhandlung auf unbestimmte Zeit. Lolkswirt. Ae Wirtschaftsklste in PaiSstiaa. Ctne offizielle Darstellung. Das vom Handelsnnd Jndustriedepartement der Pecka« stinaregierung herausgegebeue „Commercial Bulletin" schreibt zu der gegenwärtig in Palästina herrschenden Wirtschaftskrise: Die palästinensische Presse hat der wirlfchastlicheu Krise, welche das Land augenblicklich durchmacht, beträchtliche Aufmerksamkeit geschenkt. Rach gewifleu Zeitungen ist di« Krise sehr ernst. ES ist aber Tatsache, datz sie nichts andereist als eine Knappheit au flüssige« Geldmitteln. Für die zahlreiche« Einwanderer der letzten Jahr« müssen Hauser gebaut werde». Viel Geld wurde in Landkäufen, zum Teil zu SpekulationSzwecke», investiert; zahlreiche Kaufe au Baumaterialien und anderen Waren wurden im Ausland getätigt, um den« wachsenden Bedürfnissen im Lande nachzukommen. Es wurden so in einer kurze« Zeitperlode große Geldsummen sestgelegt, die nicht so leicht wieder flüssig gemacht werden können. Dies hat eine Geldvcrsteifung zur Folge, welche sich auf dem Gebiet des Handels fühlbar macht und die man noch nicht als wirtschaftliche Krise bezeichnen kann. Die Depression ist in I a f f a und T e l - A w i w akuter als in den anderen Distrikten, da diese Orte augenblicklich der Mittelpunkt für die Bautätigkeit und das kommerzielle Leben Palästinas sind. Obgleich eine geringe Zahl von Fallissements vorkam, ist der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten relativ gering. Die Kreditinstitute, die Handelskammer uud die Haudelsverbände haben Maßnahmen getroffen, um die Spekulation zu verhindern, als deren Resultat die Händler ihre Käufe jetzt auf ein Minimum beschränken. Ferner werden die dortigen Banken durch Gewährung von Krediten denjenigen Händler« zu Hilfe kommen, die dessen würdig sind. Nach maßgebenden Berichten, die beim Handelsdepartement einlaufeu, scheint es, daß die. lokalen Industrien, mit wenigen Ausnahme«, nicht sehr unter der allgemeinen Depresiion leiden. Mau glaubt daher, daß die Krise nur eine vorübergehende ist und daß eine völlige Erholung folgen wird, vorausgesetzt, daß die Händler sich vor größeren Spekulationen in acht nehmen und di« Kredite kontrolliert werden. Skr freuodNche Haltung der Wleoer Börse. Zu Beginn der gestrigen Börse war eine ausgesprochene Hauste festzustellen. Die meistetr Kurse wiesen gegenüber der letzten Notierung Steigerungen bis zu 15 und 20 Prozent auf. Diese Festigkeit des Verkehres konnte sich allerdings nicht bis zum Schluste behaupten. Die Schlußkurse lauteten in vielen Fällen niedriger als die Anfangskurse. Die Ursache dieser Bewegung liegt in erster Reihe in der Festigkeit der Berliner Börse, wo im Anschluste an den Abschluß des Verkaufes der Stinnes-Schiffe die Schiffswerte ununter- Devisen» traft Valutealurse »trat 1. Februar 1928. Devisen Amsterdam . . . Oe*d S.?B4 46 Wir» 286 46 •*••••••• Stockholm .••••• . & Qeic 4SI War» 4 85 PnosSslsehe Noten . « & CMM 26.72 Ware 27.0* Belgrad » » Berlin . . . . . . 12 5 5) £2.645 i 189 9 > 19'.5Q Holländische Noten .. 169 35 Warschau ...... 98.96 97 46 Italienischr '•oten , . . 28 4) 26.80 BrQs&e* . . 32.24 32.36 Zbricn .«..»»» 136.78 187.28 lacoalawiacbe Noten . 12.5)61 12.86 50 Budapest » Bukarest . London « » » . . » . « SS 37 89.67 3.14 aa.to Valuten Amerikanische holen 708.— 713.— Polnisch.' Noten .... Kumlnisehe Noten . . . ^tss sche Noten Roman.) 96 70 97.20 Mailand . . . . . 28.43 28 55 Belgische Noten . . Schweizer. Noten . . . 186 62 137.82 New-York ■ 711 45 riulgar. Not. . . rschecho-slow. Noten » 20 98 il.uS Paris . . 26 78 Ueatsehe Noten . 168.62 164.2 Tfirtciache Phmd.Noten . Prag . . . . . 20.9976 21.0. 76 Bneltoche Noten . . . . 84.46 34.61 Ungarische Noten . . . 89.75 Copyright 1926 by J. Ladyschalkow Verlag, Berlin. An Glaubensmartyrium. w Roman von Schalom Asch. Im Hofe des Gasthauses von Berachja standen bereits diele Eerdeckwagen und Schlitten. Das Gasthaus selbst aber war überfüllt mit Juden aus der ganzen Gegend. Biele waren vom Jahrmarkt gekommen und wollten mit der Fähre über den, Fluß setzen in der Richtung nach Nemirow. Das Eis war* nämlich schon geborsten und große Eisschollen trieben im Wasser. Viele Juden hatten sich bei dem Schenkwirt Berachja ver'ammelt und warte:en auf die Ueberfahrt. Mendel traf hier Bekannte, Reb Gedalja aus Tschihirin und Reb Jecheskie! aus Kolnit, auch Juden aus Nemirow, Rabbi Joinah, den Prediger, und Reb Moscheh und noch viele andere. Alle waren angeheitert, und Chaskel Boruch schlug Berachja auf die Schulter und rief laut: „Sag' deiner Frau, sie soll Mehlklößchen zum Abendbrot machen." „Und gefüllten Darm", fügte Jochonon, der Fischer von Nemirow. hinzu. „Mit Schmalzgr'eben." „Und Zimmes, Zimmes, wie am Sabbat." Allein sie brauchten nicht erst zu bestellen. Die Hausfrau stand schon am Ofen und bereitete am großen Feuer in einem geräumigen Kestel das Abendessen. Und der Geruch des gefüllten Darmes und der Klößchen verbreitete sich schon in der State. „Worüber freut ihr euch so?" fragte Mendel. . „Heber n'chts. Einfach so. Weil Addar ist, muß man fröhlich sein. Dazu sind wir doch Juden. Es ist doch ganz einfach: wenn die Gojim, die Hotz und Sie in anheten, sich freuen, um wieviel mehr müssen wir Juden, da der Herr der Welt unser Vater ist, uns freuen!" Mit diesen Worten steckte Reb Chaskel aus Kolnik feinen Daumen :n Mendels Bart. «Habt ihr auch schon zu Minchah gebetet?." „Seit Mittag hat Hillel gesungen!" „Wcrüber freut ihr euch so?" fragte Mendel nochmals vevivundert. „Tor, du hast wchl vergessen, in welchem Jahre wir leben? Wir leben doch im Jahre 1618. Und cs hat schon begonnen." „Was hat begonnen?" ,Hast du es denn nicht gehört? — Der Krieg von Gog und Magog, wie der heilige Ari*) prophezeit hat", erwiderte Rabbi Jonah. ,Zch komme von Lublin und weiß von nichts." „Chmelnitzki, der Sünder, der Scinik von Tschihirin, hat Tausende von Kosaken, um sich versammelt und am gelben Wasser die Polen mit Krieg überzrgen." „Wie steh: es uni Slotschow?" fragte Mendel ängstlich. „Tor! Tie Befreiung fängt an. Der Krieg von Gog und Magog ist im Gange — und er aber fragt nach Slotschow? Parnes, am-haarez!"**) wandte sich Jonah von ihm ab und gmg in das Nachbarzimmer, wo viele Juden in Betgewändern versammelt waren. Einige beteten, andere sangen, die dritten lernten Talmud und die fröhlichen Stimmen drangen in das anstoßende Zimmer ein. „Wie steht es um Slotschow?" Mendel trat erschrecken zwischen die Anwesenden und stellte an alle diese Frage. „Was heißt Slotschow? Sie sind am gelben Wasser. Die Fürsten Pctccki und Kalinowski haben so und so viel tausende Söldner um sich versammelt und sind gegen sie in den Krieg gezogen^, beruhigte ihn Reb ChaSkel aus Kolnit. „Gelobt sei Gott, sein Name sei gesegnet", atmete Mendel auf. „Er wird das gleiche schwarze Ende haben wie Pawlik im vorigen Jahre. Man wird ihn in Warschau köpfen", be- *) Abkürzung von R. Isaak (Luria), der als Vater des KabbalIsmus gilt. Anm. d. Nebers. •*) Ungebildeter Mensch. Anm. d. Urberf. ruhigte rmnmchr Mendel seinerseits die Anwesenden. „Aber worüber freut ihr euch so?" wiederholte er seine frühere Frage. „Tor, eben deswegen! Das har doch der heilige Ari prophezeit, und cs gibt auch in der Thora eine Andeutung, daß Messias Heuer kommen wird. Man sicht es doch augenscheinlich: „Wenn Feinde mich bekriegen, glaube ich daran", heißt es in den Psalmen. Was hejßt, daran^ „Daran" bedeutet geometrisch*) 1648: das heißt im Jahre 1648 werden sie mich bekriegen, und ich bin doch sicher — da hast du es klar!" Chaskel aus Kolnik steckte abermals feinen F'mger in Mendels Bart. „Du Tor aber gehst herum und fragst, weswegen sich die Juden freuen? He, Berechja, sag' doch deiner Frau, sie soll noch einen Darm mit Schmalz füllen und ihn in den Topf tun, auf Kosten des Parnes von Slotschow!" ries Chaskel dem Pächter zu. „Zwei Darme!" rief Mendel, der mtit von der allgemeinen Fröhlichkeit angesteckt wurde. , „Und wer ist der Bursch?" zeigte Chaskel auf Schloimele. „Ein junger Ehemann, er kehrt aus der Lubliner Jeschibah heim und hat ein Rabbinerdiplom in der Tasche. Es ist mein Sohn, der böse Blick möge ihn meiden." „Dein Sohn mit dem Rabbinerdiplom in der Tasche? —- Ein Stück Milz in den Topf auf Kosten des Ehemannes Reb Schloime ben Reb Mendel für das Rabbinerdiplom in der Tasche!" rief Chaskel wieder. „Habt ihr denn schon Minchah gedawnet, Juden? Wo kann »tan hier bei euch Minchch dawnen?" erinnerte sich Mndel wieder. „Dawnen? Hier wird gegessen. Da drinnen dawnet man", wies Chaskel auf das Nebenzimmer. Mendel kam gerade noch zum letzten Segensspmch des Minchahgebetes zurecht. *) Das heißt die Zahl der Buchstaben diese- Worte- (tot Hebräische» entspricht jeder Buchstabe der Alphabets einer Zchl) macht zusammen 1648. Anm. d. Uebers. (Fortsetzung folgt.)