Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2485 (23.1.1926)
- Date
- 1926-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981572--25317-3012950- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1 fpQten: aS gf o»y| Wien. Lum Abholen in der Expedition, II., labötstt. 1*3, odei in eine« Veischleisstelle fTrallki monatl. o Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolpot teure der Firma Goldschmied, I, Wollzeüe 11 MH Posiversand tür Wien and Oester,eich monatlich 5 Schilling T s c h e c h o S1 o w a k ei. Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. <1, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 ft ach Zahlungen bei rreln erbfteaaitca »orbebnlle» Rr. 2481 L2Z30EUT1 orgetyrilung England: Mon. 4 Schilling. Italien.' Monatl. 18 Lite Ra nSnien Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLewa, Schweiz and das übrige Aasland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taboritr. 1 Telephone. 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6-8 (D ackere! Ui St ein mann) ffiien, Samsias. 23.33tmer 1826 Oesteneichisches Postsparkassen-Konto Ni. 150.693 8. natnwraa STEIGER - PROZESS liiiiliillliiiliiiiiBiii!! ' i ‘' [m1 VJ r $ Lp!.:’- J ..■ U.iidlilÄ# Sensationelle Aufria meo in Lemberg ✓ Nur 3 Tage / Zum ersten Ma.c in Wien ab heute Sams ag den 2.3. Jä Her, vor dflhrt nu. Im ii., Taborstrasse 1 und xSrk s-ECuacb-K no. II, Auss ellungsstrasse. Tilg ich 4 Vorstt 1 u gen ab 5|,5 Uhr. Vorverkauf bei den K scen ab 12 Uhr inittai’S. 11213 Bottheitel filier die Lase itt Sdrien. Frankreichs Freundschaft für den Zionismus. Jerusalem, 22. Jänner. (I. T. A.) Der französische Oberlommifsär für Syrien de Jouvenel gewährte dem Vertreter der Palestine Telegraphie Agency ein Interview und sprach sich bei dieser Gelegenheit sehr lobend.über die Loyalität Großbxi'ianüiews'.gegenüber Frankreich im syrischen 5tämps aus. Allmählich kehrt die Ruhe in Syrien wieder ein, setzte er fort, obwohl d"i e s Y r i s ch e V o l k s p a r t c i den Frieden weiter sabotiert und alle meine Bemühungen um Versöhnung zu durchkreuzen sucht. Ich aber bin nicht zu dem Zweck aus dem.Lande der großen Revolution hicher gekommen, um die Interessen einiger Feudaler, die das Volk in Elend und Hungersnot stürzen, wahrzunehmen. Ich ersuchte die Einwohner Syriens,, sich unter sich selbst über eine Regierungsforrn zu einigen, die dem französischen Mandat entspricht. Da aber die Differenzen zwischen den Libanesen, den Syriern und den Maroniten durch direkte Besprechungen nicht auszugleichen waren, so schlug ich vor, einen S ch i e d s s p r uch d e r Mandatarmacht anzunehmen. Das war die Methode des Friedens und des Rechtes. Allein die.syrische Volk-Parte, durchkreuzte auch diesen Weg, und ihr ist nun. die Verantwortung für die Not des Landes aufzubürden. . Frankreich,' schloß, de Jouvenel, ist ein Freund des j ü d i s ch.e n. Nah i o n a l h e i m s i u Palästi n a und des Zionismus. Ich hege die größte'Bewuilderuug für die L e i st u n g e n' > e r Z ioui st e n. Diese Bewunderung bestimmt meine Stellungnahme zu der propalästinensischen Arbeit in Syrien. ' Arabiens Petroleumquellen. Englische und amerikanische Agenten bei Jbn Saud. London, 22/ Jänner. (Tel.-Komp.) Nach Meldungen aus Bagdad wird.Jbn Sand von Agenten zahlreicher englischer und (i nt e r i k a nischer- PetroleUmgesellschaften belagert, die überzeugt sind, daß in Arabien große Petro len m quellen vorhanden sind. Eine dieser Gesellschaften soll Jbn Saud einen Vertrag angeboten haben, worin sie sich bereit erklärt, auf ihre Kosten eine Eisen bahn t in ie vom Persischen Golf nach Djedda unter der Bedingung zu bauen, daß Jbn Saud ihr die Bergbaurechtc in den Gebieten beiderseits der Bahn übertrage. _... Sie Tschechoslowakei anerkennt Sowielrnßland. Prag, 22. Jänner. (Tel.-Komp.) In der heutigen Beratung der tschechischen. Sozia'demoktatie erkürte Ministerpräsident . S v e h l a, ■. er sei entschlossen, die de-jure-Ane r k e n n u n g R u ß l a n d s noch b o.r der Eröffnung des Parlaments durchzuführen. Die Anerkennung stoße cinz'g und allein. bei - den N a t i o n a l d e m o k r a t e n auf Widerstand, aber auch hier werde ein Weg zur Beseitigung der-Hindernisse gesucht. Das Budapester Doppelspiel. fiitte scharfe Sriiärung der sranzöfischen Beamten orsru die imgarMka SehMea. (Elgendienst der „Wiener Morgenzettnng".) Budapest, 22. Jänner. Seit dem Zustandekommen des Kompromisses zwischen dem Ministerpräsidenten Grafen Bethlen und den Oppositionsparteien führen die ungarische Regierung und ihre Organe eine auffallend scharfe Sprache gegen die in Budapest - weilenden französischen Po izeiorganc. Zuerst erk ärre Graf Bethlen selbst in seiner großen Rode in der Nationalversammlung, daß die ungarische Regierung jeden Schritt der französischen Detektivs verhindern müsse, der geeignet wäre, die Unabhängigkeit Ungarns zu berühren. Im Einklang mit diesem Standpunkt machen die ungarischen Untersuchungsbehörden jetzt den französischen Behörden auffallend viel Sck wieriakeiten, bagatell'sieren alle neueren Daten der Franzosen und erklären, daß für die Budapester Polizei die Voruntersuchung nunmehr endgültig abgeschlossen sei. Diese Haltung Bethlers nnd seiner Untergebenen veranlaßte den in Budapest weilenden ' ' Pariser Polizeioberinspektor Doulcet zu folgender Erk.ärung gegenüber Vertretern der auswärtigen Presse: „Wir haben der Budapester Polizei das Versprechen vollster Diskretion gegeben und halten auch dieses Versprechen. In jüngster Zeit beobachtete ich, daß sich hier eine feindselige Stimmung gegen uns zu entwickeln beginnt. Ich begreife den.Grund für eine solche Stimmung nicht. Wir^Lütsv-^tmd^UL.'alles,.damftdie Frankenfälscherangelegenheir je rascher geklärt sei, aber wir können es nicht zul'ssen, daß man «ns in unserer Arbeit dreinrede. Die Erforschung der Franlensälschung befindet sich gegenwärtig noch nicht einmal zur Hälfte im Stadium einer abgeschlossenen Angelegenheit. Es müssen noch vie^e Dinge geschehen, um in dieser Affäre volle Klarheit zu erreichen." Wie tiefgehend dieser Konflikt bereits ist, geht auch daraus hervor, daß Bethlen bereits die ihm gefüg'ge Londoner „Times" zu Hilfe ruft. Das englische-Biatt schreibt nämlich in auffallender Meise: „Die Entsendung einer Parlamentskonnuission in der Fraukenaffäre bedeutet einen großen Fortschritt hinsichtlich ihrer Aufklärung. Die ungarische Regierung hat einen großen Sieg errungen. Die Majorität des Landes ist überzeugt davon, daß Bethlen der einzige Mann ist, der die Angelegenheit ausklären kann. Die Lage ist trotzdem sehr heikel und etwaige Forderungen Frankreichs betreffend die Verteidigung der eigenen Interessen mühten, falls sie in einer Form gemacht würden, die die Empfindlichkeit des stolzen und höchst erregbaren ungarischen Volkes verletzen, zu einer Krise führen, deren Folgen unabsehbar wären." Nach dem „Pester Lloyd" verlangen die französischen Polizeiorgane die Einvernahme von Persönlichkeiten, die in ihrer amtlichen Stell u n g einer in den Kreis .der behördlichen Erhebungsarbeiten nicht ein bezogenen höheren dienstlichen Sphäre angehören. Es scheine, daß die Auffassung der zuständigenungarischen Behörden, daß das Erhebungsverfahren nunmehr als abgeschlossen betrachtet werden könne, von den Vertretern der französischen Sicherheit sbehörden nicht geteilt werde. Man scheine daher bei dem gegenwärtigen Stand der Tinge wieder an einem k r i t is ch e n Punkt angelangt zu sein. Es bleibe abzuwarten, ob der Standpunkt der nach Budapest entsendeten Polizeiorgane auch von der französischen Regierung geteilt wird. Wie „Esti Kurier" meldet, soll der Fragebogen, den die französischen Polizeibeamten den Verteidigern des Prinzen Ludwig Windischgrätz übergeben haben, Punkte enthalten. die Windischgrätz kam« beantworten dürfte. Die Franzosen sollen auch den Wunsch geäußert haben, an dem Verhör mit Windischgrätz, Raba und Gero tei'nehmen zu dürfen, damit sie an sie Fragen stellen können, Inas jedoch der ungarischen Strafprozeßordnung widerspricht. Zadravecz wirungefragt v Wie die Blätter heute melden, werde die. Staatsanwaltschaft auch gegen Feldbischos Z a d r a v e c z als M i t w i s s e v der Frankenfälschung die Anklage erheben. Die Finanzierung der Fälschungen. Dem Vernehmen nach erfolgte die. Finanzierung der Fraukcnfälschuncen derart, daß Windischgrätz auf seinen Besitz in Tarospatak eine größero Dollaranleihe aufnahm' seine jahrzehntealten berühmten.Tokay er Kellereien an eine Gesellschaft herkaufte und schließlich aus dem Kohlen- und Koksgeschäft mit der Hauptstadt Budapest. Die aus diesen drei Transaktionen erzielten Betrage genügten reichlich für die alleinige Finanzierung durch Windischgrätz. Der parlamentarische Untersnchnngsansschntz. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß in der Frankensälschungsangelecenheit hielt heute seine konstituierende Sitzung ab. Zum 'Vorsitzenden der Kommission wurde der Vizepräsident der Nationalversammlung, Tibor Zsitvay, zum Schriftführer der'Abgeordnete der Einheitspartei, Tihamer Erödy-Harra'ch, gewählt. Es wurde beschlossen, die meritorischen Arbeiten des Ausschusses am Montag den 25. d., nachmittags, in den Räumen .des (.ehemaligen Magnatenhauses auszunehmen. Justizminister Pesthh erklärte sich bereit, als. Verein r Mer zwischen dem Ausschuß und den Gerichten zu dienen und für ein reibungsloses Zusammenarbeiten zwischen dem Ausschuß und den Behörden Sorge zu tragen. Der Honvednnnister über Jankovich. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung, die sich mit dem Budget für die Honved befaßte, beantwortete Honvedminister Graf C s a k y auch die Interpellation des Abg. Hegymegi-Kiß über die Pensionierung und Staatszugehörigkeit des verhafteten - Frankenfälschers Oberst Aristide Jankovich. Er führte aus: Jankovich war im November 1924 um die Liquidierung seiner Pension eingekcmmen. Die Vorgeschichte hievon ist, daß Jankovich, der im Jahre 1918 militärischer Präsident der Wafsenstillstandskommission war, während der Proletarierdiktatur auf tschechoslowakisches Gebiet, auf - das Gut seiner Frau, flüchtete. Nach dem Sturz der Diktatur wurde er vom Honvedntinister ausgefordert, seinen Posten als Präsident der Waffenstiastandskommission wieder einzunehmen. Jankovich wich dem aber mit der Begründung aus, er müsse auf tschechoslowakischem Gebiet ver bleiben, um das Gut seiner Frau zu retten. Daraufhin wurde er von der zuständigen Behörde beurlaubt. Jankovich wandte sich um die Anerkennung seinerPens i o n s b e r e ch t i g u n g an den tschechoslowakischen Staat. Die Tschechen wiesen ihn jedoch ab mit der Begründung, daß er sich bis zum 21. März 1919 zur Ausnahme m den tschechoslowakischen Heeresverband hätte melden müssen. Auch seine Staatszugehörigkeit wurde vomtschechoslowakischen Berwaltungsgericht nicht anerkannt. Nach Ungarn zurückgekehrt, suchte Jankovich im Jahre 1924 um die Anerkennung seiner Pensionsberechtigung an. Nachdem er den Nachweis erbracht hatte, daß seine Pensionsberechtigung auf dem besetzten Gebiet nicht anerkannt wurde, erhielt er die Weisung, um die ungarische Staatsbürgerschaft nachzusuchen. Nach der erfolgten 'Repatriierung wurde er r e a k t i v i e r t und im Jahre 1995 pensioniert. Windischgrätz als „gewöhnlicher Verbrecher' . Prinz Ludwig Windischgrätz wurde heute vormittags aus beni Gefängnis zu einer Konfrontierung mit seinem Sekretär Raba in das Gefängnis der Staatsanwaltschaft für den Pester Landbezirk überführt. Windischgrätz wurde bei dieser Gelegenheit zum erstenmal wie ein g e w ö h n l i ch e r Verbrecher behandelt rtnd von dem einen Gefängnis in das andere in einem Schubautomobil transportiert, worin er m i t drei L a n d st r e i ch e r n' Platz nahm. Diese Okkasionsverkauf ,{e8UCheu „Weissen Woche“ ln allen Sie während das Weißwaren! dar BW* Warenlianw MP* II. Tahorstrasse 48 Telephon 47-1-71 Engros En detail